RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#31 von Pali , 18.12.2012 08:38

@Sinaris: du hattest nach Erklärung gefragt. Was meinst du zu den oben genannten Erklärungsversuchen? Kannst du die Aussagen nachvollziehen?

 
Pali
Besucher
Beiträge: 212
Registriert am: 30.01.2011


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#32 von Sinaris , 18.12.2012 08:49

Eigendlich habe ich nach Beispielen gefragt. Welche solcher Notwendigkeiten meint Ihr denn? Das sind Beschreibungen die man wieder interpretieren kann. Was ist für Euch klar benannt eine oder gern auch mehrere konkrete Notwendigkeit(en) in die Ihr Einsicht habt?

Sinaris  
Sinaris
Beiträge: 882
Registriert am: 15.06.2009


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#33 von Pali , 18.12.2012 08:54

Was ist für dich in deinem Leben notwendig?

 
Pali
Besucher
Beiträge: 212
Registriert am: 30.01.2011


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#34 von greenman , 18.12.2012 13:00

Zitat von Sinaris
Eigendlich habe ich nach Beispielen gefragt. Welche solcher Notwendigkeiten meint Ihr denn? Das sind Beschreibungen die man wieder interpretieren kann. Was ist für Euch klar benannt eine oder gern auch mehrere konkrete Notwendigkeit(en) in die Ihr Einsicht habt?



Sinaris,
Es gibt verschiedene Kategorien von Notwendigkeit.

1. Logische Notwendigkeiten: Ich bin nicht frei, etwas zu tun und es gleichzeitig zu lassen. Wie die Englander sagen: "You can't have your cake and eat it." Ich habe auch nicht die Freitheit, mich die Hälfte des Tages mit Arbeit zu beschäftigen, die Hälfte des Tages zu schlafen und die Hälfte des Tages der Freizeit zu widmen, so gerne ich das auch täte. Sehe ich das ein, und teile ich den Tag in Dritteln ein, so bin ich frei, meine Zeit einzuteilen. Ich bin auch nicht frei, zu heiraten und Junggeselle zu bleiben, obwohl beide Lebensmuster ihren Reiz haben.
In diesen Fällen besteht die Freiheit lediglich darin, eine von zwei sich logisch ausschließenden Möglichkeiten wählen zu dürfen.

2. Biologische Notwendigkeiten: Atmen, Essen, Trinken, Schlafen, Schutz vor Hitze und Kälte sind Notwendigkeiten. Und sie ziehen sekundäre Notwendigkeiten hinter sich: Kochen, Bier holen, Betten machen, Häusle bauen, und/oder Geld verdienen, um mir diese Leistungen zu kaufen. Auch die Reproduktion und Kindererziehung, weil ich jemanden brauche, der all das macht, wenn ich zu alt dazu bin.
Erkennen wir diese Notwendigkeiten nicht an, sind wir bald tot, und die Sache mit der Freiheit hat sich erledigt (zumindest für diese Existenz!)

3. Physikalische Notwendigkeiten: Schwerkraft, Statik, Mechanik, Aerodynamik, Hydraulik, etc. also Notwendigkeiten, die durch Naturgesetzte vorgegeben sind. Ich bin nicht frei, ein Haus mit Dach aber ohne Wände/Säulen zu konstruieren, oder die Segelfläche eines Bootes beliebig groß zu machen.
Ich denke, die meisten betrachten solche Faktoren eher als "Gegebenheiten" denn als Notwendigkeiten.

