RE: Gedanken zu Reiki

#16 von jedami , 24.09.2013 12:40

Zitat von Maienfalke
Aus diesem "Gefängnis" kommen wir aber auch in Jahrmillionen nicht heraus, denn auch da können wir nur das erfassen und erkennen, was wir mit unserem zwangsweise begrenzten Verstand erkennen und erfassen können.



Das sehe ich genauso. Allerdings kann man sich der Wirklichkeit immer weiter annähern. Ein Modell löst das nächste ab und jedes eröffnet mehr Möglichkeiten. Evolution eben.

Zitat von Maienfalke
Was das Reiki angeht, so hab ich noch nicht so ganz begriffen, wie dein Informationsmodell zu verstehen ist...



Da geht es dir wie mir. Ist eher seit Jahren ein langsames Vorantasten. Wenn ich alle Antworten hätte, würde ich ja gar nicht darüber sprechen, sondern ein neues Universum schaffen, das mir besser gefällt.

Zitat von Maienfalke
Vor allem, warum es in Sachen Energie die raumzeitliche Begrenzung geben muss. Laut Energieerhaltungssatz verschwindet keine Energie, sondern wird nur gewandelt. Wenn dem so ist, so ist die Energie, die heute um und in uns ist, dieselbe Energie, die vor wievielen Jahren auch immer da war und in genauso vielen Jahren noch da ist. Und nur, weil es mit unseren beschränkten wissenschaftlichen Methoden nicht messbar ist, besteht kein Grund, dass wir, indem wir gezielt Energie weitergeben, nicht auch Energie in anderer Zeit oder Raum erreichen können. Ist ja schließlich dieselbe Energie!



Ja und nein. Natürlich gilt der Energieerhaltungssatz. Aber beim Transport von Energieformen über Entfernungen wandelt sich eben zunehmend ein Teil der Energie um, d.h. die Energie wird mit zunehmender Entfernung schwächer. Außerdem unterliegt sie der Begrenzung der Lichtgeschwindigkeit. Information dagegen kann mit Überlichtgeschwindigkeit übermittelt werden, wie man seit wenigen Jahren weiß. Wäre Reiki ein Energiephänomen würde die Energie beim Übertragen mit zunehmender Entfernung schwächer werden und würde den Gesetzmäßigkeiten der Zeit unterworfen sein.

Das könnte man alles als Spitzfindigkeiten abtun und für die Praxis als unwichtig. Das habe ich von vielen gehört, aber ich halte das für falsch. Je mehr wie von einer Sache verstehen und je näher das Erklärungsmodell an der Wirklichkeit liegt, umso mehr praktische Möglichkeiten eröffnen sich. Wenn ich Blitze für Drohungen von erzürnten Göttern halte, kann ich nur bitte, bitte, verschont mich beten. Verstehe ich die Elektrizität hinter diesem Phänomen, kann ich Kühlschränke betreiben und das Internet erfinden. Das Modell ist also nicht nur ein Luxus, sondern ein folgenreiches Werkzeug. Leider kommt man nicht mal gerade so von Modell zu Modell; da machen sich meist viele über lange Zeiträume alle möglichen Gedanken, bis es bei irgendjemandem mal irgendwann klick macht und ein Durchbruch da ist. Das ganze Gedankenmachen zwischen Modell A und Modell B ist aber notwendig, denn ohne es macht es nicht klick, auch wenn vieles von den Gedanken sich nachher dann als Schwachsinn herausstellt.

Zitat von Maienfalke
Oh, um nochmal auf den Heilungseffekt zurückzukommen: Ich hab da schon einen bemerkt. Sicherlich gehe ich nicht hin und hoffe, durch Handauflegen einen gebrochenes Bein wieder eins, zwei, fix zusammenschweißen zu können. Aber so hab ich Reiki auch nie verstanden.
Für mich ist eine wundervolle Methode, die körpereigenen Energien auszugleichen und wieder aufzufüllen. Bei Anderen und bei mir selbst. Das reicht meistens schon, um Körper und Geist Anstoß und Kraft zu geben, Heilungsprozesse in Gang zu setzen. Denn ob mit moderner Krankenhaustechnik oder althergebrachter Medizin, welcher Art auch immer: Heilen muss sich jeder selbst. Außenstehende können nur die bestmöglichen Voraussetzungen dafür schaffen.



