Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#1 von Zardoz , 19.12.2008 19:32

Hab schon länger nicht reingeschaut, was mit neuem Job (und kaputtem PC) zu tun hat. Dieser Job hat mich natürlich wieder mal zum Philosophieren angeregt:

Wie sieht es aus mit der Wertigkeit unter den Mitgeschöpfen?

In den letzten 200 jahren wurde immer wieder der Gedanke an eine Art naturgegebenes ethisches Gesetz unter Menschen vertreten, dass man niemand anderes schädigen darf, nicht als Sklaven benutzen oder nicht zum bloßen Objekt degradieren (z.B. als Stimmvieh im kommenden Wahljahr oder als Kosument in der Adventszeit). Da sind wir uns hier wohl auch einig.

Aber wie steht es da mit den anderen Geschöpfen: dürfen wir eine ethische Stufenleiter zwischen Menschen und anderen Lebewesen auf der Erde annehmen?

Beispiele solcher ethischer Fragen:

Immer noch leben viele Nutztiere unter schlechten Bedingungen - leben diese Wesen wirklich nur, um Sklaven des Menschen zu sein?
Ist es OK, dass wir allein in Deutschand zu Nahrunszwecken jährlich über 50 Millionen(!) Tieren das Leben nehmen?
Tierversuche sind immer noch weitgehend erlaubt: Wie findet ihr die Affenfolter in Bremen (war in allen Medien)?

Und schließlich:
Gibt es nicht auch ein Lebensrecht für Pflanzen?
Dürfen wir einfach so ohne guten Grund Bäume fällen?
(aktuell: Eigentümer wollen bei uns im Garten wüten!)

Würde mich mal interessieren, welche Meinungen zu diesen fragen unter den druidisch Interessierten auftauchen - und finde es zu dieser dunklen Jahreszeit auch mal passend sich mit der eigenen Verantwortung auseinanderzusetzen (z.B. bei der Entscheidung für den Weihnachtsschmaus Fleisch aus artgerechter Haltung zu kaufen)...

Ich wünsche bei der gelegenheit schonmal frohe Wintersonnwende: skol!

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#2 von Brianna , 25.12.2008 11:44

Hallo Zardoz,

gutes Thema. Ich bin da selber in mir zwiegespalten. Auf der einen Seite glaube ich ja das alles eins ist und miteinander zusammenhängt, also dürfte ich theoretisch nichts töten für meinen Hunger, weder Pflanze noch Tier, da würd ich dann keinen Unterschied machen.
Auf der anderen Seite ist es Teil des kreislaufs von Mutter Natur - das Fressen und gefressen werden. Und das beinhaltet eindeutig Tiere.

Nächster Gedanke: Rein anatomisch haben wir Reißzähne (wenn auch unterentwickelt) und Malmzähne. Laut den Regeln der Natur sind wir Allesfresser und auch unsere Vorfahren (wenn man Darwin glaubt) sind das (Affen essen nicht nur Pflanzen).

Ich glaube daher das es natürlich ist das wir andere Tiere essen, rein theoretisch könnten wir ja wiederum von größeren Raubtieren gefressen werden.

Wie bei allen spielt hier natürlich das Extrem eine große Rolle. Wenn mans übertriebt wird es schlecht - das gilt so ziemlich für alles. Und wir übertreiben es, was auch mit der Masse an Menschen zusammenhängt die es gibt.

Daher muß ich sagen stehe ich dazu das ich gerne Fleisch esse, ich kauf es aber auch nur vom lokalen Metzger von dem ich weiß wo es her kommt (keine Massentierhaltung). Auf der anderen Seite - wenn man in der Stadt lebt und nicht viel Geld hat - dann hat man oft keine andere Chance als Supermarktmassenware zu kaufen. Macht einen das Böse?

In England gibt es einen Starkoch mit seiner eigenen Kochshow - Gorden Ramsey. Er hat in seiner Kochserie sich Schafe gekauft, die ein Jahr lang aufgezogen, gepflegt und verwöhnt und sie dann geschlachtet (selber) und gekocht und gegessen - und alles hat er seinen Kindern gezeigt (bis auf die Tötung). Er ist der Ansicht Kinder müssen wissen wo das Fleisch herkommt und das die Tiere aber bis zu ihrem Tod ein tierwürdiges Leben haben sollten.

