RE: Was ist Realität?

#61 von Pali , 26.12.2012 14:22

Zitat von Knegel

Am Ende ist es eine Definitionssache und/oder Glaubensfrage ob "subjektive Realität" auch als "Realität" bezeichnet werden kann oder sollte. Mir gefällt "persöhnliche Wahrnehmung der Realität" besser, weil "subjektive Realität" irgend wie das Wort "Realität" ( „Ding“) nicht trifft. Realität ist objektiv, meine(unsere) Wahrnehmung war bisher viel zu oft subjektiv, mein(unser) Bestreben sollte immer der Objektivität gelten, nur dann kommen wir Alle friedlich(er) under einen "Hut".

Ich glaube, daß die Wissenschaft einen guten gemeinsamen Nenner für unsere Realität liefert, wobei leider durch die guten Anfangserfolge bezüglich der Materiellen Welt vergessen/verdrängt wurde, daß Objektivität nicht auf Materie beschränkt ist.


Könnte es sein, dass du dir in manchen Aussagen widersprichst?
- Subjektiv bedeutet laut Duden:
"Auf das Individuum, auf einzelne Personen oder Sachen, ihre speziellen Verhältnisse o. Ä. zugeschnitten, ihnen entsprechend durch die Eigenart, Besonderheit u. Ä. der Einzelpersönlichkeit geprägt;
je nach persönlicher Eigenart [verschieden
[als persönliches Eigentum] einem Einzelnen gehörend, nicht gemeinschaftlich, öffentlich genutzt
als Individuum, als Persönlichkeit zu respektieren; als Einzelpersönlichkeit hervortretend, handelnd"
Hmmh, was ist dann der Unterschied zwischen ""persöhnliche Wahrnehmung der Realität" besser, weil "subjektive Realität""?

- Wie kann Realität (Wirklichkeit) objektiv wahrgenommen werden, wenn diese doch durch Gegebenheiten, wahrnehmbare Erscheinung erfahrbar wird. Jedes Lebewesen hat seine individuelle Wahrnehmung. Siehst du das anders?

 
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RE: Was ist Realität?

#62 von Pali , 26.12.2012 14:25

@Freya: Genauso sehe ich es auch. Das Zulassen verschiedener Sichtweisen und das schriftliche Gespräch, mit dem wir Impulse für weitere, interessante Gedankengänge erhalten können.

 
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RE: Was ist Realität?

#63 von Knegel , 26.12.2012 15:27

Zitat von Pali

Zitat von Knegel

Am Ende ist es eine Definitionssache und/oder Glaubensfrage ob "subjektive Realität" auch als "Realität" bezeichnet werden kann oder sollte. Mir gefällt "persöhnliche Wahrnehmung der Realität" besser, weil "subjektive Realität" irgend wie das Wort "Realität" ( „Ding“) nicht trifft. Realität ist objektiv, meine(unsere) Wahrnehmung war bisher viel zu oft subjektiv, mein(unser) Bestreben sollte immer der Objektivität gelten, nur dann kommen wir Alle friedlich(er) under einen "Hut".

Ich glaube, daß die Wissenschaft einen guten gemeinsamen Nenner für unsere Realität liefert, wobei leider durch die guten Anfangserfolge bezüglich der Materiellen Welt vergessen/verdrängt wurde, daß Objektivität nicht auf Materie beschränkt ist.


Könnte es sein, dass du dir in manchen Aussagen widersprichst?
- Subjektiv bedeutet laut Duden:
"Auf das Individuum, auf einzelne Personen oder Sachen, ihre speziellen Verhältnisse o. Ä. zugeschnitten, ihnen entsprechend durch die Eigenart, Besonderheit u. Ä. der Einzelpersönlichkeit geprägt;
je nach persönlicher Eigenart [verschieden
[als persönliches Eigentum] einem Einzelnen gehörend, nicht gemeinschaftlich, öffentlich genutzt
als Individuum, als Persönlichkeit zu respektieren; als Einzelpersönlichkeit hervortretend, handelnd"
Hmmh, was ist dann der Unterschied zwischen ""persöhnliche Wahrnehmung der Realität" besser, weil "subjektive Realität""?

