Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#1 von Serpentia , 01.01.2009 17:33

Um ein Zitat der FAZ abzuwandeln: ".. ein anmutiger und leichtfüßiger Roman von Aufstieg, Leben und Fall der altnordischen Götter und ihrer Welt."

Genau das ist es. Der Norweger Tor Age Bringsvaerd bringt uns den Pantheon des Nordens mit seinen Helden und Göttern auf unterhaltsame und interessante Weise nahe. In Prosaform und vertrauter Diktion, ohne wortgewaltige Stabreime (die sowieso nur im altnordischen gut klingen!) und frei von "Nebelschwere und Waberlohe" ist diese Version der Edda ideal für Leute (wie mich), die sich zwar für die nordischen Göttermythen interessieren, aber vor dem schieren Umfang und der Schwere der vorherrschenden Literatur zurückschreckten. Unser Problem ist gelöst, der Weg ist frei - und nach dem Lesen dieses Buches ist meine Neugierde auf die Eddas jetzt voll entfacht. Mit dem hier gewonnen Wissen traue ich mir jetzt durchaus zu, auch die "ernsthafte" Version zu lesen und vor allem, zu verstehen!

Viel Spaß bei den Geschichten um Odin, Thor und Loki wünscht

MoonDancer

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#2 von avellana , 03.01.2009 18:04

Hab es auch schon vor einiger Zeit gelesen - ist echt leicht verdaulich und witzig geschrieben so dass ich jetzt auch endlich einigermaßen durchblicke ohne den Staub von meiner Edda pusten zu müssen. Die die sich durch die Edda gequält haben wissen nicht mehr viel weil sie sich beim lesen so konzentrieren mussten

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#3 von mazikeen , 03.01.2009 18:54

Was ein Zufall.
Ich habe Weihnachten "Runemarks" von Joanne Harris gelesen. Es hat nicht viel mit der Edda zu tun, ausser, dass die Asen und Wannen vorkommen und die groben Charaktereigenschaften geblieben sind. Ich habe aber mein altes Kinderbuch "Nordische Götter- und Heldensagen" wieder hervorgeholt und ein bisschen gelesen.
Heute stand ich dann in der Buchhandlung und hatte "die wilden Götter" in der Hand, so wie die Edda. Gekauft habe ich es dann doch nicht, weil ich in letzter Zeit ein bisschen viel Geld ausgegeben habe. Aber nachdem ich die begeisterten Berichte lese, werde ich es mir jetzt doch kaufen. Bei der Edda weiss ich nicht so recht, finde die Verse recht kryptisch. Mal schauen, vielleicht stelle ich sie mir als Staubfänger ins Regal, falls ich mal einen inspirierten Moment haben sollte.

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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#4 von Inge , 12.01.2009 22:10

Das Buch werde ich mir auch anschaffen müssen - schräger Blick auf mein Portemonait

Interessant ist auch "Odin, ein Gott auf der Couch". Das bringt den Lesern auch die Göttinnen/Götter und deren Symbolik, sowie Symbolik und Bedeutung z.B von Yggdrasil, den Nornen etc. auf einfache, verständliche Art näher.
Ich hatte einige AHA - Erlebnisse bezügl. der Edda. Sehr Lesenswert !

LG und

Inge

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#5 von Thorgan ( Gast ) , 18.04.2009 23:58

Zitat von Tree

Habe mich bisher auch nicht an die Edda gewagt.
Aber vielleicht geht es ja über diesen Umweg.



