Gerechtigkeit

#1 von Algiz , 20.10.2008 02:24

hallo ihr da draußen
(@ Moderatoren: weiß net genau ob das hier hin passt... hoffe ja, wenn nein bitte verschieben. in dem fall tschuldigung)

Vorhin habe ich ein Video bei youtube gesehen. Eine junge Dame stellt darin die Frage, ob es eine gerechte Gesellschaft gibt, was dafür notwendig wäre und wie es umsetzbar sei.
Darauf haben immens viele Leute geantwortet und ich habe mir auch ein paar Sachen davon angesehen aber irgendwie wirken mir die Sachen, die ich da gehört habe eher wie träumerisches "blabla". Dieses "so sollte es eigentlich sein" und "wir müssen was tun" etc... Was soll das gefasel denn? Da hocken die werten Damen und Herren zu Hause am PC und reden was aber kriegen den Hintern nicht hoch auch mal was zu tun.

Somit weite ich die Frage etwas aus, denn das unsere Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerecht ist, ist klar. Ich frage also, was habt ihr schon getan um etwas mehr Gerechtigkeit zu bringen?
Engagiert ihr euch in irgendeiner Weise für Gerechtigkeit?

Jetzt zu meinem Engagement. Dazu muss ich aber kurz ausholen.
Lange Zeit ist es mir psychisch sehr sehr dreckig gegangen. Ich sah keine Zukunft mehr, hatte keine Ziele mehr und niemanden, der mir so helfen konnte, dass ich wieder auf die Beine kommen konnte. (Soweit das ausholen)
Ich lernte dann eine Frau und einen Mann kennen, die meine Situation mitbekamen und mir halfen. Sie griffen mir unter die Arme, nahmen mich auf, gaben mir nen Tritt in den Hintern und nebenbei zeigten sie mir einen Weg. Im Gegenzug habe ich beiden geholfen. Der Mann, hatte eine völlige Blockade in al seinen kreativen Prozessen, ihm gab ich in diesem Bezug mehrere Schubser. Und die Frau war psychisch total am Boden, sie richtete ich wieder auf.
So etwas halte ich für Gerechtigkeit. Geben und Nehmen. Hier im Kleinen, denn ich bin nur ein einzelner Mensch und kann alleine nicht viel in der Gesellschaft bewirken, aber ich kann einen Anfang machen. Ich kann "geben und nehmen" praktizieren und das tue ich. Mit viel Erfolg.
Leider tun das zu wenige.

Wie ist das mit euch? wie sieht Gerechtigkeit für euch aus? Seid ihr selber denn gerecht? Und wie sieht das bei euch aus?
Und wie sehr ihr das im Großen, in der Gesellschaft, national wie auch international gesehen?

Momentan könnte ich nen roman darüber verfassen, weil mir dazu so viel einfällt aber es ist spät *zur uhrschiel* oder eher früh... also mach ich nach dem Schlafen weiter.
Freu mich jedenfalls auf eure Meinungen!!

lg Algiz

 
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RE: Gerechtigkeit

#2 von Nanny Ogg , 20.10.2008 08:40

Hmm, da muß man glaub ich zuerst einmal die Frage stellen: was ist Recht, was ist Unrecht?
Schwierig zu beantworten, da jeder für sich eine eigene Auffassung von Recht und Unrecht hat.
Wie in Deinem Fall, jetzt speziell für Dich - die Leute haben Dir unter die Arme gegriffen und im Gegenzug hast Du ihnen unter die Arme gegriffen - Gerechtigkeit in dem Sinne, daß keiner mehr in der Schuld des anderen steht.
Und da haben wir das Wort "Schuld" oder auch "schuldig", ich bin dir was schuldig, du schuldest mir was. Wird eine Schuld bezahlt, wurde der "Gerechtigkeit" genüge getan. Nimmt man nur und "zahlt" nie zurück, ist man im Unrecht.
Wenn ich z.B. einem Kind auf den Po haue, weil es was angestellt hat, fühle ich mich im Recht - in meinen Augen mache ich es ja richtig. Ein anderer sieht in der Handlung aber ein Unrecht, da ich ja in einer ander Possition bin, also sozusagen "über dem Kind" stehe.
Recht und Unrecht hängt also auch von der jeweiligen Possition in deinem Leben ab. Du hast das Recht dazu - andere nicht! Du hast z.B. als Förster das Recht mit deinem Auto in den Wald zu fahren, die anderen nicht und die wiederrum legen dies als Unrecht aus.
Warum soll der besser sein als ich? Woher hat er das Recht dazu?
Du siehst, es gibt viele Arten von Recht und Unrecht - wobei ich das, was unsere Politiker anstellen jetzt mal aussen vor lasse. Auch wenn ich als kleiner Bürger die ganze Politik als total ungerecht empfinde, habe ich doch das Recht, nicht zur Wahl zu gehen