Die Erfahrung habe ich auch oft gemacht. Und mittlerweile gibt es zu Reiki ja auch Doppelblindstudien aus den USA, die gezeigt haben, dass Reiki die gleiche Wirkung wie ein Placebo hat. Es ist also durchaus eine wirksame Methode, um im Bewusstsein Prozesse anzustoßen, die gesundheitliche Auswirkungen haben. Allerdings ist der Heilungsaspekt von Reiki nicht sonderlich prominent, sonst müsste es ja wesentlich wirksamer als ein Placebo sein. Das wiederum spricht für meine Sichtweise, dass der eigentliche Nutzen von Reiki eher auf ganz anderem Gebiet liegt und dass die Fixierung auf Heilung eher in die falsche Richtung führen kann.

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RE: Gedanken zu Reiki

#17 von Maienfalke , 24.09.2013 20:24

Zitat von jedami

Das sehe ich genauso. Allerdings kann man sich der Wirklichkeit immer weiter annähern. Ein Modell löst das nächste ab und jedes eröffnet mehr Möglichkeiten. Evolution eben.



Ich find diesen Gedanken ja schon irgendwie knuffig. Gerade weil wir nur über beschränkten Verstand verfügen, mit einem Denkmodell ein anderes ablösen, setzen wir die Grenzen unsreres Verstandes nur um. Damit kommen wir in Zukunft genauso weit an das, was Du so schön als Wirklichkeit bezeichnest, wie wir es jetzt tun oder unsere Vorfahren taten. Aber das weiter auszuführen, dürfte hier den Rahmen sprengen, müsste in den Club der Philosophen verlegt und könnte wahrscheinlich ebensolange diskutiert werden, wie es dieses Forum hier gibt...

Zitat von jedami

Die Erfahrung habe ich auch oft gemacht. Und mittlerweile gibt es zu Reiki ja auch Doppelblindstudien aus den USA, die gezeigt haben, dass Reiki die gleiche Wirkung wie ein Placebo hat. Es ist also durchaus eine wirksame Methode, um im Bewusstsein Prozesse anzustoßen, die gesundheitliche Auswirkungen haben. Allerdings ist der Heilungsaspekt von Reiki nicht sonderlich prominent, sonst müsste es ja wesentlich wirksamer als ein Placebo sein. Das wiederum spricht für meine Sichtweise, dass der eigentliche Nutzen von Reiki eher auf ganz anderem Gebiet liegt und dass die Fixierung auf Heilung eher in die falsche Richtung führen kann.



Ich habe nie behauptet, dass Reiki wie ein Placebo wirke oder über Bewusstseinsprozesse Einfluss gesundheitliche Auswirkungen habe. Wenn dem so wäre, würden Fernbehandlungen durch Reiki, Energiebereitstellungen u.ä. nur bei denen wirken, denen bewusst wäre, dass sie gerade Reiki bekommen - und das ist nicht der Fall!
Mal davon abgesehen, dass energetische Prozesse (ich bleibe bei "energetisch") an sich nicht mit heutigen "wissenschaftlichen" Methoden messbar sind, man daher nur ansatzweise wissenschaftlich vermuten kann, was tatsächlich passiert und Energien nunmal - wie bereits in vorigen Beiträgen erwähnt - nicht wie eine OP oder ein Placebo bewusst und punktuell wirken.

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RE: Gedanken zu Reiki

#18 von Alwin , 24.09.2013 20:49

Zitat von jedami

Das sehe ich genauso. Allerdings kann man sich der Wirklichkeit immer weiter annähern. Ein Modell löst das nächste ab und jedes eröffnet mehr Möglichkeiten. Evolution eben.


