Natur-/Waldkindergarten

#1 von Frau Wetterwachs , 14.11.2012 18:27

Hallo miteinander.

Wie das Leben halt so spinnt... äh, spielt, kam ich bislang leider noch nicht so recht dazu, mich in den diversen Foren hier richtig einzulesen, geschweige denn, großartig etwas zu schreiben. Das Forum 'Kindergarten' ist mir allerdings gleich aufgefallen (Gleiches zieht Gleiches ja gerne an) und ich finde es großartig, dass ein solches hier existiert.
Ich bin zwar selbst keine Mama, arbeite aber bereits seit einigen Jahren in einem Waldkindergarten. Davon einmal ganz ab, dass mir - völlig eigennützig betrachtet - diese Art der Tätigkeit in der freien Natur absolut entspricht, bin ich persönlich vom Konzept der Naturkindergärten sehr überzeugt und stehe dahinter.
Mich interessiert sehr, ob es unter den hiesigen Schreibern Erfahrungen mit Naturkindergärten gibt und falls ja, wie diese aussehen?! Vielleicht tummelt sich hier ja der ein oder andere Naturpädagoge, oder es gibt Eltern, deren Kinder einen Waldkindergarten besuchen?
Diesbezüglicher Austausch wäre m. E. eine schöne Sache.

Ich wünsche allseits einen schönen Abend.

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RE: Natur-/Waldkindergarten

#2 von Titania , 14.11.2012 22:53

Meine Kleine ist in der Waldgruppe des Kindergartens und fühlt sich da ziemlich wohl.
Ich beobachte noch, was denen dort so beigebracht wird, bisher hab ich das Gefühl, dass da ruhig etwas mehr Pflanzenkunde schon mit dabei sein könnte. Aber wie gesagt, wir sind da noch recht frisch drin und ich beobachte noch etwas.

 
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RE: Natur-/Waldkindergarten

#3 von Frau Wetterwachs , 15.11.2012 13:23

Hallo Titania.

Wie es sich in der Gruppe deiner Lütten verhält, kann ich natürlich rein gar nicht beurteilen - vielleicht ist es tatsächlich so, wie du vermutest. Meine Erfahrung ist, dass einem die Kinder mit ihren ganz eigenen Interessen, die sie von zu Hause mitbringen oder auch erst vor Ort entwickeln, häufig 'einen Strich durch die Planung machen' (und das ist auch gut so). Ich kann mich beispielsweise an einen Winter entsinnen, in dem wir mit der Gruppe näher auf das Thema Tierspuren eingehen wollten. Soweit unser Plan. Die ersten Spuren, die wir mit den Kindern entdeckten, waren Wildsauspuren. Und ab da war das Thema Spuren für die Kinder völlig abgeschrieben - Wildschweine waren für sie jetzt das Thema schlechthin.
Meine persönliche Meinung ist, dass man als Erzieher in einer solchen Situation so flexibel sein sollte, von der ursprünglichen Planung abweichen und das Interessensgebiet der Kinder aufgreifen zu können. Vor allem, weil Lernen und das Verinnerlichen von Gelerntem eben auch unmittelbar gekoppelt an die Freude an der Sache ist. Davon ab, dass sich eben auch nicht jedes Kind für jedes Thema begeistern kann - also sprich, dem einen Kind bleiben bestimmte Heilkräuter, Tiere etc. sehr gut hängen, weil es sich eben dafür interessiert. Für ein anderes Kind stehen handwerkliche Arbeiten wie das Schnitzen im Vordergrund. Und je nachdem, wie die individuellen Fähigkeiten und Interessen eines Kindes gelagert sind, gestaltet sich auch, was es daheim vom Tag erzählen wird (dazu kommt, dass - zum Leidwesen der Erzieher - die Standartantwort vieler Kinder auf die elterliche Frage 'Und, was habt ihr heute gemacht?' schlichtweg 'Nichts.' lautet *schmunzel*) .

LG

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RE: Natur-/Waldkindergarten

#4 von Titania , 15.11.2012 13:53

Ja, da kann ich mit vehementem Nicken nur zustimmen, wenn ich nicht die Betreuer fragen würde, würde ich auch nie erfahren, was sie übern Tag so alles gemacht hat. *G*

 
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RE: Natur-/Waldkindergarten

#5 von responsibility , 16.11.2012 07:32

Meine Zwillinge gehen auch immer Morgens in die Kita - setzten sich brav hin und stehen erst wieder auf, wenn sie am Nachmittag abgeholt werden...

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RE: Natur-/Waldkindergarten

#6 von Baumgeistlein , 28.12.2012 22:53

Ich hatte meinen Sohn mehrere Jahre in einem Waldkindergarten.
Mittlerweile gibt es fast in jeder Stadt Wald-Kitas, insgesamt mehrere hundert deutschlandweit.

Meine Tochter ging später bereits mit einem Jahr in eine normale Kita, weil Waldkindergarten so junge Kinder fast nie annehmen.
Unsere Erfahrungen mit der Wald-Kita waren sehr gut. Gerade für Jungs ist Wald ein unendlicher Erlebnisspielplatz, wo man überall Stöcke zum fechten, kämpfen, schnitzen oder Hüttenbauen findet. Auch jetzt mit neun Jahren geht er immer noch relativ sehr viel raus in die Natur.
Übrigens haben fast alle Wald-Kitas Bauwagen oder ähnliche Behausungen für "Drinnen-Aufwärmpausen", wenn es lange regnet oder zu kalt ist.

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RE: Natur-/Waldkindergarten

#7 von wispel , 05.02.2013 10:08

Ich persönliche finde Waldkindergärten auch sehr gut und hätte als Kind sicher auch Spaß gehabt. Aber was mir immer wieder auffällt: selbst hier auf dem Dorf wollen die Eltern ihre Kinder am liebsten bis direkt vor die Kinergartenhütte mit dem Auto fahren, ein Weg den wirklich jeder zu Fuß machen kann. Der Ansatz in der Natur zu sein wird da m.E. ad absurdum geführt

 
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RE: Natur-/Waldkindergarten

#8 von h.anna , 01.03.2013 13:20

Ich selber habe keine Kinder, aber die 7 Kinder meiner besten Freundin waren alle im Waldkindi und es ging ihnen dort sehr gut.

Gruß

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RE: Natur-/Waldkindergarten

#9 von Titania , 23.08.2013 21:00

Kann mir jemand sagen, was der Unterschied zwischen Apfel und frisch gepressten Apfelsaft ist und warum ein Waldkindergartenkind einen Apfel geschnitten mitnehmen darf, aber einen frisch gepressten Apfelsaft mit Hälfte Wasser nicht ? Warum ist so eine frisch gepresste Apfelsaftschorle böse ? (ohne Zucker wohl gemerkt)
Das entbehrt für mich jeglicher Logik.
Und wenn ich als Mutter eine Frage stelle, dann heißt das nicht, dass ich mit der Situation überfordert bin, sondern dass ich offen für kreative Lösungsvorschläge bin, es hat also den gegenteiligen Effekt, wenn man mir von oben herab antwortet und so tut als sei ich blöd.

Bei uns haben die Betreuer gewechselt und neue Besen kehren zwar angeblich gut, aber einiges muß sich noch einspielen..... ich hoffe, nicht jeder Betreuer hält sich für kompetenter als die Eltern, nur weil er studiert hat. (Ja, ich geb zu manche Eltern betrachte ich auch eher mit Neugier, ob sie wissen was sie tun, aber das als per se gegeben anzunehmen halt ich für eine Frechheit.)

Das mußte ich mal loswerden... vielleicht hat ja noch wer solche Erfahrung gemacht...ich weiß das ist jammern auf hohem Niveau...

 
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RE: Natur-/Waldkindergarten

#10 von Weide , 24.08.2013 10:31

Zitat von Titania
Kann mir jemand sagen, was der Unterschied zwischen Apfel und frisch gepressten Apfelsaft ist und warum ein Waldkindergartenkind einen Apfel geschnitten mitnehmen darf, aber einen frisch gepressten Apfelsaft mit Hälfte Wasser nicht ? Warum ist so eine frisch gepresste Apfelsaftschorle böse ? (ohne Zucker wohl gemerkt)



Für eine Ausreichende Menge an Apfelsaft braucht man doch sehr viele Äpfel, oder? Vielleicht haben sie schlicht und ergreifend die Furcht das Kind könnte Durchfall bekommen?

 
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RE: Natur-/Waldkindergarten

#11 von Titania , 24.08.2013 16:24

Die Argumentation war, dass sie keine Wespen wollen und die Kinder daher nur zuckerfrei Getränke mitnehmen sollen. Mir erschließt sich aber nicht Logik zwischen "Apfel essen" = Gut und "Apfelsaft ohne Zucker trinken" = schlecht.

Ich werd wohl auch keine mir begreifliche Logik dazu finden.... aber ich mußte das mal loswerden, damit ich nicht am Montag dort vor Ort platze...

 
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RE: Natur-/Waldkindergarten

#12 von Weide , 24.08.2013 20:36

Ist wahrscheinlich die Regel die nicht nur Limo sondern auch Säfte einbezieht und da wollen sie keine Ausnahme machen, den Bezug zu Apfel essen und Apfelsaft trinken haben sie wahrscheinlich gar nicht mitbekommen.

Und du hast alles recht dich a, zu ärgern und b, fragen zu stellen.

Lg Weide

 
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RE: Natur-/Waldkindergarten

#13 von Gelöschtes Mitglied , 25.08.2013 08:11

Ob vorgeschoben oder nur aus Unkenntnis, die Argumentation dass sie keine Wespen haben wollen ist mMn. schlichtweg falsch. Denn die Arbeiterinnen unsere einheimische Deutsch Wespe und Gemeine Wespe benötigen für sich selbst zuckerhaltigen Nahrung als "Treibstoff" und tierische Eiweiße für die Brut.
Also müssten tierische Eiweiße, sprich z.B. Wurst- und Fleischwaren auch verboten sein. Ich nehme mal an dass dies nicht der Fall ist.

Wenn es aber bei dem Verbot darum geht die allgewärtige Prägung der Kinder auf Süßes zu unterlassen, finde ich es gut. Vielleicht kannst Du dich damit anfreunden.

Gruß Branos


   

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