Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#1 von Solitaire , 30.11.2009 23:33

Täusche ich mich, oder ist nicht die Pagan Federation International seit längerem dran, die Anerkennung des Heidentums zu forcieren?

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#2 von Solitaire , 10.12.2009 11:08

Zitat von Uthar
1. Alle Staaten, auch EU-Staaten, haben unterschiedliche Religionsankernnungsgestze. Diese müssen berücksichtigt werden.



Das habe ich auch nicht gewußt, Danke für die Info.


2. Gibt es immer vielzu wenig Heiden. Denn die meisten Heiden stehen nicht dazu.[/quote]

Das kann ich nachvollziehen, man wird durchaus diskriminiert, wenn man nicht offiziell Christ oder Moslem ist (zumindest kann einem das hier in DE passieren).

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#3 von Solitaire , 10.12.2009 12:49

Hallo Uthar,
ich denke einfach, dass die skandinavischen Länder damit unverkrampfter umgehen können, da das Heidentum einfach noch näher in ihrer Geschichte verankert ist als bei uns hier in DE. Dazu kommt noch, dass speziell hier in DE die evangelikalen Bewegungen in der letzten Zeit zugenommen haben und die sind ja sehr gegen Heiden eingestellt.

Einigkeit unter Heiden zu erreichen, wäre schön, wenn das mal irgendwann klappen würde.

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#4 von Sommerfalke , 10.12.2009 13:29

Hallo zusammen!

Ich halte mich mal an Uthars Vorschlag (genug über Sinn und Unsinn wurde wirklich schon diskutiert): Konstruktive Ideen.

Wie wär's mit einer Webseite, die das Thema heidnische Religionsanerkennung zum Fokus hat? Da es bekanntlich schwierig ist, einen Sack Flöhe ohne Sack zu hüten, wäre das vielleicht langfristig ein Ansatz.
Ich persönlich würde nicht gleich eine Organisation gründen, denn Viele schrecken davor zurück, einer solchen beizutreten (ich eingeschlossen), sondern mich erst einmal darauf konzentrieren, das Problem zu thematisieren und ihm eine "Heimat" zu geben. Vielleicht könnte man dort Petitionen einrichten und so zu genug Unterschriften kommen.
Das Ganze müsste natürlich seriös wirken, nicht zu obskur und alternativ, und erst recht nicht so sektiererisch und übereifrig, wie es bisherige Bestrebungen in der Richtung waren. Und ich denke, man bräuchte einen wirklich langen Atem und viel Einsatz dafür.

Nur so'n Vorschlag...
LG
Chris

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#5 von Sinaris , 10.12.2009 16:24

Ist es denn überhaupt möglich den Rahmen für so eine anerkennung zu schaffen? Wie hier ja bereits erwähnt wurde, sammelt der Begriff ja ein riesiges Spektrum unter sich zusammen. Ich denke eine solche Anerkennung setzt eine Definierbarkeit voraus. Es gibt ja auch nicht die Religionsgemeinschaft Christen sondern es ist die evangelische oder Katholische Kirche und selbst die sind streckenweise ja noch genauer unterteilt.

Wenn man das dann festlegt, denke ich, dass die Zahl der meldewilligen Heiden unter der gewählten Richtung schnell zusammenschmilzt.

Für gewöhnlich laufen aber solche Bestrebungen meist erstmal über die Anmeldung eines Vereins. So findet das zumindest oft bei den moslemischen Vereinigungen Anwendung. Meines wissens liegt das daran, weil der Verein als juristische Person auftreten kann, ohne das eine einzelne Person in der einzigen Verantwortung hängt. Ich denke bei einem solchen Unterfangen braucht man schon eine passende Vertretung und Anlaufstelle. Eine Homepage ist vielleicht geignet um erstmal die Bereitschaft zu testen aber später ist das sicher ein ganzer haufen Arbeit und Behördengänge.

Ich denke bevor man WIE klärt, wäre also ein WER erstmal viel wichtiger.