Ich finde dieses Vorgehen sehr gut! Die meisten verhätscheln ihre Kinder im Bezug auf die wharheit und die Natur der Natur sowieso viel zu viel heutzutage und das fürht dann zu Kindern die Angst haben in Dreck zu langen, die Allergien haben und die denken das Fleisch kommt aus dem Supermarkt und in den Zoo gehen müssen um eine Kuh zum ersten mal zu sehen!
Jawoll! *rant end*

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#3 von Chiroptera , 25.12.2008 21:15

Hallo Zardoz,

Fragen, die auch mich beschäftigten und noch immer beschäftigen.

Ich glaube mittlerweile, daß es die Rechte unserer Mitgeschöpfe in dieser Konsumgesellschaft nur theoretisch gibt. Angefangen beim täglichen Fleisch- und Wurstkonsum, den Eiern von grausam gequälten Hühnern, den Milchprodukten von medizinisch auf Hochtouren gepumpten Kühen, der Körper"pflege" mit Produkten, für die Tausende Tiere leiden mußten und noch immer leiden, über Pelzbekleidung bis hin zu den ausgesetzten "Haustieren", weil sie zu unbequem im Urlaub sind.
Tierversuche für medizinische Produkte, bei denen alle Beteiligten genau wissen, daß es überhaupt nicht möglich ist, reale Rückschlüsse auf die Wirkungen im menschlichen Körper zu machen, wenn man die Medikamente an Tieren testet. Doch der Rubel rollt in der Pharma-Industrie und in der Versuchstier-Branche.

Es ist schwierig, in dieser Gesellschaft konsequent den Kurs zu wechseln. Aber ich dachte mir, ich fange wenigstens mal an damit. Kosmetik und Körperpflege-Produkte ausschließlich von Herstellern, die Tierversuchsfreiheit garantieren. (Und es ist gar nicht so leicht, da das Richtige zu finden). Allerdings war das damit verbunden, wesentlich teurere Produkte kaufen zu müssen. In unserer Familie praktizieren wir das nun seit ein paar Jahren. Es hat sich gezeigt, daß die zwar teureren Produkte langfristig aber ergiebiger sind, weil unsere Haut gar nicht mehr so intensiv "versorgt" werden muß (sind vielleicht "Entzugserscheinungen" von den vielen Konservierungs-, Farb- und sonstigen Zusatzstoffen , denn Naturkosmetik braucht weder Tierversuche noch künstliche "Verbesserungen")

Seit zwei Jahren esse ich nun kein Fleisch mehr (mit Ausnahme von Fisch). Und es geht mir gut damit, mir fehlt gar nichts. Bei Fisch bin ich noch immer am Zweifeln. Ich esse selten Fisch und wenn, dann aus kontrollierten Aufzuchten (was allerdings nicht die Rückstandsfreiheit von irgendwelchen Medikamenten garantiert). Nur habe ich irgendwie das Gefühl, daß Fisch meinem Körper etwas liefert, auf das ich nicht wirklich komplett verzichten sollte. Deswegen achte ich meine Mitgeschöpfe, die Fische aber trotzdem und ich bin Mutter Natur dankbar, daß sie uns nährt.

Schwierig ist das Ganze, weil ich meinen Kindern die Entscheidungsfreiheit lassen möchte. Meine Tochter nimmt das eher cool und ißt weiterhin Fleisch (das ich von Bio-Bauern beziehe), meine Söhne haben sich für den überwiegend vegetarischen Weg entschieden. Fleischkonsum sehr selten.

Was die Pflanzen als Mitgeschöpfe betrifft: Ich spreche mit Bäumen und doch heize ich mit Holz. Ist das vereinbar? Das frage ich mich immer wieder. Doch die Bäume geben tatsächlich gern ihr Holz, wenn man es zum Leben braucht und wertschätzt (und eben nicht ausbeutet). (Die Bäume mögen es aber gar nicht, wenn sie ohne Grund abgeholzt werden).
Und die Weisheit der Bäume bringt mich letztlich zu dem Schluß, daß es mit der Achtung unseren Mitgeschöpfen gegenüber ganz genau so ist, wie es mit der Liebe eben ist. Das harmonische Gleichgewicht ist zu finden mit Achtung, Anerkennung, Wertschätzung und Respekt. Ein ausgleichendes Geben und Nehmen ist hier wohl gefragt. Dann kann Liebe leben und es stellt sich wohl nicht mehr die Frage nach einer "ethischen Stufenleiter".

