RE: Was ist Realität?

#46 von Dolben , 26.12.2012 00:10

der Duden ist das Maß aller Dinge?? Dieses zur materialistischen Literatur zählende Werk.

....


Grüße Dolben

PS: editiert 26.12.12 13h

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RE: Was ist Realität?

#47 von Pali , 26.12.2012 10:44

dolben hat geschrieben:der Duden ist das Maß aller Dinge?? Dieses zur materialistischen Literatur zählende Werk.
Vielleicht bist du im "Frankfurter Allgemeine Zeitung"s-Forum besser aufgehoben.


@Dolben: Die FAZ ist nicht so übel wie du sie darstellst, genauso hat der Duden seine Berechtigung. Beides wird auch von mir gelesen. Willst du zum Ausdruck bringen, dass du verschiedene Realitäten wahrnimmst? oder sind es einfach die individuellen Wertungen und vermeintlichen Berechtigungen, die hier verschiedene Sichtweisen des EINEN zeigen?
Ohne Materialismus gäbe es unsere aktuelle Weltstruktur nicht. Ich sage nicht, dass die aktuelle Situation in allen Ebenen gut ist. Jedoch hat der materialistische Gedanke den sozialistischen in sich. Überlege mal, mit welchem Geld werden Straßen gebaut, mit welchem Geld werden Schulen gebaut usw.? Unabhängig von den Schulsystemen und der Logik des Straßenbaus. Wir hätten nicht den sozialen Wohlstand, könnten nicht mal HartzIV zahlen, wenn es den Materialismus nicht gäbe. Der Wunsch nach Materie schafft auch Werte. Hier steht nicht zur Diskussion wie diese Werte bewertet sind, sondern nur die Wahrnehmung, dass es sie gibt. Wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Die Frage bleibt, Was ist Realität?-Wo ist deine Wahrnehmung? Im Licht, im Schatten oder in der Erkenntnis, dass es ein mehrdimensionales Konstrukt von allen Farbfacetten und Schattierungen zu sein scheint?

 
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RE: Was ist Realität?

#48 von Pali , 26.12.2012 10:58

Zitat von Knegel
zu dem gemeinsamen Nenner gehört doch unsere Sprache und damit auch die schon festgeschriebenen Definitionen der Worte. Viele Missverständnisse treten auf weil Wörter in einem falschen Sinne benutzt oder verstanden werden. Der Duden kann helfen uns auf einen Nenner zu bringen und zu halten.

Wenn ich davon ausgehe, daß ich überleben möchte, würde ich wohl ein Weltbild, welches aussagt, ich sei unverwundbar, als falsch ansehen, oder nicht?


Das hängt von dir ab, deiner Realität. Schau mal in den Duden vor 50 Jahren, was stand beim Wort "geil" drin und was steht beim gleichen Wort heute drin?
Der Duden passt sich dem kulturellen Wandel an und ist weit weg von Starre. Mit dem Hilfsmittel Duden wurde lediglich der Versuch eines gemeinsamen Nenners geschaffen.
Wenn du davon ausgehst, dass du überleben möchtest, gehst du gleichzeitig davon aus, dass du sterblich bist. Jetzt stellt sich die Frage, welcher Teil von dir ist sterblich oder anders, gibt es für dich die Gemeinschaft von Körper-Geist-Seele, die dein Ich formt?

Zitat von Knegel

Also ich bin ganz froh von der Gesellschaft geformt worden zu sein, mit dem Wissen nd Verhalten eines Kindes wäre ich schon tot oder sozialfall. Davon ab war ich als Kind Kind, ich konnte ja nichts anderes, wobei ich aber auch eine recht freie Kindheit hatte.


Ja hoppala. Denk mal an deine Mutter, die in der Kriegszeit lebte, die Flucht in den Westen und das ganze Drama und Drumherum überstanden hat. Mit dem Wissen und Verhalten eines Kindes schaffte sie es aus der Not heraus, machte eine Ausbildung, wuchs in eine sozial stabile Umgebung hinein und gab dir eine recht freie Kindheit. Willst du damit zum Ausdruck bringen, dass du als Kind weniger kreativ gewesen wärest? Ist das nicht zu hypothetisch? Kinder sind sehr kreativ und absolute Überlebenskünstler, ich trau dir durchaus mindestens die gleiche Kraft zu.

 
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RE: Was ist Realität?

