RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#61 von Saikka , 26.02.2010 10:19

Hi ,
die Abwesenheit eines dualistischen Weltbildes würde das Pendel zurück spätestens in der Mitte im vollen Flug ausbremsen. Denn genau um ein zurückschwingen geht es nicht, sondern um eine grundlegende Veränderung (diese mentale Dingens).
Matriarchat heißt eben nicht Herrschaft der Frauen, sondern „Am Anfang die Mutter“ - Matri ist klar und arche = Anfang, erst in seiner späteren Bedeutung: Herrschaft
Die Nichtexistenz von Matriarchaten ist dabei nur eine These, von vielen. Und die steht für meinen Begriff auf noch dünnerem wissenschaftlichen Eis als andere Annahmen, die als Arbeitsthesen formuliert werden.
Außerdem ist die Matriarchats-Disskussion von der etablierten Klientel der Uni verwiesen worden, statt sich damit auseinanderzusetzen.
Dabei gibt es vielfach Belege, dass der Mutterkult, bei dem es sich bei archäologischen Ausgrabungen vielfach dreht, weitaus komplexer ist als es die gängige Klischeebeschreibung

Und es gibt auch heute noch Matriarchate, die immer blumig umschrieben werden: z.B. bei den Minangkabau auf Sumatra, mit denen ich mich mal näher beschäftigt habe und die in der Literatur fast durchgängig als matrilienar beschrieben werden, aber alle drei Punkte eines klassischen Matriarchats erfüllen. Bzw. die starken matriarchalen Verbände der Irokesen, die durch die einschlägig bekannte aggressive Siedlungspolitik der Europäer ausgerottet wurden.
Das sind alles Beispiele für Matriarchate (es gibt noch mehr, z.B. Trobriander, die Mosuo usw.) mit nichtdualistischer Anschauung, die zwangsläufig in egalitären Gesellschaften münden muss, denn, wo kein oben, kein unten, keine herrschenden, keine Unterdrückten usw.
Also das Pendel ist für mich wirklich eine klassische Fehlinterpretation.

Und da bin ich auch endlich wieder bei der Religion: diese sakrale Weltanschauung des Matriarchats ist für mich eine gute Basis, um entspannt und gewaltfrei miteinander zu leben. Und die Phänomene kreuzen sich mit naturreligiösen und/oder heidnischen Ansichten, haben aber den Vorteil, dass man die Auswirkungen auf Gesellschaften, die in solchen „Glaubensverbänden“ leben, eben noch gut beobachten kann.
Ich finde, man und frau sollten keine Scheu haben, sich ruhig mal mit matriarchalen Denkweisen auseinanderzusetzen. Das muss genauso wenig sein, wie es das Heidentum oder das Christentum sein muss. Nur wenn man auf einem solchen weg geht, dann sind rechts und links viele Anregungen zu finden.

LG
Saikka

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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#62 von Saikka , 27.02.2010 18:37

[*]warum brauchen wir dafür ein Matriarchat?

Ich hab noch mal genauer nachgedacht über diese Frage: Warum ein Matriarchat und keine „einfache“ egalitäre Gesellschaft? Die Antwort lässt sich auf auf folgender Formel zusammenfassen, dass in einer matriarchalen Gesellschaft ‚normales’ und sakrales Leben nicht getrennt sind und die Verehrung des Mütterlichen für mich eine Garantie wäre, für die Verehrung und damit den Erhalt alles Lebendigen. Und dazu glaube ich auch noch, es war ein sehr angenehmes Leben.
Das Buch "Matriarchate als herrschaftsfreie Gesellshaften" von Heide Göttner-Morgenroth und Kurt Derungs (Hrg.) ist eine gelungene Zusammenfassung jahrelanger Forschungen. Ich schreib mal was im Thread "was lest ihr gerade?" dazu. Vielleicht interessiert sich ja jemand dafür.