Ehre und Stärke
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#6 von Rainer , 10.12.2009 17:05

Hi Sinaris,

zunächst einmal müßte man genau definieren was ist überhaupt Heidentum? Druidentum, Asatruar,Wicca (die ganzen verschienden Formen von...) usw. und dann die alle unter einen Hut zu bekommen

Die Amis sind da ein bißchen weiter - soweit ich weiß war da die Budapest maßgeblich dran beteiligt. Es wird wohl über kurz oder lang auf einen Verein hinauslaufen, wenn ich denn den herkömmlichen Weg gehe, was ja unserer deutschen Mentalität entspricht. Ich glaub nirgendwo in der Welt gibt es so viele Vereine wie hier bei uns.

Ich frage mich ob ich das Ganze überhaupt so will. So eine Struktur schreit nach Hierachien - und das ist was, was ich überhaupt nicht mag! Auch wenn es denn mal eine Religionsanerkennung geben sollte, wird es mit Sicherheit jemand geben der das Sagen haben will.... und das mag ich auch nicht, ich kenne das vom Katholizismus und auch von verschiedenen paganen Gruppen her.

Für mich ist meine "Religion" was freies, irgenwie auch anarchisches und vor allem was zu tiefst persönliches.

Ps.: Es gab da schon verschiedene Anläufe von verschiedenen paganen Richtungen/ und es gibt sehr viele klerikale Mitleser dennen das überhaupt nicht schmeckt...

Viele Grüße

Rainer
)O(

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#7 von Solitaire , 10.12.2009 18:15

Ich denke, der Drang zur Vereinsbildung hat auch damit was zu tun, dass eben zum einen die juristische Verantwortung anders liegt als bei natürlichen Personen und zum anderen, dass Vereine spendenberechtigt sind, oder?

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#8 von Rainer , 10.12.2009 19:03

die Frage ist für mich, brauche ich überhaupt diesen konventionellen Rahmen? Indem ich eine Struktur und zudem eine öffentliche Struktur schaffe, bin ich greifbar/angreifbar/evtl. steuerbar...

und jetzt wiederhole ich mich "Ich frage mich ob ich das Ganze überhaupt so will. So eine Struktur schreit nach Hierachien - und das ist was, was ich überhaupt nicht mag! Auch wenn es denn mal eine Religionsanerkennung geben sollte, wird es mit Sicherheit jemand geben der das Sagen haben will.... und das mag ich auch nicht, ich kenne das vom Katholizismus und auch von verschiedenen paganen Gruppen her.

Für mich ist meine "Religion" was freies, irgenwie auch anarchisches und vor allem was zu tiefst persönliches."

LG

Rainer
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#9 von Sommerfalke , 11.12.2009 00:35

Ich kann dich sehr gut nachvollziehen, Rainer.

Womit wir mal wieder bei der alten Frage sind: Welche Vorteile bietet eine offizielle Anerkennung - außer dem Gefühl von mehr Akzeptanz in der Gesellschaft (die ich für zweifelhaft und illusorisch halte).
Ich bin nicht gegen eine solche Anerkennung, aber sie würde auch nicht Alles ändern. Andere Menschen würden uns immer noch beargwöhnen, andere fänden es vielleicht sympathisch, und wieder anderen wäre es völlig schnuppe, weil sie jede Form von Religion für Schwachsinn halten, ob nun anerkannt oder nicht.

Die Heidenszene ist wirklich ziemlich uneinheitlich, aber dasselbe gilt auch für Christen, die sich schon länger die Köpfe darüber einschlagen, wer nun recht hat. Ich finde auch den Sammelbegriff Heide nicht so ideal, aber er hat sich wohl oder übel eingeprägt, und so manche Gemeinsamkeit ist wohl da, auch wenn es vielleicht nur die ist, dass wir uns alle irgendwie auf europäisch-vorchristliche Traditionen beziehen (mehr oder minder). Das sollte als Grundlage doch reichen.