Aber was geben wir der Natur? Außer Achtung, Respekt, Anerkennung und Wertschätzung einen naturnahen Garten, der bewußt gestaltet ist ohne Chemie oder gebietsfremde Pflanzen und den Ehrerbietungen bei Jahreskreisfesten, der Mitgliedschaft bei einem Naturschutzbund - nun eigentlich ist das alles nichts. Alles irgendwie eher philosophisch.

Unsere Taten im kleinen Familienkreis: Eier und Milchprodukte aus Bio-Betrieben (ich wohne auf dem Land, da komme ich damit zurecht). Keine Tierversuche unterstützen (es mag ja vielleicht welche geben, die für das Überleben mancher Menschen wichtig sind, da kenne ich mich zu wenig aus, doch ich denke im Zeitalter der Technik, in der künstliche Organe und Zellgewebe herzustellen sind, ist ein Tierversuch wohl noch abartiger als sowieso schon und für Kosmetik und übertriebenes Impfen oder gar für Hunde- und Katzenfutter - das kann ich nur boykottieren). Wir heizen mit Holzpellets und nicht mit Öl, das beutet die Ressourcen nicht aus, die Pellets bestehen (meistens) aus Holzabfällen, die bei der Möbelproduktion anfallen und der CO2 Ausstoß wird verringert. Wir fahren ein Erdgas-Auto. Wir unterstützen das Tierheim, haben auch einen "Tierheim-Hund".
Dies sind wohl alles nur kleine Beiträge, aber ich hoffe, daß wir damit unseren Kindern eine andere Wertigkeit zeigen und auch ein besseres Bewußtsein für Mutter Erde und die Natur wecken können.

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#4 von Serpentia , 25.12.2008 22:41

1
 
Dies sind wohl alles nur kleine Beiträge, aber ich hoffe, daß wir damit unseren Kindern eine andere Wertigkeit zeigen und auch ein besseres Bewußtsein für Mutter Erde und die Natur wecken können.
 



Das, genau das, diese vielen kleinen Beiträge sind es doch, Chiroptera und alle anderen, die den Unterschied ausmachen. Und das Weitersagen, das Weitergeben, das darüber-reden und anderen bewusst machen. Damit bewegen wir eine Schneeflocke nach der anderen, bis die Lawine ins Rutschen kommt.

Zardoz, Du rennst natürlich offene Türen ein mit diesem Thema in diesem Forum. Wir wären nicht hier, wenn wir uns darüber keine Gedanken machen würden. Bei jedem Einkauf, bei jeder Entscheidung - und genau das unterscheidet uns. Wir übernehmen Verantwortung, egal wie wir uns entscheiden. Wir akzeptieren das. Ich esse Fleisch, mit Bewusstsein und Dankbarkeit. Innerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten treffe ich die Entscheidungen, die ich für die beste halte (man kann sich da oft schwer vertun, leider... es ist nicht leicht, ein aufgeklärter Verbraucher zu sein!). Und ich teile das anderen mit, versuche deren Bewusstsein zu wecken für das, was sie tun. Ist dieses Bewusstsein erst einmal geweckt, folgt der Rest von ganz alleine, glaube ich.