 
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RE: Gerechtigkeit

#3 von aligator , 20.10.2008 09:06

ich würde auch dazu tendieren das Recht und Unrecht immer eine Ansichtsache ist,
Niemand tut gerne unrecht (ausser natürlich die groben unrechte, schänder ,mörder, wenn ihr versteht? )
aber ich meine viel mehr das es kein böses gibt im handeln jeder tut das was er mit seinem gewissen vereinbaren kann,
das beispiel mit umweltaktivisten, die einen stecken sachen von firmen in brannd,zerstören, weil ihre ansicht es ihnen sagt"macht kaputt was uns kaput macht bzw. die natur"
dann gibt es wiederum diejenigen die friedliche proteste machen,propaganda usw...
aber trotzdem fühlen sich die wirtschaftler im recht, wir müssen abholzen um,marktstark zu bleiben,um zu überleben und und...
aber keiner von beiden denkt das er der Böse ist...weil beide im grunde für ihre Ziele und Rechte kämpfen...
"was ist denn bitte RECHT wer SAGT was RECHT und was UNRECHT ist,meiner MEINUNG nach unser GEWISSEN"
Nur leider sind die GEWISSEN aller Menschen stark verschieden,somit auch das empfinden von RECHT.

das führt mich wiedrum zu dem spruch: "ES gibt keine Dunkle (Böse) Seite, es gibt nur verschiedene Blickwinkel der Betrachtungsweise"

So ich hoffe ich habe mit dem beispiel verdeutlichen können,was ich meine. das Thema umweltschutz is für mich auch ein heikles thema, wenn ihr wissen wollt ich steh auf der seite der freidlichen Proteste...kaufe ausschließlich recycling Papier und beteilige mich bei baumpflanzungen...bei uns in der umgebung...und und und...

spannendes thema...

herzliche Grüße al

ps. bin 3 tage nich da also meine antwort auf möglicher kritik oder zustimmungen kommt bisschen später

 
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RE: Gerechtigkeit

#4 von Zardoz , 20.10.2008 15:56

oh großes thema. trotzdem eines meiner lieblingsthemen, da ich als mensch sehr auf ausgleich und harmonie bedacht bin.

ich habe gleich in meiner ersten vorlesung an der universität gelernt: RECHT ist nicht gleich GERECHTIGKEIT. die gesetze versuchen auf einen gerechten ausgleich hinzuwirken, aber letztendlich kann es nur daum gehen, einen RECHTSFRIEDEN herzustellen, also Streit zu beenden und was wichtiger ist, allen menschen das Gefühl zu geben, wir lebten in einer einigermaßen gerechten gesellschaft.

das kann bei einem materiellen system wie dem unseren natürlcih nicht heissen, dass jeder das gleiche oder gleich viel hat. auch ist schwer zu bestimmen, wieviel jedem zusteht, denn aus wessen blickwinkel sollte man das beurteilen?

sehr problematisch in meinen augfen ist es dagegen, dass viele menschen keine verantwortung mehr übernehmen wollen. es ist ja ein uraltes prinzip, dass wer macht und reichtum beansprucht auch verantwortung für das volk, die bauern, seine bediensteten usw. trägt. ein willkürlicher oder eben als ungerecht empfundener herrscher wurde nicht selten aus dem amt oder gar dem leben gejagt.
diese form der verantwortung sieht man heute z.B. bei den BANKEN oder vielen Arbeitgebern überhaupt nicht mehr. Vorstandsvorsitzende verdienen viele Millionen im Jahr, wenn aber was schiefläuft, dann sind die Fehler woanders passiert. Und gradestehen müssen dann die, die ihr Geld bzw. ihren Job verlieren oder eben die Steuerzahler, also wir alle.
Das empfinde ich z.B. als ungerecht.

