Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#1 von Titania , 11.05.2013 23:13

Manchmal frage ich mich, was wohl passiert, wenn alle Menschen versuchen sich biologisch wertvoll zu ernähren und vielleicht tatsächlich alle losgehen und in den Wäldern und Feldern die essbaren Wildkräuter zu sammeln, damit sie was auf den Tisch bekommen....
Es ist wahrscheinlich eine utopische Vorstellung,... Gott sei Dank... aber ich frage mich, was wohl passieren würde, wenn die Menschen unseren "Aufrufen" folgen und es zu einer Welle wird.

Ich steh da als naturschützender Druide etwas zwischen Stühlen... .wie seht Ihr das ?

 
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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#2 von wanderbenny , 13.05.2013 10:33

Ja, da habe ich auch so meine Befürchtungen, dass, wenn alle Leute, denen ich von gesunder Ernährung aus der Natur erzählte, losgehen würden, um sich selbst welche zu suchen, so einige Schäden entstehen würden und ich selbst noch rennen müßte, um meine Kräuter und Wildfrüchte zu bekommen.
Aber der Göttin sei Dank finden meines Erachtens nach nur solche Leute Zugang zu den Schätzen der Natur, die auch achtsam damit umzugehen wissen. (meistens jedenfalls )
Und es steckt ja auch eine ganze Menge Arbeit dahinter, sich die Heil-und Nahrungsmittel aus der Natur selbst zu sammeln und aufzubereiten/konservieren, was ja viele davon abschreckt.

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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#3 von Titania , 13.05.2013 12:59

Ich hoffe es.... aber es braucht tatsächlich aber auch nicht alle, sondern ein paar sehr motivierte Menschen. Wenn jeder von denen aus der gleichen Gegend durch den anliegenden Wald streift und an jeder Stelle wo bestimmte Kräuter stehen, etwas abpflückt, natürlich immer etwas für den Bestand zurück läßt,... wenn das jeder dieser Menschen dort tut, wird der Bestand auch geringer, weil es bei jedem pflücken wieder weniger wird. Und der letzte denkt sich, wenn ich es nicht pflücke, dann hab ich ja gar nichts und schwups ist alles weg und der Bestand für das nächste Jahr unsicher.

Auf diese Frage gekommen bin ich eigentlich über den Einkauf-Thread. Und falls der Trend steigt nach Wildkräutern usw. wäre es vielleicht eine Nische, dieses tatsächlich in größeren Mengen anzubauen und zu verkaufen anstatt sie in den Wäldern selbst zu pflücken. Zwar müßte man dann wieder Geld ausgeben, aber zumindest wäre der Bestand in der Natur gewährleistet. Nur, dann ist es natürlich keine Ersparnis mehr für den Geldbeutel..

 
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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#4 von elHakim , 14.05.2013 22:27

Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Mensch in seiner Raffgier dann eben felderweise Hirtentäschelkraut statt Weizen anbauen würde. Wegen der Mühsal, selbst arbeiten zu müssen, scheint mir ein Ausverkauf der Wälder ziemlich unwahrscheinlich.

 
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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#5 von wanderbenny , 15.05.2013 08:48

Dann wären es aber eben keine Wildkräuter mehr, sondern von Menschen, bestimmt auch auf gedüngten Äckern, angebaute Pflanzen, die garantiert nicht mehr die gleiche Wirkung haben.

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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#6 von Alwin , 20.05.2013 21:56

Zitat von Titania
Manchmal frage ich mich, was wohl passiert, wenn alle Menschen versuchen sich biologisch wertvoll zu ernähren und vielleicht tatsächlich alle losgehen und in den Wäldern und Feldern die essbaren Wildkräuter zu sammeln, damit sie was auf den Tisch bekommen....


Ich glaube, diese Angst ist unbegründet, denn den "modernen" Menschen fehlt schlicht das Wissen um die Pflanzen in der Natur. Viele trauen sich ja nicht mal mehr, Bärlauch zu ernten, aus Angst ein falsches Kraut zu erwischen!

 
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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#7 von elHakim , 30.06.2013 21:17

Vielleicht muss man mit dem Aberglauben aufräumen, alles "aus der Wildnis" wäre besser als das, was in großer Zahl auf einem normalen Acker wächst. Begriffe wie "naturbelassen", "Wild-" entwickeln sich derzeit eher zu modernen Archetypen, die für "gesund und nachhaltig angebaut" stehen. Die Frage ist daher nicht, ob jedermann Wildkräuter rupfen sollte, sondern vielmehr, wie er sich ernähren will: Gemüse oder Fastfood-Pappe.

