Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#1 von Pali , 26.11.2012 06:40

Hegel meint "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit." Was meint ihr dazu?

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#2 von Anna , 27.11.2012 10:25

kommt darauf wie man Notwendigkeit definiert.

Aber ...wenn ich die Notwendigkeiten/Regeln sehe und mit Regeln sind nicht nur die Regeln vom Staat, sondern auch die Lebensregeln gemeint, und ich halte mich daran...dann kann mich das frei machen.

Eine weitere Frage ist für mich, wie weit ich Konsequenzen mit einbeziehe. Und ich denke sie gehören dazu...

Also wenn ich Hausaufgaben in der Schule nicht mache, weil ich frei sein will zum Barbie spielen, dann kann mich das ziemlich unfrei machen....Strafarbeit und doppelte Hausaufgaben am nächsten Tag...anders hätte ich an beiden Tagen mit Barbies spielen können...

Also bin ich in meiner Entscheidung mich an die Regel/Notwendigkeit Hausaufgaben zu machen freier als wenn ich mich auf meinen freien Willen berufe und sie nicht erledige.

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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#3 von greenman , 27.11.2012 14:35

Wenn ich einsehe, dass gewisse Dinge notwendig sind, vergeude ich meinen Freiheitsdrang nicht mit dem Versuch, sie zu ändern. Im Gegenteil; ich erkenne dadurch, welche Dinge mich unnötig einengen und kann meine Energien darauf konzentrieren, mich von ihnen zu befreien.

Ich sehe es ähnlich wie Anna, bloß hieß die Freiheit für mich nicht Barbie sondern Märklin-Metall-Bausatz. Wobei ich die Freiheit gehabt hätte, auch mit Barbies zu spielen. Ach, nee, doch nicht - Barbie gab's damals noch nicht!

Blessings,
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#4 von elHakim , 10.12.2012 21:22

Dear Greenman,

ich hätte auch Märklin bevorzugt.

Es ist bei alledem wichtig zu erkennen, das jedes Individuum sein Recht auf Freiheit hat. Insofern darf ich meine persönliche Freiheit nicht soweit ausdehnen, dass sie andere beeinträchtigt, denn das wäre Unfreiheit für die anderen. Daher sind Regeln unabdingbar. Will ich Mitglied dieser Gemeinschaft sein, ist das Unterwerfen unter deren Regeln notwendig. Will ich selber innerhalb der Gesellschaft größtmögliche Freiheitsgrade genießen, muss ich mich an den Notwendigkeiten, die diese Gesellschaft zusammenhalten, orientieren. Oder ich wandere nach irgendwohin aus und gründe meine eigene Gesellschaft - wenn denn jemand mitkommen möchte. Sonst wird es ziemlich einsam in absoluter Freiheit. Und selbst da besteht die Notwendigkeit, sich zu verpflegen, sicher zu schlafen usw.

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#5 von Sinaris , 10.12.2012 22:18

Zitat von greenman
Barbie gab's damals noch nicht!



Barbie kam in den 50er Jahren raus.

Also Freiheit ist aus meiner Sicht, durch Notwendigkeit immer eingeschränkt. Besonders durch die vielen künstlichen Notwendigkeiten der "weiterentwicklung", die uns auktuell umgiebt. Freiheit anzustreben heist ja nicht jede Notwendigkeit gleich zu verdammen aber es bedeutet bestimmt, sehr kritisch mit dem Begriff umzugehen. Ich erinnere an mein persönliches Wort des Jahres... Alternativlos

Egal wie. etwas wirklich notwendiges wird niemals etwas anderes als eine Barriere vor einer gegensätzlichen Entscheidung sein. Die meisten dieser Absoluten muss der gewöhnliche Mensch wohl auch akzeptieren. So ganz wüsste ich allerdings auch nicht, was ich mit allumfassender und entgültiger Freiheit mit meinem Leben denn so anfangen sollte. Völlig Frei von allem. Das Konzept bekomm ich nur schwer in meinem Kopf unter.

Aber auch ein Käfig den ich akzeptiere bleibt ein Käfig.

Gruss
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#6 von elHakim , 10.12.2012 22:29

Braucht nicht jeder seinen Käfig? Will ich wirklich wissen, wer du ohne solchen bist?
Nein, seien wir ehrlich. Sich hinter den Vorhang von Notwendigkeiten zurückziehen zu können, erleichtert das Miteinander ungemein.

