Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#1 von Serpentia , 27.12.2008 23:36

Mir war Manfred Böckl neu. Kennt ihn hier jemand? In der von ihm geschriebenen Einleitung zu diesem Buch steht, er hätte hierfür bzw. das dem Roman zugrunde liegende Sachbuch (Merlin, Arun-Verlag) nicht auf die üblichen Quellen zurückgegriffen, sondern auf ältere Original-dokumente, die eine vollkommen andere Geschichte präsentieren, als die üblichen mittelalterlichen Versionen.

In diesem Roman, der sich allerdings liest wie ein interessant geschriebenes Sachbuch, steht die keltische Naturreligion um Cerridwen und das Druidentum, vertreten vor allem durch Myrddin und die Priesterinnen von Avalon, an erster Stelle, gefolgt von Arddwar's Geschichte, die damit natürlich aufs engste verwoben ist.

Wir begleiten Myrddin hier durch sein ganzes Leben, von seiner Kindheit als Königssohn in Wales über seine Ausbildung zum Druiden bis hin zu seiner Lebensaufgabe als Lehrer und Freund von Arthur bzw. Arddwar, Aufstieg desselbigen zum Kriegskönig, das Entstehen von Camelot, die Blütezeit seiner Herrschaft und seinem Tod.

Druidisch interessierten geht bei dem Buch das Herz auf, das kommt uns doch alles sehr bekannt vor. Ob der gute Herr Böckl beim OBOD ist?

Wie schon einleitend gesagt, wenn mir auch sehr klar ist, dass die üblichen Geschichten von Merlin und Arthur mittelalterliche Groschenromane sind (allerdings sehr schöne *schmalz*), ob dieses Buch der Wahrheit näher ist, steht für mich noch im Raum. Ich werde mir das Sachbuch dazu noch gönnen, vielleicht sehe ich dann etwas klarer.

Insgesamt 570 hochinteressante und faszinierende Seiten für Leser mit Durchhaltevermögen und Interesse an druidischen Inhalten und keltischer Religion. Ach ja, gestört hat mich ein Satz über "Buchrollen, die sie ihm aus Avalon mitbrachte". Aber ein Buch, das so grundlegend alles über den Haufen wirft, was wir über Merlin und Arthur zu wissen glaubten, darf das vielleicht.

Belesene Grüße

MoonDancer aus dem Lesesessel

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#2 von Brianna , 29.12.2008 10:11

Sowohl der Roman, als auch das Sachbuch dazu sind zu finden unter den Buchtipps:

http://www.druidry.de/buchtipps.html

(wenn du über dieses Link bestellst, geht ein winziger Prozentsatz zu Gunsten dieses Forums um die laufenden Kosten ein bisserl zu drücken - danke)

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#3 von Weisser Schatten , 29.12.2008 13:56

hi brianna,
ich will immer noch mehr - wissen -
ich bestelle daher über das und für die finanzen des forums beide o.a. bücher an meine hausadresse in erfurt,
schreib mir bitte, was du von mir brauchst und wie das mit der bezahlung läuft

fröhliche keltische grüße

ian-jonathan der stolze weiße schatten

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#4 von Serpentia , 29.12.2008 14:12

Dafür brauchen wir nicht auf Brianna zu warten, das ist einfach. Du bezahlst ganz normal an Amazon, Brianna erhält von Amazon dann eine klitzekleine Provision auf ihr Konto gutgeschrieben.

Funktioniert aber soweit ich weiß NUR für das Buch, das Du hier anclickst, und nicht für die anderen 340, die du danach noch in deinen Einkaufswagen legst. Also jedes einzeln anclicken, sofern möglich.

Petra
die auch beide hat...

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#5 von Weisser Schatten , 29.12.2008 14:44

aha

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#6 von Solitaire , 08.11.2009 00:47

Also, ich lese gerade den Böckl's Merlinroman. War so davon fasziniert, dass ich gestern erst um halb vier Uhr morgens in die Falle kam. Hat jemand inzwischen das dazu gehörende Sachbuch gelesen???? Lohnt sich das Sachbuch auch???

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#7 von Solitaire , 22.11.2009 15:43

Also, nachdem mir der Merlinroman von Böckl so gut gefallen hat, habe ich mir jetzt noch seine beiden Bücher über Bodecea und "Die Bischöfin von Rom" (sorry, den Titel finde ich total doof) bestellt. Bin mal gespannt wie die sind.