MoonDancer und die Tüte Chips, ganz bewusst gekauft

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#5 von Brianna , 25.12.2008 22:43

@Chiropetra
Das ist echt vorbildlich, Hut ab. Ich wünschte ich könnte auch so leben, ich wünsche es mir wirklich - und ich bin am weg dahin, aber das kann ich nur weil ich jetzt am Land wohne.
Vorher wohnte ich in der Stadt und ich kann aus Erfahrung sagen, solche Möglichkeiten überhaupt in Anspruch zu nehmen - das ist für einen Städter mit nur einem normalen Gehalt einfach keine Option. Leider

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#6 von Weisser Schatten , 25.12.2008 23:54

lieben freundinnen und freunde,

meiner meinung ist dieses thema immer ein thema für diejenigen gewesen (pardon, wenn es so bitterböse klingt), welche keinen hunger jemals verspürt haben - HUNGER - nicht appetit oder essenslust oder schmäckerle oder so - nein - RICHTIGEN HUNGER - hunger der den magen zerreißt, der das denken trübe macht, der kinder weinen läßt und alte menschen schrumpeln und sich vor schmerzen krümmen läßt,
von vielen plakaten schauen uns die kinder aus der dritten welt mit großen, übergroßen augen klagend an - manche sind mit hungerödemen zu sehen, können nicht laufen, kindlich spielen schon gar nicht,
im lateinamerika betäuben sie ihren HUNGER an den auspuffen der autos, gehen auf alle möglilchen striche - nur um eventuell ein EINE scheibe brot zu ergaunern, die ihnen den nächsten tag erleben hilft-
glaubt ihr wirklich aus unserer übersättigten gesellschaft heraus, daß sich die HUNGENDEN einen deut um unsere gedanken scheren?

wir wollen keltisch leben,
was heißt das aber auch zu wissen?
daß wir bei der flucht um das leben der sippe keinerlei zeit, kein bißchen zeit erübrigen konnten, um die "Ringelblumensalbe 26 mal desiol zu rühren" oder nur uns ohne fleisch, sogar vom wegesrande am toten tier abgeschnitten, verköstigen (welches zarte wort für solche notzeiten!) konnten,
die alten (also ich zum beispiel) verließen in hungerzeiten freiwillig die sippe um zu sterben, nur damit die neue brut - wenn es auch mal ein fruchtbarer jahrgang in der sippe war - nicht VERHUNGERN mußte!
not macht manchmal gleichgültig dem mitgeschöpf gegenüber,
fragt euere großeltern, welche vielleicht auf der flucht im kriege das gefressen haben, was sie vor die zähne bekamen,
da war nix mit dienern vor der runkelrübe und dem lahmen pferd - HUNGER schrie es aus allen mäulern und manche mutter verkaufte sich und die töchter an das mannsvolk für einige stücke brot,
das ist die schreckliche wahrheit!
das ist das schreckliche überlebensnotwendige leben auch unseres keltischen volkes gewesen!

nicht das here, was man uns heutigen glauben machen will,

der harz IV-empfänger hat überhaupt keine möglichkeit, sich aus der billig-kette auszuklinken und in das reformhaus zu gehen, wenngleich er liebend gerne den tieren das recht auf leben zugesteht,

in einigen beiträgen wurde schon auf die herkunft unserer rasse verwiesen - ohne den anteil des fleischlichen eiweißes wären wir nicht auf dem heutigen stande des denkens,

bitte, wer kann, soll sich schützend vor alle (bitte dann aber ALLE) glieder der schöpfung stellen zu denen auch die täglich zu tausenden unschuldig verhungernden menschen gehören!

träumen wir nicht und nötigen wir nicht unsere träume den HUNGERNDEN auf, bitte

huch, das thema ist zu diesen tagen ein verflixtes und ich kann nur so lang darüber schreiben, weil mir die zeit zum nachdenken fehlt.
am beispiel der bäume habe ich es einmal schon im RUNEN-seminar aufgemacht, der beitrag hängt noch einmal dran!
man/frau kann es auch unter dem gesichtspunkt der ernährung lesen