Hallo Moony, Tree, avellana u. andere,
mal ein kleiner Tip von einem Germanen an meine keltischen Freundinnen.
Die in den Buchläden gebräuchlichste EDDA Ausgabe (und Preislich günstigste) ist die Übersetzung von Felix Genzmer (Anfang 20. Jh.). Er legte besonders viel Wert auf den Stabreim.
Die nächst bekanntere Übersetzung ist die von Karl Simrock (gut 30 Jahre früher veöffentlicht); er legte mehr Wert auf den Inhalt der Strophen und es kommt bei ihm schon mal vor, dass sich eine Zeile nicht richtig Stabt (wie auch die letzte Zeile in meiner Signatur ). Dafür ist seine Übersetzung etwas umfangreicher; sie enthält in einigen Liedern mehr Strophen als die Übersetzung von Genzmer (Genzmer bediente sich des Tricks einzelne Strophen wegzulassen, wenn er sie nicht richtig Staben konnte).
Daneben gibt es noch 4 - 5 Ausgaben anderer Übersetzer die man aber nicht überall bekommen kann.
Fürs erste reicht meiner Meinung nach die Genzmerübersetzung aus.
Alle mir bekannten EDDA Ausgaben beginnen mit der "Völuspa" (Der Seherin Gesicht); bei den anderen Götter- und Heldenliedern haben sie unterschiedliche Reihenfolgen. Um die Völuspa zu verstehen muss man die germanische Mytologie zumindest teilweise kennen. Die meisten Neueinsteiger geben mitten in der Völuspa auf, legen die Edda zur seite und lassen sie einstauben.
Karl Simrock empfielt im Vorwort zu seiner Ausgabe (als einziger Übersetzer - obwohl mehrere andere Übersetzungen jünger sind) die Völuspa auszulassen, erst die anderen Götterlieder zulesen und dann die Völuspa zu lesen bevor man an die Spruchweisheiten und Heldenlieder geht.
Diese Vorgehensweise empfehle ich allen interesierten auch bei der Genzmerübersetzung oder jeder anderen anzuwenden. (Es haben mir schon einige Leute mitgeteilt, dass sie ihre Edda nach diesem Hinweis abgestaubt haben, mit Lied Nr. 2 neu begonnen und nach einigen Wochen die Völuspa auch verstanden haben.)

Thorgan

RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#6 von Serpentia , 19.04.2009 00:10

Guter Tipp, aber ich setz noch einen drauf, jetzt nach ein paar Monaten Germanische Götter-Erfahrung: es gibt eine neue Übersetzung der Völuspa und die ist auch deswegen klasse, weil sie eine Erklärung der Mythologie beinhält - und ganz kurz auch die Runen vorstellt. Fand ich einen Super!! Einstieg.

Ich muss mal schauen, von wem die ist.. ah nee, ich hab sie ja schon rezensiert, hier:
f23t1230-voeluspa-offenbarung-der-seherin-neu-uebersetzung.html

Kann das Buch gerne nächsten Samstag mitbringen, wenn Du's mal (kritisch?) lesen möchtest!

Petra

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#7 von Inge , 19.04.2009 13:43

Ich mag die Simrock-Edda ... Ich mußte mich aber auch erst mit dem Pantheon beschäftigen, bevor ich einigermaßen durchgestiegen bin

LG und noch einen schönen restlichen sonnigen Sonntag

Inge

- ach ja, als Tip. Es gibt das nette Buch "Odin, ein Gott auf der Couch". Hier wird die Symbolik z.B. von Yggdrasil, den Göttern etc. verständlich beschrieben- es gibt sehr viele aha- Erlebnisse . Das Buch macht die Edda auch um einiges Verständlicher. Falls ihr den Autor wissen wollt , dann müßt ihr Moony fragen, dort liegt jetzt mein Büchelchen...

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#8 von Serpentia , 19.04.2009 14:28

Ich hab's durch, ich hab's durch - den Urlaub gut genützt!

Klasse Buch, wirklich, sehr tiefgründig ohne jemals langweilig zu werden. Einsichten, auf die ich in 100 Jahren nie gekommen wäre - ganz einfach und logisch dargestellt. Kann ich nur empfehlen - in Kürze wieder bei Inge im Schrank zu finden *lach*

Moony

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#9 von Thorgan ( Gast ) , 20.04.2009 20:54

Zitat von MoonDancer

Ich muss mal schauen, von wem die ist.. ah nee, ich hab sie ja schon rezensiert, hier:
f23t1230-voeluspa-offenbarung-der-seherin-neu-uebersetzung.html

Kann das Buch gerne nächsten Samstag mitbringen, wenn Du's mal (kritisch?) lesen möchtest!