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#8 von Nila , 09.12.2009 17:26

Was mir an Manfred Böckl so gut gefällt ist, dass er sich in Orte, Geschehnisse usw. einspürt und sich nicht ausschließlich an "angeblich" historische Wahrheiten klammert.

LG
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#9 von Solitaire , 09.12.2009 17:31

Wobei sein Merlin schon sehr gut recherchiert ist. Ich warte z. Zt. auf das Sachbuch von ihm (gibt's momentan noch für 4,95 € als Restauflage) und auf "Ceridwen" (brauche wieder Lesefutter für die bevorstehenden Feiertage).

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#10 von Rowena of the lake , 17.12.2009 17:28

Beide Bücher über Merlin sind einer der Gründe, warum ich hier bin. Als ich den Roman gelesen hatte, habe ich anschliessend das Sachbuch gelesen, um zu wissen, was nun Fakt ist und was fiktiv. Danach habe ich nach immer mehr Infos über die Kelten und Druiden gesucht, weil mich das einfach angesprochen hat.

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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#11 von Belbara , 02.02.2010 10:30

Hallo zusammen,

ich habe gerade angefangen, die beiden Merlin-Bücher von Böckl zu lesen (das "Sachbuch" und den Roman) - und ich muß leider sagen: mich gruselt's von Sekunde zu Sekunde mehr. Die Kelten als friedliche Vertreter der perfekten Welt, erst durch böse Römer kriegerisch geworden, dann unterdrückt und grausam ihrer Kultur beraubt? Merlin hat Hitler vorausgesagt?? Geoffrey of Monmouth ist eine "weitgehend unbekannte", aber zu 90% seriöse geschichtliche Quelle zur Merlin-Sage???

Mir ist klar, daß das einige begeisterte Böckl-Leser verärgern wird, aber ich muß es mal sagen: Böckl ist niemand, der auch nur den Hauch einer Chance hätte, von Historikern ernst genommen zu werden. Er nennt nur sparsam Quellen für seine Behauptungen, und größtenteils macht er gar nicht klar, wo die Quelle aufhört und seine Interpretation anfängt. Das macht es dem Leser nicht leicht, Fakten und Fiktion zu unterscheiden - und das ist weder seriös noch dem Leser gegenüber fair. Eine eigene Interpretation steht jedem frei (auch ihm), aber er sollte kenntlich machen, daß das, was er da von sich gibt, keine "erwiesenen" oder "unumstrittenen" Tatsachen sind. Bestimmte Dinge kann man "glauben" - oder eben "nicht glauben" - aber den eigenen Glauben anderen mit der angemaßten Autorität des "Wissens" zu verkaufen, ist einfach nur unmoralisch. In einem Roman kann jeder schreiben, was er will - denn ein Roman erhebt nicht den Anspruch, "die Wahrheit" zu verkünden. Bei einem Sachbuch ist das anders.

Wer ein wirklich gut recherchiertes, seriöses und dazu noch mitreißendes Buch über den historischen Merlin lesen möchte, der möge sich doch mal Nikolay Tolstoys Buch "Auf der Suche nach Merlin" zu Gemüte führen. Das ist ein ehrliches Buch - und wo es persönlich wird, steht das auch so da und wird nicht als "höhere Weisheit" ausgegeben.

Traumatisierte Grüße,
Belbara

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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#12 von Solitaire , 02.02.2010 13:15

Ich bin noch nicht dazu gekommen, mir Böckls Sachbuch über Merlin zu Gemüte zu führen. Den Roman fand ich ganz unterhaltend.

Der tolstoy steht bei mir auf der wish list, ist ja anscheinend leider vergriffen und wohl auch keine Neuauflage in Sicht, habe aber dafür noch Markale's "Merlin" ergattert.

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#13 von Belbara , 02.02.2010 14:23

Huhu,

beim Roman bin ich noch nicht sehr weit, es liest sich ganz nett bis jetzt. Und, wie gesagt - bei Romanen habe ich andere Ansprüche, das muß nicht authentisch sein, um mir zu gefallen oder mich zu berühren.