- Wie kann Realität (Wirklichkeit) objektiv wahrgenommen werden, wenn diese doch durch Gegebenheiten, wahrnehmbare Erscheinung erfahrbar wird. Jedes Lebewesen hat seine individuelle Wahrnehmung. Siehst du das anders?




Hi,

ich nehme an Du meinst " was ist dann der Unterschied zwischen ""persöhnliche Wahrnehmung der Realität" und "subjektiver Realität"?" oder "warum ist ""persöhnliche Wahrnehmung der Realität" besser, als "subjektive Realität""?".

In "persöhnliche Wahrnehmung der Realität" bezieht sich "persöhnlich" auf die "Wahrnehmung" nicht auf Realität, diese wird als Fakt, Tatsache, Beweisbar, etc in diesem Satz nicht angezweifelt. Bei "subjektive Realität" oder "persöhnliche Realität" wird ja die definition von dem Wort Realität ad absurdum geführt, außer ich bin Gott oder allwissend, nur dann ist "subjektive Realität" richtig (immer von der definition des Wortes Realität aus dem Wörtebuch ausgehend). In diesem sehr abstrakten Sonderfall ist aber die Realität von zwei Allwissenden exact die Selbe.
Wenn ich davon ausgehe, daß "subjektive Realität" eigentlich "Weltbild" meint, dann ist "persöhnliche Wahrnehmung der Realität" eh nicht exakt genug, weil sich ein Weltbild nicht nur aus der persöhnliche Wahrnehmung ergibt, sondern nur von dem was ich als richtig annehme, und da kann es sein, daß ich meiner Wahrnehmung(zu recht oder unrecht) nicht vertraue.
"Die Welle" ist hierfür ein gutes Beispiel, da werden Dinge für wahr/richtig gehalten, weil "Vertrauenspersonen" sie "glaubhaft" erzählen, auch wenn die Sinne Zweifel hervorrufen.

Solange ich also von meiner Fehlbarkeit ausgehe, kann ich nicht behaupten ich habe eine Realität, ich kann nur hoffen, daß mein Weltbild(mein aus meiner subjektive Wahrnehmung und meiner Erfahrung gebildetes Bild der Realität) nicht so sehr weit von der Realität entfernt ist.

Wenn ich davon ausgehe, daß es verschiedene Realitäten gibt, dann können diese sich nicht annähern, weil ein Faktum, eine Wahrheit, etc unveränderbar sind.

Deshalb benutze ich das Wort Weltbild anstelle von "subjektiver Realität".

Zitat von Pali

Könnte es sein, dass du dir in manchen Aussagen widersprichst?



Natürlich kann daß sein, wer sich nicht widerspricht lernt nicht. Ansonsten eigentlich nur durch Fehler beim Umsetzen meiner Gedanken in Worte, weil mir diesbezüglich oft die Übung fehlt.

Zitat von Pali

- Wie kann Realität (Wirklichkeit) objektiv wahrgenommen werden, wenn diese doch durch Gegebenheiten, wahrnehmbare Erscheinung erfahrbar wird. Jedes Lebewesen hat seine individuelle Wahrnehmung. Siehst du das anders?



Das sehe ich genau so, deshabl schrieb ich ja auch, daß man nur versuchen kann(nach bestem Wissen und Gewissen) objektiv zu sein.

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#64 von Knegel , 26.12.2012 15:41

Zitat von Pali
@Freya: Genauso sehe ich es auch. Das Zulassen verschiedener Sichtweisen und das schriftliche Gespräch, mit dem wir Impulse für weitere, interessante Gedankengänge erhalten können.



Ich habe die Hoffung, daß wir uns alle in diesem Punkt einig sind! Daß ist zumindestens mein Antrieb hier zu sein.

Ausser dem, eigene Gedanken/Argumente äussern, um mögliche Fehler in diesen durch fremde Argumente zu erkennen, um daß eigene Weltbild zu erweitern und zu berichtigen.

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RE: Was ist Realität?

#65 von Pali , 26.12.2012 15:59

@Knegel: Schön zu lesen, dass wir in einigen Punkten das gleiche denken.

Deine Argumentation zum Unterschied von ""persöhnliche Wahrnehmung der Realität" besser, als "subjektive Realität"" finde ich -sorry- schlichte Wortklauberei. Die Bedeutung der Worte laut Duden (den du gerne anführtest) beschreibt das. Die Aussagen dazu wirken auf mich wie ein Tanz innerhalb eines kleinen Kreises, der immer wieder am gleichen Punkt endet nur halt mal in die eine und mal in die andere Richtung schaut.

 
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RE: Was ist Realität?

#66 von Knegel , 26.12.2012 19:58

Hi,

diese Wortklauberei geht doch auf die eingehende Frage zurück. Erklär mir bitte mal wo Du einen Kreis siehst.

Es geht nicht um besser oder nicht, es geht um richtig oder falsch, im Sinne von dem worauf wir uns in Deutschland bei der Kommuniation berufen. "Subjektive Realität" ist per Definition einfach widersinnig. Diese beiden Worte grenzen sich gegenseitig aus, genauso wie "richtiger Irrtum" oder "kaler Wuschelkopf".
Wir können natürlich auch anfangen jedes Wort und jede Mimik und Handlung mit neuen völlig widersinnigen Definitionen zu belegen, das führt dann aber zum Zusammenbruch jeglicher Kommunikation.

Meine Frage ist, warum zwei der Definition nach widersinniger Worte benutzen, wenn es ein eindeutiges Wort gibt??
Dieses Wort, nämlich Weltbild, mach dann auch klar, daß es nicht viel mit der Eingangsfrage zu tun hat, weil selbst das noch so komplexe von Menschen erdachte Weltbild der Realität nicht einmal zu 1% nahe kommt.

Wenn jemand "subjektive Realität" benutzen möchte, kann und möchte ich dagegen natürlich nichts machen, aber ich darf doch wohl darauf hinweisen, daß das Eine kaum etwas mit dem Anderen zu tun hat und am Thema vorbei geht. Zumindestens, wenn wir im Rahmen der LANGSAM gewachsenen Wortdefinitionen kommunizieren. Falls dem hier nicht so ist, bitte ich um ein hier gebräuchliches Wörterbuch, um weniger störend und produktiver an diskussionen teil nehmen zu können.

Ich habe das Internet schon durchforstet, die Definition für Realität war bei allen Quellen, ähnlich dem des Dudens.
Hier Wikipedia:
Als Realität (lat. realitas, von res „Ding“) oder Wirklichkeit wird im allgemeinen Sprachgebrauch die Gesamtheit des Realen bezeichnet. Real sei dabei das, was auch außerhalb des Denkens existiere, das heißt unabhängig vom nur Gedacht-Sein: Inhalte von Vorstellungen, Gefühlen, Wünschen, Wahrnehmungen und ähnlichem gelten im Alltagsverständnis zunächst einmal als nicht der Realität zugehörig.

Nichts für ungut,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#67 von Pali , 26.12.2012 20:50

Die Aussagen des Dudens in sich sind widersprüchlich. Die Eröterung darüber, schrieb ich bereits.

Wenn Realität Wirklichkeit bedeutet und die Wirklichkeit von Menschen wahrgenommen wird, dann kann sie nur subjektiv sein.
Wann kam die Diskussion zu der von dir erwähnten "subjektiven Realität" zum ersten Mal in der Form auf?

"Was ist Realität" beinhaltet die Realismusdebatte. Die können wir lediglich diskutieren und jede/r für sich selbst lösen. Wenn du gerne in Wikipedia liest, dann schau dir vielleicht mal folgendes an (http://de.wikipedia.org/wiki/Realismus_%...icher_Realismus):
"Die Grundthese von Positionen des wissenschaftlichen Realismus könnte man so charakterisieren: wissenschaftliche Theorien erzeugen ein Weltbild, das den realen Strukturen der Welt entspricht. Wissenschaftliche Realisten behaupten, dass bewährte Theorien zumindest annähernd wahr sind und die Natur weitgehend zutreffend erfassen. Und zwar gelte dies trotz aller nachfolgend genannten Probleme, welche unterschiedliche antirealistische Gegenthesen nahelegen, etwa das Problem, dass die Welt an sich, zumal in ihren zugrundeliegenden Strukturen und Gesetzmäßigkeiten, den menschlichen Sinnen nicht unmittelbar zugänglich scheint....".

 
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RE: Was ist Realität?

#68 von Knegel , 27.12.2012 15:31

Zitat von Pali
Die Aussagen des Dudens in sich sind widersprüchlich. Die Eröterung darüber, schrieb ich bereits.

Wenn Realität Wirklichkeit bedeutet und die Wirklichkeit von Menschen wahrgenommen wird, dann kann sie nur subjektiv sein.
Wann kam die Diskussion zu der von dir erwähnten "subjektiven Realität" zum ersten Mal in der Form auf?

"Was ist Realität" beinhaltet die Realismusdebatte. Die können wir lediglich diskutieren und jede/r für sich selbst lösen. Wenn du gerne in Wikipedia liest, dann schau dir vielleicht mal folgendes an (http://de.wikipedia.org/wiki/Realismus_%...icher_Realismus):
"Die Grundthese von Positionen des wissenschaftlichen Realismus könnte man so charakterisieren: wissenschaftliche Theorien erzeugen ein Weltbild, das den realen Strukturen der Welt entspricht. Wissenschaftliche Realisten behaupten, dass bewährte Theorien zumindest annähernd wahr sind und die Natur weitgehend zutreffend erfassen. Und zwar gelte dies trotz aller nachfolgend genannten Probleme, welche unterschiedliche antirealistische Gegenthesen nahelegen, etwa das Problem, dass die Welt an sich, zumal in ihren zugrundeliegenden Strukturen und Gesetzmäßigkeiten, den menschlichen Sinnen nicht unmittelbar zugänglich scheint....".



Hi,

die definition des Dudens ist nicht so widersprüchlich wie Du herausgestellt hast. Schau mal bei "Wirklichkeit" unter Synonym, nicht nur unter Definition, welche hier wirklich selbst gramatikalisch sehr ungenau ist.

Zitat
Wenn Realität Wirklichkeit bedeutet und die Wirklichkeit von Menschen wahrgenommen wird, dann kann sie nur subjektiv sein.


Das ist doch völlig falsch, nur weil ich etwas wahrnehme, heist daß doch nicht, daß ich es richtig wahrnehme. Was wir wahrnehmen ist doch wenn überhaupt nur ein Bruchteil des Ganzen und das Ganze ist die Realität, nicht das "lächerliche" Gedankenkonstrukt oder Weltbild, welches auf unserer Wahrnehmung und auch pahntasie beruht.

Wenn viele Menschen aus großer Entfernung den Eifelturn anschauen und dann malen, dann werden die Bilder, je nach Seestärke, Talent beim Malen etc alle anders aussehen. Bie Bilder entsprechen doch aber nicht die Realität, sondern der Eifelturn.
D.h. auch wenn die Realität vor mir steht, heist es doch nicht daß ich sie in vollem Umfang wahrneme oder beschreiben kann. Alleine vom Licht sehen wir nur einen Bruchteil, bei Allem sehr kleinen und sehr großem haben wir nur Theorien.