der baum als überlebenshilfe, als überlebensmaterial

es ist unstrittig, dass die entwicklung der menschheit immer und unmittelbar im mehr oder weniger „guten“ einklang mit dem botanischen umfeld stattfand,
nicht nur, dass der ursprüngliche lebensraum wald ein nahrungsreservoir darstellte, so besaß er für die in ihm lebenden wesen generell auch eine schutzfunktion,
während die hecken und niedergehölze kriechtieren und dem niederwild unterschlupf gewährten, wurden die höheren baumarten vor allem als fruchtspender und als flucht- und schlafmöglichkeit von den sich entwickelnden hominiden genutzt,
über hundertausende von jahren wurde von diesen hominiden, da sich durch die benutzung der vorderen gliedmaßen deren taktilität und auch das gehirn vorrangig entwickeln konnte, stöcke und steine als grab- und stocherwerkzeug und auch als jagd- und verteidigungs-instrument verwendet, ohne diese weiter zu entwickeln,
im tier-mensch-übergangsfeld (ca. 60- bis 45 tausend jahre v.d.ztwd.) wurden diese instrumente verfeinert, das feuer zwingend in die nutzung genommen und vor allem das holz der bäume zu schutzbauten, staudämmen, waffen, vor allem aber als wärmequelle verbraucht,
in einer zeit der zahlenmäßig geringen populationen hominide/mensch machte dieser eingriff in die natur überhaupt kein problem aus,
in den späteren jahrtausenden, vor allem mit dem beginn der sesshaftigkeit von ständig zahlreicher und größer werdenden menschengruppen im übergangsfeld vom nomadentum hin zur ackerbauerkultur, wurde das holz nicht nur zu einem überlebens- sondern auch zu einem wirtschaftsfaktor,
kein haus, kein schutz, keine wärme ohne das holz!
holz, holz, holz, vor dem sesshaftwerden in großen waldgebieten kam das roden des geländes, dann das bauen der hütten und häuser aus holz, das feuer wurde eine stete notwendigkeit für die nahrungszubereitung – das heißt: das holz war und blieb und bleibt für jahrtausende ein überlebensmaterial, es bildete die grundlage für gesellschaftliches und privates leben überhaupt,
als die erzgewinnung und die erzverhüttung das schmieden von waffen und arbeitswerk-zeugen möglich machte, (man denke an die entwicklung des glasschmelzens und der glasherstellung im schwarzwald vor 400 jahren und im thüringer wald auch), vor allem aber der immer stärker werdende holzbedarf für den schiffbau in handels- und kriegsschiffen (spanische armada, schiffe der weltentdecker – columbus u.a.), also die holznutzung und die holz-vernutzung über die letzten 3 – 4 tausend jahre, haben zu einem fast unwiederbringlichen verlust an arten und beständen geführt,

es ist nicht so, dass die kelten, denen die bäume zwar verehrungswürdig oder gar „heilig“ waren, vor jedem holzeinschlag den segen der götter und die entschuldigung zum himmel schickten,
gerade aus der nachgewiesenen rasanten entwicklung des eisenschmiedens (frühe eisenzeit, ab 900 bis 650 v.d.ztwd.) durch die kelten in mitteleuropa resultiert damals schon ein raubbau an holz und die vernichtung von großen flächen wald,

viele wollen diese tatsache nicht wahrhaben, weil diese beschreibung ihre geliebte „keltomanie“ entmythologisiert,

dennoch: heute haben wir „wasser aus wand“, „strom aus wand“, „wärme aus wand“ und viele andere bequemlichkeiten, welche wir z.t. unbesehen und unkritisch gesamtgesellschaftlich nutzen, und wenn der strom ausfällt, dann wird gezetert,

wenn bei unseren keltischen vorfahren der „strom ausfiel“, dann wurde verfeuert, was nur an brennmaterial vorhanden war,

nehmen wir weiterhin zur kenntnis, dass jegliche technische, ökonomische und auch vor allem militärische entwicklung untrennbar mit dem verbauch von unmassen von holz verbunden war:
sei es bei der grubensicherung im salz- und erzbergbau, sei es beim backen des täglichen brotes, sei es bei der salzproduktion oder der metallverarbeitung, auch bei der schienen-verlegung jeglicher eisenbahnstrecken oder bei der nutzung als heizmaterial für die lokomotiven, für den hausbau ganzer dörfer, siedlungen, burgen und städte bis in die neuzeit,
holz, holz, holz, raubbau und vernichtung größter flächen zum leben und zum überleben der spezies mensch, das war unbewußt die folge menschlicher entwicklung,

die uns heute bekannte und auch notwendig gewordene forstwirtschaft mit ihren aufgaben der erhaltung und wiederaufforstung existiert erst seit ca 250 jahren, als die verwertung der wälder, aber auch die vernichtung großer waldflächen durch naturkatastrophen und auch schädlinge (der „nonnen-befall“ im böhmerwald 1874/78 raffte ca.65 % des waldes dahin),
ungeheure ausmaße angenommen hatte,

