Das Restaurant

RE: Gesucht: Rezept Frankfurter "Grie Soß" (grüne Sauce)

 von Belbara , 15.02.2010 02:48

Huhu,

eidiwei, möglichst authentisch. Ich bin zwar nur zugezogen, habe aber schon in den ersten Wochen mitgekriegt, daß hier ein Glaubenskrieg tobt. Und da Frau Goethe unbegreiflicherweise das Rezept weder erfunden noch aufgeschrieben hat, hier nur ein bißchen was "Kanonisches":

Es müssen 7 Kräuter sein, alle einheimisch und dezent (kein Estragon oder Basilikum, und, nach Meinung vieler, auf keinen Fall Dill, es sei denn, Du lebst hinter Alsfeld, das ist der "Dill-Äquator". In Kassel ist Dill in der Grie Soß drin.) Traditionell sind die chlor(ophyll)reichen Sieben krause Petersilie, Kerbel, Borretsch, Pimpinelle, Kresse, Schnittlauch und Sauerampfer.

Ungeachtet dessen war aber zu der Zeit, wo das Rezept zum ersten Mal schriftlich nachgewiesen ist (1860 oder so), die Verfasserin der Meinung, man könnte auch alles Mögliche andere nehmen (was wir heute meist eh' nicht so ohne Weiteres bekommen): Portulak, Körbel, Bertram, Geißfuß, Zichorie, Bachbunge, Fetthenne... und natürlich sollten sie möglichst frisch sein und mit Messer oder Wiegemesser gehackt werden, nicht in den Mixer gepackt und klein geschreddert.

Um die Zubereitung wird auch gestritten, manche nehmen rohes Eigelb und rühren mit Öl eine Mayonnaise (die mit Senf und Zitronensaft abgeschmeckt und dann mit Sahne gestreckt wird), andere kochen die Eier und geben sie kleingehackt in die Soße, manche geben Zwiebel/Schalotte rein und auch Gewürzgurke, andere halten Gurken für ein Sakrileg...

Hier ein Rezept, das ich ganz gern mag:

1 Eigelb, 4 gekochte Eier, 4 Eßlöffel Öl, Salz, weißer Pfeffer, 1 Eßlöffel Senf, 2 - 3 Eßlöffel Zitronensaft, 1/4 Liter saure Sahne

Die gekochten Eier kleinhacken und mit dem Eigelb und der sauren Sahne gut verrühren. Das Öl tropfenweise dazugeben. Mit dem Essig oder dem Zitronensaft, dem Senf, Pfeffer und Salz abschmecken. Die Kräuter gründlich unter fließendem Wasser waschen, trocken schleudern und fein hacken, dann unter die Soße geben, gründlich verrühren und schließlich nochmals nach Geschmack abwürzen.

Paßt gut zu Kartoffeln, Goethe aß allerdings gekochtes Rindfleisch dazu, soweit ich weiß.

Lieber Gruß,
Belbara

Belbara
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