Zu Sinaris Kommentar: "Es gibt ja auch nicht die Religionsgemeinschaft Christen sondern es ist die evangelische oder Katholische Kirche und selbst die sind streckenweise ja noch genauer unterteilt."

Ja, stimmt. Aber was glaubst du, wie schnell die uneinheitlichen Christen sich einig wären, würden sie einer Minderheit in einem heidnischen Land angehören.
Und: gibt's nicht auch einen Zentralrat deutscher Juden?

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#10 von Sirona , 11.12.2009 05:53

Hallo,

es gab und gibt solche Bestrebungen zuhauf.

Schaut Euch mal im Internet um: da gibt es den Zusammenschluß aller Heiden in Deutschland angeblich schon.
Wenn eine Religionsgemeinschaft anerkannt werden möchte, braucht sie klare Strukturen, was viele ablehnen, ein Grundsatzprogramm und spätestens da scheitert es.
In Amerika haben es die Gläubigen da leichter. Wicca ist zumindest in Kalifornien ene anerkannte Religion, und die Hexen bekommen dort an ihren Feiertagen frei.
Um einen Verein zu gründen braucht es 7 Personen.

Vielleicht hilft diese Seite weiter?
http://www.derhain.de/PaganLinksNo1.html

LG
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#11 von Serpentia , 11.12.2009 08:25

wie schnell die uneinheitlichen Christen sich einig wären, würden sie einer Minderheit in einem heidnischen Land angehören.

Kann ich nur unterstreichen und persönlich von Beispielen von Christen in der Türkei und in Indien erzählen. Wobei Indien tolerant ist, die Türkei nicht. Da versteht man, was der Begriff "eingeschworene Gemeinschaft" bedeutet.

Aus der US Army kann ich auch berichten, dass dort "Pagan" und "Wicca" schon vor - zich Jahren offiziell anerkannt waren (wie jede religiöse Gemeinschaft). Deswegen hatten wir aber mit genau den gleichen Vorurteilen und der gleichen inoffiziellen Intoleranz zu kämpfen wie jeder andere hier und heute.

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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#12 von Inge , 11.12.2009 09:56

Sicherlich würde wahscheinlich eine Anerkennung der naturreligiösen Religion nichts ändern. Auch ohne sie können wir unsere Feste der Initiation feiern- ohne, daß wir unbedingt den "Vorstand eines Druiden/Priesters... brauchen. Also wäre solch eine Anerkennung für mich nicht zwingend notwendig.

Nur im Falle der Taufr und Eheleite, werden diese bei uns noch nicht rechtlich anerkannt. Dazu braucht es noch den Staat (Standesamt) oder Kirche -ich hätte aber gerne die volle Anerkennung bzgl. dieser Feste ohne Mitwirkung dieser Instanzen.

Und vom Gesetz anerkannte Feiertage wären auch nicht schlecht, obwohl sich ja schon einige überschneiden (Beltane/Tanz in den Mai; Ostara/Ostern; Jul/Weihnachten ... ) - Es kämen aber evtl. neben den acht Jahreskreisfesten noch einige dazu > Vollmond, Schwarzmond, Neumond ....

LG Inge

 
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#13 von Saikka , 11.12.2009 12:31

...ja wunderbar: viele Grüße an die heimlichen Mitleser!

Hi Rainer,
"Ich frage mich ob ich das Ganze überhaupt so will. So eine Struktur schreit nach Hierachien - und das ist was, was ich überhaupt nicht mag! Auch wenn es denn mal eine Religionsanerkennung geben sollte, wird es mit Sicherheit jemand geben der das Sagen haben will.... und das mag ich auch nicht, ich kenne das vom Katholizismus und auch von verschiedenen paganen Gruppen her."