unsere heutige aufgabe als freunde und anhänger keltischer lebensweise muß es sein, nicht die entwicklung zu verteufeln – denn ohne diese historische entwicklung wäre die menschheit immer noch auf dem level des „tier-mensch-übergangsfeldes“ –

wir müssen aktiv bei allen sich bietenden gelegenheiten mitwirken: durch aufklärung, durch eigenes mitwirken bei erhaltung und wiederanpflanzung von baum und strauch, durch auch eigenes vorleben eines wirksamen miteinanders von mensch und umwelt, ohne dabei missionierend oder gar militant zu erscheinen,

und schon gar nicht sollten wir in eine mythologische verbrämung des lebens unserer altaltvorderen verfallen, denn deren leben war ein überlebensnotwendiges leben, mit allen tücken und härten der natur insgesamt,

daß dennoch der „baum – mein freund“ war und weiterhin sein kann, dieses werde ich im artikel I.3. in den nächsten tagen ins RUNEN-forum stellen

keltische grüße

euer ian-jonathan der weiße schatten

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#7 von Chiroptera , 26.12.2008 11:00

Vielen Dank an den weißen Schatten!

Zitat
unsere heutige aufgabe als freunde und anhänger keltischer lebensweise muß es sein, nicht die entwicklung zu verteufeln – denn ohne diese historische entwicklung wäre die menschheit immer noch auf dem level des „tier-mensch-übergangsfeldes“ –

wir müssen aktiv bei allen sich bietenden gelegenheiten mitwirken: durch aufklärung, durch eigenes mitwirken bei erhaltung und wiederanpflanzung von baum und strauch, durch auch eigenes vorleben eines wirksamen miteinanders von mensch und umwelt, ohne dabei missionierend oder gar militant zu erscheinen,

und schon gar nicht sollten wir in eine mythologische verbrämung des lebens unserer altaltvorderen verfallen, denn deren leben war ein überlebensnotwendiges leben, mit allen tücken und härten der natur insgesamt,



Du hast völlig recht. Wir hier in dieser Wohlstandsgesellschaft denken darüber nach, ob wir ein Schnitzel kaufen sollten oder eben nicht, während woanders verhungert wird. Das ist abartig. Aber leider ist Verhungern auf dieser Welt noch immer Realität. Und gerade deswegen sollten wir weiter darüber nachdenken und unser Bewußtsein verfeinern. Es kann doch nicht sein, daß hier das Schlachtvieh besser genährt ist, als dort die Kinder oder hier so mancher Obdachloser, der von der Gesellschaft keine Chance mehr bekommt.

Klar, dass ein Hungernder nicht danach fragt, ob es ethisch vertretbar ist, ein Tier zu schlachten. Und bedauerlich, dass bei den meisten der Wohlstandsgesellschaft Hunger mit Appetit verwechselt wird.
Wir sollten uns wirklich der Naturgesetze besser bewußt sein. Eins davon, "fressen und gefressen werden", wie Brianna schon erwähnte. Wenn es überlebensnotwendig wird, dann tötet der Mensch oder die Katze oder der Hund...
Aber Massentierhaltung und Tierversuche, das Schaffen des unnötigen Überflußes, der dann auch noch naturzerstörend entsorgt wird, hat nichts mehr mit Überlebenskampf zu tun (außer daß es irgendwann eine neue Form davon schaffen wird).

Jeder muß wohl seinen Weg finden, ich versuche es mit den mir möglichen Mitteln. Und ich danke Dir für Deinen Beitrag, denn dadurch ist mir bewußt geworden, daß ich wohl ein wenig zu viel über die Ernährungsgewohnheiten (und die Prägungen für meine Kinder) nachdenke und dabei andere Perspektiven aus den Augen verliere.