Eine gemeinsame Religionsgemeinschaft als Rückverbindung (genauso im Wortsinn interpretiere ich das Wort auch) würde ja nicht zwangsläufig den Schritt hin zur matriarchalen Gesellschaft bedeuten, aber einen gewaltigen Schritt weg von vielem Überflüssigem, was nicht nur uns das Leben erschwert, sondern es glattweg vernichtet (s. Italien oder Bopal oder Tschernobyl oder nur die tägliche Handystrahlungsdosis... ).
Aber andererseits was wäre vor diesem Hintergrund gegen matriarchale Strrukturen einzuwenden? Sie gewährleisten jeder/m Kontrolle über ihr/sein Handeln, mehr nicht, aber eben auch nicht weniger. Diesen Luxus genießen wir nicht. Aber das sind wirklich Themen für lange, warme Sommerabende mit lecker Rotwein. Ich hoffe bald auf Neuauflagen. Hier singen noch abends um halb sieben die Amseln.

LG
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#63 von Hjördis ( Gast ) , 02.03.2010 11:19

Zitat von Saikka
[*]

dass in einer matriarchalen Gesellschaft ‚normales’ und sakrales Leben nicht getrennt sind
Saikka




Wieso?

Hjördis

RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#64 von Sinaris , 02.03.2010 19:40

???

@Mods:

Wollen wir den Thread nicht langsam trennen? Das ist nichtmal mehr nur

Also auch auf die Gefahr mir die blutige Nase des geächteten Dummbatz zu holen... Matriarchat ist doch das weibliche Herrschaftssystem gegenüberliegend dem Patriarchat. Wie kann ein solches Denken bitte dem Dualismus entgegenstehen?

Männlich owned weiblich oder Weiblich owned Männlich? Sorry... aber da gibt es keinen Unterschied für mich! Teilen in zwei, duo. De Faktum dualistisch oder hab ich was falsch verstanden bzw. bin ich mal wieder schief gewickelt?

Zitat von yannik
Sei froh, wenn Du nur als Teufelsanbeter giltst, schließlich hat Hitler persönlich das Hakenkreuz und die Runen erfunden, und die Triskele ist ja auch nur ein getarntes Nazisymbol Yannik/l



Zitat von Saikka
...wie jetzt, die Triskele ist ein Nazisymbol? Die Nazis sind doch nicht so alt wie die Heiden aus Süditalien, respektive Sizilen? Oder ist mir da was entgangen? Könntest du vielleicht noch was mehr schreiben über deinen Ansatz. Ich liebe die Triskele nämlich und habe sie noch nie damit in Verbindung gebracht.



Was den Missbrauch von Symbolen angeht ist es sicherlich ein leidiges Thema. Erschreckender als die missbräuchliche Verwendung der Triskele ist wohl die ABSOLUTE Ignoranz gegenüber der Symbolik des dritten Reiches. Vor allem wenn man sich mal auf Motiv und Ursprungssuche begiebt. Es ist sicher schwierig etwas zu verbieten und noch härter etwas zu verfolgen, was man überhauptnicht versteht. In solchen Schatten kann es dann auch schnell passieren, Symbole auf ihren Missbrauch zu reduzieren. Aber das ist verdrängen und Scham und hat nichts mit einer differenzierten Betrachtungsweise eines Problems zu tun. Mauern (Verb) statt Dialog . Willkommen bei den ewig gestrigen.

Aber hier betreten wir eine Ebene die ECHTEN Sprengstoff und etliche rethorische und gesellschaftspolitische Stolperfallen bereitstehen hat.

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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#65 von Anna , 02.03.2010 19:51

ich weiß nicht , ich denke, dass die Matriarchatsposts nicht unbedingt sinn machen, wenn man sie jetzt raustrennt, da sie ein stück weit schon die Diskussion im thread weiterführen, bzw. posts erläutern.



