RE: Das Rad der Zeit?

#16 von elHakim , 21.08.2012 20:38

Mir scheint es wichtig, auf das sich wiederholende Element hinzuweisen. Das gilt auch für das Positive, Modeströmungen, Verhaltensweisen usw.
Der Mensch hat für bestimmte Probleme seiner Zeit nur ein begrenztes Repertoire an Verhaltensweisen. Mit anderen Worten: Es ist eigentlich alles schon irgendwann einmal ausprobiert worden. Leider beobachtet jeder nur seinen eigenen Wirkhorizont. So werden meine Kinder über das, was ich denke, schmunzeln. Und machen das Gegenteil - aus Protest gegen mich. Doch ist das Gegenteil von mir nur das, was ich als Gegenteil zum Handeln der Eltern gemacht hatte. Die Kinder erreichen damit wieder den Stand meiner Eltern oder Großeltern; der Kreis hat nun einmal nur 360 Grad und ist rund.

Ich weiß nicht, ob ich den Kreisgedanken als beruhigend oder erschreckend empfinden soll...

Es grüßt euch nachdenklich
Al Hakim

 
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RE: Das Rad der Zeit?

#17 von Jonathan , 16.09.2012 22:07

Ein Vers oder eine Zeile von Großeltern kann viel bewirken und Mut machen. Wenn man etwas lernen will, muß man alle historischen Ablaüfe versuchen mit einzubringen. Es muß erst mal Schweiß fließen. "Was du ererbst von deinen Vätern, erwirb es um es zu besitzen." Goethe hat sich schon darüber Gedanken gemacht. Religion ist nicht unwichtig. Auch der Atheismus ist für mich eine Religion. Auch er hat die Erfahrung als Grundlage. Man kann Erfahrungen aus den beiden Gefäßen Wissenschaft und Religion herausholen. Eigene Erfahrungen wiegen natürlich schwerer. Die Menschheit bastelt an einem Kleid. Jeder setzt einen Flicken und hinterlässt ihn auf dem Rastplatz Erde. Aber es gibt jemanden der sich darüber amüsiert. Mach erst mal Schluß.

Viele Grüße Jonathan

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RE: Das Rad der Zeit?

#18 von elHakim , 17.09.2012 20:38

Hallo Jonathan,

A-theismus ist eigentlich das Fehlen von Religion. Zweifelhaft ist aber, ob es jemanden gibt, der an gar nichts Übernatürliches glaubt. Ein Atheist spielt auch Lotto, weil er an den Gewinn "des Zufalls" glaubt. Er rast durch die City mit 80 km/h, weil er glaubt, er wäre der, den keiner erwischt. Insofern hast du recht, das Atheismus auch eine Form von Religion ist.
Womit, Jonathan, soll man Schluss machen?

 
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RE: Das Rad der Zeit?

#19 von Jonathan , 18.10.2012 08:03

Hallo elHakim,

danke für Deine Antwort. Wenn Religion auf Erfahrung beruht, dann beruht auch der Atheismus auf Erfahrung. Daraus folgt: "Der Atheismus ist nicht einfach ein Fehlen von Religion." Er muss selbst eine Religion sein, wenn mir auch selbst diese Aussage nicht passt, weil sich mein Bauchgefühl wert. Mit dem Anhäufen von wissenschaftlichen Erfahrungen, auf der einen Seite in dem "Rad der Zeit", könnte sich auf der anderen Seite das Gegenwicht der Religion aufbauen. Darüber bin ich mir aber auch noch nicht im Klaren.

Gruß Jonathan

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RE: Das Rad der Zeit?

#20 von elHakim , 18.10.2012 18:48

Hallo nochmals,

natürlich lässt sich eine Glaubensform auch durch den Gegensatz zu anderen Religionen definieren. Ich sage, was ich alles nicht bin oder haben will und glaube daran. Der Haken dabei scheint mir, dass, wenn ich an keinen herkömmlichen Gott glaube, damit schon unterstelle, es könnte einen geben. Damit erhält Atheismus die Qualität eines Protestes gegen das Herkömmliche. Ob uns das genug sein kann?

 
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RE: Das Rad der Zeit?

#21 von Pali , 19.10.2012 10:11

Zitat von npaul
Es wird also ohne den Leidensfaktor keine wirkliche Veränderung geben und sich das Rad auf der Stelle drehen, anstatt uns durch die Schöpfungsspirale zu tragen.