Zitat
fragt euere großeltern, welche vielleicht auf der flucht im kriege das gefressen haben, was sie vor die zähne bekamen,


Ich hatte das Glück, viel von meinen Großeltern und meiner Urgroßmutter über den Krieg und die leidvolle Zeit danach zu erfahren. Auch das war ein Beweggrund für mich, das mit dem Fleischkonsum zu überdenken.
Wie überall geht es doch um das Maßvolle. Das ist in dieser Konsum- und Wegwerfgesellschaft verloren gegangen. Weil alles im Überfluss vorhanden ist. Gerade deswegen sollten wir hier am Bewußtsein arbeiten. Wie Du schon sagst, es geht um das Abwägen, es geht nicht darum, jeden missionieren zu wollen, jetzt nie mehr Fleisch zu essen oder jeden Baum vorher anzubeten, bevor man ihn umhaut.
Ich denke, auch die Altvorderen, die ohne Zweifel einen sehr harten Überlebenskampf zu bestehen hatten, haben nicht die Achtung und den Respekt vor der Natur verloren. Sie töteten, um zu überleben (und nicht nur Tiere), doch sie zeigten auch ihren Respekt und ihre Achtung vor der Natur (vielleicht auch aus Angst und um gewisse Naturgewalten beschwichtigen zu wollen). Aber sie haben nicht getötet um noch mehr Profit zu machen, um sich wieder ein größeres Haus, Auto, Yacht, was sonst noch kaufen zu können und das auf Kosten der Natur und ihrer Mitgeschöpfe.

Zitat
not macht manchmal gleichgültig dem mitgeschöpf gegenüber,



Wir haben keine Not, dafür bin ich sehr dankbar.

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#8 von Weisser Schatten , 26.12.2008 11:47

hi chiroptera,

der weg des überlegens und der des abwägens ist es, den ich gehen möchte - kompromisse sind dabei niemals ausgeschlossen,

gleiches gesagte gilt auch (meiner auffassung nach) für diese übertriebene manie des "sauberstes wasser trinken",
ich habe da so einige bekannte
doch darüber einen sermon in den nächsten abenden, wenn ich nicht so verbittert über solche handlungsweisen denke

ian-jonathan wünscht aus dem weißen schatten heraus noch glückliche tage

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#9 von Eiche , 27.12.2008 17:36

Hallo euch

Das ist ja genau das Thema was mich am meisten berührt. Der Umgang mit unseren Mitgeschöpfen den Tieren, Pflanzen und auch den Mineralien. Denn für mich sind sie alle beseelt und stehen auch alle auf der gleichen Stufe, es gibt kein hör oder nieder wertigeres Lebewesen.
Aus diesem Grund achten wir auch sehr darauf, wo unsere Lebensmittel her kommen. Soweit es unser Geldbeutel zu lassen tut greifen wir auf Bio Produkte zurück.
Mann sollte meiner Meinung nach auch darauf Achten wie mann mit den Lebewesen umgeht die mann da so Verzerren tut. Denn in unseren heutigen Zeit, wo mann nur noch in denn Supermarkt gehen muß und alles präsentiert bekommt verliert mann schnell den Bezug zu seiner Nahrung.
Gerade diesen Bezug sollte mann aber nicht Verlieren und sich immer im Klaren darüber sein das es ein Leben ist was sich da geopfert hat um unseres am Leben zu erhalten. Ob es sich da nun um Tiere oder Pflanzen handelt spielt keine rolle.
Es ist aber noch viel Weit greifender, denn mann sollte auch auf die Lebensumstände unser Mitgeschöpfe achten. Dazu gehört es das die Massentierhaltung vermieden werden muss, strikte Ablehnung von Tierversuchen und natürlich auch das sauber halten unserer Mutter Erde. Darum das Vermeiden von Chemie im Haushalt.

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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#10 von Esme , 27.12.2008 19:07

Hallo Eiche
mit wenigen, einfachen Sätzen hast du es auf den Punkt gebracht, so denke ich auch.
Dazu kommt noch das der Mensch nunmal nicht zum Körner fressen geboren ist, das lebensnotwendige Eisen fehlt in vielen Ersatzprodukten, der Körper kann nunmal kein Eisen produzieren und nur durch die Zuführung von Fleisch erhält er dieses. Allerdings muß man heutzutage auch aufpassen ob Bio wirklich Bio ist und es gibt genügend Menschen, leider, wie Weißer Schatten ja schon erwähnte, die sich Bio einfach nicht leisten können.
Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen wie er damit klar kommt und umgeht. Wichtig ist auch wie die Kinder damit aufwachsen, ob sie liebevoll mit Flora und Fauna umgehen, oder eher mit der Axt über Mutter stürmen.