 
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RE: Gerechtigkeit

#5 von Esme , 20.10.2008 18:45

Recht und Unrecht kann man nicht wirklich definieren, auch wenn es im Gesetztbuch anders steht, nicht umsonst dauern Gerichtsverhandlungen so lange.
Ich selbst kann Ungerechtigkeit nicht leiden und greife ein wenn jemand, eine Kollegin z.B. ungerecht behandelt wird, oder vor einiger Zeit beobachtete ich einen Mann der an einer Kreuzung stand, mit seiner Frau im Rollstuhl vor sich und ihr auf den Kopf schlug aus dem Fenster heraus sprach ich ihn laut und deutlich darauf an, er antwortete auf türkisch und ich nehme an das es nicht besonders gute Wünsche waren, leider mußte ich weiter fahren um keinen Stau zu fabrizieren sonst hätte ich mich auf eine Diskussion eingelassen.
Genauso kann ich nicht verstehen warum in Deutschland eine junge Frau mit kleinem Kind unschuldig an den Rand des Existensminimums getrieben wurde, permanent kämpft und die Gesetzesmühlen sich aber umso langsamer zu drehen scheinen, während z. B. Asylanten bevorzugt behandelt werden, das finde ich ungerecht und helfe ihr dagegen anzukämpfen, aber das ist auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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RE: Gerechtigkeit

#6 von Zardoz , 21.10.2008 00:05

Zitat
Genauso kann ich nicht verstehen warum in Deutschland eine junge Frau mit kleinem Kind unschuldig an den Rand des Existensminimums getrieben wurde, permanent kämpft und die Gesetzesmühlen sich aber umso langsamer zu drehen scheinen, während z. B. Asylanten bevorzugt behandelt werden,


Dabei darfst du aber auch nicht vergessen, dass Asylsuchende nur dann anerkannt werden, wenn sie aus politischen gründen aus ihrer Heimat fliehen mussten, sie also dort mit Folter oder Ermordung bedroht sind. In der Regel haben sie also schlimme Erlebnisse hinter sich und stehen ohne alles da. Wenn du also findest dass diese Flüchtlinge "bevorzugt" behandelt werden, dann musst du sehen, dass man versucht, für die Schicksale (Krieg, Folter, Vergewaltigung), die sie erleiden mussten, einen Ausgleich zu schaffen. Viele Deutsche wissen ja selbst noch wie es ist vertrieben zu werden, zB aus Ostpreussen.

Gerechtigkeit ist oft in der Tat ein individuelles Gefühl, dass man nicht in Geld messen kann. Es ist z.B. schwer zu sagen, wer ein bestimmtes Gehalt, eine bestimmte Behandlung verdient / nicht verdient. Aber es ist wichtig, dass in einer Gemeinschaft die überwiegende Mehrheit das Gefühl hat, dass es gerecht zugeht, also die eigene handlungsfreiheit nicht beeinträchtigt wird, relative gleichheit herrscht und die reichen und mächtigen auch verantwortung übernehmen. ist dies nicht der fall ist der rechtsfrieden bedroht - gefühlte Ungerechtigkeit macht sich breit.

 
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RE: Gerechtigkeit

#7 von Algiz , 21.10.2008 22:17

Ich sehe schon. Das Thema Gerechtigkeit ist schwierig... da gibts wohl keine allgemein gültige Lösung oder so. Ich habe das Gefühl, dass dadurch, dass jeder etwas anderes für Gerecht hält, nicht einmal ein Lösungsansatz möglich ist.
Irgendwie schade, finde ich, denn jeder weiß was ungerecht ist aber niemand weiß wie man der Ungerechtigkeit etwas wirksames entgegensetzen kann...
Was mir eben sehr oft auffält ist, dass die Leute erstmal von sich wegzeigen -> "in der Politik muss sich was tun", "der Gesellschaft muss ein schubs gegeben werden", "was da passiert ist unerhört"... das ist für mich nur heiße Luft, denn es zeigt mir, dass genau diese Menschen keinen Elan haben, gegen Ungerechtigkeit anzugehen.
Auch bin ich nicht nur der Meinung, dass ein ausgleichen einer Schuld, in der man steht, schon gerecht ist.
Gerechtigkeit geht doch schon bei kleinen Dingen los. zB im Wettbewerb, wer erster ist gewinnt und wer letzter ist eben nicht. Und hört bei komplizierten themen auf, wie das Riesenthema "Chancengleichheit" oder "Bildungspolitik"...
Nur Leute, die wenig Einfluss haben, wie ich, können nur kleine dinge tun, von daher wäre es rein theoretisch gerecht, wenn Leute mit viel Einfluss, aktiv etwas tun....

lg Algiz

 
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RE: Gerechtigkeit

#8 von Zardoz , 22.10.2008 15:31

Zitat von Algiz
Ich sehe schon. Das Thema Gerechtigkeit ist schwierig... da gibts wohl keine allgemein gültige Lösung oder so.



hallo Algiz! schick uns doch mal den link, den du erwähnt hast ins forum, dann können wir uns das anschauen.

ich denke gerechtigkeit beruht zum einen auf einem Konsens in einer Gemeinschaft, was als fair also gerecht angesehen wird.