Wenn der Glaubenssatz herrscht "wenn alles gut läuft, fehlt vordergründig die Motivation etwas verändern zu wollen.", dann wird das auch so erlebt werden.
Dennoch gibt es Menschen, die auch ohne "Leidensfaktor" sich entwickeln. Ich bin der Überzeugung, dass wir im Loslassen und in der Anerkennung der neuen Schwingungen uns ent-wickeln. Das "Rad der Zeit" ist in meinem Verständnis eine spiralförmige Entwicklung. Nehmen wir einen Positionswechsel aus der 3-D-Version in die 1-D-Sicht vor und schauen die Spirale von oben nach unten blickend an, dann wird aus der Spirale ein Kreis. Es bleibt jedem/r frei zu entscheiden, aus welcher Perspektive das Leben und die darin enthaltenen Ereignisse gesehen werden.
Für mich ist dieses aktuelle Leben eine Vielfalt an Ereignissen, die mich individuell weiter bringen. Alles hat einen Sinn, auch wenn ich ihn nicht immer gleich verstehe. Alles ist vernetzt im großen Ganzen. Dieses "große Ganze" empfinde ich als mehrdimensional. Je mehr ich bei mir bin, um so bewusster wird mir die Vollkommenheit des Ganzen. Scheint paradox und zugegeben, auf dem Weg zu mir baue ich mir so einige Stolperfallen.
Kennt ihr "die Parabel von Wo und dem Koffer" aus dem Kryon Band 6? Wo (Mischform: Mann und Frau gleichzeitig) trifft auf den Packing-Angel. Der Packing-Angel geht mit Wo den Inhalt des Koffers durch und prüft was Wo auf seine Reise in die neue Energie eingepackt hat. Was schleppen wir alles mit uns herum, physisch und psychisch. Was brauchen wir davon wirklich? Das können wir nur individuell entscheiden. Wenn ich mich hier in meinem Büro umschaue, dann ist entrümpeln angesagt und das Gleichgewicht mit meinem Ego zu finden .
Ich bin der Überzeugung, dass wir alle Eins sind und unser Ego uns die Identität gibt, mit der wir Lernerfahrungen machen können. Es zeigt uns die Möglichkeit der Individualität und der persönlichen Wahrnehmung, dient als Basis für die seelische Entwicklung in diesem Leben. Wenn ich mir selbst ein Bein stellen will, dann setze ich mein Ego in den Mittelpunkt aller Ereignisse. Damit würde dann das Gefühl, wer ich bin auf dem äusseren Wertesystem gepiegelt. Je klarer ich mir in meinem Inneren über mich bin, um so mehr kommt auch im Äusseren in den Fluß. In "The Reconnection" las ich einen heilsamen Satz "Werde eins mit der Person und heile dich dann selbst."
Wir können alle Heilung erhalten. Die Frage ist dabei, was wir individuell unter Heilung verstehen. Das was wir für unsere Entwicklung brauchen, stimmt vielleicht nicht mit dem überein, was wir erwarten oder glauben, haben zu müssen.

Herzliche Grüsse,
Pali

 
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RE: Das Rad der Zeit?

#22 von greenman , 19.10.2012 14:31

Zitat von elHakim
Hallo Jonathan,

A-theismus ist eigentlich das Fehlen von Religion. Zweifelhaft ist aber, ob es jemanden gibt, der an gar nichts Übernatürliches glaubt. Ein Atheist spielt auch Lotto, weil er an den Gewinn "des Zufalls" glaubt. Er rast durch die City mit 80 km/h, weil er glaubt, er wäre der, den keiner erwischt. Insofern hast du recht, das Atheismus auch eine Form von Religion ist.
Womit, Jonathan, soll man Schluss machen?



Hallo, Al Hakim,

Naja ... Atheismus ist vom Wortsinn her eine Ideologie - ein "-ismus" - dass ohne Gott auskommt. Polytheisten schauen sich die Welt an und gelangen zu dem Glauben, dass sie das Wirken vieler Götter wiederspiegelt. Monotheisten glauben, das Wirken eines einzigen Gottes in der Welt zu erkennen. Und Atheisten glauben, dass sich die beobachtete Welt aus sich selbst heraus erklären lässt.
Alle diese X-theismen - also auch Atheismus - sind Glaubensrichtungen. Sie beziehen sich auf das Göttliche, welches sich unserer empirischen Beobachtung entzieht. In diesem Bereich bleibt dem Menschen nur noch der Glaube - wissen tun wir nichts darüber! Ist dieses Unbekannte nun mannigfach, dreifach oder einfach - oder gibt es es womöglich gar nicht? Was glaubst du??

