Wie man zu einem Schwein kommt

#1 von Nanny Ogg , 07.10.2008 20:40

Geschichten vom Land

1.Wie man zu einem Schwein kommt

Es war Donnerstagmorgen. Ich flitzte zum Briefkasten, denn Donnerstagmorgens kommt immer meine WIP-Zeitung. Die Zeitung an sich ist uninteressant, außer 2 Rubriken: 1. Zu verschenken, 2. Tiermarkt.
Bei zu verschenken gab es heute leider nichts, dafür entdeckte ich aber unter Tiermarkt eine Annonce: Minischweine zu verkaufen!
Ich ran ans Telefon, erst mal Thomas anbetteln (war nicht schwierig, habe den Kurs: wie bekomme ich alles von meinem Mann, mit Auszeichnung bestanden!) dann die Nummer aus der Zeitung gewählt und blups, hatte ich 1 Schweinchen Abonniert! Abholung Freitagabend gegen 19 Uhr. In fieberhafter Eile baute ich mit Christoph einen kleinen Stall in die große Scheune- vorrübergehend. Das Schweinchen sollte nachher in den Neubau kommen, zu den Hühner und Hasen.
Abends teilte mir dann Thomas mit, dass im Internet steht, man soll die kleinen Kerlchen nicht alleine halten und so rief ich am nächsten Morgen wieder die nette Frau....... (habe mal wieder den Namen vergessen) an. Zwei Scheinchen – kein Problem!
Der Tag wurde lang und länger, unterbrochen nur von einem Nachbarn der mir einen 2x2m großen Ballen Stroh lieferte.
Endlich kam Thomas heim (eine halbe Stunde früher als sonst!) und wir brausten mit Erik im Schlepptau los. Richtung Leutershausen nach Steinbächlein.Ich war so aufgeregt, dass ich sogar meine Fluppis vergaß. Nach einer ¾ Stunde waren wir dort. Mann, war das ein großer Hof! Die hatten außer den Schweinen, auch noch Pferde und Kühe (sie verkaufte auch noch 3 von ihren Pferden, aber im Kurs sagten sie: verlange nie zu viel auf einmal von Deinem Mann (Mist)!)
Also, auf in den Schweinstall, der sich als kleine Bretterbude, aber sauber, herausstellte. Und da waren sie – lauter kleine und große Säue!
Die Bäuerin kletterte über die Boxen, bewaffnete sich mit schweren Handschuhen und fragte:
„Na, welche Schweindln hättens denn gerne?“
Die Auswahl fiel schwer. 1. waren alle süüüüüüüüüüüß, 2. wuselten sie alle durcheinander, 3. stellten sich die Altsauen vor die Kleinen um sie zu beschützen.
Aber bei meinen Adleraugen hat auch die beste Taktik keine Chance, ich zeigte auf eins und die Bäuerin ging auf die Jagd. Mann war das ein Geschreie!
Die großen reckten die Köpfe in die Höhe, rissen das Maul auf und schrien wie am Spieß, aber ich muss sagen, keines biss oder boxte die Bäuerin, dafür aber den Eber! Der arme Kerl stand da so zwischen seinen Weibern und bekam die ganze Prügel ab. Er tat mir richtig leid.
Nach einigem Hin und her hatte sie endlich mein Wunsch-Schweinchen erwischt und rein in den Korb – was war es? Mist, wieder raus aus dem Korb – Eber – wieder rein in den Korb.
Die Auswahl des Weibchens überließ ich ihr, weil es nur zwei schwarze gab und sie wusste, welches ein Mädchen war und welches nicht. Klappe auf, Schwein rein, und nix wie nach Hause.

Die Unterhaltung im Auto war wie folgt:
Was gibt es eigentlich heute abend zum Essen?
Ups, keine Ahnung.
Komisch, ich habe plötzlich Lust auf Schweinsbraten mit Klößen.
Ich auch. Mal sehen, vielleicht kann ich noch einen Auftauen.

Zu Hause angekommen, setzten wir die Kleinen in ihr neues zu Hause und schwupp, schwupp, waren sie in einem Berg aus Stroh verschwunden. An diesem Abend sahen wir sie nicht mehr.