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#7 von Pali , 11.12.2012 08:52

Entspricht Notwendigkeit einem Käfig?

Könnte es sein, dass darunter gemeint ist, die Not abzuwenden? Also das frei zu tun was Not verhindert? Wenn ich ohne Beachtung der Notwendigkeit (im eben definierten Sinn) diese Dinge übergehe, dann renne ich in aller Freiheit der Not entgegen. Not kann in allem entstehen, was meinen Bedürfnissen entspricht.

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#8 von Sinaris , 11.12.2012 10:02

Die summe der Notwendigkeiten schränken Deine Existenz hier als Mensch ein. Du kannst Dich durch die Gitter zwängen, aber dann kommt nach ein paar Zentimetern der Abgrund. Fin. Zumindest für die aktuelle Persona.

@elHakim: ein paar dieser Käfigwände sagen mir heutzutage wenig zu. Die zu vermeiden würde aber bedeuten, gleich den ganzen Käfig zu wechseln. Man kann manche Notwendigkeiten ja auch tauschen bzw. gegeneinander abwägen.

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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#9 von greenman , 11.12.2012 13:52

Zitat von elHakim
Braucht nicht jeder seinen Käfig?



Also, so einen faraday'schen Käfig finde ich schon eine tolle Sache, wenn es blitzt und donnert!

Blessings,
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#10 von elHakim , 11.12.2012 21:23

Hi Sinaris,
in der Tat kann ich mir einen Käfigwechsel reizvoll vorstellen. Nur dass wir den neuen Käfig vermutlich mit alten Gewohnheiten genauso ausstaffieren wie den früheren. Manchmal braucht der Mensch Kontinuität, so dass ich gleich im alten Gehäuse verbleiben kann.

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#11 von Pali , 12.12.2012 13:37

Zitat von Sinaris
Die summe der Notwendigkeiten schränken Deine Existenz hier als Mensch ein. Du kannst Dich durch die Gitter zwängen, aber dann kommt nach ein paar Zentimetern der Abgrund. Fin. Zumindest für die aktuelle Persona.



Das sehe ich anders. Zu den Notwendigkeiten gehören für mich ganz normale lebenserhaltende Maßnahmen. Würde ich die ablegen, käme unweigerlich zuerst Krankheit und dann das Sterben des menschlichen Körpers. Das Leben gefällt mir jedoch, daher nehme ich die Notwendigkeiten in Freiheit an. Für mich hat das nichts mit Gittern oder Käfig zu tun. Ich gestalte selbst, wie ich mein Leben lebe. Würden z.B. Nahrungsaufnahme, Hygiene, Nähe und Austausch fehlen, würden mir bedeutsame Notwendigkeiten fehlen. Die Art wie ich diese Notwendigkeiten lebe, geben mir Freiheit.

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#12 von elHakim , 12.12.2012 21:34

Dem stimme ich zu. Ich würde auch den Abgrund außen vor lassen.
Die beispielhaft genannten Notwendigkeiten von Pali würde ich mit dem dehnbaren Begriff "Kultur" belegen. Wir sind seit der Geburt Teil einer bestimmten solchen, und können (und - bei mir - wollen auch nicht) aus dem selben ausbrechen.

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#13 von Sinaris , 13.12.2012 16:05

Zitat von Pali

Zitat von Sinaris
Die summe der Notwendigkeiten schränken Deine Existenz hier als Mensch ein. Du kannst Dich durch die Gitter zwängen, aber dann kommt nach ein paar Zentimetern der Abgrund. Fin. Zumindest für die aktuelle Persona.



Das sehe ich anders. Zu den Notwendigkeiten gehören für mich ganz normale lebenserhaltende Maßnahmen. Würde ich die ablegen, käme unweigerlich zuerst Krankheit und dann das Sterben des menschlichen Körpers. Das Leben gefällt mir jedoch, daher nehme ich die Notwendigkeiten in Freiheit an. Für mich hat das nichts mit Gittern oder Käfig zu tun. Ich gestalte selbst, wie ich mein Leben lebe. Würden z.B. Nahrungsaufnahme, Hygiene, Nähe und Austausch fehlen, würden mir bedeutsame Notwendigkeiten fehlen. Die Art wie ich diese Notwendigkeiten lebe, geben mir Freiheit.