4. Sachlich bedingte Notwendigkeiten: Wenn ich Sonntags etwas essen will, dann ist es notwendig, Samstags einkaufen zu gehen. Wenn ich gut ausgebaute Autobahnen haben will, ist es notwendig, dass ich entsprechende Steuern entrichte.
Von solchen Notwendigkeiten kann ich mich befreien, indem ich die Premisse negiere: wenn ich Sonntags nichts essen will, dann brauche ich Samstags nicht einzukaufen; wenn ich nicht Auto fahren will, brauche ich keine Kfz-Steuer zu entrichten.
Allerdings unterliegt die Prämisse wieder der logischen Notwendigkeit: entweder will ich Sonntags essen, oder ich will es nicht; entweder will ich Auto fahren, oder ich will es nicht.
Diese Kategorie ruft die meisten Diskussionen vor, weil sie schwammiger ist als die ersten drei. Ich kann mich befreien, indem ich anderswo durch eine freie Entscheidung die Prämisse ändere. Aber auch die Folge der Prämisse kann geändert werden. Das Tankstellenshop z.B. ist sozusagen ein Befreiungsschlag - denn seit es das gibt, ist es nicht Notwendig, das Sonntagsessen am Samstag einzukaufen. Tankstellenshops dürfen auch Sonntags Lebensmittel verkaufen! Andererseits gibt es Länder, die immer schon die Sonntagsöffnung von Lebensmittelläden erlaubten - eine Freiheit, die der Deutsche lange nicht kannte! Daran erkennt man, dass manche "Notwendigkeiten" nicht naturgegeben sind sondern mit willkürlich verabschiedeten Gesetzen zu tun haben. Man kann mit Fug und Recht sagen: "Ich sehe es nicht ein, dass ich Sonntags in Deutschland nichts zum Essen kaufen kann, wenn man es in anderen Ländern kann!" Und wo es keine Einsicht gibt, gibt es laut Hegel keine Freiheit. Andererseits mag einer argumentieren, dass das Personal im Lebensmittelhandel auch einen freien Tag (Tag der persönlichen Freiheit) in der Woche braucht - dann kommt mir (vielleicht) die Einsicht in die Notwendigkeit der Sonntagsschließung, und ich fühle mich (vielleicht) freier.

Blessings,
Greenman

greenman  
greenman
Beiträge: 146
Registriert am: 07.08.2011


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#35 von elHakim , 18.12.2012 18:55

Hallo Greenman,

gerne würde ich deiner Nr. 4 "Sachliche Notwendigkeit" noch ein Beispiel hinzufügen, bzw. eine Nr. 5 anhängen "faktische Notwendigkeit":
Das soll bedeuten, dass mir Handlungen durch Umstände, die ich in keinster Weise beeinflussen kann, aufgezwungen werden. Als eigene Erfahrung möchten ich den letzten Abschnitt meines Lebenslaufes anführen. Für viele Jahre wohnte ich in einem nordafrikanischen Land, in dem plötzlich Spitzbuben meinten, sie müssten einen Bürgerkrieg anzetteln. Folge: Firma zu, plötzliches repatriieren oder sich womöglich alternativ totschlagen zu lassen. In solchen Situationen sind deine Freiheitsgrade stark eingeschränkt.

 
elHakim
Beiträge: 647
Registriert am: 09.08.2010


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#36 von Sinaris , 18.12.2012 19:47

OK, damit kann ich arbeiten... (Drink bereitstellen, Check (hab morgen frei), Bequeme Lage, Check, Relaxte Stimmung, errr wrong... egal! Ich antworte mal trotzdem!)

Erstmal Danke Greenman für diese umfassende Auflistung.

Zitat von greenman
1. Logische Notwendigkeiten: Ich bin nicht frei, etwas zu tun und es gleichzeitig zu lassen. Wie die Englander sagen: "You can't have your cake and eat it." Ich habe auch nicht die Freitheit, mich die Hälfte des Tages mit Arbeit zu beschäftigen, die Hälfte des Tages zu schlafen und die Hälfte des Tages der Freizeit zu widmen, so gerne ich das auch täte. Sehe ich das ein, und teile ich den Tag in Dritteln ein, so bin ich frei, meine Zeit einzuteilen. Ich bin auch nicht frei, zu heiraten und Junggeselle zu bleiben, obwohl beide Lebensmuster ihren Reiz haben.
In diesen Fällen besteht die Freiheit lediglich darin, eine von zwei sich logisch ausschließenden Möglichkeiten wählen zu dürfen.



Das ist eine Freiheit gewährende Notwendigkeit? Ich nenne das Entscheidung und neben her die Akzetanz von GEGEBENheiten, nicht Notwendigkeiten. Ein Tag hat 24 Stunden... wenn Du Ihn als Tag so betrachten willst. Mach Dir gern Deine eigene Zeitmessung mit 36 Stunden. Nicht Zwegmässig und sehr inkompatibel, aber letzten Endes Dein Bier. Sorry... I see no freedom in this one. Ich seh hier nicht mal eine wirkliche Notwendigkeit.