Wie wärs denn, genau das Gegenteil davon als Ansatz zu nehmen und konsequent als Gedanke zu Ende zu stricken. Was wären wir für eine Religion ohne 'Führer/in' oder Chef/in', ohne Hierarchie? Womöglich ein Haufen von selbstverantwortlichen Menschen, die keine Knäste bruachen, um niemandem zu schaden? Wir berufen uns doch immer auf den Antistrukturalismus, warum also brauchts dann gerade in einer solchen existenziellen Frage eine Hierarchie? Lasst uns doch gemeinsam frei fliegen! Ich habs ehrlich noch nicht so ganz begriffen, wie es klappen kann, sich als Religionsgemeinschaft anerkennen zu lassen. Es kann ja nicht an Mitgliedsbeiträgen, dem/der fehlenden Vorsitzenden, Pa(ä)bst/in oder Vorbeter/in hängen.
Aber im Umkrempeln der herkömmlichen Gedanken- und Vorstellungststrukturen liegt doch der Reiz und ein gemeinsamer Nenner ließe sich doch schon finden, den dann als Programm verankern... Programme bringen Dinge oftmals auf den Punkt. Kein Dogma, sondern Möglichkeiten und Vorschläge; Dinge, die es in der Praxis schon gibt beschreiben, in all ihrer Vielfalt und Variabilität. Also ich könnt mich dafür begeistern.

Auf einer website Unterschriften zu sammeln finde ich allerdings bedenklich, siehe der ganze Missbrauch. Aber Listen erstellen für Petitionen, die die einzelnen dann ihren FreundInnen, Bekannten, Verwandten, in ihren Geschäften zu Unterschrift auslegen..., das klingt gut. Und dann an die relevanten Stellen mit der schnöden alten Post versenden. Hat sicherlich auch ein STück weit mit 'outing' zu tun, aber darum gehts ja auch. Rauskommen aus dem Schatten der Nische.
LG
Saikka

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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#14 von Saikka , 11.12.2009 12:38

"Sicherlich würde wahscheinlich eine Anerkennung der naturreligiösen Religion nichts ändern. Auch ohne sie können wir unsere Feste der Initiation feiern- ohne, daß wir unbedingt den "Vorstand eines Druiden/Priesters... brauchen. Also wäre solch eine Anerkennung für mich nicht zwingend notwendig."

Hi Inge,
..noch kurz hinterher: einerseits ändert sich für uns heute vielleicht nicht viel. Aber wenn ich mir die Kulturgeschichte der offiziellen Religionen betrachte, wie z.B. der Protestantismus den Kapitalismnus in seiner heutigen Form doch erst ermöglicht haben, dann kann ich mir die schleichende Wirkung einer Religion auf der Basis der Eigenverantwortung schon vorstellen. Denn eine Zunahme der naturreligiösen Bewegung ist ja zu beobachten. Und was wären wir ohne Natur????

LG
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#15 von Sommerfalke , 11.12.2009 15:30

Zitat von Saikka

Auf einer website Unterschriften zu sammeln finde ich allerdings bedenklich, siehe der ganze Missbrauch. Aber Listen erstellen für Petitionen, die die einzelnen dann ihren FreundInnen, Bekannten, Verwandten, in ihren Geschäften zu Unterschrift auslegen..., das klingt gut.
Saikka



Das meinte ich damit.

Ich kann die Angst vor Hierarchien und diktatorischen Führern verstehen. Leider gibt's ja in der Szene auch genug Spinner von der Sorte. Aber bisher hat sich die Masse der Heiden immer gut gegen solche Bestrebungen verwehrt. Warum soll das nicht auch in einem Verein möglich sein?

Was ich für viel wahrscheinlicher halte, ist die Gefahr, sich in Kleinkram oder weltfremde Fantasien zu verstricken. Und so sitzt man dann wie vor einigen Jahren beim ADEN-Treffen mit lauter kostümierten Gestalten, die von der heidnischen Weltherrschaft träumen, im Hinterzimmer einer schäbigen Pommesbude, und ärgert sich, nicht doch zur Versammlung der westfälischen Taubenzüchter gegangen zu sein.

Nee, das sollte - wenn überhaupt - anders laufen... Was die Heidenszene echt braucht ist einen PR-Berater. LOL

 
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