Unsinn... Nahrungsaufnahme ist ein Gitter. Klar kannst Du das leben wie du willst... aber hinter Dir gelassen kommt der Abrund Tod. (um mein Bildnis zu erklären. Wir können meine Wortwahl klären aber das Ergebnis bleibt gleich). Also gerade Nahrungsaufnahme ist doch nun eines unserer grössten "Zwangsmaßnahmen", neben Wasser und vor allem Atem.

Wir wären schon viel weiter im Weltraum, ohne diese Hindernisse. Es mögen ja Göttergebene notwendigkeiten sein, aber aus meiner Sicht hat das garnichts mit Freiheit zu tun. Etwas, was mich zur Beachtung zwigt oder in Konsequenz mit dem Tod bestraft macht mich doch nicht frei?!? Ich versteh Eure Denkweise nicht für 5 Cent. Mag ja sein, das Ihr der Nummer entgegenlächeln wollt aber dann würde ich gerne an die Millionen Menschen verweisen die immernoch dank dieser "Freiheit" verrecken "dürfen", weil sie keinen Zugriff auf ein so wohlsollendes Leben wie wir haben.

Haben die alle selbst Schuld, das die gerade mal über die Schippe springen dürfen? Oder haben sie gerade mal eben Ihre Notwendigkeiten "aus den Augen" verloren? Ehrlich. Die ganze Aussage kann nur jemand gutheißen, der nur erste Welt Probleme kennt, oder?

Für mich habe ich hier noch kein Agument gelesen, das mich von der Notwendigkeit von Notwendigkeiten überzeugt hätte. Das letzte was ich tun werde jetzt noch das Banner für sowas zu erheben.

Sei Euch Ehre und Stärke
Sinaris

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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#14 von Pali , 13.12.2012 16:36

Vermeide bitte meine Kommentare mit der Wertung "Unsinn" zu titulieren. Ich sehe durchaus einen Sinn in meinen Worten.

Wir befinden uns hier im "Club der Philosophen". Der Threat heisst "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit".
Wenn du die Denkweise von mehreren Menschen noch nicht verstanden hast, bedeutet das dann für dich, dass andere nicht genauso denken können wie du und damit deiner Bewertung unterliegen?
Mal ganz nebenbei ist für mich der Tod weder ein Abgrund noch sonstwas beängstigendes. Das hat allerdings nichts mit dem aktuellen Thema zu tun. Auch das Thema "Schuld" ist eine individuelle Wertung und gehört in meinem Verständnis nicht in diesen Kontext.

Habe ich dich richtig verstanden, wenn ich davon ausgehe, dass du Nahrungsaufnahme, Atmen und Wasser zu dir nehmen als Zwang empfindest? Könnte es daher sein, dass das Leben als solches aus deiner Sicht schon zwanghaft ist? Zwang, so entnehme ich deinen Worten, macht dir keinen Spaß. Wie willst du glücklich werden, wenn nicht durch die Erkenntnis, dass ein Zwang nur dann einengend wird, wenn du ihm eine belastende Definition gibst? Bitte beachten: es geht hierbei weder um krankhafte Zwangsneurose noch sonstige Zwangserkrankungen. Von dem mal abgesehen hat "Notwendigkeit" in meinem Verständnis nichts mit Zwang zu tun.

Sicherlich kennst du Nelson Mandela. Weisst du warum er die vielen Jahre im Gefängnis ohne Hass überlebte? Er liebte das Leben und sah seine Freiheit in der Einsicht der Notwendigkeit.

 
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RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#15 von Sinaris , 13.12.2012 16:57

Ich hätte auch hier für MICH Unsinn vorschreiben können. Oder ausformuliert, das einige oder alle Aspekte für mich keinen Sinn ergeben. Das ist doch keine Beleidigung! Alle Deine hier in diesem Thread getätigten Aussagen wiedersprechen meinem Sinn in der Wahrnehmung meines Seins.... besser?

Keine Ahnung warum Nelson Mandela überstanden hat! Will ich auch gar nicht... Ich sehe etliche die in Notwendigkeit hier vergehen. Da sehe ich nichts gutes drin. Mag ja sein, dass Mr. Mandela in seiner Gefangenschaft zu einem neuen Selbst gefunden hat.... aber das war dann ERZWUNGEN und ERWIRKT (wenn auch kontraproduktiv) und hat absolut GARNICHTS mit Freiheit der eigenen Person zu tun.

Mal ehrlich... im Gefängnis und dann in diesem Zusammenhang über Freiheit reden...

Mal abgesehen, das meines Wissens nach die Meinung über die Apartheit schon vorher existierte...

Gruss
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