Zitat von greenman
2. Biologische Notwendigkeiten: Atmen, Essen, Trinken, Schlafen, Schutz vor Hitze und Kälte sind Notwendigkeiten. Und sie ziehen sekundäre Notwendigkeiten hinter sich: Kochen, Bier holen, Betten machen, Häusle bauen, und/oder Geld verdienen, um mir diese Leistungen zu kaufen. Auch die Reproduktion und Kindererziehung, weil ich jemanden brauche, der all das macht, wenn ich zu alt dazu bin.
Erkennen wir diese Notwendigkeiten nicht an, sind wir bald tot, und die Sache mit der Freiheit hat sich erledigt (zumindest für diese Existenz!)



Vollkommen akzeptiert. Hier haben wir eine Notwendigkeit. Das war ja die, von der ich auch gesprochen habe. Allerdings sehe ich in der akzeptanz dieser Schranken keine Freiheit und der ganze Berufsstand von Ingeneuren und Erfindern sieht das sicher ähnlich. Denn Pressluftflasche, Thermoanzug, Spaceshuttle und ähnliches, wären mit der akzeptanz dieser Notwendigkeiten nie entstanden. Tendenz überwinden.

Zitat von greenman
3. Physikalische Notwendigkeiten: Schwerkraft, Statik, Mechanik, Aerodynamik, Hydraulik, etc. also Notwendigkeiten, die durch Naturgesetzte vorgegeben sind. Ich bin nicht frei, ein Haus mit Dach aber ohne Wände/Säulen zu konstruieren, oder die Segelfläche eines Bootes beliebig groß zu machen.
Ich denke, die meisten betrachten solche Faktoren eher als "Gegebenheiten" denn als Notwendigkeiten.



Das sind Naturgesetze und Gegebenheiten. Als Notwendig für Freiheit betrachte ich dann doch ehr Dinge, die ich überhaupt IRGENDWO beeinflussen kann. Aber soweit gegeben. Fortschritt = Überwinden solcher Barrieren.

Zitat von greenman

4. Sachlich bedingte Notwendigkeiten: Wenn ich Sonntags etwas essen will, dann ist es notwendig, Samstags einkaufen zu gehen. Wenn ich gut ausgebaute Autobahnen haben will, ist es notwendig, dass ich entsprechende Steuern entrichte.
Von solchen Notwendigkeiten kann ich mich befreien, indem ich die Premisse negiere: wenn ich Sonntags nichts essen will, dann brauche ich Samstags nicht einzukaufen; wenn ich nicht Auto fahren will, brauche ich keine Kfz-Steuer zu entrichten.
Allerdings unterliegt die Prämisse wieder der logischen Notwendigkeit: entweder will ich Sonntags essen, oder ich will es nicht; entweder will ich Auto fahren, oder ich will es nicht.
Diese Kategorie ruft die meisten Diskussionen vor, weil sie schwammiger ist als die ersten drei. Ich kann mich befreien, indem ich anderswo durch eine freie Entscheidung die Prämisse ändere. Aber auch die Folge der Prämisse kann geändert werden. Das Tankstellenshop z.B. ist sozusagen ein Befreiungsschlag - denn seit es das gibt, ist es nicht Notwendig, das Sonntagsessen am Samstag einzukaufen. Tankstellenshops dürfen auch Sonntags Lebensmittel verkaufen! Andererseits gibt es Länder, die immer schon die Sonntagsöffnung von Lebensmittelläden erlaubten - eine Freiheit, die der Deutsche lange nicht kannte! Daran erkennt man, dass manche "Notwendigkeiten" nicht naturgegeben sind sondern mit willkürlich verabschiedeten Gesetzen zu tun haben. Man kann mit Fug und Recht sagen: "Ich sehe es nicht ein, dass ich Sonntags in Deutschland nichts zum Essen kaufen kann, wenn man es in anderen Ländern kann!" Und wo es keine Einsicht gibt, gibt es laut Hegel keine Freiheit. Andererseits mag einer argumentieren, dass das Personal im Lebensmittelhandel auch einen freien Tag (Tag der persönlichen Freiheit) in der Woche braucht - dann kommt mir (vielleicht) die Einsicht in die Notwendigkeit der Sonntagsschließung, und ich fühle mich (vielleicht) freier.