Beim "Sachbuch" dagegen, da kommt wirklich ein "Klopfer" nach zwei anderen. Hätte er besser daraus auch mal einen Roman gemacht! Ich habe selbst sehr viel zu dem Thema nachgeforscht und war zweimal in Wales und Südschottland, um für eine Geschichte zu recherchieren, die ich mal schreiben möchte - und da muß ich einfach sagen, daß es da eine Menge gibt, was so gar nicht paßt. Geoffrey of Monmouth's Historia Regum Britanniae ist weder die älteste, noch die "authentischste" Quelle zur Merlin-Sage - und "unbekannt" oder "verschollen" ist sie schon gar nicht. Das sind auch die Four Ancient Books of Wales nicht, in denen viel Stoff zur Merlin- und Artussage enthalten sind und die etwa aus dem gleichen Zeitraum stammen - also 400 - 600 Jahre nach den beschriebenen Ereignissen zusammengestellt wurden.

Auch haben die Römer nicht, entgegen seiner Behauptung, fremde Religionen grund- und vorsätzlich unterdrückt (in Rom gab es zahlreiche "importierte" Kulte, die frei ausgeübt wurden, beispielsweise den Isis-Kult); und schon gar nicht kann man behaupten, daß alle Kelten seit Urzeiten friedlich miteinander gelebt hätten und erst als die Römer kamen, plötzlich Krieger geworden seien und aufgrund dieser fürchterlichen Erfahrung das Orakel von Delphi sozusagen "wider Willen" überfallen hätten, obwohl sie doch eigentlich alle friedfertige Kerle waren, die sich ausschließlich gegen "fremde" Unterdrücker (und niemals gegen andere Keltenstämme) erhoben hätten. Das ist nachweislich nicht wahr (und auch ziemlich albern und weltfremd, sowas zu behaupten).

Irritierend ist auch die "totale Gleichberechtigung der Geschlechter", die er generell allen Keltenstämmen unterstellt und damit nahelegt, es habe sich da um etwas gehandelt, was exakt heutigen Verhältnissen entsprach. Sätze wie "Ygerna repräsentierte die Kraft, Fruchtbarkeit und Schönheit des Landes, denn diese Aufgabe konnte auch von einer Frau wahrgenommen werden", irritieren da dann sehr, denn sie relativieren eigentlich die Ausssage über die Gleichberechtigung - denn dieser Formulierung zufolge würde die Kraft, Fruchtbarkeit und Schönheit des Landes normalerweise von einem Mann repräsentiert werden, an dessen Stelle "auch" eine Frau treten konnte. Gerade das ist aber ein spezielles Merkmal der keltischen Sagen: die Königin verkörpert das Land - und der König erhält die Herrschaft von ihr. Er kann später Opferkönig sein und als Repräsentant des Landes sterben (müssen), wenn die Ernten schlecht sind; aber gerade diese Rollen sind eben nicht beliebig vertauschbar, gerade weil es da um spezifisch weibliche, bzw. männliche "Aufgaben" geht.

Insgesamt fehlt es da ganz massiv an Klarheit, und, ich fürchte, auch an gründlicher Kenntnis des Stoffs, den er ja hier gerade "tiefgehend" recherchiert haben will. Im Grunde vermischt und verwechselt er aber ständig Fakten mit Interpretationen, verallgemeinert ständig, springt in der Zeit hin und her, vergleicht Äpfel mit Birnen und widerspricht sich dann zwangsläufig mehrfach selbst.

Ich habe viel Interesse an den Kulturen der Keltenstämme, aber ich halte sie nicht für das leibhaftige, untergegangene Paradies. Das Ganze erinnert mich eher stark an gewisse Mittelaltermarktbesucher, die, fasziniert vom Lagerleben, allen Ernstes behaupten, "damals" sei alles besser gewesen und das Glück ihres Lebens hätten sie nur als mittelalterlicher Söldner gefunden. Ach, wirklich? Na dann viel Spaß beim langsamen Sterben an unbehandelter Gangräne...

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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#14 von Solitaire , 02.02.2010 16:34

@ Belbara: du liebe Güte, was bin ich froh, das "Sachbuch" nur als Remi erstanden zu haben, wenn der gute Böckl so einen Bock nach dem anderen schießt - wie gesagt, sein "Merlin"-Roman hat sich ganz nett gelesen, aber für jemand, der sich näher mit der "Matter of Britain" beschäftigt, hätte er nicht solche Fehlinfos in (s)einem "Sachbuch" schreiben dürfen.

 
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RE: Merlin - Der Druide von Camelot, von Manfred Böckl

#15 von Belbara , 02.02.2010 16:43

Hallo ,

ich glaube, der ist halt einfach kein Wissenschaftler Muß ja auch nicht jeder sein. Schade eigentlich, denn im Roman hat er interessante Ideen verarbeitet. Aber als Sachbuchautor, auwei...

Liebe Grüße,
Belbara

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