Pimpinella

#1 von Esme , 30.09.2008 17:55

Bibernelle oder auch Bockswurzel genannt.
Vor ca. 30 Jahren begegnete mir dieses kleine Pflänzchen das erstemal als ich in der Pfalz zu Gast war. Die Frau verwendete sie als Salatgewürz, mir als Nordlicht vollkommen neu, ich kannte nur Petersilie und Schnittlauch im Salat.

Seit ich ein Fleckchen Erde bewirtschaften darf ist sie ein ständiger Begleiter auf den man sich immer verlassen kann sie blüht ähnlich wie Kümmel oder Kerbel und die größere wilde Sorte kann bis zu 150 cm groß werden.

Die meißten Kräuter- und Heilpflanzenbücher sind eher trocken gehalten, hier die Beschreibung aus einem kleinen Büchlein, die mir gefiel Chrut und Uchrut ersch.1924, Verfasser Joh.Künzle, Pfarrer

Bibernell ist gewaltig wie ein Russe und verjagt verhockte und eiternde Stoffe aus Kehlkopf, Lunge, Magen, Gedärme, heilt Heiserkeit (in Wein gesotten und gegurgelt und getrunken) in einer Stunde, daher für Redner unschätzbar, entfernt Darmkatarrh und Lungenkatarrh, in Essig bereitet entfernt er wildes Fleisch und Eiter und heilt schnell die Wunden. Dazu wird die Wurzel, die an der Luft bläulich wird und unangenehm riecht, fein zerschnitten, gedörrt und in der Kaffeemühle zu Pulver gemahlen.

Von Selbstversuchen rate ich natürlich ab, vor allem bei großen Wunden, bitte lieber zum Arzt gehen. Für die Hausapotheke aber, gegen Husten und Heiserkeit ist sie bestimmt ein hilfreiches Mittel. In der Naturheilkunde wird sie immer noch bei Angina und Bronchitis angewandt.
In Mitteleuropa war sie ein vortreffliches Mittel gegen Pest und Cholera, es gibt natürlich auch einige Geschichten die sich um sie ranken, erwähnenswert finde ich noch:
Wenn die Indianer in Dakota jemandem recht große Freundschaft erweisen wollten, schenkten sie ihm eine Handvoll der dort seltenen Bibernelle.

Wie ein kleiner Kobold taucht sie bei mir in jedem Jahr auf, immer an einem anderen Platz. In diesem Jahr gefällt es ihr neben Lavendel und Johanniskraut. Während andere Kräuter sich schon so langsam verabschieden müssen behauptet sie sich erst recht und besticht mit ihrem satten Grün und den feinen Blättchen die irgendwie an kleine Biberschwänze erinnern. ihr Duft erinnert leicht an Gurken, daher war sie wohl zu einem Salatgewürz degradiert. Aber auch sie ist als Heilpflanze wieder im Kommen, wie so viele andere und das ist erfreulich.

Liebe Grüße, Esme

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RE: Pimpinella

#2 von avellana , 01.10.2008 13:43

Unter Pimpinelle gibt es verschiedene Pflänzchen, manche bezeichnen die hier als Pimpinelle:
http://www.wuerzkraut.de/inhalt/pimpinelle.htm
andere die hier:
http://www.kaesekessel.de/kraeuter/b/bibernelle.htm
Die Blätter sind nahezu identisch, die Blüten und die Größe nicht. Ich weiß nicht ob beide die gleiche Wirkung haben und nutze sie (ich habe die kleinere, die offenbar auch kleiner Wiesenknopf genannt wird) darum nur zur Dekoration und zum Würzen. Allerdings verhält sie sich ganz genau so wie bei dir Esme, sie taucht auf wo sie mag und hat dieses Jahr beschlossen sich mitten im Steingarten anzusiedeln. Ich dachte wasserhungrig wie sie ist gefällt es ihr an der Pumpe aber dort ist sie verschwunden.

 
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RE: Pimpinella

#3 von Esme , 02.10.2008 20:04

Wiesenknopf und Pastinak sind mir auch bekannt, die kultivierte Form ist mittlerweile aber auch verwildert, jedenfalls bei mir, wenn es denn eine kultivierte war, ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls stand sie schon überall, auf trockenen Stellen, im Igeleck, unter der Weide, vielleicht wollte sie etwas austesten

Liebe Grüße, Esme

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