Aber bei Diskussionsbedarf über das Matriarchat dürft ihr gerne einen neuen thread aufmachen....ihr wißt ja wie das geht

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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#66 von Saikka , 04.03.2010 18:47

Hey there,

die Matriarchatsbeiträge gehörenzu dem Teil schon hier hin, als sie meine Argumentation stützen, heidnische Religionsanerkennung könnte förderlich sein für…:

Dialoge um Details des Matriarchats führen hier wohl eher ein klein wenig aufs thematische Abstellgleis.
Trotzdem eine möglichst kurze Antwort an an dieser Stelle:
normal und sakral gehören zusammen; wenn nichts getrennt wird, (=nicht dual) dann auch das nicht. Die Christen wurden aus dem Paradies vertrieben, also dem, was doch eigentlich alle wollen. Aber viele, v.a naturreligiöse Ansichten gehen davon aus, dass der Himmelsgott oder die Himmelsgöttin die Menschen liebt und ins Paradies gesetzt hat dahin, wo sie sich befinden, u.a. die Cherokee (nur als Bsp, weil letztens auf arte eine tolle Reihe „Wir bleiben bestehen“ war, also toll nicht, aber informativ).
Aber nicht dual heißt auch nicht, dass es vielleicht nicht mehr Männer und Frauen gibt, wäre fatal, aber es gibt keine Wertigkeit in den Geschlechtern und genauso ist es eben mit normalem und sakralem: die Wertigkeit fällt weg, normal, macht man eben so ohne Gedanken und oft ohne Sinn, sakral, ist ganz besonders, weil heilig. Aber dazu gäbe es viel zu schreiben und das wäre, glaub ich, wirklich ein eigenes Posting. Ich hoffe, man kann so'n bißchen rauslesen,w as ich meine.

Aber jetzt noch zu deiner Bemerkung, Sinaris: „Matriarchat ist doch das weibliche Herrschaftssystem gegenüberliegend dem Patriarchat“ autsch!
Lies noch mal oben: Matriarchat = am Anfang die Mutter, und nicht Frauenherrschaft, und schon gar nicht irgendwas gegenüber dem Patriarchat, dann wäre wenig bis gar nichts gewonnen.


LG
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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#67 von Sinaris , 05.03.2010 00:11

Autsch?

Naja... ich habe mich an das gehalten was mir unter dem Begriff bekannt ist. Und von meinem bisherigen Stand gab es Herrschaftsformen des Matriachat (z.B. Ätiopien) die durchaus dem Dualismus folgten aber halt nur aus einem anderen Blickwinkel.

Zitat von Saikka
konkreter auf die Sippe bezogener Wiedergeburtsglaube, Kult der Ahninnen und Ahnen, Verehrung der mütterlichen Erde und eines weiblich verstanden Kosmos, immanente Heiligkeit der Welt, Abwesenheit dualistischer Moral!!!, vollständige Symbolisierung des Lebens und Handelns"



Nun gut... das klingt durchaus gut, erschliesst sich mir allerdings nicht als Ergebnis des Mütterlichen. Setzt die Abwesenheit dualistischer Moral nicht auch die geschlechter gebundene Sichtweise ausser Kraft? Müsste dann nicht das ganzheitliche Wesen mit beiden geschlechtlichen Aspekten seiner selbst im Vordergrund stehen? Aber vielleicht bin ich auch noch nicht weit genug in den Lehren vorgedrungen und verstehe daher Deine Sichtweise noch nicht ganz.

Ich habe mich an dem "gemeingültigem" Begriff festgehalten aber das ist ja eine altbekannte Stolperfalle in unseren Zeiten. Aber ich denke das ist gleichermassen ein Beispiel (auch wenns mich jetzt als eher Unwissenden scheinbar alleinig getroffen hat. Allerdings habe ich schon mitbekommen, das die Heiden doch allein schon aufgrund Ihrer Natur vollkommen uneinig sind. Ist es nicht eigendlich schon ein Wiederspruch in sich solche Individiualität vereinen zu wollen?

Ich für meinen Teil bin schon froh wenn ich endlich mal die Muse gefunden hab endlich aus der Kirche auch offiziell auszutreten. Muss ich dann ein heidnisch im Ausweis stehen haben? Wem nützt das wirklich? Gäbe dann nicht erst die Vergabe von Ämtern und Statuten weitere Unruhe?