#49 von Pali , 26.12.2012 11:14

Zitat von Knegel

Realität ist immer objektiv, deshalb mag ich den begriff "subjektive Realität" nicht. Das Wort Realität kommt von dem wort "Ding" oder "objekt" und meint Dinge die nachvollziebar für alle sind, Fakten etc. "Subjektive Realität" kling wie "flaches Hochhaus" oder "treuer Verräter". ...

Vielleicht sind Realität und Weltbild die richtigen Worte. Wobei das/die Weltbild/er die Wahrnemung der Realität ist, was dann natürlich subjektiv ist.

Worte und deren definition, die Ursache der meisten Missverständnisse.



Lexikondefinitionen:
subjektiv: 1.von der eigenen Person aus urteilend
2. einseitig, voreingenommen
Subjekt: 1. das denkende, handelnde Ich
objektiv: 1. außerhalb des Bewusstseins stehend
2. sachlich, gegenständlich, unvoreingenommen
Objekt: 1. Gegenstand (auf den sich das Handeln bezieht)

Nach der Herleitung müsste sich dann als was objektiv ist, auf einen Gegenstand beziehen? Liebst du deine Frau, deine Kinder in deiner Realität nicht? Sind sie Gegenstände oder kannst du mit ihnen sachlich, gegenständlich, unvoreingenommen umgehen????

Hmmh, vielleicht habe ich deinen Text oben auch anders gelesen und es war die Entwicklung eines Gedankens. Stimmt das?

 
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RE: Was ist Realität?

#50 von elHakim , 26.12.2012 11:46

Hi Knegel,

Der Vergleich mit der Schussverletzung spricht nicht gegen verschiedene Realitäten, sondern für einen gemeinsamen Nenner an Erfahrungen. Der Duden ist auch keine allwissende Einrichtung (s. Wandel der Begriffe in Palis Kommentar). Darüber hianus werden nur jeweils zeitgemäße, politisch korrekte Begriffe ausgewählt (du wirst in modernen Lexika selten Erklärungen für arisch, SS-Sturmbannführer u.ä. finden). Hier wird Realität bewusst konstruiert. Da hat Dolben nicht ganz unrecht.

Wenn ich verschiedene Realitäten postuliere, heißt das nicht, das sie alle unvereinbar sind. Der Mensch als soziles Wesen braucht die Gemeinschaft. Man weiß, dass sich die Gruppe in ihren individuellen Anschauungen einander anpasst - oder das Mitglied fliegt raus. Nach einer Weile ist die Welt für jedes Gruppenmitglied so, wie es die Gruppe sieht. Sie ist so, weil sich jeder darin zurechtfindet und vertreten sieht.Deswegen dauern auch Änderungsversuche so langsam, weil sich erst jedes Mitglied neu "einschwingen" muss.

Man mag, wie ganz zu Anfang in diesem Forum schon erwähnt wurde, chemisch-physikalisch-mathematische Gesetzmäßigkeiten als Realität definieren - sofern die Formeln stimmen. Diese Gesetzmäßigkeiten decken aber nur einen kleinen Bereich unserer Lebenswelt ab.

 
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RE: Was ist Realität?

#51 von Knegel , 26.12.2012 12:11

Zitat von dolben
der Duden ist das Maß aller Dinge?? Dieses zur materialistischen Literatur zählende Werk.

Vielleicht bist du im "Frankfurter Allgemeine Zeitung"s-Forum besser aufgehoben.


Grüße Dolben




Hi,

naja, der Duden ist wohl die umfangreichste Sammlung von in Deutschland benutzten Worten, mit einer dazugehörigen Definition, diese Worte und die dazugehörigen Definitionen sind doch nichts anderes als eine Absprache, um Kommunikation zu vereinfachen. Da die Worte im Duden zumeist schon vor langer Zeit definiert wurden, warum sollte man sie jetzt neu definieren, zumal es die neue Definition schon für ein anderes Wort gibt?? Es gibt für Realität schon eine Definition und die Definition die hier oft für Realität benutzt wird paßt zu Weltbild.
Wir können natürlich auch einen "Gegen-Duden" scheiben, um uns von den bösen Materialisten abzugrenzen, das scheint mir aber nicht sehr sinnvoll.

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#52 von Pali , 26.12.2012 12:36

Zitat von elHakim
Man weiß, dass sich die Gruppe in ihren individuellen Anschauungen einander anpasst - oder das Mitglied fliegt raus.