2. Überlegungen zur Schweinehaltung

So, da waren sie also – unser erster Schritt zum richtigen Bauernhof!
Namen waren schnell gefunden: Gimli und Fanny (eigentlich wollte ich sie Arwen taufen, aber Thomas hatte was dagegen)
Zuerst einmal musste die Frage - wo bekomme ich das nächste Futter her – geklärt werden.
Sie bekamen zuvor geschrotete Gerste und Küchenabfälle (was man aber laut Schweinforum nicht tun sollte).
Die Odyssee begann!
Am Samstagmorgen fuhren wir also brav in die Hagra (ein extra Geschäft für Landwirte, bin voriges Jahr schon Mitglied geworden, bekommt man nämlich Prozente!).
Schweinefutter für Minis? Oder Niedertragende Säue (das ist Futter für Schweine, die nicht zur Mast verwendet werden und keine Junge bekommen)?
Haben wir nicht, wir haben nur Mastfutter. Versucht es mal in der Getreidetrocknung.
Wir zur Getreidetrocknung.
Schweinefutter – nee, Gerste – ja, aber der Schroter ist erst am Montag wieder da.
Nun gut, übers Wochenende stopfte ich dann meine lieben Kleinen mit gekochten Kartoffeln und Möhren und eingeweichten Brötchen in lauwarmem Wasser-Milch-Gemisch voll.
Am Montag musste ich erst mit unserer Nachbarin zum Tierarzt fahren. Ihre Katze ist von einem Hund angefallen worden und alleine traute sie sich nicht hin.
Um 11 Uhr war ich wieder frei, und macht mich gleich auf zur Getreidetrocknung.
Im selbigen Büro sagte dann eine freundliche Bürokraft:
Geschrotete Gerste? Haben wir nicht.
Aber am Samstag sagte man mir doch....
Nein, nein, haben wir nicht. Fragen sie mal einen Landwirt.
Ok, raus aus dem M...laden, ab ins Auto und ab zu Herrmann, unserem Nachbarn.
Der hatte zwar leider auch keine Gerste in seiner Tasche, meinte aber, ich solle es doch mal bei der Raiffeisen probieren. Ich bräuchte nur Gerste, schroten könne er es mir schon. Super!
Rein ins Auto, ab zur Raiffeisen.
1.Frage: Schweinefutter: Nee, nur Mastfutter
grmpfel
2.Frage: Gerste: Ja, natürlich.
pffffff.
Glücklich kam ich mit meinem 50 Kg. Sack nach Hause, aber – Herrmann war nicht mehr da.
Aber so leicht kann man uns nicht unterkriegen!
Mein Versuch mit der Kaffeemühle brachte den gewünschten Erfolg und meine Süßen konnten ihren Gersten-Matsch schlabbern.
Abends brachte mir dann Herrmann seine Schrotmaschine. Er meinte, ich hätte mehr Platz als er, um sie aufzustellen. Wahrscheinlich wollte er nur vermeiden, dass ich jeden Abend mit einem Eimer vor seine Tür stehe.
Jetzt muss mir das Karlchen nur noch Drehstrom in die Scheune legen und ich kann munter drauflos schroten.
Die Verköstigung unserer Schweine war gesichert.
Nun zu Punkt 2 unserer Tagesordnung: die Kastration!
Da die Beiden zwar nicht von der selben Mutter, aber vom selben Vater sind, kommt eine Zucht von vorneherein nicht in Frage, also müssen mal wieder die Männchen (hehehe!) dran glauben.
Dieses Problem klärte ich gleich bei besagten Besuch mit der Nachbarin beim Tierarzt.
„Null Problemo, komme am Dienstag gleich raus.“ Muss man ja alles zeitig machen, bei so einem Schweindl.
Dienstagmorgen rollte er auch gleich, nebst Sohn (der Arme muss die Urlaubsvertretung für die Sprechstundengehilfin machen) und Hund an.
Zuerst mal Gimli einfangen, kein Problem, Zack lokale Betäubung in die Dinger, kopfüber zwischen die Beine ( MEINE!!!) klemmen, und Ratz Fatz, ab die Dinger.
Rein in den Stall und weiter mit Impfen.
Zuerst Fanny fangen – oh, großes Problem! Fanny ist die reinste Furie.
Ab und zu, wenn ich mal gerade wieder Luft holen konnte, gab mir mein Tierarzt Tipps zwecks fangen eines Schweines, aber im großen und ganzen lief es darauf hin, dass ich wie blöd hinter der Sau hersprang und die zwei vorm Stall standen und sich schief lachten.
Aber nicht mit mir!
Endlich bekam ich sie im Genick zu packen, drückte sie zu Boden, packte sie anschließend um die Taille, hob sie hoch und hielt sie dem Tierarzt unter die Nase.
„Oh“, meinte er nur,“ das gefährliche Ende“, und stach zu.
Erledigt.