Ich frage mich, ob wir das Universum je verstehen werden, ohne es von aussen zu betrachten?! Unser Versuch gleicht ein bisschen den Bemühungen einer Laborratte, die allein aus den Indizien ihres kleinen Käfigs und dem was sie sieht im Labor schlussfolgern will, wie die Welt da draussen tickt!
Ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen, würde ich sagen. Sie wird sich zwar durchaus etwas zusammenreimen können, aber mit ziemlicher Garantie falsch liegen, weil sie die Dinge nicht von aussen betrachten kann.

Ähnlich geht es uns. Wir sind mitten drin in unserem Universum und interagieren auch damit mit jeder Bewegung und jedem Gedanken. Ein umfassendes Verständnis über die wirklichen Zusammenhänge werden wir aus unserer Froschperspektive kaum erkennen können.

Aber ich denke, das ist auch gar nicht nötig. Wir können auch prima mit einem System arbeiten, ohne es bis ins letzte Detail verstanden zu haben.

Zitat von jedami
Das wiederum spricht für meine Sichtweise, dass der eigentliche Nutzen von Reiki eher auf ganz anderem Gebiet liegt und dass die Fixierung auf Heilung eher in die falsche Richtung führen kann.


Genau, der eigentliche Zweck von Reiki lag nämlich nur darin, Orchideen wieder zum Blühen zu bringen! Jawohl!

 
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RE: Gedanken zu Reiki

#19 von Titania , 24.09.2013 23:03

Was wäre denn, wenn es eine Mischung aus Informationsmodell und Energiemodell ist ?
(ketzerischer Gedanke.... aber durchaus naheliegend... jedenfalls bei mir)

Ich halte dieses "Guru"Meister - Brimbamboruim auch nicht für förderlich sich offen und spielerisch mit Reiki auseinander zu setzen und zu experimentiern. Die meisten werden in den gesteckten Bahnen ihre Hände auflegen oder Fernreiki betreiben und sich nicht über den Tellerrand wagen.
Aber Du ja nicht... und es gibt auch bestimmt einige, die Reiki nur als ersten Schritt ansehen und damit weiter arbeiten. Meist wohl erstmal allein, weil in der örtlichen Reikigruppe "Ketzer" vielleicht nicht so gern angehört werden. (Ist ja auch immer noch ein Geschäft... )

Und nun nochmal zu dem revolutionären Gedanken der Mischung... es würde zumindest einiges erklären. Der Logiker in mir sagt, wenn die Informationen ohne Reibungsverlust die Zielperson/-Situation erreichen können, könnten sie auch Energie transportieren, welche dann ebenso reibungsverlustlos ankommen könnte.
Es würde einiges erklären aus meinen Erfahrungen mit Reiki.

Und warum versuchen wir nicht mal einen Schritt aus uns heraus beiseite zu treten und eine Situation als Zuschauer zu betrachten ? Bei zwischenmenschlichen Problemen kann das sehr helfen.
Und nun , warum sollte es nicht möglich sein einen größeren Schritt zu gehen und sich und die Erde, die Kraftfelder, Kraftlinien .... aus einer anderen Perspektive zu sehen. Soweit wie möglich hinaus zu treten aus dieser Situation bis wir auch da Zuschauer sind und einen besseren Überblick bekommen ?
Wie könnte man das anstellen ?


....

 
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RE: Gedanken zu Reiki

#20 von jedami , 24.09.2013 23:11

Zitat von Titania
Was wäre denn, wenn es eine Mischung aus Informationsmodell und Energiemodell ist ?
(ketzerischer Gedanke.... aber durchaus naheliegend... jedenfalls bei mir)



Ja, dieser Gedanke gefällt mir. Erinnert mich an die Welle-Teilchen-Dualität des Lichts, das irgendwie beides zu sein scheint, obwohl einem das irgendwie widersinnig vorkommt.