Huiah, was harte Worte. Führen andere Einstellungen zum Rausschmiss? Ist Angepasstsein, das Einschwingen auf eine Gruppe tatsächlich das, was du darunter meinst? Kennst du den Film "die Welle" und vor allem deren Wirkung?
Vermutlich kam es nur ein bissel hart bei mir an, typisch Frau halt, Sensibelchen .
Für mich ist jede andere Meinung erst mal wertvoll. Sie regt zum Austausch und sich Gedanken-machen an. Wir hatten hier schon einige kontroverse Meinungen und haben schon häufig über verschiedene Sichten diskutiert. Dass jemand sich erst "Einschwingen" muss, hmmh, das Gefühl hatte ich noch nie. Eher dieses, dass der gemeinsame Austausch zu beidseitigem Denken anregte.
vielleicht war es das, was du gedacht hattest? oder war es noch mal was ganz anderes?

 
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RE: Was ist Realität?

#53 von Knegel , 26.12.2012 12:36

Hallo,

Zitat von Pali
Das hängt von dir ab, deiner Realität. Schau mal in den Duden vor 50 Jahren, was stand beim Wort "geil" drin und was steht beim gleichen Wort heute drin?
Der Duden passt sich dem kulturellen Wandel an und ist weit weg von Starre. Mit dem Hilfsmittel Duden wurde lediglich der Versuch eines gemeinsamen Nenners geschaffen.
Wenn du davon ausgehst, dass du überleben möchtest, gehst du gleichzeitig davon aus, dass du sterblich bist. Jetzt stellt sich die Frage, welcher Teil von dir ist sterblich oder anders, gibt es für dich die Gemeinschaft von Körper-Geist-Seele, die dein Ich formt?



Natürlich wandelt sich der Duden, zum Einen, weil neue Einflüsse dazu kommen, zum anderen weil es vorkommt daß Wörter verfälscht benutzt werden, bis die verfälschte Version den Meisten geläufiger ist als die alte Definition. Ist ja auch kein Problem, aber wir versuchen doch jetzt zu kommunizieren und jetzt gibt es eine definition für Realität und auch eine für Weltbild.
Ich denke mein Beispiel mit dem falschen Weltbild, mit der Kugel die mich nicht verletzen kann, war zielmich eindeutig bezogen auf den Körper, was mit meiner Seele, Geist oder den Würmern, in die mein Körper aufgehen mag, passiert stand nicht zur debatte.

Zitat von Knegel

Also ich bin ganz froh von der Gesellschaft geformt worden zu sein, mit dem Wissen nd Verhalten eines Kindes wäre ich schon tot oder sozialfall. Davon ab war ich als Kind Kind, ich konnte ja nichts anderes, wobei ich aber auch eine recht freie Kindheit hatte.


Ja hoppala. Denk mal an deine Mutter, die in der Kriegszeit lebte, die Flucht in den Westen und das ganze Drama und Drumherum überstanden hat. Mit dem Wissen und Verhalten eines Kindes schaffte sie es aus der Not heraus, machte eine Ausbildung, wuchs in eine sozial stabile Umgebung hinein und gab dir eine recht freie Kindheit. Willst du damit zum Ausdruck bringen, dass du als Kind weniger kreativ gewesen wärest? Ist das nicht zu hypothetisch? Kinder sind sehr kreativ und absolute Überlebenskünstler, ich trau dir durchaus mindestens die gleiche Kraft zu.[/quote]

Weist Du wie viele Kinder nicht überlebt haben?? Wieviele unter 10 Jahren hätten überlebt ohne die Gesellschaft(Erwachsene/Jugendliche) drum herum?? Ich denke gerade im Angesicht der strengen Winter zu der Zeit würde die Zahl gegen Null gehen. Deshalb bin ich auch froh, daß meine Mutter eine Gesellschaft drum herum hatte.

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#54 von Knegel , 26.12.2012 12:44

Zitat von Pali

Zitat von Knegel

Realität ist immer objektiv, deshalb mag ich den begriff "subjektive Realität" nicht. Das Wort Realität kommt von dem wort "Ding" oder "objekt" und meint Dinge die nachvollziebar für alle sind, Fakten etc. "Subjektive Realität" kling wie "flaches Hochhaus" oder "treuer Verräter". ...

Vielleicht sind Realität und Weltbild die richtigen Worte. Wobei das/die Weltbild/er die Wahrnemung der Realität ist, was dann natürlich subjektiv ist.

Worte und deren definition, die Ursache der meisten Missverständnisse.