(Anmerkung des Autors: Jetzt wird es ein wenig ekelig. Schwache Gemüter nicht weiterlesen!)

Ich schaute mich nach Gimli um und mir stockte der Atem. Etwas Rotes hing ihm hinten heraus. „Oh Scheiße“, meinte der Tierarzt, „ raus mit ihm!“
Ich hob ihn wieder hoch, mit dem Hinterteil nach oben und der Tierarzt versuchte verzweifelt das ganze rote Gewürm wieder in den kleinen Kerl hineinzustopfen.
Der eine Hoden war verkrüppelt gewesen, was ja nicht ungewöhnlich ist, kommt öfter bei Schweinen vor. Der Tierarzt meinte, dass er vielleicht mit der Bauchdecke verwachsen gewesen wäre, durch das Kastrieren ein Loch entstanden ist und sich nun die Gedärme eben durch dieses Loch drückten.
Seine Bemühungen zeugten leiden keinen Erfolg und dann ging alles ziemlich schnell:
„Christoph Katzenkorb!“ Schwein rein – Tierarzt schnappt sich Korb, Sohn und Hund – rein ins Auto - „Rufe Sie an“ – und weg war er!
Nun stand ich da. Ich ließ alle Hoffnungen fahren, dass ich den kleinen Kerl je wieder sehe.
Aus dem Stall grunzte Fanny zu mir rüber und ich ging zu ihr. Mit ein paar Brotkrummen tröstete ich sie – aber wer tröstet mich?
Niedergeschlagen schleppte ich mich ans Telefon und rief Thomas an. Seine Meinung, „na, das wird er wohl nicht schaffen, wahrscheinlich zerbröselt es ihn schon auf der Fahrt“, waren sehr hilfreich und ich verkroch mich von Gewissensbissen zerfressen in den letzten Ecken.
Aber was hätte ich tun sollen?
Kastrieren musste sein, schließlich wollten wir a. nicht züchten und b. sollten die beiden doch zusammen bleiben. Und schließlich und endlich, warum sollte es meine alleinige Schuld sein? Schließlich hat Thomas doch die Bäuerin gefragt, wann man den Eber kastrieren sollte. Pah!
5 Minuten verstrichen, 15, dann war eine halbe Stunde rum. Immer noch kein Anruf. Nach weiteren 15 Minuten tigerte ich in der Wohnung herum, ging wieder bei Fanny vorbei, zurück in die Küche und kochte mir erst einmal eine Tasse Kaffee. Ging ins Wohnzimmer, stellte die Tasse auf den Tisch, zurück in die Küche, vergaß den Kaffee und kochte mir eine neue Tasse
und.... dann klingelte das Telefon!
Mit zitternden Beine, flauem Gefühl in der Magengrube und einem dicken Kloß im Hals hob ich den Hörer ab.
„ Ja, Tierarztpraxis Dr. Landgraf. Wir haben in das Schwein wieder alles hineingestopft, im Moment schläft er noch von der Narkose, aber sie können ihn abholen.“
„Er hat es also geschafft?“
„Äh, sagte ich doch“
„Oh, äh, ich komme dann sofort, bin gleich da, in etwa 20 Minuten, also bis gleich, mache mich gleich auf den Weg...........“
Der muss mich ja für ziemlich dämlich gehalten haben!
Ich brauste los (hoffentlich hat mich keiner geblitztdingst ).
16 Minuten später war ich dort, nahm glücklich meinen Gimli in Empfang und eine Spritze, die ich ihm an nächsten Morgen geben sollte und sauste wieder heim.
Gimli hatte einen Nabelbruch gehabt- von Geburt an! Früher oder später hätte es eh Probleme gegeben! Und durch das kastrieren war es eben früher.
Ich legte den kleinen Wurm ins Wohnzimmer, in einen ehemaligen Meerschweinchenstall. Er verschlief den ganzen Tag, abends wurde er dann etwas munterer und biss mir 2 mal in den Fínger. Fressen wollte er aber nichts.
Am anderen Morgen immer noch das gleiche Bild. Gimli auf der Seite liegend, Futter und Wasser unberührt. Thomas hob ihn raus, und ich verpasste ihm seine Spritze. Er ließ es ohne murren über sich ergehen.
So gegen 9Uhr rief ich dann mal meinen Tierarzt an und gab ihm den Stand der Dinge durch. Er meinte, er könne ihm noch eine Schmerzspritze geben, aber ansonsten müsse man noch abwarten. Das er nichts fresse, sah er jetzt als nicht ganz so schlimm an.
Okay, okay, fasse ich mich also in Geduld und gehe einkaufen.
Christoph und Sarah saßen im Wohnzimmer bei Gimli (damit er nicht so alleine ist)(bin eh nur noch unterwegs vom Stall ins Wohnzimmer und zurück). Bei meinem nächsten Stop im Wohnzimmer, sagt Christoph so ganz nebenbei, so, als wenn es überhaupt nicht wichtig wäre, also wirklich so, als würde es niemanden interessieren, dass Gimli was gefressen hätte!
Heureka!!!
Geschafft!
Also, denk ich mal............
wenn jetzt nix mehr dazwischenkommt...........
wenn er nicht doch noch eine Infektion bekommt..........
Wenn...........
genau, blöde Kuh, wenn er nicht noch mit dem Kopf zwischen den Gitterstäben hängen bleibt – Schluss jetzt – positiv denken!
Er kommt wieder auf die Beine.