Vielleicht ist das ja nur eine aus der aktuellen Situation geborene Meinung. Aber ich habe soviel mit entdecken und erkennen zu tun, ich habe gar keine Zeit, für andere, evtl. vollkommen uninteressierte die gelbe Ziegelsteinstrasse zu bauen.

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RE: Religionsanerkennung des Druidismus bzw. Heidentum

#68 von npaul , 05.03.2010 11:56

Hallo zusammen,
wundere mich gerade wo die Diskussion hingegangen ist.

Es ging glaube ich um die Religionsanerkennung des Heidentums

Patriachat und Mattriachat haben hier aus meiner Sicht nichts verlohren, wie auch alles andere Trennende!
Polarität als Motor der Schöpfung verbindet um neues enstehen zu lassen, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Es bedarf also beider Geschlechter, Männer und Frauen, doch diese als möglichst Ganzes für sich, nur dann können sie sich gegenseitig anerkennen und müssen nicht die andere Seite mißbrauchen. Diskussionen über Mattriach- Patriachat erübrigen sich dann. Aber das ist ein ganz anderes Thema und wohl noch einige Arbeit bis da hin!

Also zum Thema
Mich bewegen dabei verschiedene Gedanken auf ganz verschiedenen Ebenen.
Anerkennung weshalb überhaupt und durch wen?
Natürlich sehe ich die Absicht an Gelder, Unterstützung, Gemeinnützigkeit, usw. zu kommen. Aber steht nicht zuerst die Frage durch wen das anerkannt werden soll? Durch eine illegale BRD-Partei-Diktatur ohne Rechtsgrundlage? Wo bleibt dabei das streben nach Wahrheit und wo die Stärke?
Ich erinnere:
"In unseren Herzen trugen wir die Wahrheit und Stärke war in unseren Armen und Vollkommenheit auf unseren Zungen."

Sich in Achtung und Respekt zusammenschließen, selbstbewusst und mit Klarheit den gemeinsamen Weg gehen, dass scheint mir am sinnvollsten. Einfach umdrehen und einen anderen Weg gehen.

Mit ganzem Herzen schließe ich mich s Kommentar auf Seite 1 dieser Diskussion an. Organisation und/oder Verein, da will jemand den Vorturner machen und öffnet undurchsichtigen Machenschaften Tür und Tor und säht damit den Samen der Teilung und des Untergangs. Schließlich bin ich nicht der Einzige der schlechte Erfahrungen mit existierenden Vereins- und Organisationsformen auch in der Heidenszene gemacht hat. Wollen wir das wirklich? Ich nicht!

Dennoch sollte das Heidentum mit all seinen Facetten besser Wahrgenommen werden und sein Nieschendasein verlassen. Erstmals in der Geschichte der Menschheit haben wir heute die Situation, dass Menschen in Krisenzeiten nicht mehr zu den monotheistischen Religionen laufen, sondern nach Alternativen suchen! Wie deutlich soll der Wink noch ausfallen uns für diese Suchenden sichtbar zu machen? Wo bleibt die Stärke im Arm auch mal für das ein zu stehen woran man glaubt?
Die Frage stellt sich mir also in der Form - Wie erfassen wir alle Facetten des Heidentums in gleichberechtigter Art und Weise und auf Augenhöhe miteinander? Oder wird noch Wachstum benötigt um das tun zu können? Ist in diesem Fall überhaupt jetzt der richtige Zeitpunkt?
Vielleicht finden wir die Antwort in den alten Zeiten? Eine Art Thing, Kreis, Tafelrunde, usw. von gleichberechtigten Vertretern aller Facetten des Heidentums die sich auf die kleinsten gemeinsamen Nenner verständigen, was, unter für sich "ganzen" Menschen, doch möglich sein sollte, oder? Vielleicht ein Anfang? Im tun liegt die Wahrheit!

Dies erst einmal als Anregung

Mit Freude und Respekt, Norbert

 
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