Zitat von Titania
Ich halte dieses "Guru"Meister - Brimbamboruim auch nicht für förderlich sich offen und spielerisch mit Reiki auseinander zu setzen und zu experimentiern. Die meisten werden in den gesteckten Bahnen ihre Hände auflegen oder Fernreiki betreiben und sich nicht über den Tellerrand wagen.



Wobei daran ja auch nichts Schlimmes ist. Jeder hat ja seine eigene Art an die Dinge heranzugehen. Aber für mich fühlt sich das einfach zu eng an.

Zitat von Titania
Meist wohl erstmal allein, weil in der örtlichen Reikigruppe "Ketzer" vielleicht nicht so gern angehört werden. (Ist ja auch immer noch ein Geschäft... )



"Ketzer" - kommt mir sehr bekannt vor. Ketzer sein ist einfach etwas Schönes, zumindest solange man nicht auf dem Scheiterhaufen landet.

Zitat von Titania
Und nun , warum sollte es nicht möglich sein einen größeren Schritt zu gehen und sich und die Erde, die Kraftfelder, Kraftlinien .... aus einer anderen Perspektive zu sehen. Soweit wie möglich hinaus zu treten aus dieser Situation bis wir auch da Zuschauer sind und einen besseren Überblick bekommen ?
Wie könnte man das anstellen ?



Danke für den schönen Gedanken! Wie könnte man das anstellen? Weiß noch nicht, aber das ist die generelle Richtung, in die ich gerne gehen möchte und die Zeit wird es zeigen, oder eben auch nicht. Diese Art der Herangehensweise wirft naturgemäßig immer mehr Fragen auf als Antworten, aber das macht es zumindest abenteuerlich und hält das Schiff im Wind.

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RE: Gedanken zu Reiki

#21 von Sjel , 25.09.2013 11:43

Lieber Jedami,

Vor einigen Jahren habe ich ebenfalls Erfhrungen mit Reiki gemacht und das in zweierlei Hinsicht. Einmal für sich stehend und ohne großen Heilungserfolg und einmal im Zusammenhang mit Kinesiologie sowie manueller Therapie. Letzteres hatte einen ordentlichen Erfolg, denn es spielten nicht nur die schulmedizinischen Faktoren eine nicht unerhebliche Rolle, sondern auch der meditative Aspekt des Reiki. Denn auch als ich die Reikibehandlung für sich stehend erhielt, war es für mich nichts anderes als eine geführte Meditation.

Darüber hinaus finde ich sehr spannend, dass sich die Erfahrungen der User ein stückweise gleichen.

Liebe Grüße
Sjel

 
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RE: Gedanken zu Reiki

#22 von jedami , 25.09.2013 12:10

Hallo Sjel,

was du schreibst deckt sich mit dem, was ich in den Jahren oft von anderen gehört habe, mit denen ich mich in den Attunement-System-Gruppen ausgetauscht habe. Und es bestätigt zumindest einen Teil meiner Sichtweise. Über das authentische Reiki hat man ja erst im Laufe der Zeit einiges herausfinden können. Es scheint als hätte Hawayo Takata, als sie Reiki in die USA brachte, nicht nur das System sehr stark verändert, um es kommerziell nutzen zu können. Möglicherweise hat sie auch den Fokus auf Reiki als Heilmethode gewählt, da sich das natürlich besser verkaufen ließ als eine Meditationsmethode. Wie auch immer, ist jedenfalls für mich recht naheliegend. Es ist ja häufig so, dass spirituelle Systeme oft ganz "unschuldig" und einfach beginnen und relativ schnell dann verdreht und für Geld, Macht oder ähnliches genutzt werden. Da müssen dann nicht einmal hundert Jahre vergehen und beim Wandern durch verschiedene Kulturen ist nach diesem Stille-Post-Spiel am Ende etwas vorhanden, das kaum noch eine Ähnlichkeit mit dem Ursprünglichen hat.

LG,

Jedami

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