Kontemplation: Grundlegende Gedanken

#1 von heruka , 24.09.2008 10:28

Am Anfang meiner Mediationen steht bei mir immer eine Kontemplation über einige grundlegende Gedanken. Ich denke diese sind recht universell und vielleicht auch erweiterbar.

Kontemplationen:
1.) Über meinen kostbaren menschlichen Körper (denn er ist alles was ich habe)
2.) Über das Gesetz von Ursache und Wirkung (über meine Taten steure ich auch meine eigene Zukunft)
3.) Die Vergänglichkeit aller Dinge (alles ist unbeständig: unsere Welt, die Atome, unsere Gedanken, Gefühle)
4.) Akzeptanz des Leidens (hier kann man sicherlich anfangen zu diskutieren ..)

Über was könnte man weiter kontemplieren...
-- universelle Liebe
-- Zuflucht

Viele liebe Grüße,
Frank / Heruka

heruka  
heruka
Besucher
Beiträge: 349
Registriert am: 28.08.2008


RE: Kontemplation: Grundlegende Gedanken

#2 von Nivien , 24.09.2008 21:47

Hallo heruka,

ich finde die vier grundlegenen Gedanken sehr tiefgründig und eine Grundvoraussetzung, sich über vieles bewußt zu werden.

Zu 3: "Vergänglichkeit" -- dieser Begriff ist leider ziemlich negativ besetzt. Vielleicht könnte man stattdessen z.B. "Veränderung" sagen, oder "Wandel" ("Die Welt ist im Wandel..."). Und auch wenn alles Gute und Schöne einmal aufhören muß, so doch auch alles Leid und Unglück. Und wenn der Same nicht stirbt, sich verändert, dann wird es auch keine Pflanze geben können, die daraus wächst.

Karma und Wandel, das sind Begriffe, die das Gewebe des Daseins ausdrücken, die Welt, das Universum, die Natur.

Zu 4: Leid. Na klar, hier bohrt man auf dem Nerv... aber ich meine, hier geht es ja nicht z.B. um Ungerechtigkeit in der Welt, sondern um Tatsachen wie: Krankheit gibt es, Alter gibt es, Tod und Sterben gibt es. Das gehört, ob es einem nun paßt oder nicht, zum Leben einfach dazu.

Was ist universelle Liebe?

liebe Grüße
Nivien

 
Nivien
Besucher
Beiträge: 441
Registriert am: 08.04.2008


RE: Kontemplation: Grundlegende Gedanken

#3 von heruka , 25.09.2008 15:00

Hallo Nivien,
Du hast Recht den Begriff "Vergänglichkeit" mag ich auch nicht: Wandel ist sogar noch besser als Unbeständigkeit.
Für mich sind diese 4 Kontemplationen Grundwahrheiten, die ich auch im tatsächlichen Leben erfahre. Es ist schön diesen
z.B. über das Wort wandel eine postivere Bedeutung zu geben.

Gibt es noch weitere "erfahrbare" Grundwahrheiten?

Viele Grüße,
Frank

heruka  
heruka
Besucher
Beiträge: 349
Registriert am: 28.08.2008


RE: Kontemplation: Grundlegende Gedanken

#4 von plessken , 25.09.2008 22:34

Zitat
4.) Akzeptanz des Leidens (hier kann man sicherlich anfangen zu diskutieren ..)


wofür soll ich die verherrlichung des "leidens" akkzeptieren?
mir kommt das ein wenig so vor,
wie im christentum das mir eine prüfung,(wen gott liebt den straft er)
ein leiden ,ein schicksal auferlegt wird was ich zu ertragen ,
ja noch schlimmer erdulden muss.

warum gibt es keine akzeptanz der freude?

tja,vielleicht sich lieber im eigen selbstmitleid suhlen?
,sorry,will dich nicht persönlich angreifen,
nur mit leiden habe ich es nicht so

hab mich mehr mit zen buddismus, als tibetanischen lamaismus bzw.tibetischen buddismus beschäftigt,
nur was mir davon besonders in erinnerung geblieben ist,
war folgendes; das die mönche in türme meditieren,
wo leichen bestattet wurden ,diese türme waren offen,
so das geier und anderes getier sich laben konnten an den verstorben.
so,jetzt stelle ich mir folgendes vor:
ich sitze in dem gestank verschiedener verwesungstadien,von skeletiert bis zu frisch eingetroffen und mediere über das "leiden"?
ich glaube das jede pore meines körpers mir sagt
ich sollte mich freuen ,
frischen wind um meine nase wehen zu haben,
dem gesang einer amsel zu lauschen,
den frischen saft eines frisch gepflückten reifen apfels in meinem mund zu spüren
als meine zeit mit leiden zu verschwenden

plessken  
plessken
Besucher
Beiträge: 13
Registriert am: 04.09.2008


RE: Kontemplation: Grundlegende Gedanken

#5 von heruka , 26.09.2008 08:56

Leiden akzeptiern zu könne und im Leiden suhlen ist etwas vollständig anderes. Für mich ist das genau eine Hauptproblem unserer heutigen Gesellschaft, dass wir alles tun, um uns vom Leiden abzulenken. Das Freude und Leiden zusammengehören und eigentlich gar nicht so verschieden sind, dass fällt vielen schwer.

Natürlich dürfen und müssen wir auch die Freude akzeptieren, nur dass fällt in der Regel (fast) niemandem schwer. Das Leben wird (für mich) deutlich einfacher, wenn auch das Leiden akzetiert, das ist genau das Gegenteil davon darin zu suhlen und sich zu bemitleiden, das hat man mit der Akzeptanz dann nicht mehr nötig und isngesamt wird das Leben freudhafter.

Die Akzetanz des Leidens hat für mich rein gar nix mit dem Buddhismus zu tun.

Gruss,
Frank

heruka  
heruka
Besucher
Beiträge: 349
Registriert am: 28.08.2008


   

Die Dreikörperlehre
Mediationshaltungen

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz