Aus dem Volksmund

#1 von Vanatrix , 11.07.2012 20:28

Ich bin neulich im deutschen Sprichwörterlexikon über eine Sammlung von Aufzählungen gestoßen. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei nicht nur um Triaden, da solche Weisheiten im deutschen Volksmund bis hin zu Oktaden variieren. Die Triaden ziehe ich aber mal raus, weil bekanntlich aller guten Dinge drei sind ( ) und die ja gerade für druidisch inspirierte Spiritualität sehr nützlich sein können.

Ich zeige einfach mal ein paar auf die mir besonders gut gefallen haben. Vielleicht kennt ihr ja auch noch andere.

Zitat

125. Dree Dinge plagt de Minschen alltîd: Flöe, Flêgen un Nîd. (Oldenburg.)

126. Drei arge Dinge sind in Ost und West: Krieg, Hunger und Pest.

128. Drei ding begeren die Menschen: Ehr, Reichthumb, Wollust. – Henisch, 245.

130. Drei Ding hab' ich nicht nennen hort: alte Hüner, die nicht scharren, junge Gsellen, die nicht narren und ein alt Weib ohne Wort.

135. Drei Dinge ändern sich geschwind: Weib, Glück und Wind.

136. Drei Dinge ändern sich wie Aprilwetter: Herrengunst, Frauenlieb' und Rosenblätter.

137. Drei Dinge auf den Tod verdriessen: treu dienen und kein Erkenntniss geniessen, nicht schlafen und dennoch liegen im Bette, und vergebens erwarten, was man gern hätte.

138. Drei Dinge, auf die man heute stolz, sind morgen oft nicht mehr: gross Pracht, viel Gold und Ehr'.

140. Drei Dinge bald verziehn: Pfaffengien, armer Weiber Schön' und Märzengrün.

141. Drei Dinge bedecken manchen Schalk: Pfeffer, Kapp' und Kalk (Wand, Mauer).

142. Drei Dinge bedürfen täglich Versuch: Harnisch, Frauen und Buch

144. Drei Dinge befördert der Trunk: rothe Nasen, Schlaf und Urin.

146. Drei Dinge berauschen in der Welt: Branntwein, Gewalt und Geld.

147. Drei Dinge bereut der Weise: wenn er einem Weibe etwas Heimliches vertraut, wenn er zu Wasser gegangen, da er zu Fuss hätte gehen können, und wenn er einen Tag unnütz zugebracht hat.

 
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RE: Aus dem Volksmund

#2 von Fingayin , 11.07.2012 22:05

Das ist ja Klasse.
Danke Dir.

 
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RE: Aus dem Volksmund

#3 von Fingayin , 11.07.2012 22:10

Ein alter herber Zimmerer Spruch.
Ein Hobel der nicht pfeift...
Ein Zimmerer der nicht säuft...
Eine Frau die nicht stille hält...
Das ist das ärmste Schwein auf dieser Welt...

 
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RE: Aus dem Volksmund

#4 von Vanatrix , 12.07.2012 16:41

Gerne doch Ich zieh die nächsten Tage auch nochmal ein paar raus. Ansonsten empfehle ich sich das Buch zu besorgen, das lohnt sich durchaus.

Zitat
156. Drei Dinge brauchst du, damit dir's gelinge: zum Anfang Verstand und Rath, zum Fortgang Vorsicht, zum Vollenden Ausdauer und Glück.

158. Drei Dinge braucht man im Jahr, zu erhalten seiner Freunde Schar: ein Buch Papier, ihnen zu schreiben, einen Hut, sie zu begrüssen, und ein Fass Wein, mit ihnen zu trinken.

162. Drei Dinge bringen den Mann ins Grab vor der Zeit: eine schöne Frau, Kummer im Haus, unmässig Speise und Trank sammt übel Luft. – Bebel.

169. Drei Dinge bringen in der Frömmigkeit nicht weiter, sondern zurück: grosse Krankheit, ferne Wallfahrt und viel Glück.

180. Drei Dinge dem Leibe nütz und schädlich sein: die Venus, das Bad und der Wein.

[Sprichwörterlexikon: Ding. Deutsches Sprichwörter-Lexikon, S. 7796 (vgl. Wander-DSL Bd. 1, S. 611)
http://www.digitale-bibliothek.de/band62.htm ]

 
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RE: Aus dem Volksmund

#5 von Vanatrix , 18.07.2012 14:31

Was ganz besonders interessantes mit Bezügen zu Indien und Irland:

Zitat
477. Dreierlei Leute dürfen überall hin: Soldaten, Gelehrte und Frauen.
Aehnlich indisch Cahier, 2217.

478. Dreierlei Leute machen sich selbst Schmerzen: wer ohne Noth Streit anfängt, wer ohne Kinder ist und sein Gut durch Wucher mehrt; ein Alter, der ein junges Mädchen zur Ehe nimmt.

479. Dreierlei Leute sind, die lieber nehmen als geben: Edelleute, Kriegsleute, Bettelleute. – Parömiakon, 2643.

480. Dreierlei Leute sind vor allen unleidlich: alte Buhler, arme Prahler und reiche Knicker.
Dän.: Tre slags folk ulidelige, fattig hoffertig, rig løgner og gammel boler. (Prov. dan., 554.)

481. Dreierlei Leute sind vor andern ehrenwerth: züchtige Weiber, fromme Pfaffen, tapfere Soldaten. – Sailer, 318; Eiselein, 421.

482. Dreierlei Leute werden nie fertig: Wegebesserer, Strassenkehrer und Heckenbeschneider.

483. Dreierlei Leuten gehe aus dem Wege: den Weibern, wenn sie karten, den Jägern, wenn sie schiessen, und den Pfaffen, wenn sie beten.
In Irland sagt man: Thu siebenerlei Leuten kein Leid, wenn sie in Zorn sind: einem Barden, einem Kriegsbefehlshaber, einem Weibe, einem Gefangenen, einem Betrunkenen, einem Druiden und einem König in seinem Gebiet.

484. Dreisten Leuten vnd schelcken gibt man gleiche Stück. – Petri, II, 154.

485. Dreyerlei Leuten muss man jhren (freien) Spruch lassen: Herren, Kindern vnd Narren. – Petri, II, 154; Sailer, 96.

[Sprichwörterlexikon: Leute. Deutsches Sprichwörter-Lexikon, S. 28273 (vgl. Wander-DSL Bd. 3, S. 68)
http://www.digitale-bibliothek.de/band62.htm ]

 
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RE: Aus dem Volksmund

#6 von Fingayin , 18.07.2012 14:58

Danke Dir.

 
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