OK... Das Essen hatten wir oben schon. Aber Ihr seht Autobahnen als Notwendigkeit an für die man also Steuern zahlen muss, damit man Freiheit erlangt? Öhm... Nein. sehe ich anders. Kategorie vier ist für mich eher ein beispiel für 1. Welt Nichtigkeiten, die absolut nichts mit existenziellen Basisthesen geschweige denn dem Gedanken von Freiheit zu tun haben und wo ich eine WAHL habe, habe ich keine Notwendigkeit. Ich sehe Notwendigkeiten dort, wo es gilt eine, meist mortale, Not abzuwenden. Organspende für einen Verwanten, der sonst stirbt. Sowas bekommt einen Anstrich von Notwendigkeit. Aber ich sehe in solchen Dingen selten irgendeine Freiheit.


Danke auch Dir elHakim...

Zitat von elHakim
5 "faktische Notwendigkeit":
Das soll bedeuten, dass mir Handlungen durch Umstände, die ich in keinster Weise beeinflussen kann, aufgezwungen werden. Als eigene Erfahrung möchten ich den letzten Abschnitt meines Lebenslaufes anführen. Für viele Jahre wohnte ich in einem nordafrikanischen Land, in dem plötzlich Spitzbuben meinten, sie müssten einen Bürgerkrieg anzetteln. Folge: Firma zu, plötzliches repatriieren oder sich womöglich alternativ totschlagen zu lassen. In solchen Situationen sind deine Freiheitsgrade stark eingeschränkt.



Gut... also hier brauche ich den Grad an Freiheit ja nichtmal dementieren.

Vielleicht erkennt Ihr ja in meiner Wortwahl, wo mein Veto zu diesem Zitat liegt. Versteht mich nicht falsch. Auch ich denke, das absolute Freiheit genauso wie absolute Anarchie nicht funktioniert. Das sind immer nur die Übergänge, mehr nicht. Freier Wille ist und bleibt eine Illusion, genauso wie der Gedanke von Freiheit an sich. Meine Freiheit bleibt, Notwendigkeiten nicht zu akzeptieren, mich bockig zu drehen, und vielleicht irgendwann zum Trotz im Raumanzug auf dem Mond, nach 12 Monaten Hungern dank Stoffwechselblockern und Kühlschlaf, in das künstliche Meer zu den angesiedelten Walen zu springen. (bitte nicht den letzten Satz für die weitere Diskussion verwenden... das issn Scherz.... mehr nicht)

Gruss
Sinaris

Sinaris  
Sinaris
Beiträge: 882
Registriert am: 15.06.2009


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#37 von Pali , 18.12.2012 20:10

Zitat von Sinaris
Freier Wille ist und bleibt eine Illusion, genauso wie der Gedanke von Freiheit an sich. Meine Freiheit bleibt, Notwendigkeiten nicht zu akzeptieren, mich bockig zu drehen, und vielleicht irgendwann zum Trotz im Raumanzug auf dem Mond, ...


Viel Spass auf dem Mond.

So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein. Statt eigene Punkte zu listen, was du unter Notwendigkeit verstehst, versuchst du dich krampfhaft (bockig) an deinem alten Muster festzuhalten. Fühlt sich vermutlich gut für dich an bockig zu sein, Aussagen zu verdrehen und verallgemeinernde Meinungen zu unterstellen.
Deine Auslegung von Greenmans Kommentar sieht ganz anders aus als das, was ich darunter verstanden habe.

Für dich ist allein schon der Gedanke an Freiheit eine Illusion? Wauh. Das ist eine tiefe, individuelle Erkenntnis. Du willst dich bockig drehen, Notwendigkeit ad absurdum führen. Das ist o.k., es ist deine Illusion in der du lebst.
Ich bin nur froh, dass ich in meinem Leben meinen persönlichen Illusionen verwirkliche. Das heisst, für mich gibt es in meiner Realität die "Freiheit" deren "Einsicht in die Notwendigkeit" meinem freien Willen und der damit zusammenhängenden Betrachtungsweise unterliegt.