Lexikondefinitionen:
subjektiv: 1.von der eigenen Person aus urteilend
2. einseitig, voreingenommen
Subjekt: 1. das denkende, handelnde Ich
objektiv: 1. außerhalb des Bewusstseins stehend
2. sachlich, gegenständlich, unvoreingenommen
Objekt: 1. Gegenstand (auf den sich das Handeln bezieht)

Nach der Herleitung müsste sich dann als was objektiv ist, auf einen Gegenstand beziehen? Liebst du deine Frau, deine Kinder in deiner Realität nicht? Sind sie Gegenstände oder kannst du mit ihnen sachlich, gegenständlich, unvoreingenommen umgehen????

Hmmh, vielleicht habe ich deinen Text oben auch anders gelesen und es war die Entwicklung eines Gedankens. Stimmt das?




Zu "objektiv" steht im Duden:

1. unabhängig von einem Subjekt und seinem Bewusstsein existierend; tatsächlich
2. nicht von Gefühlen, Vorurteilen bestimmt; sachlich, unvoreingenommen, unparteiisch

In diesem Sinne ist der Text zu verstehen.

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#55 von Pali , 26.12.2012 12:59

Zitat von Knegel
Ich denke mein Beispiel mit dem falschen Weltbild, mit der Kugel die mich nicht verletzen kann, war zielmich eindeutig bezogen auf den Körper, was mit meiner Seele, Geist oder den Würmern, in die mein Körper aufgehen mag, passiert stand nicht zur debatte.


Wer definiert was "falsch" und was "richtig" ist?
Es ging um Körper-Geist-Seele und den Kontext der Realitätswahrnehmung, d.h. ob für dich die Gesamtheit deines Wesens aus den Dreien/Mehreren Ebenen oder einer Ebene besteht. Du hattest eine Aussage definiert, die sich nur nach der Abklärung deiner Sicht verstehen lässt. In meiner Wahrnehmung gibt es die unsterbliche Seele, es gibt Reinkarnationen, daher könnte eine Kugel lediglich den Körper treffen. Der stirbt mit seinem Geist (Ego-Bindeglied zwischen Körper und Seele). In unterschiedlichen Kulturen werden Geist oder Seele manchmal kreuzweise verwendet. Für mich ist das universelle Wissen, die Gemeinschaft der Seelen. Doch das hält jede/r wie er/sie möchte. Zurück zum Thema: deine Kugel könnte daher lediglich einen Teil meines Ichs treffen, ein anderer Teil ist unsterblich.

Zitat von Knegel
Weist Du wie viele Kinder nicht überlebt haben?? Wieviele unter 10 Jahren hätten überlebt ohne die Gesellschaft(Erwachsene/Jugendliche) drum herum?? Ich denke gerade im Angesicht der strengen Winter zu der Zeit würde die Zahl gegen Null gehen. Deshalb bin ich auch froh, daß meine Mutter eine Gesellschaft drum herum hatte.


Genau darum geht es doch. Es ist die Wahrnehmung der individuellen Realität und was daraus gemacht wurde. Ich habe in meinem Leben einige Menschen kennengelernt, die als Kinder ihre Eltern verloren und dennoch Wege fanden um aus dem Elend herauszukommen. Es sind viele gestorben und es haben viele Kinder überlebt, sonst gäbe es uns jetzt nicht. Wo ist dein Fokus, auf dem was nicht ist oder dem was ist? Auf den Chancen oder den Risiken? Im Hellen oder im Dunkeln. Es gibt immer beides wobei die Schnittstellen fließend sind.

 
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RE: Was ist Realität?

#56 von Pali , 26.12.2012 13:05

Zitat von Knegel
Zu "objektiv" steht im Duden:

1. unabhängig von einem Subjekt und seinem Bewusstsein existierend; tatsächlich
2. nicht von Gefühlen, Vorurteilen bestimmt; sachlich, unvoreingenommen, unparteiisch




o.k. verstehe. Laut Duden kann ein Mensch also nicht objektiv sein, da er/sie als Mensch einem Subjekt entspricht. Richtig? Wie kommt es dann zu einem "objektiven" Weltbild? Verstehe ich nicht. Wie kann ein Weltbild objektiv sein, das von Subjekten (Menschen) gemacht wird? Wo ist meine Denkblockade, könntest du mir bitte helfen?

 
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RE: Was ist Realität?

#57 von Knegel , 26.12.2012 13:20

Zitat von elHakim
Hi Knegel,

Der Vergleich mit der Schussverletzung spricht nicht gegen verschiedene Realitäten, sondern für einen gemeinsamen Nenner an Erfahrungen. Der Duden ist auch keine allwissende Einrichtung (s. Wandel der Begriffe in Palis Kommentar). Darüber hianus werden nur jeweils zeitgemäße, politisch korrekte Begriffe ausgewählt (du wirst in modernen Lexika selten Erklärungen für arisch, SS-Sturmbannführer u.ä. finden). Hier wird Realität bewusst konstruiert. Da hat Dolben nicht ganz unrecht.

Wenn ich verschiedene Realitäten postuliere, heißt das nicht, das sie alle unvereinbar sind. Der Mensch als soziles Wesen braucht die Gemeinschaft. Man weiß, dass sich die Gruppe in ihren individuellen Anschauungen einander anpasst - oder das Mitglied fliegt raus. Nach einer Weile ist die Welt für jedes Gruppenmitglied so, wie es die Gruppe sieht. Sie ist so, weil sich jeder darin zurechtfindet und vertreten sieht.Deswegen dauern auch Änderungsversuche so langsam, weil sich erst jedes Mitglied neu "einschwingen" muss.

Man mag, wie ganz zu Anfang in diesem Forum schon erwähnt wurde, chemisch-physikalisch-mathematische Gesetzmäßigkeiten als Realität definieren - sofern die Formeln stimmen. Diese Gesetzmäßigkeiten decken aber nur einen kleinen Bereich unserer Lebenswelt ab.



Hi,

das was Du als verschiedene Realitäten bezeichnest ist/sind aber der Definition nach ein/mehrere Weltbilder. Das Wort Realität wurde doch schon definiert als Tasache, Fakt, das was wirklich ist etc. Die Realität sicher zu beschreiben ist mit den begrenzten sensorischen Möglichkeineten unseres Körpers kaum möglich. Das Höhlengleichnis von Platon find ich eine gute Beschreibung um Weltbild und Realität zu unterscheiden.
Ob jemals ein Mensch in seinem Körper in der Lage sein wird die Realität auch nur 2% richtig zu beschreiben wage ich zu bezweifeln. Aber natürlich hat jeder sein eigenes Weltbild, und die Weltbilder von Menschen in einer Gruppe nähern sich auch an, aber gerade heute in Deutschland eigentlich nur wenn es um Materielle dinge geht. Spirituel haben wir doch Freiheiten wie sie schon weit mehr als tausend Jahre nicht mehr möglich waren. Ausser unverständliche Blicke und manchmal die Bezeichung "Spinner" haben wir doch kaum was zu befürchten, abgesehen von den recht wenigen Fanatikern, die es wohl bei jeder Gedankenrichtung gibt. Inzwischen wird doch in teilen des Landes(oft in den Städten) ein streng gläubiger Christ schiefer angeschaut als nen Satanist.

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#58 von Knegel , 26.12.2012 14:03

Zitat von Pali

Zitat von Knegel
Zu "objektiv" steht im Duden:

1. unabhängig von einem Subjekt und seinem Bewusstsein existierend; tatsächlich
2. nicht von Gefühlen, Vorurteilen bestimmt; sachlich, unvoreingenommen, unparteiisch




o.k. verstehe. Laut Duden kann ein Mensch also nicht objektiv sein, da er/sie als Mensch einem Subjekt entspricht. Richtig? Wie kommt es dann zu einem "objektiven" Weltbild? Verstehe ich nicht. Wie kann ein Weltbild objektiv sein, das von Subjekten (Menschen) gemacht wird? Wo ist meine Denkblockade, könntest du mir bitte helfen?




Ich habe bisher von noch keinem objektiven Weltbild gehört oder gelesen. Es gibt ne Menge Theorien, die oft versuchen objektiv zu sein, aber zumindestens die "Macher" dieser Theorien wissen, daß es "nur" eine Theorie ist.
Wir Menschen, in unseren doch so "mangelhaften" Körpern, können nur versuchen objektiv zu sein. Frei nach dem Motto: "Der Weise weiß, daß er nichts weiß". Der einzige, scheinbar objektive Teil eines Weltbildes sind die Naturgesetze, aber ebend auch nur wenn es um relativ einfache Zusammenhänge in der fürs Auge sichtbaren Welt geht.