Zum anderen aber auch stark auf einer individuellen Einschätzung (wie auch bei der Freiheit). Oftmals wird nämlich dann etwas als ungerecht empfunden, wenn man selbst glaubt ein Anrecht auf etwas zu haben, mehr verdient zu haben, also letztendlich sein Ego stärken möchte: wenn auch derKampf um gerechtigkeit wichtig ist, kann es ein besserer Weg sein, auf Dinge zu verzichten und zu erkennen, dass man irgendwie schon genug hat.

Ein aktuelles Beispiel, wie in letzter Zeit diese Erwägungen wieder ganz akut werden (gesehen in der ARD Sendung Anne Will):

Zitat
Herr Ackermann, Vorstand der Deutschen Bank erklärte diese Woche, er "verzichte" auf seinen Jahresbonus und stelle ihn den Angestellten zur Verfügung. Er hielt das wohl für einen gerechten Ausgleich und wollte so das Gefühl der Gerechtigkeit, also das Vertrauen in sich wieder herstellen.
Das ging aber nach hinten los, denn Politiker, ein Bischof und andere waren sich einig, dass Herr A. keinen Anspruch auf einen Bonus habe, ihn also gar nicht verdient habe. Gerecht wäre es in ihrer Sicht gewesen, wenn Herr A. auf sein ganzes Gehalt verzichtet hätte - und vor allem persönliche Schuld bei der Teilnahme an Finanzspekulationen eingestanden hätte.



So unterschiedlich kann also die Auffassung von Gerechtigkeit sein.
In einer Gemeinschaft sollte es aber so sein: wenn die Mehrheit der Bürger sich ungerecht behandelt fühlt, dann gibt es einen Umsturz oder zumindest eine Umwahl.
Man sollte also durchaus zur Wahl gehen, seine Meinung sagen und dann sehen, ob etwas besser wird. Bin ja gespannt, was passiert, wenn nach der wahl alles so wie bisher weitergeht.

Zum Thema "Schuld begleichen" noch ganz kurz (und damit zurück zum Heidentum):

unsere Vorfahren glaubten fest an die drei Nornen, die den karmischen faden spinnen und für Vergangenheit, gwegenwart und Zukunft stehen. Die Norne der Zukunft heisst SKULD, d.h. "Schuld" --> weil du eben die suppe, die du dir heute und gestern eingebrockt hast morgen auslöffeln musst, deine schuld irgendwann begleichen musst. wenn man das gefühl hat dass dies in einer gemeisnchaft nicht geschieht, entsteht ein ungleichgewicht, zorn, neid - und der ruf nach einem retter, der das alles wieder gradebiegt (dem Staat, einem Anführer, Gott etc.). Letztendlich, so meine feste Überzeugung, fängt es aber bei jedem selbst an, mit sich ins reine zu kommen und damit den gerechten Ausgleich wieder als Wert an sich in den Vordergrund zu stellen.

 
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RE: Gerechtigkeit

#9 von Salix , 22.10.2008 17:15

Ich möchte mich eigentlich nicht auf die Disskussion "was ist recht und was ist unrecht" einlassen. Ihr habt genug Beispiele gegeben für "des einen Recht ist des anderen Unrecht" je nach dem wie es man auslegt. Ich bin der Auffassung dass man diese Frage für sich selbst beantworten muss und es da keine universelle Wahrheit gibt. Für die einen gilt "Zahn um Zahn" andere wiederrum halten die andere Backe hin und fragen erst gar nicht. Eigentlich sind Wörter wie "Recht" und "Unrecht" sehr nahe verwandt mit "gut" und "böse" etc pp, man kann sich sehr schnell vertun und vorschnell handeln. Man sollte so viele Aspekte durchleuchten wie es nur geht um einen (einigermassen klaren Blickwinkel) zu bekommen. Wenn man sich jedoch in einer Situation wie Esme (BB Schwesterchen ) wiederfindet, gibt es nicht viel zu überlegen - da gehe ich auch entschlossen dazwischen.