 
Pali
Besucher
Beiträge: 212
Registriert am: 30.01.2011


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#38 von Sinaris , 18.12.2012 20:24

Zitat von Pali
Statt eigene Punkte zu listen, was du unter Notwendigkeit verstehst, versuchst du dich krampfhaft (bockig) an deinem alten Muster festzuhalten.



Öhm... meine Punkte standen zu erst hier... Atmen war meins... bitte zurückblättern.

Zitat von Sinaris
(bitte nicht den letzten Satz für die weitere Diskussion verwenden... das issn Scherz.... mehr nicht)



Und WOW... Du stützt den Rest hier auf den Satz, bei dem ich sogar hintergeschrieben habe, das es n Scherz ist

Zitat von Pali
Für dich ist allein schon der Gedanke an Freiheit eine Illusion? Wauh. Das ist eine tiefe, individuelle Erkenntnis.



Der gebührt nicht mir sondern nem Haufen teils auch bekannterer Menschen vor mir. Also mag ich die Blumen gerne zurückgeben. Darfst mal googeln. Du wirst überrascht sein, wie viele Menschen da ähnlich empfinden.

Zitat von Pali
"Einsicht in die Notwendigkeit" meinem freien Willen und der damit zusammenhängenden Betrachtungsweise unterliegt.



gesteuerte Freiheit... gerade Kurve, strahlende Dunkelheit, brennende kälte, Military Intelligence...

Aber schön, wenn ich Dich mit meinem Kontex so einfach glücklich machen kann. Manchmal bedarf es des Schattens um sich in der Sonne wieder wohl zu fühlen, eh?

Gruss
Sinaris

Sinaris  
Sinaris
Beiträge: 882
Registriert am: 15.06.2009


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#39 von Sinaris , 18.12.2012 20:29

Zitat von Pali

Zitat von Sinaris
Notwendigkeit ad absurdum führen.




WUSS? WANN hab ich das gesagt? Im Gegenteil. Wo wir wieder beim rauspicken wären. Notwendigkeiten gibt es. Muss wohl auch. Aber ich werd da doch nicht das Etikett Freiheit draufkleben und lachend Rosenblätter drumstreuen.

Notwendigkeit ist in der ersten Linie NOT!!! Nie nix toll. Das ist Friss oder STIRB und hat nichts aber auch AB_SO_LUT nichts mit freiheit zu tun.

DAS war und IST meine Aussage... Meine Fresse.

Gruss
Sinaris

Sinaris  
Sinaris
Beiträge: 882
Registriert am: 15.06.2009


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#40 von Gelöschtes Mitglied , 19.12.2012 06:57

Notwendigkeiten die ich richtig toll finde sind für mich
Grundrechte
Menschenrechte
Freiheitsrechte
Tierschutzrecht
Naturschutz

Ich finde es auch toll mich ins Auto zu setzen und jeder Zeit z.B. ans Meer fahren zu können.
Mal ausbrechen und sich frei fühlen.

Das Wegerecht war nicht immer so freizügig wie heute.
Ich kann seine Möglickeiten genießen, muß aber auch seine Nachteile ertragen.
Wegerecht - auch eine tolle Notwendigkeit, die mir sehr viel Freiheit schenkt.

Und ich komm auch fast jeden Morgen pünkltich zur Arbeit.


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#41 von Pali , 19.12.2012 08:13

@Sinaris: gemeint ist die Notwendigkeit im Kontext zum Thread "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit".

@Branos: ja, alles Notwendigkeiten, die uns Freiheit geben.

 
Pali
Besucher
Beiträge: 212
Registriert am: 30.01.2011


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#42 von greenman , 19.12.2012 20:45

Zitat von Sinaris

Das ist eine Freiheit gewährende Notwendigkeit?



Sinaris,

Nein! Nicht die Notwendigkeit gewährt Freiheit, sondern die Einsicht!

Notwendigkeiten, von welcher Art auch immer, engen uns ein. Ob wir diese Einengung als Freiheitsberaubung empfinden, hängt von unserer Einsicht ab.