Manche gründen ihren Glauben allerdings auf spirituelle Erfahrungen, die für sie genauso real sind, wie die empirischen Erfahrungen des Wissenschaftlers. Ist ein Atheist also einer, dem solche spirituelle Erfahrungen bisher verwahrt blieben?

Sofern man "Religion" als ein System definiert, das die Menschen mit ihrem Gott / ihren Göttern verbindet, ist Atheismus keine Religion - denn der Atheist hat keinen Gott! Definierte man "Religion" schlicht als "Glaubenssystem", dann wäre auch Atheismus eine Religion. Letztere Definition finde ich allerdings etwas dürftig, denn die Anhänger einer Religion glauben nicht nur an die Existenz des Göttlichen - sie benützen ihre Religion, um in Kontakt mit dem Gott zu treten, durch Gebet, Opfer, Divination, Lobpreis, Vertrauen etc. Insofern ist der Atheist mangels eines Objektes der Anbetung nicht religiös.

An was dein atheistischer Raser/Lottospieler glaubt, El Hakim, ist das Gesetz der Serie oder die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und das sind Aspekte der Welt, die wir untersuchen können, ohne die Frage zu stellen, ob sie göttlichen Ursprungs sind, oder ob die Mathematik einfach so ist, weil sie so sein muss. Auch der Atheist glaubt, wenn er mehrmals festgestellt hat, dass "1+1=2" wahr ist, dass es immer wahr sein wird. Wissen könnte er es nur, wenn er unendlich oft die Probe aufs Exempel durchgeführt hätte!

Blessings,
Greenman

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RE: Das Rad der Zeit?

#23 von Jonathan , 21.10.2012 21:39

Hallo Greenman,

Betrifft: "Insofern ist der Atheist mangels eines Objektes der Anbetung nicht religiös."
Das Objekt der Anbetung, wie Du es wunderbar ausgedrückt hast, ist ja immer auch etwas, von dem man Heil erwartet. Es war mal das Goldene Kalb um das die Menschen getanzt sind. Meines Erachtens hat sich das Objekt der Anbetung verinnerlicht. Es könnten vielleicht Ideen und Weltanschauungen angebetet werden, weil man von ihnen Heil erhofft. Es gab viele Menschen in der ehemaligen DDR, die es nicht verkraftet haben, dass diese Form des Sozialismusses verloren hat. Auf einer weltlichen Trauerfeier hatte ich mal den Eindruck, dass eine Fußballmanschaft das Objekt einer Anbetung war. Dem Atheisten (und manche Sekten auch) kann es passieren, dass er denkt, er wär in der richtigen Spur und verpasst es, wenn er in der Spur liegt, über die Ränder hinauszuschauen. Seine Psyche sortiert unmerklich Reize aus und sperrt so Empfindungen und Wahrnehmungen die wichtig wären für andere religiöse Erfahrungen. Die Seele bedarf dann der Tränen um wieder weich zu werden oder sie bekommt ent- und gültig eine Lederhaut. Man sollte, auch wenn man sich für irgend etwas festgelegt hat, den Zweifel einen Kleinraum lassen. Es geht im Rad der Zeit viel Wissen verloren. Wissensverlust ist gleich Werteverlust. Die Melodien, die wir Menschen über die Natur machen, spiegeln die Natur und immer mehr was die Menschen aus ihr machen, wieder. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht um die goldenen Kälber tanzen, die wir selbst machen.

Gruß Jonathan

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RE: Das Rad der Zeit?

#24 von elHakim , 21.10.2012 22:07

Hi Jonathan,

"Wissen schafft Werte" scheint mir das Kernstück deiner Aussage zu sein. Dem stimme ich zu.Ein Wert ergibt sich aus dem Vergleich zwischen dem, was ist, und dem was ich dazu empfinde. Daraus ergibt sich auch, dass Wertmaßstäbe in verschiedene Richtungen führen können. Das gilt es zuzulassen.

 
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