Ich habe nicht gesagt, daß Weltbilder objektiv sind, sondern die Realität ist objektiv. Der Mensch, der versucht objektiv zu sein, ist sich der Realität bewust und versucht sein Weltbild der Realität so gut es geht anzupassen und sollte sich auch seiner Schwäche im erkennen der Realität bewusst sein . Was dabei rauskommt sind die Theorien, die so lange bestand haben, bis herausgefunden wird, daß sie falsch sind.

Unglücklicherweise kommen dann sehr oft Leute daher, die die jeweilige Theorie für absolut wahr halten und als wahr verkaufen, daraus entstehen dann die alseits beliebten Dogmen. Bei den wissenschaftlichen Theorien reden diese Leute von sich selbst gerne als "ich bin objektiv" und daß was die Wissenschaft macht ist bewiesen, wobei vergessen/verdrängt wird, daß wirklich nur ein ganz kleiner Teil des wissenschaftlichen Weltbildes als bewiesen angenommen werden kann, wobei man sich bei den erheblichen Fehleinschätzungen einiger für lange als richtig gehaltenen Theorien frangen muß was noch alles falsch ist(100% sicher sein sollte man sich nie, solange wir in diesem Körper stecken, dafür sind unsere sensorischen Systeme viel zu schlecht).

Grüße,

Knegel

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RE: Was ist Realität?

#59 von Pali , 26.12.2012 14:08

@Knegel: Du hast mich auf eine Idee gebracht. Herzlichen Dank dafür.
Ich schaute im Duden nach, was dort über die Bedeutung von Realität steht.
Der Auszug aus http://www.duden.de/rechtschreibung/Realitaet#Bedeutung2 führt mich zu dem was "real" bedeutet (realitv unten stehen die Bedeutungen und Beispiele).
"in der Wirklichkeit, nicht nur in der Vorstellung so vorhanden; gegenständlich"
Das scheint es mir, als würde sich der Duden in sich widersprechen. Denn schau ich nach, was bei "Wirklichkeit" steht, dann finde ich unter http://www.duden.de/rechtschreibung/Wirklichkeit:
"[alles] das, Bereich dessen, was als Gegebenheit, Erscheinung wahrnehmbar, erfahrbar ist"
Duden-Beispiele
- die raue, harte, heutige, gesellschaftliche, politische Wirklichkeit
- die graue Wirklichkeit des Alltags
- sein Traum ist Wirklichkeit geworden (hat sich verwirklicht)
- die Wirklichkeit verfälschen, entstellen, verklären
- unsere Erwartungen blieben hinter der Wirklichkeit zurück (erfüllten sich nicht ganz)
- in Wirklichkeit (wie sich die Dinge verhalten) ist alles ganz anders
- sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen

Demnach bestimmt die Realität, was als Gegebenheiten, Erscheinungen wahrnehmbar, erfahrbar ist. Das würde bedeuten, wenn für mich meine Träume wahrnehmbar sind, dann sind selbige real. Mein Analyseergebnis "mangelhaft". Begründung: Der Duden hat in seiner Ausdrucksweise eindeutige Lücken, scheint mir als Quelle für Wortdefinitionen ungenügend zu sein, da in sich widersprüchlich und versucht in den Beispielen einseitige Werte zu verbreiten.

Die Realität und damit die Wirklichkeit wird durch jede/n Menschen, jedes Lebewesen individuell definiert, erkannt und bewertet.

 
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RE: Was ist Realität?

#60 von freyja , 26.12.2012 14:14

die Frage ist gut gewählt: Was ist Realität ? - eigentlich Besser: Was ist für dich Realität?
fest steht, mit unserem Verstand (Duden, Sprachdefinitionen und die Sicht der materialistischen WeltanSchauungen.....) schaffen wir es nicht, dies befriedigend zu beantworten. Wir bleiben bei den oben genannten, Sichtweisen haften. WIr können uns annähern, und hier zitiere ich C.G: Jung gerne, gleich einem Laserstrahl im unendlichen Kosmos des Unbewussten ist unsere ERkenntnisfähigkeit. Also sind wir hier in einem druidischen Forum, um genau dieses dunkle All zu durchleuchten. Das funktioniert, meiner Ansicht nach nicht oder nur bis zu einem gewissen Grad, was mir nicht genügt, mit ErKlärungen des Verstandes.
Es ist schön, sich mit euch darüber auszutauschen und die verschiedenen Definitionen zu lesen, es bringt mich fremden Menschen nah, das ist was zählt für mich.

 
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