Blessings,
Greenman

greenman  
greenman
Beiträge: 146
Registriert am: 07.08.2011


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#43 von elHakim , 21.12.2012 18:50

Hi Branos,

ich finde deine Liste richtig gut. Hast du bemerkt,dass es alles Rechte sind, die andere dir zugestehen müssen?
So muss das auch für uns gelten: Achte ich nicht die Rechte anderer, können diese nicht frei leben. Und ich letzten Endes auch nicht.

 
elHakim
Beiträge: 647
Registriert am: 09.08.2010


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#44 von Gelöschtes Mitglied , 06.01.2013 07:18

„Legum denique idcirco omnes servi sumus ut liberi esse possimus.“

„Schließlich sind wir alle Diener der Gesetze deswegen, um frei sein zu können.“

– Cicero: Pro Cluentio 53, 146.


RE: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit

#45 von Knegel , 07.01.2013 15:54

Hi,

um diesen Satz zu verstehen muß man bei Hegel nachlesen. Viele Philosophen kommen aus einer anderen Zeit, als Worte noch anders benutzt wurden und oft noch nichteinmal klar definiert waren. Als Resultat haben viele Philosphen für die selben Worte eine unterschiedliche Bedeutung im Sinne gehabt, welche sich oft erst aus dem Kontex ihrer Werke herleiten läst, oft auch gar nicht.

Hegel ist ja nicht so lange her, trotzdem steht "Notwendigkeit" wahrscheinlich in diesem Satz für die Naturgesetze und Einsicht steht für das Verständnis dieser. Freiheit steht dann "nur" für die Freiheit aus dem gewonnenen Wissen(aus der gewonnen Einsicht) höher zu bauen als vorher.
Mann sollte bedenken, das Hegel zu einer Zeit lebte als die neuen Freiheiten durch die Einsichten in die Notwendigkeiten Überweltigend waren und unglaubliches versprachen. Zu der Zeit schien es als ob alle Probleme durch das Verstehen der Naturgesetze gelöst bzw erklärt werden können.
Im übrigen hatte Hegel wohl kaum die Freiheit des Einzelnen im Sinn als er diesen Satz formulierte, er schrieb dieses im Kontex der Gesellschaft.

Im übrigen glaube ich, daß der Satz mit den heutigen Wortdefininitionen noch universeller ist und trotzdem stimmt.

Notwendigkeit:

Zitat
In der Alltagssprache bezeichnet man etwas als notwendig, wenn man glaubt („für notwendig halten“), dass es benötigt wird bzw. vorhanden sein muss, um einen bestimmten Zustand oder ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Manchmal wird auch die Steigerung „am notwendigsten“, dringend notwendig usw. verwendet, um die Priorität einer Maßnahme anzudeuten.



Einsicht

Zitat
Einsicht bedeutet in der Alltagssprache, Eigenschaften und Beziehungen eines Objektbereiches hinreichend genau erkannt, geistig erfasst und sachlich richtig begriffen zu haben.



Als Freiheit würde ich hier das fehlen von "Zwang fühlen" bezweichnen.

Also ist man das Gefühl von Zwang los, wenn man die Notwendigkeit verstanden und damit für richtig befunden hat.

Ein Verbrecher kann sich somit auch im Gefängnis frei fühlen, wenn er seiner Schuld bewust ist und die Strafe(Notwendigkeit) für angemessen hält.
Wenn jemand sich unschuldig fühlt oder die Strafe für zu hoch einstuft hat dieser natürlich keine Einsicht, kein Verstehen von der Notwendigkeit und fühlt sich unfrei.

In vielen Fällen hat in diesem kontex Einsicht nicht wirklich viel mit dem eigentlichen Verstehen wie bei Hegel zu tun, sondern mit Bedürfnissen die in uns stecken. Auch wenn wir von der Logik her eine Sache kausal kurzfristig verstehen, beteuert uns oft eine Innere Stimme(der Schweinehund oder auch die Intuition) etwas anderes.
Also ist die Einsicht in diesem Sinne mehr ein gefühlsmäßiges Verstehen. Ich muß das Gefühl haben die Notwendigkeit ist berechtigt/richtig, dann kann ich ihr ohne zwang folgen.

Knegel  
Knegel
Beiträge: 135
Registriert am: 20.12.2012


   

Was ist Realität?
Träume

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz