Meine Waagschale

#1 von Sinaris , 16.08.2012 23:20

Meine Waagschale

jeden Tag tropft der Alltag in das Schwer. Zwei Schalen spüre ich. Aber in letzter zeit... eigendlich nurnoch eine. Nachrichten und Zeitungen werfen ganze klumpen voll blutigem Blei in die falsche Schale. Ich merke deutlich wie sich alles verzieht. Ich werde kalt und heiß. Beides auf die falsche Art. Kalt vor dem endlos wiederholendem Leid und heiß vor Wut über Belanglosigkeiten weil ich sie erreichen kann.

Kalt und Heiß. Schwarz und weiß. Nicht das Grau, das eigendlich durch meine Seele streifen sollte. Es mischt sich nicht mehr. Irgendwie passt es nicht mehr, als würde ich das Quadrat in das Rund pressen wollen. Ein guter Vergleich. Heute macht mich das wütend, zornig lässt mich alle Tugenden verbrennen. Damals war das anders. Vor meinem geistigen Auge sehe ich wieder den kleinen sabbernden giggernden Jungen, der immer wieder das Plastikquadrat in das kreisrunde Loch stösst. Der wütet garnicht. Der lacht und dreht an dem runden Plastikball. Er presst das Quadrat weiter auf jede Öffnung, biss er mit grossen Augen sieht, wie es im passenden Loch verschwindet.

Und ich? Ich blicke auf die Schlacke die in eine Waagschale tropft, lächle und werfe das kleine Spielzeug auf die andere Seite. Es ist schön wenn die Nadel sich wieder hebt. Ich spüre das Lächeln an meiner Schläfe.

Ehre und Stärke
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