Stunden später......
Die Sau frisst! Immer wieder kleine Happen finden den Weg in Gimlis Magen. Ich habe ihm etwas Heu in den Käfig gelegt, was nicht ohne Murren abging.
Schweine sollen ja bekanntlich ein gutes Gedächtnis haben – wir werden ja sehen wie gut!
Auf jedenfalls wühlt er jetzt mit seiner Steckdosennase im Heu herum. So wie er das zerflettert, denke ich, er denkt an jemand speziellen......
So, jetzt fehlt nur noch ein schönes Häufchen und ich kann einen Haken an die Geschichte machen.
Im übrigen lasse ich in Zukunft nur noch Thomas unsere Tiere aussuchen. Ich habe anscheinend ein besonderes Talent dafür, immer die rauszusuchen die einen Macken haben.

3.Geschafft und neue Freunde

Heute morgen war Gimli schon auf den Beinen und hat an seinem alten Futter von gestern Abend herrumgesaut. Er ist mir immer noch ziemlich böse und grunst mich gleich zornig an, wenn ich mal den kleinen Finger zu ihm reinstecke.
Ich kenne aber kein Erbarmen!
Flucks fange ich an sein Hinterteil zu kratzen, arbeite mich langsam zum Bauch vor und – plumps – da liegt er!
Nach einer ¼ Stunde tun mir die Knie weh und die Füße sind mir eingeschlafen- genug für heute. Soweit ist er wieder auf den Beinen, aber gepullert hat er immer noch nicht.
Naja, es ist wieder Donnerstag!!!
Ich durchstöbere wieder mal die Zeitung und siehe da, ich werde fündig!
Steht da in schönen schwarzen Buchstaben, in meiner Lieblingsrubrik:
Hängebauchschweine, 8 Wochen alt, (und jetzt kommt das allerbeste!) zu verschenken!!!
Natürlich gleich wieder ran ans Telefon – Thomas ok (wie könnte er auch anders?), dann Nummer wählen – tut tut tut –„ Ja hallo, bitte zwei Schweinchen, aber nur Mädles (versteht sich von selbst!) Ok, Abholung heute Abend 19 Uhr.“ Gebongt.
Es wurde ein schwerer Gang!
Die Schweinchen gehörten einem alten Mann, der sich in seiner Rentenzeit einen großen Traum erfüllte: eigene Schweine! Sein großes Pech war, daß der Stadt gerade dieser Wunsch ein Dorn im Auge war und so entschieden sie kurzer Hand, daß die Schweine weg müssen.
Er hatte 2 Sauen und 1 Eber und viele, viele kleine Ferkelchen! Mit Tränen in den Augen erzählte er uns von seinem Schicksal und suchte uns dann zwei süße Mädels raus. Die Altsauen konnte er nach Würzburg in ein Behindertenheim vermitteln - nur die Kleinen wollte keiner haben, deshalb verschenke er sie lieber, meinte er, als das er sie schlachten müßte.
Er tat mir unendlich leid, wie er so dastand und von seinem Traum Abschied nehmen mußte!

So, nun haben wir ab sofort 4 Schweine. 2 Minischweine, Fanny und Gimli, und 2 Hängebauchschweine, Hexe und Milly.
Die 4 haben sich auf Anhieb gut verstanden und liegen schön gemütlich in einer Ecke, in einem Schweineknäul zusammen.
Einen neuen Stall habe ich heute Mittag wieder schnell gezaubert. Diesmal habe ich den Kuhstall umgestaltet. Die 4 haben jetzt einen Stall in der Größe von 5,50m lang und 1,60m breit - das reicht mal fürs erste.