Dein Zitat aus Wikipedia ist doch logisch, ist nichts dran auszusetzen, keiner beruht darauf die Realität wirklich umfassend erkannt oder beschrieben zu haben. BewährteTheorien werden lediglich als Real angenommen, bis sie widerlegt sind.
Das Selbe tut doch jeder, um sich in der Realität zurecht zu finden. Das was funktioniert benutzen/machen wir, was nicht heist, daß wir nicht nach anderen Wegen ausschau halten. Das letztere machen aber bei weitem nicht Alle.

Die Realismusdebatte sollte nicht eine Wortdefinitionsdebatte sein, sondern sich mit dem Wahren, Wirklichen, für alle Nachvollziebaren befassen, und das kann ersteinmal nicht Subjektiv sein. Wir können natürlich auch Ansichten haben, welche der der Realität entsprechen, ist ja klar, die Realität umgibt uns ja, aber 100% sicher sein können wir uns nicht.
Witzig ist wenn Religionen einen Wahrheitsanspruch haben, dann wird widerum das Wort Religion ad absurdum führt.
Genauso schräg ist es wenn sich "Wissenschaftler" über "Glauben" lustig machen, weil eine Theorie ja letzendlich nichts anderes ist.

Zitat
Wann kam die Diskussion zu der von dir erwähnten "subjektiven Realität" zum ersten Mal in der Form auf?


Hier in dieser Diskussion müßte ich erst nachschauen, auf jeden Fall habe ich die "Subjektive Realität" nicht eingebracht, weil das ja dem Weltbild jedes einzelnen Entspricht und hier nicht das Thema ist.
Ausserhalb dieser Diskussion vielleicht als als jemand sagte "das halte ich für Real", und der nächste sagte dann, vereinfacht, "da hast Du eine andere Realität als ich", wobeil fälschlicher weise das Wort "Auffassung" vor Realität weggelassen wurde. Wenn dieses sich dann einbürgert ist der Weg zum widersinnigen Begriff der "subjektiven Realität" als Equivalent zum Weltbild nicht mehr weit und natürlich auch nicht die daraus resultierende Ungenauigkeit, Verwirrung und Diskusionen. Übersetzungsfehler können auch so etwas hervorrufen.

Im übrigen glaube ich, daß wir Alle die Welt gar nicht so sehr verschieden wahrnehmen, die meisten Unterschiede ergeben sich eher aus Missverständnissen beim Beschreiben von dem was wir wahrnehmen, ebend weil wir nicht die selben Definitionen für die selben Wörter benutzen.
Der größte Teil eines jeden Weltbildes basiert doch eh auf "Wissen" welches uns übermittelt wurde, also nur indirekt auf unsere persöhnliche Wahrnehmung und Erfahrung. Warum soll man auch das Rad immer wieder neu erfinden??

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#69 von elHakim , 27.12.2012 19:25

womit wir wieder beim gemeinsamen Nenner wären.

 
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RE: Was ist Realität?

#70 von Pali , 27.12.2012 20:10

Zitat von Knegel
Die Realismusdebatte sollte nicht eine Wortdefinitionsdebatte sein, sondern sich mit dem Wahren, Wirklichen, für alle Nachvollziebaren befassen, und das kann ersteinmal nicht Subjektiv sein.


Was sind für dich Menschen? Wer definiert was wahr, was wirklich und für alle Nachvollziehbar ist? Subjekte oder Objekte?

Zitat von Knegel
Wir können natürlich auch Ansichten haben, welche der der Realität entsprechen, ist ja klar, die Realität umgibt uns ja, aber 100% sicher sein können wir uns nicht.
Witzig ist wenn Religionen einen Wahrheitsanspruch haben, dann wird widerum das Wort Religion ad absurdum führt.
Genauso schräg ist es wenn sich "Wissenschaftler" über "Glauben" lustig machen, weil eine Theorie ja letzendlich nichts anderes ist.


Jetzt kommen wir in die Region der Realität.