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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#11 von Salix , 28.12.2008 10:53

Ich schliesse mich voll und ganz meinen Vorschreibern an.
Ausserdem täte sich auch eine ganz andere Frage auf wenn wir alle gänzlich auf Fleisch verzichten würden:
Haben wir das recht Nutzvieh zum Aussterben zu verurteilen?
Wenn es keinen Fleischkonsum mehr gäbe, würde wohl kaum jemand mehr Kühe, Schweine etc. halten und züchten, was früher oder später zum Verschwinden dieser Tiere führen würde. Mit vielen ursprünglichen Hausviehrassen ist dies schon passiert, sie wurden durch Tiere ersetzt welche mehr Fleisch, Milch, Wolle etc bringen.

LG
*Salix*

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#12 von Eiche , 28.12.2008 13:55

Zitat von Salix
Mit vielen ursprünglichen Hausviehrassen ist dies schon passiert, sie wurden durch Tiere ersetzt welche mehr Fleisch, Milch, Wolle etc bringen.




Da muß ich Dir leider recht geben und wem haben wir das zu Verdanken der Gier nach immer billigerem Fleisch und damit der Förderung von Massentierhaltung. Da sich aber Massentierhaltung mit alten Nutztier Rassen nicht durchführen lässt sind sie ausgestorben oder kurz davor.

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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#13 von Serpentia , 29.12.2008 16:47

Meine Nachbarn zur Strassenseite haben eine Tochter von 5 Jahren. Letztes Jahr tobte die Schlacht um die Pachtwiese, bei der unter anderem eine Brombeerhecke und zwei Holunder auf der Verliererseite standen (unsere gutnachbarschaftliche Beziehung eingeschlossen).

Bevor das Theater losging und die Spaten und Äxte wüteten ("Unkraut, aufräumen, weg damit!") kommentierte besagte Nachbarin meine Aussage von "ich hole meinen Sohn jetzt bei den Naturfreunden ab, bin gleich wieder da" mit "Och, das finde ich aber schön, wenn die Kinder lernen, die Natur zu lieben. Das ist ja heute so selten."

Sprach's und hob die Axt.... die Tochter stand daneben.

Es gibt Momente im Leben, da könnte man zum Einsiedler werden.

die LindenFrau
P.S: Von der anderen Nachbarin, die der Hecke mit Gift auf den Leib rücken wollte, gar nicht zu reden....
P.P.S: Die Kleine mag mich - ich erzähle ihr immer so lustige Geschichten über die Natur....

 
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#14 von Esme , 29.12.2008 19:26

Es gibt Momente im Leben, da könnte man zum Einsiedler werden.

Solche Momente möchte man/frau am liebsten gar nicht haben und wer solche Nachbarn hat braucht auch keine Feinde. Wir leben leben ziemlich ländlich, unser Grundstück natur- nah bis hin zu verwilderten Ecken für Naturgeister und co., mit allen Nachbarn verstehen wir uns sehr gut bis hin zu familiär, bis auf die eine Seite, für dieses Grundstück wäre allerdings betonieren und grün anmalen, vorteilhafter gewesen. Sie sprechen nicht mehr mit uns, keine Ahnung warum, vor Monaten war es auf einmal vorbei.
Leider ist Viehhaltung für viele auch eine Kostenfrage, von der Zeit ganz zu schweigen, also müssen wir alle schauen einen Mittelweg zu finden, um allen gerecht zu werden.
Arterhaltung in allen Richtungen zu unterstützen, so gut es geht.

Esme  
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RE: Rechte von Menschen - Tieren - Pflanzen

#15 von Eiche , 30.12.2008 10:47

Zitat von Esme

Arterhaltung in allen Richtungen zu unterstützen, so gut es geht.



Ja, das sehe ich genau so z.B. kann mann sich auch seine Pflanzen für den Garten oder das Grundstück hierhttp://www.ahornblatt-garten.de/#SlideFrame_1 Bestellen. So kommen wider mehr alte und Einheimische Sorten unsere Landschaft.

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