Herbstnacht- eine Gruselgeschichte

#1 von Sunfire , 07.10.2008 14:57

Herbstnacht- Eine Gruselgeschichte

Ich war ein ganz normales Mädchen, dachte ich zumindest, bis mir etwas Fürchterliches passierte.
Eines Abends ging ich nach oben in mein Zimmer. Dieses befand sich unter dem Dach. Es beinhaltete zwei Dachfenster, ein Bett, eine Kommode für die Kleidung, ein Regal und ein Schreibtisch. Es war Herbst. Die Blätter hatten sich schon wunderschön verfärbt. Draußen wurde es zusehends kälter und dunkler. Ich war vollkommen müde und kaputt. So legte ich mich ins Bett. Nicht weit von mir, war das erste Fenster. Ich konnte also immer nach draußen schauen, wenn ich wollte. Auch heute schaute ich hinaus. Ich sah die Sterne funkeln und den Mond scheinen. Um mein Zimmer ein wenig zu wärmen, zündete ich ein paar Kerzen an. Die Atmossphäre die nun besonders schien, regte mich ein weiteres Mal an hinaus zu schauen. Plötzlich erschrack ich fürchterlich. Ich entdeckte zwei Augen in der Finstenis. Sie blickten mich leer an. Die Gestalt dort draußen, war bleich, ja fast schon ein Geist. Ich wendete meinen Blick ab, nur um im nächsten Moment nochmals hinzusehen. Doch die Situation änderte sich nicht. Mit einem Mal machte ich Bekannschaft mit der Angst. Ich stand auf und rannte zur Tür. Ruckartig öffnete ich diese. Verängstigter als zuvor, stolperte ich zurück und fiel hin. Vor mir stand ein weiterer Herr. Genauso wie der andere, waren auch seine Augen leer, sein Körper ganz bleich und hell. Ebenso bewegte auch dieser sich nicht und starrte immer nur auf einen Punkt. Ich fing an zu zittern. Irgendwie musste ich hinaus, schoss es durch mein Kopf. Aber die Frage war wie? Es gab nur einen Weg hinaus, es war die Tür. Aber diese wurde versperrt. Es gab keine andere Lösung. Verängstigt stand ich auf. Ich trat einen Schritt auf ihn zu, wollte unbedingt vermeiden, dass ich seine Aufmerksamkeit erregte. Mein Herz raste. Ich sah einen Spalt, durch den ich mich hindurchzwängen könnte. Also machte ich mich ganz klein und versuchte mein Glück. Säuberlich vermied ich es, ihn zu berühren. Jedoch hatte ich kein Glück. Mein Arm streifte den seinen. Ich spürte etwas kaltes, ja fast schon lebendiges. Immer eiliger hatte ich es hindurch zu kommen. Bei dem fremden, bleichen Mann tat sich nichts. Währenddessen hatte ich es geschafft. Ich rannte die Treppe hinab, in Richtung des Zimmers meiner Mutter. Leise öffnete ich die Tür und schloss sie auch wieder. Auch ihr Zimmer war mit Kerzen erleuchtet. Unerwarteterweise lag in dem Bett nicht meine Mutter, sondern eine fremde Dame. Das Bett war umringt mit Blumen. Ich verstand nicht, was ich dort sah. Aber eins war klar erkennbar. Die fremde Dame war alt und Tod. Ich biss auf meine Lippe. Ein kalter Schauer überfuhr mein Rücken. Die Kerzen in dem Raum meiner Mutter erloschen ruckartig. Erschrocken sah ich mich um. Das Mondlicht fiel auf die Tote. Ohne etwas dagegen machen zu können, lief ich ein paar Schritte weiter hinein in dem Raum. Von der Treppe her, erklangen langsame Schritte. Wieder durchfuhr mich die Angst. Ich wendete meinen Kopf nach hinten, nicht wissend was ich tun sollte. Als ich wieder zu der alten Toten sah, saß diese aufgesetzt in ihrem Bett, ihre Augen waren offen. Ich fing wieder stark an