Zitat von Knegel
Wann kam die Diskussion zu der von dir erwähnten "subjektiven Realität" zum ersten Mal in der Form auf?
Hier in dieser Diskussion müßte ich erst nachschauen, auf jeden Fall habe ich die "Subjektive Realität" nicht eingebracht, weil das ja dem Weltbild jedes einzelnen Entspricht und hier nicht das Thema ist.


Das Thema heisst "Was ist Realität". Wer, wenn nicht jeder einzelne von uns definiert das? Die Summe der Meinungen ergibt unser verallgemeinertes, kulturelles Bild von Realität zu einem entsprechenden Zeitpunkt. Die Wahrnehmung und Definition dessen, was wir als Realität bezeichnen, ändert sich kontinuierlich. Genau DAS IST DAS THEMA.

 
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RE: Was ist Realität?

#71 von Knegel , 28.12.2012 10:40

Zitat von Pali

Zitat von Knegel
Die Realismusdebatte sollte nicht eine Wortdefinitionsdebatte sein, sondern sich mit dem Wahren, Wirklichen, für alle Nachvollziebaren befassen, und das kann ersteinmal nicht Subjektiv sein.


Was sind für dich Menschen? Wer definiert was wahr, was wirklich und für alle Nachvollziehbar ist? Subjekte oder Objekte?



Das Tier Mensch, die Person(Seele/Geist etc) "gefangen" im Körperlichen. Was wirklich wahr ist oder richtig ist, also die Realität, kann nur von einem allwissenden Göttlichen Wesen erfast werden. Wir als nicht Allwissende sind gezwungen uns zu entscheiden was wir für den jeweiligen Moment als richtig/wahr/real ansehen. Damit liegen wir aber erschreckend oft falsch und selbst das, was sich kurzfristig als richtig offenbart kann sich in der Zukunft als falsch herausstellen und umgedreht.


Zitat von Pali

Zitat von Knegel
Wann kam die Diskussion zu der von dir erwähnten "subjektiven Realität" zum ersten Mal in der Form auf?
Hier in dieser Diskussion müßte ich erst nachschauen, auf jeden Fall habe ich die "Subjektive Realität" nicht eingebracht, weil das ja dem Weltbild jedes einzelnen Entspricht und hier nicht das Thema ist.


Das Thema heisst "Was ist Realität". Wer, wenn nicht jeder einzelne von uns definiert das? Die Summe der Meinungen ergibt unser verallgemeinertes, kulturelles Bild von Realität zu einem entsprechenden Zeitpunkt. Die Wahrnehmung und Definition dessen, was wir als Realität bezeichnen, ändert sich kontinuierlich. Genau DAS IST DAS THEMA.


[/quote]

Du machst genau genau den Fehler, den ich in meinem Beispiel wie es zu der Diskussion über "subjektive Realität" gekommen ist aufgezeigt habe.

Erst schreibst Du : "Das Thema heisst "Was ist Realität". Wer, wenn nicht jeder einzelne von uns definiert das?" Hier ist Realität noch einfach Realität. Dann schreibst Du: "Die Summe der Meinungen ergibt unser verallgemeinertes, kulturelles Bild von Realität zu einem entsprechenden Zeitpunkt." Hier redest du nicht mehr von der Realität, sondern von Meinungen und von unserem Bild der Realität, was nur zu ganz kleinen Teilen das Selbe ist wie die Realität. Und im letzten Satz benutzt Du wieder Realität. Das "bild der Realität"oder Weltbild ist der Richtige ausdruck für das was wir beschreiben und für richtig halten und als Realität annehmen. Die Realität jedoch ist was wir zu erfassen und beschreiben versuchen.

Wenn ich jemandem ein Bild vom Eifeltum zeige und sage, das ist der Eifelturm, dann mache ich im grunde genau den selben Fehler. Richtig wäre: "das ist ein Bild vom Eifelturm".
Wenn mir also jemand die Frage stellt "Was ist der Eifelturn", kann ich mich doch nicht hinstellen und behaupten mein Bild IST der Eifelturn. Die Antwort: "Also, da hat jeder seinen eigenen subjektiven Eifelturn" macht doch keinen Sinn. Die richtige Antwort wäre eine exakte Beschreibung von Form, Farbe, Gewicht, Größe und wo er steht etc, nach definierten Maßen, mit dem Hinweiß, wenn Du ihn erfahren möchtest, fahre selber hin.

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#72 von elHakim , 28.12.2012 11:59

Nun scheint sich die Debatte heftig, aber im Kreise zu drehen.

H.Schmidts "Philosophisches Wörterbuch" trennt die Begriffe "Realität" und "Wirklichkeit". Danach wäre Realität alles, was in der Zeit entstehen kann oder entstanden ist, besteht und vergeht. Realität bedarf keines Beweises. Realität kann von verschiedenen Aspekten her diskutiert weren:
a) als Teilinhalt des Bewusstseins. Dabei geht es nicht um eine Dinglichkeit als solche, sondern das Ansichseiende.
Dabei handelt es sich um einen rationalen Erkenntnisvorgang.
b) Emotional-rezeptive Realtätswahrnehmung: Die Erfahrung von Reaktionen auf meine Handlungen, Erfolg oder Misserfolg.
Ebenso das Sich-gefasst machen auf zukünftige Ereignisse, mit denen man irgendwann einmal fertig werden muss.

Wirklichkeit enthält im Deutschen die Komponente des Wirkens. Sie unterscheidet sich von der Wahrheit dadurch, dass Letztere an den Beweis gebunden ist. Wirklichkeit steht daher im Gegensatz zum "bloß Scheinbaren" oder "bloß Möglichen"
.

(Alles Obengenannte ist eine Zusammenfasssung aus mehreren Seiten im Lexikon. Man darf daraus schlussfolgern, dass es keine leichte oder eindeutige Definition gibt.)

 
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RE: Was ist Realität?

#73 von Knegel , 28.12.2012 12:36

Jup, diese Definitionen leuchten mir ein.

Wobei ich bei dieser definition den Unterschied zwischen Wirklichkeit und Realität nicht erkenne. Laut dem Autor bedarf beides, im Gegensatz zur Wahrheit, keines Beweises. Auch das Wirken ist kein Unterschied, weil alles was (real) ist auch eine Wirkung hat und damit wird es zumindest theoetisch auch beweisbar.
Punkt a) und b) beschreibt die Möglichkeiten wie wir die Realität wahrnehmen bzw beschreiben können.

Da die Wahrheit ein Prinzip, genau wie die Lüge ist, verstehe ich nicht wieso die Wahrheit überhaupt mit der Wirklichkeit verglichen wird. In der Wirklichkeit gibt es die Lüge genauso.

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RE: Was ist Realität?

#74 von Knegel , 28.12.2012 12:49

Ah ok, ich glaube ich habe den Unterschied zwischen Wirklichkeit und Realität erkannt.

Die Wirklichkeit ist was gerade ist, was wirkt, also die momentane Realität. Die Realität umfast auch das schon Vergangene und das Kommende, also Wirklichkeit plus das was einmal Wirkung hatte plus das was einmal Wirkung haben wird.

Damit wird für mich umso deutlicher, daß nur ein Göttliches Wesen die Wirklichkeit und speziel die Realität voll erfassen kann und wir verdammt sind zu mutmaßen, in der Hofnung wenigsten einen kleinen Teil der Realität richtig zu erkennen.

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RE: Was ist Realität?

#75 von freyja , 28.12.2012 14:41

auch wir sind Göttliche Wesen....

wenn wir schamanisch in die Anderswelt reisen, ist das die sogenannte NAW - nicht alltägliche Wirklichkeit, wir erschaffen ständig unsere Wirklichkeiten, mehrere, parallel, es geht da , wie überall, einzig um das Bewusstsein darüber !
Dem eigenen Verwirklichen Vertrauen - so erschaffen wir Universen...
wie real und wahr die sind, entscheiden wir selbst !

 
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