Übergänge

RE: Verständnis von Priesterschaft

 von Karmindra , 04.05.2012 16:40

Eine interessante Frage mit der man auf dem Weg durch das Heidentum ja immer wieder in Kontakt kommt . Ich lese gerade das Buch "Avalon Der Pfad der Göttin, Alte Mysterien und moderne Wege". Das Buch behandelt die 3 Ausbildungsspiralen um eine Priesterin von Avalon zu werden. Dieses Training wird vom Goddess Temple Glastonbury angeboten, mehr Infos findet ihr hier: http://www.goddesstemple.co.uk/index.php...id=59&Itemid=99

In dem Buch ist zu lesen das die Autorin die Priesterinnerolle als durchaus etwas besonderes versteht. Es geht darum sein Leben komplett der Göttin zu weihen (in diesem Fall der Göttin von Avalon) und anzuerkennen das diese uns durch unser Leben führt. Es geht darum sich hinzugeben, das eigene Ego und die Kontrolle aufzugeben und sozusagen "Ihr" Werkzeug zu werden. Die Autorin sagt es geht um mehr als nur Hingabe zur Göttin. Eine Priesterin hat ihr Leben der Göttin geweiht, die liebt die Göttin, das Volk und die Natur. Diesen dient sie aus ganzem Herzen. Sie sagt als Priesterin gehe es darum unsere Talente, unsere Persönlichkeit, Fähigkeiten usw. der Göttin zu übergeben damit diese ihnen den Feinschliff geben kann. Eine Priesterinnenrolle zu haben bedeutet laut ihr nicht nur private Anteile darin zu haben, sondern vor allem auch öffentliche. Es gehe darum Zeremonien leiten zu können, zu lernen wie man einen Raum erschafft indem sich die Göttin manifestiert. Man lerne die Zeichen der Göttin zu lesen, wahrzusagen & als Orakel der Göttin zu dienen, Einfühlungsvermögen zu entwickeln und somit zu Seelenratgebern und spirituellen Freundinnen/Freunden für andere zu werden. Für Heilung, Fürhung und Seelenanteilrückholung zwischen den Welten zu reisen. Andere auszubilden und zu initiieren.

Wenn ich so darüber nachdenke, denke ich schon das es auch in heidnischen Naturreligionen soetwas wie Priesterschaft gibt. Es mag Menschen geben die sich intensiver und tiefgehener mit göttlichen Mysterien auseinandersetzen als andere. So verbringt vielleicht Person A lange Zeit damit sich mit Ritualen vertraut zu machen, verbindet sich täglich mit den Göttern, betet zu ihnen, bringt ihnen Opfer, meditiert, arbeitet an sich selbst bzw. betreibt Selbsterforschung, Schattenarbeit usw. Während Person B gar nicht daran interessiert ist z.B. in der Öffentlichkeit seinen Glauen zu praktizieren, eher von einer inneren Spiritualität erfüllt ist, im Geiste immer wieder Zwiesprache mit den Göttern hält und deren Einflüsse sowieso das Ausleben des Glaubens sich eher unmerklich in den Alltag integrieren. Ich glaube nicht das ein Weg besser oder schlechter ist als der andere. Ich glaube sie sind einfach sehr verschieden, so wie wir Menschen verschieden sind. Ich glaube nicht das wir einen anderen Menschen brauchen um in Kontakt mit dem Göttlichen zu gelangen. Aber natürlich gibt es Menschen deren Leben mehr von religiöser Praxis erfüllt ist als das anderer. Und ich denke es steht jedem naturreligiösen Menschen offen sich selbst in der Rolle eines Priesters/einer Priesterin zu sehen oder sich darin hineinzubegeben.

Wenn ich mir zum Beispiel Kathy Jones (http://www.kathyjones.co.uk/) angucke (die Autorin des Avalon Buches), was sie mit dem Goddess Temple in Glastonbury erschaffen hat, die Goddess Conference die sie in die Welt gebracht hat, die Dramen und Darstellungen der Göttin die sie schreibt und aufführt usw. Ich finde schon die Rolle einer Priesterin ist ihr auf den Leib geschnitten . Was nicht heißen soll das sie besser oder schlechter wäre als andere Menschen und auch nicht das sie einen besseren Kontakt zur Göttin hat als andere Göttinnengläubige Menschen. Sie hat nur eine sehr öffentliche Rolle.

Ich bin auch der Meinung das ein Ritual nicht unbedingt jeder ausführen kann. Bzw. kommt es vielleicht darauf an was man unter einem Ritual versteht oder was man damit bezweckt. Sicherlich kann jeder lernen ein Ritual zu zelebrieren und einen heiligen Raum zu schaffen. Aber wenn ich z.B. heirate fände ich persönlich es sicherlich schöner oder würde mich wohler fühlen, wenn ich wüßte das die Person die das Ritual leitet erfahren ist. Jemand anderes fände es vielleicht viel stimmungsvoller wenn der "Ritualleiter" unerfahren ist, improvisiert etc.

Es mag also Menschen geben die sich zeitlebens täglich im Amt eines Priesters fühlen, andere übernehmen diese Rolle nur für ein Ritual, einnen Workshop, ein Festival oder wie auch immer und wieder andere sehen sich nie in der Rolle eines Priesters. Sie sind vielleicht einfach Ritualleiter, oder Heiler, oder Schamanen, oder Hellseher . Sie tun auch ihren Dienst am Göttlichen und somit an allem was existiert, ohne sich selbst einen bestimmten Titel zu geben.

LG
Karmi

Karmindra
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