LG
*Salix*

 
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RE: Gerechtigkeit

#10 von Esme , 22.10.2008 19:31

@Zardoz
wo ist der Unterschied?
Politische Flüchtlinge, gefoltert, Mordandrohungen...
Frau mit Kind, gequält, geschlagen, Mobilar zertümmert...

Ich kann ihn dir sagen, die Asylbewerber hier in unserem Dorf bringen alle einen Namen und einen dicken Geldbeutel mit, bekommen dennoch alles vom Staat, aber auch wirklich alles. Zum Glück sind vor dem Gesetz alle gleich...
Sorry, aber dabei stellen sich mir alle Haare zu Berge.

Esme  
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RE: Gerechtigkeit

#11 von Esme , 22.10.2008 19:37

noch mal sorry,
ich bin kein nazi, aber so etwas macht mich nur einfach wütend, ich erlebe jeden Tag in allen Schichten solche Dramen die sich abspielen, das normal sterbliche gegen Bürokratie ankämpfen müssen um zu überleben, während anderen von der Bürokratie der rote Teppich ausgerollt wird.

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RE: Gerechtigkeit

#12 von Zardoz , 05.11.2008 14:22

Ich lese gerade in Buch aus den USA von dr.jur Kimmel "Suing for Peace", wo er sein System Non-Justice vorstellt, das sich an einem Berühmten Rechtsanwalt orientiert: Mahatma Gandhi.

Parallel dazu habe ich über wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Druid%27s_Prayer) gesehen, dass eine "moderne" Form des Druid's Prayer den Begriff "justice" auswechselt mit "knowledge of what is right", weil der begriff justice mehr in richtung der gerichtlichen Durchsetzung von gerechtigkeit geht.

Beide Theorien ergänzen sich insofern, dass man in der Regel durch Vergebung glücklicher wird, weil man durch die vindikativen Formen von Gerechtigkeit verlorene Lebensqualität nicht zurückbekommt.

Jeder Kampf, auch der Kampf um Gerechtigkeit, der manchmal auch nur der Streit um gesellschaftliche Vorteile ist, hat Konsequenzen, die man sich deutlich machen muss, bevor man ihn als beste Handlungsalternative wählt.

 
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RE: Gerechtigkeit

#13 von Algiz , 22.11.2008 00:54

Habe jetzt den Video wiedergefunden, auf den sich dieser Thread im Ursprung bezieht
http://www.youtube.com/watch?v=Az0iWH6Lf8g
ist nur etwas mehr als eine Minute lang und auf Deutsch.

lg
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RE: Gerechtigkeit

#14 von Zardoz , 22.11.2008 09:44

Netter Ausschnitt... ich meine natürlich die bildtechnik...

aber zur sache: die Dame stellt ja sehr weitschweifige Fragen, die so in diesem Medium schwer zu beantworten ist. Vielleicht hätte sie zunächst auf gängige Definitionen von Gerechtigkeit eingehen müssen: geht es also um Verteilungsgerechtigkeit, Mitspracherechte, Gleichbehandlung oder Freiheit? Oder geht es ihr mehr um einen Ausgleich zwischen Generationen? das belibt rehcts chwammig, weshalb auch die antworten so untershciedlich ausfallen. trotzdem interessant.

Ich möchte dazu anfügen, dass eines sicher ist: wenn jeder nur an sich selbst denkt, wird es nie eine -wie auch immer- gerechte Gesellschaft geben. Denn nur wenn jeder auch bereit ist zu verzichten, kann es insgesamt einen gerechten Ausgleich geben. Ich sehe da schon ein Problem: die Tendenz dass sich immer mehr Leute höhere Löhne, Steuersenkungen, usw. für IHREN Beruf bzw. IHRE Gesellschaftsgruppe wünschen, siehe Lokführer, Piloten, Ärzte. Bei dieser Einstellung -wie bei der Raubtierfütterung- müssen einem selbst die Politiker langsam Leid tun. Denn die Versuchung wird sehr groß, als gerechte Verteilung zu sehen, dem am meisten zu geben, der am lautesten schreit. Das kann nicht in dem hier diskutierten Sinne gerecht sein -- oder wir müssen alle lauter schreien...

 
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