 
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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#8 von Nachtfalke , 30.06.2013 21:55

Hallo zusammen!

Also die Angst, dass man sich Kräuter in großen Massen anpflanzt habe ich wiederrum nicht. Ich habe vor einigen Jahren eine Dokumentation über Heilkräuter und deren kommerzielle Verwendung gesehen. Da war unter anderem auch die Beschaffung der Kräuter das Thema. Es gibt tatsächlich einige "Bauern" die diese Kräuter anpflanzen und sich darauf spezialisiert haben (für die Pharmaindustrie). Diese haben allerdings das Problem, dass es anscheinend keine Gesetzmäßigkeiten gibt bzw. die Ernte mal sehr stark und mal sehr schwach ausfällt.

Ich könnte mir vorstellen, dass div. Kräuter einen sehr exklusiven und speziellen Boden brauchen und wenn diese Nährstoffe nicht mehr vorhanden sind, sie anschließend nicht mehr (so gut) gedeihen. Dann müsste man eine komplett neue Kultur anpflanzen um andere Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen usw. Insgesamt wäre es aber wie mit Getreide und Gemüse - irgendwann ist der Boden nunmal ausgelaugt und es wächst nichts Großartiges mehr.

Die Frage die ich mir daher (allgemein) stelle ist: Wie kann man einer faktisch toten Erde wieder Kraft geben und ihr die Energie zurück?
Ich meine, es ist ja auch ökologisch gesehen interessant. Auch wenn ich glaube, dass die Erde noch viele Jahre aushält bis sie komplett "tot" ist, so ist es doch eine langfristige Frage wie man dieses Sterben verhindern kann. Oder wie man darauf aufmerksam machen kann.

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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#9 von Dolben , 01.07.2013 00:09

Zitat von Nachtfalke
....

Die Frage die ich mir daher (allgemein) stelle ist: Wie kann man einer faktisch toten Erde wieder Kraft geben und ihr die Energie zurück?

....



Wer sagt, dass die Erde faktisch tot ist?

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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#10 von Nachtfalke , 01.07.2013 11:06

Also wenn keine Mikroorganismen/ Nährstoffe etc dort sind, dann würde ich meinen, dass die Erde quasi nicht mehr lebt - so wars gemeint

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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#11 von lirote , 01.07.2013 12:34

Der Hauptunterschied den ich zwischen regulär angebauten Kräutern und Wildkräuter sehe, ist tatsächlich die Nährstoffdichte. Konventionelle Kunstdünger enthalten im Schnitt die 8 wichtigsten Spurenelemente, die eine Pflanze zum Wachsen benötigt. Boden, der durch natürliche Verrottung gedüngt wird, enthält knapp 80 Spurenelemente. Diese Nährstoffe finden sich selbstverständlich auch in der Pflanze wieder und stehen damit uns beim Verzehr zu Verfügung.

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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#12 von Jonathan , 01.07.2013 17:12

Titania schreibt:

Zitat
Manchmal frage ich mich, was wohl passiert, wenn alle Menschen versuchen sich biologisch wertvoll zu ernähren und vielleicht tatsächlich alle losgehen und in den Wäldern und Feldern die essbaren Wildkräuter zu sammeln, damit sie was auf den Tisch bekommen....


Das war in der Vergangenheit schon oft der Fall. Gefährlich wird es bei Brandrodung oder Umweltverseuchung. Die Menschen werden ja nicht weniger auf der Erde, sondern mehr. Sie wollen zwar meistens von der industriellen Landwirtschaft ernährt werden, flüchten aber in die Städte. Was dort passiert wissen wir ja - Oder?

Betrifft: lirote
Heilkräuter brauchen oft ein bestimmtes Biotop, ähnlich wie bestimmte Menschen. Nur in dieser Einbettung kommen sie zur ihrer Entfaltung. Am Himmelszelt stehen Sterne in Gruppen, in Haufen oder alleine.

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RE: Zwischen biologischem Essen und dem Naturschutz

#13 von elHakim , 01.07.2013 19:09

Nährstoffe wird es wohl geben, solange es organisches Material gibt. Bakterien wird es erst dann nicht mehr geben, wenn die Sonne in zig Milliarden Jahren als Roter Riese ausglüht.
Das werde ich zumindest nicht mehr erleben. Schwerwiegender scheint mir die Neigung, Ackerflächen durch Übernutzung künstlich auszulaugen, z.B. wenn ein Wildkraut auf einmal zu einer Modepflanze werden sollte. Bislang ließ sich der größte Schaden durch Fruchtwechsel vermeiden.

 
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