4.Oskar, der Kümmerer

Natürlich, wenn man Schweine hat, muß man auch Mitglied im Schweineforum sein – das liegt ja mal klar auf der Hand!
Eines schönen Tages nun meldete sich eine Neue an, namens Jana. Sie arbeite in einem Mastbetrieb, wolle aber die besten Bedingungen für ihre Schweine und hoffe, hier etwas Unterstützung zu bekommen.
Mastbetrieb? Große Schweine? Heureka!
Mittlerweile ist man ja schon ein Experte auf dem Gebiet der Schweinehaltung und hat daher auch schon mal was von Kümmerer gehört. Das sind kleine Schweinchen, die nicht wachsen wollen und auch meistens direkt nach der Geburt auf dem Müll landen.
Genau das Richtige für mich!!!
Ohne groß zu überlegen (mach ich immer so!), schickte ich Jana eine PN, mit der Anfrage, was sie denn mit den Kümmerer machten. Zur Antwort bekam ich: Willst du einen haben?? Ich hätte da gerade einen auf dem Gang stehen – ein ganz knuffliger kleiner Kerl. Ich wäre froh, wenn Du ihn nehmen würdest, denn mein Chef hat ihn entdeckt und er soll jetzt als Spanferkel enden!
Nun das geht ja mal gar nicht! Zurückgemail: wo steht er, wann kann ich ihn holen?
Antwort: bei Leipzig und ich bringe ihn. Soll ich ihn noch kastrieren lassen, morgen kommt unser Tierarzt?
Natürlich!!!, uff, hatte ich doch immer noch ein Trauma von Gimlis Kastration!
3 Tage später um 18 Uhr Abends am 9.11.2007 kommt Jana auf unserem Hof an, mit meinem Schweindl im Kofferraum.
Kollegen von ihr haben ihr geholfen eine Speisbütt umzugestalten, aus dem mir jetzt ein kleines rosa Schnäuzelchen neugierig hervorschnüffelte.
Der arme Kleine war vollkommen fertig. Also erstmal rein ins Haus, Schwein in mein altes Meerschweinchengehege gesetzt und erstmal was zu futtern hingestellt. Futter beruhigt jedes Schwein!
Jana war so lieb und hatte mir einen großen Eimer mit Futter mitgebracht, damit ich ihn langsam auf mein Futter umstellen konnte.
Ein Name war schnell gefunden – Oskar sollte der Glückliche heißen, wie der aus der Blechtrommel, der ja auch nicht wachsen wollte.
Jana erzählte uns, daß seine Geschwister schon doppelt so groß sein würden und spätestens im März ihr Schlachtgewicht haben würden!
Gulb, dieser kleine Oskar hier war viel viel kleiner als meine Minis! Aber was solls, hauptsache, ich hatte ihn!
2 Tage verbrachte Oskar bei uns im Badezimmer, bis ich eine gut isolierte Hütte und ein extra Abteil im Schweinestall für ihn gebaut hatte, dann durfte er umziehen.
Meine Minibande war ganz aufgeregt und knurrte, sabberte und keifte am Zaun entlang, aber Oskar ließ sie einfach links liegen. Fast 3 Wochen hielt ich ihn getrennt neben den Kleinen, dann öffnete ich den Zaun und Oskar bekam erstmal Prügel!
Schweine sind keine angenehmen Gesellen und können Artgenossen gegenüber ziemlich gemein werden. Aber da mußte der Kleine durch!
Die nächsten 14 Tage verbrachte ich viel Zeit damit, Oskar seine großen und kleinen Wehwehchen mit Salbe zu verarzten, aber es wurde zusehens besser.
Eines Morgens dann die große Überraschung: Oskar kam aus der Schlafhütte der Minis!!! Er war jetzt offizielles Mitglied der Rotte!
Mittlerweile ist Oskar etwas größer als die Minis, aber für ein ein Jahr altes Deutsches Edelschwein viel zu klein. Er ist gesund und munter, unheimlich verfressen, wühlt und suhlt sich wie jedes andere Schwein und ich glaube, er ist ganz glücklich bei mir.

 
Nanny Ogg
Besucher
Beiträge: 968
Registriert am: 23.08.2008


   

Ein Wildschwein kommt selten allein

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de