RE: Sekundärwissen und Bildungskapitalismus.

#46 von Jonathan , 08.01.2014 21:24

Betrifft noch mal Geldaufbewahrungseinrichtungen. Füge ein Bild ein:


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RE: Sekundärwissen und Bildungskapitalismus.

#47 von kerstin1 , 10.01.2014 07:03



Also, ich hab ja schon Abi, sogar bayrisches, aber um DAS zu verstehen brauch ich ja Jahre!

Liebe Grüße Kerstin

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RE: Sekundärwissen und Bildungskapitalismus.

#48 von elHakim , 12.01.2014 21:19

Das Diagramm ist, denke ich, Bankersprache und heißt "Gehen Sie nicht über Null, ziehen Sie keine 4000 Euro ein..."


"„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca (in: Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XVII/XVIII, CIV, 26)"
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RE: Sekundärwissen und Bildungskapitalismus.

#49 von greenman , 12.01.2014 21:56

Zitat von Knegel im Beitrag #36

Zitat von greenman
Bei Sekundärwissen und praktischer Übung möchte ich nicht von gut und schlecht reden. Jedes hat seinen Platz.

Ein Stück Sekundärwissen, das ich auf keinen Fall empirisch verifizieren möchte, ist das Wissen, dass der Genuss des grünen Knollenblätterpilzes tödlich ist.

Blessings,
Greenman

Das ist was ich meine, es werden zu oft unmengen an Daten gelehrt, ohne den Bezug zur Realität herzustellen bzw ohne "Erfahrung" zu vermitteln. Zudem wird der Wiederholung/Vertiefung keine/wenig Zeit eingeräumt, so daß viele Daten nicht den Weg ins Langzeitgedächnis schaffen, was dann die aufgebrachte Zeit fürs Lernen und Lehren unsinnig macht.



Knegel,
Ich glaube, du verwechselst "Sekundärwissen" mit "Frontalunterricht"!

Ich stelle mir eine Mutter aus der Jäger-und-Sammler-Steinzeit vor. Sie sagt gerade zu ihrer kleinen Tochter: "Shau dir diesen Pilz genau an, der wie ein leckeres Champignon aussieht! Beachte die leicht grünliche Färbung und die blassen Lamellen! Den darfst du nie für den Kochtopf sammeln, sonst schläfst du ein und wirst nie wieder wach, wie dein Onkel, der vom Mammut zertrampelt wurde." Ich sehe diese Mutter, die immer beim Anblick eines Knollenblätterpilzes die Tochter fragt, ob sie ihn sammeln soll - solange, bis die Tochter sofort "Nein!" sagt.
Die Mutter lässt das Kind nicht erfahren, was der Tod ist, noch dass dieser nach genuss dieses Pilzes eintritt. Ist "die Zeit fürs Lernen und Lehren" dann "unsinnig"?

Wenn der moderne Mensch Pilze sammeln geht, ist es im wesentlich nicht anders, außer dass das Sekundärwissen aus dem Pilzbestimmungsbuch kommt und nicht von der Mutter. Es bleibt Sekundärwissen, und das ist gut so!

Blessings,
Greenman

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RE: Sekundärwissen und Bildungskapitalismus.

#50 von elHakim , 13.01.2014 21:43

Nun, wenn wir Sekundärwissen als das verstehen, was von anderen kommt und nicht hinterfragt wird, dann wäre Primärwissen das, was ich mir selber erarbeite. Giftige Pilze zu essen ist ziemlich lehrreich, aber nur einmal. Ich denke, man muss das Sekundärwissen unterscheiden in das, was Eltern und Lehrer zwecks Überlebens des Kindes an dieses weitergeben, da es nur einmal erfahrbar würde, und solches, welches man sich überflüssigerweise nutzlos zu eigen macht.


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RE: Sekundärwissen und Bildungskapitalismus.

#51 von greenman , 15.01.2014 22:06

Zitat von elHakim im Beitrag #50
Nun, wenn wir Sekundärwissen als das verstehen, was von anderen kommt und nicht hinterfragt wird, dann wäre Primärwissen das, was ich mir selber erarbeite. ... Ich denke, man muss das Sekundärwissen unterscheiden in das, was Eltern und Lehrer zwecks Überlebens des Kindes an dieses weitergeben, da es nur einmal erfahrbar würde, und solches, welches man sich überflüssigerweise nutzlos zu eigen macht.


Al-Hakim,
Wie wären Sekundär- und Pimärwissen sonst zu verstehen? Wobei das Primärwissen nicht notwendigerweise "erarbeitet" (das klingt so nach Schule!), sondern oft lediglich erfahren werden muss.

Sekundärwissen kann sehr wohl hinterfragt bzw. experimentell verifiziert werden. Wie gründlich wir eine Information hinterfragen oder verifizieren, hängt allerdings davon ab, wie wichtig sie für uns ist, und von unseren Möglichkeiten.
Um bei den Pilzen zu bleiben: Ich experimentiere nicht damit, denn es könnte Wahr sein, das sie todlich sind. Und ich hinterfrage nicht die Pilzbücher, weil es nicht wichtig ist - wenn ich Pilze essen will, gibt's genug essbare. Wenn ich mich allerdings in einer Lage befände, in der ich zwischen dem Hungertod und dem Verzehr von grünen Knollenblätterpilzen (als einzig verfügbare, möglicherweise doch essbare Gegenstände) wählen müsste, so würde ich alles in meiner Kraft tun, um das Sekundärwissen über deren Giftigkeit zu verifizieren bzw. zu widerlegen!

Übrigens würde ich in Frage stellen, ob es überflüssiges, nutzloses Wissen überhaupt gibt! Auf jeden Fall kann man oft erst sehr viel später beurteilen, ob ein neu erkanntes Faktum - sei es primär oder sekundär - nützlich ist. Ein Puzzleteil wird erst dann nützlich, wenn man die anderen Teile des selben Puzzles hat. Oder ein einzelnes, herumliegendes Puzzleteil kann mich erst darauf aufmerksam machen, dass sich ein Puzzle irgendwo im Kinderzimmer befindet!

Bei alledem müssen wir selbstverständlich prüfen, ob es sich bei Informationen dritter um gewissenhafte Wissensvermittlung, um Verbreitung einer unqualifizierter Meinung oder um bewußte Täuschung handelt.

Blessings,
Greenman

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RE: Sekundärwissen und Bildungskapitalismus.

#52 von elHakim , 16.01.2014 20:40

Hi Greenman,

der naturwissenschaftlich getriebene Mensch würde die Giftigkeit des Knollenblätterpilzes akzeptieren, aber versuchen, das Gift zu eliminieren. Vielleicht den Pilz als Köder nutzen und das verendete Wesen (incl. Nachbarn) fressen? So schafft man neues Primärwissen.


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