zu zittern. Kalter Schweiß lief meine Stirn hinab. Und dann traten aus allen Ecken und Kanten, weitere Bleichgesichter. Anders wie bei den anderen Beiden, bewegten sich diese. Unzwar genau auf mich zu. Ich wurde schwach und konnte keinen Schritt mehr tun. Auch wenn ich die Augen schloss, spürte ich ihre Anwesenheit. Ein weiteres Mal erklangen Schritte von der Treppe. Es waren dumpfe Schritte. Mittlerweile war es Mitternacht. Die große Uhr fing an zu schlagen. Eine seltsame angsteinflössende Melodie ertönte. Meine Angst ging so weit, dass ich keine Luft mehr bekam. Das Blut in meinen Adern schien zu gefrieren. Da waren sie wieder die Schritte. Jetzt blieben sie vor der Tür stehen. Ein weiteres dumpfes Geräusch. Die Bleichgesichter traten dagegen immer weiter auf mich zu. Ihre Hände griffen nach mir. Ich konnte nicht ausweichen. Sie kamen von überall. Ich schrie, aber mein Schrei war nicht hörbar. Tränen liefen meine Wange hinunter. Immer weiter kamen die weißen Menschen mit den leeren Augen heran. Die beängstigende Melodie wurde immer lauter. Nicht mehr weit, waren die Hände der Geister von mir entfernt. Nur noch ein paar kleine Schritte. Und ich konnte mich immer noch nicht bewegen. Die Uhr, sie schlug immer noch. Weitere dumpfe Geräusche. Da, da hatte mich jemand von hinten berührt. Die Angst brachte mich fast um. Meine Nerven waren am Ende. Ich schlug wild um mich. Immer schneller, immer heftiger. Trotzdem berührten sie mich und zerrten an mein Leben. Ich verlor mein Bewusstsein, fiel zu Boden. Verzweifelt versuchte ich wieder zu erwachen, mich wieder bewegen zu können. Aber es funktionierte nicht. Auch jetzt noch, waren die eisigen Finger der lebendigen Toten zu spüren. Mein Geist fing an aus dem Körper zu treten. Ich wehrte und wehrte mich. Ich konnte nichts tun. Ich war gezwungen die Geschehnisse mitanzusehen. Wie sie sich meines Körper bedienten. Wie sie das Leben aus ihm raussogen. Dann trat jemand oder etwas durch die Tür. Die furchteinflössende Melodie schwoll an, das dumpfe Geräusch erklang. Der Tod höchstpersönlich trat ein. Er hatte seinen Umhang um, sein Gesicht war nicht zu erkennen, seine Sense hatte er bei sich und er schien über den Boden zu schweben. Immer näher ging dieser an meinen Körper heran. Ich musste hilflos zusehen, schloss meine Augen. Ich spürte was geschah, wollte es dennoch nicht wahr haben. Als ich meine Augen wieder öffnete, steckte ich wieder in meinen Körper. Auf mir lag die alte Dame. Ihre weißen Augen blickten direkt in die meine. Ihr verwesender Körper lag auf mir. In Tränen gehüllt, versuchte ich sie von mir runter zu bekommen. Was mir anfangs nicht gelang, schaffte ich nach mehreren versuchen. Schnell stand ich auf. Ich schaute mich nicht mehr um, sondern rannte einfach hinaus. Auf dem Flur rannte ich in Richtung Tür, welche nach draußen führte, Die Bleichgesichter waren immer noch hinter mir her. Mein Herz raste nach wie vor. In der bitteren Kälte dann, brach ich unter einem Baum, erschöpft zusammen.
Als ich ein weiteres Mal wieder zu mir kam, umgab mich wohlige Wärme. Ich lag wieder in meinem Bett. Die Sonne lächelte mich warm und strahlender denn je an. Doch die Erinnerungen blieben und begleiteten mich jede Nacht.

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