Petra



Das Angebot nehme ich dankend an, vorrausgesetzt es ist eines deiner Bücher das ich ohne Wörterbuch lesen kann.

Thorgan

RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#10 von Serpentia , 20.04.2009 22:58

Weiß nicht, wie gut ist denn dein alt-isländisch?



Eigentlich finde ich alt-isländisch gar nicht sooo fremd, vor allem ausgesprochen klingt da manches sehr vertraut. Aber zu Deiner Erleichterung ist ja auch der deutsche Text dabei.

Ich pack's ein!

Petra

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#11 von Thorgan ( Gast ) , 21.04.2009 14:03

Hi Moony,
ich glaube wir bewegen uns jetzt vom eigentlichen Thema weg, will aber deine Frage trotzdem beantworten.

In unsrer Region sagt man die Leute sprechen alle 3 Sprachen: deutsch, platt & über die Leut; da ich im Raum Darmstadt aufgewachsen bin und erst mit 17 1/2 in den Vogelsberg kam verstehe ich sogar 2 hessische Dialekte.

Zum Altnordischen gibt´s folgendes zu sagen:
Vor ein paar Jahren bekamen wir von einer bekannten eine Kiste mit Backmischungen geschenkt, die sie von ihren Schwiegereltern aus irgendwo in Skandinavien (weiß nicht mehr welches Land) bekommen hatte; da sie selbst kaum bäckt kämen sie bei ihr nur zu. Ich lästerte damals noch "wie soll man denn mit einer Backmischung klarkommen, wenn man die Anleitung nicht lesen kann?" Die bekannt meinte nur wir hätten genung Erfahrung mit Brotbacken, dann würden wir auch mit diesen Backmischungen klarkommen ohne die Anleitung lesen zu können.
Als wir die erste Backmischung verwenden wollen, holte ich eine Packung aus der Speisekammer und las meiner Frau die Anleitung vor inklusive deutscher Übersetzung (sie hat eher keltische Wurzeln, ich mehr germanische Wurzeln) vor. Sie sagte dann nur noch "sei blos Froh, dass Rike jetzt nicht gehört hat wie problemlos du diesen Text liest und verstehst, wo du doch so gelästert hast.

Ist schon so, dass ich mit unbekannten altnordischen Texten besser klar komme als mit unbekannten gälischen. Hjoerdis hingegen erschließen sich die keltischen Texte leichter. Deshalb ergänzen wir beide uns ja auch prima.

Thorgan

RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#12 von Serpentia , 21.05.2009 15:44

So, jetzt bin ich mittendrin in meiner Edda. Ich habe gestern die Genzmer-Übersetzung geschenkt bekommen ( ) und bin schon auf Seite 85!!

Total klasse, die Geschichten! Allerdings fehlen hier auch, wie oben gesagt, die Erklärungen wer hier wer ist und was sich hier abspielt, zu großen Teilen. Also erstmal die Wilden Götter lesen, danach macht die Edda Sinn und Spaß!

Belesene Grüsse,

MoonDancer

 
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RE: Die wilden Götter - Sagenhaftes aus dem Hohen Norden

#13 von Belbara , 28.01.2010 00:37

Hallo zusammen,

auch hier mal wieder späte Anmerkungen

Auch ein gewisser Arthur Häny hat eine sehr gut lesbare Edda-Übersetzung mit ausführlichen Anmerkungen abgeliefert - noch dazu im Vokabelheft-Format (A6), das paßt gut in die Jacken- oder Handtasche. Jetzt lese ich immer darin, wenn ich auf den Bus warte ...

Liebe Grüße,
Belbara

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