Burn-out-Prevention

#1 von elHakim , 30.06.2012 23:01

Fünfmal musste ich in der letzten Woche um kurz nach Mitternacht (das ist alles vor 11:oo h) aus den Federn, um an Sitzungen teilzunehmen, Kranke und Pseudo-Solche zu trösten, Berichte abzuliefern und Engagement zu demonstrieren. Es bleiben vielleicht zwei Stunden Privatsphäre am Abend. Ich frage mich, warum ich mir das überhaupt antue.
Bislang helfen mir bestimmte Steine, ab und an ein Ritual und die Weisheit des Alters, um nicht auszurasten.
Wer fühlt sich noch manchmal überlastet, und wodurch?
Was sind eure praktischen Strategien gegen die berufliche/private Erschöpfung, die man modisch burn-out nennt?

 
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RE: Burn-out-Prevention

#2 von Fingayin , 01.07.2012 00:33

Ich finde die momentane Zeit sehr anstrengend.
Schnell und teilweise agressiv.
In den letzten fünf Monaten bin ich von Baustelle zu Baustelle gehechtet.
Mir geht es gerade genauso. Ich bin gerade ziemlich durch.
Zum dem packt man sich trotzallem immer noch einen oben drauf.
In den letzten drei Wochen hatte ich zwei Panikatacken weil ich einfach vor lauter Arbeit nicht wußte wo ich anfangen sollte.
Ein Rezept habe ich da leider auch nicht.
Ja,einfach Ruhe bewahren.
Ich räucher sehr viel.
Auch wenn ich unterwegs bin.
Das hilft mir.

 
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RE: Burn-out-Prevention

#3 von Schwarzer Wintertag , 01.07.2012 02:01

Einen angenehmen Morgen wünsch ich

Auch ich habe im letzten Jahr wachsende Aggressivität in mir gespürt, welche ich nicht haben wollte.
Beruflich arbeite ich in der Produktion
Für mich habe ich eine Stategie entwickelt, welche wohl ungewöhnlich, als auch lustig und für meine Mitarbeiter motivierend ist:
Ich werde bei Streß albern.
Natürlich muß man seine Mitarbeiter kennen. Nicht mit jedem kann man alles machen.
Auf die Mitarbeiter zugenschittene Albernheit eben. Egal, ob ich selbst unter Streß stehe oder sie.
Sie fangen einfach an, mitzualbern und können gar nicht mehr anders. Sie beginnen zu lachen und noch einen draufzusetzen. Das ist ,
Aber es funktioniert. Auf diese Weise nehme ich ihnen sogar die Angst zu mir zu kommen, wenn sie einen Fehler machen.
Manchmal stimme ich (mittlerweise schon unbewust) ein Lied an... einer nach dem anderen macht mit.
Manchmal dichte ich das Lied auch spontan auf das gerade anliegende Problem um. Auch hier machen die Mitarbeiter mit. Jeder auf seine Weise.
Ich spreche auch ganz offen und für jeden hörbar mit den Maschinen oder den Arbeitsplätzen, wenn sie nicht so wollen, wie die Mitarbeiter es gerne hätten.

UND NEIN, als Spinner wurde ich noch nicht bezeichnet. Zumindest nicht ernstzunehmend. Nichtmal von meinen Vorgesetzten.
Jeder spührt selbst, das solche "Spinnereien" an der richtigen Stelle die Athmosphäre auflockern, den Streß abbauen und die Psyche wieder ins Gleichgewicht bringen.
Somit ist ein effektiveres und saubereres, qualitativ höherwertiges arbeiten möglich. Und --> Die Mitarbeiter sind viel weniger krank.

Noch einige Präventivmaßnahmen für Zu Hause:

Mein Zu Hause halte ich von jeher zwar sauber, jedoch ganz bewust nicht steril.
Viele Menschen glauben, sie müssen dies oder jenes zwingend machen.
Doch nicht immer ist alles wirklich notwendig.
- Bügeln zB. Kostet viel Zeit, ist aber nur in den wenigsten Fällen wirklich notwendig, wenn man die Wäsche entsprechend aufhängt und zusammenlegt.
- Man muß nicht jeden Tag saugen/wischen/kehren.
- Man muß nicht unbedingt Donnerstags in den Supermarkt rammeln.
- Insbesondere bei Feiertagen beobachte ich das. Man muß nicht einkaufen, als gehe die Welt unter. Mein Gott, es ist nur ein Feiertag und der Supermarkt hat nur einen Tag mehr geschlossen.
- Viele Dinge, welche man glaubt machen zu müssen, entstammen lediglich längst überholten Ettiketten.
Hier ist eine gute psychologische Führung in ein neues Bewustsein des sich selbst stressenden Menschen erforderlich.
- Die meisten Überlasteten Menschen überlasten sich selbst, weil sie der Gesellschaftskonstruktion entsprechen wollen. Sie sehen zu viele überflüssige Dinge als Status an, ohne welchen es ihnen angeblich schlechter geht... oder ohne welchem hinter ihnen angeblich hergetuschelt wird.

Meine Gedanken lassen sich jetzt sehr schwer in Worte fassen und wahrscheinlich lassen sie sich noch schwerer verstehen.

Ich habe mein Leben so eingerichtet, das ich trotz fehlendem Auto(ich will keins) und fester Arbeit tagtäglich mindestens 4- 6 Stunden Zeit für mich allein habe.
Wenn man Kinder hat, reduziert sich die Zeit natürlich.

Wie sagte einmal ein Philosoph? --> Probleme sind in Aufgaben verpackte Lösungen.
Ich sage: das stimmt. Wir sollten unsere Wahrnehmung schulen. Vieles nehmen wir einfasch falsch wahr, weil uns die Gesellschaft diesen Fehler so suggeriert, als sei er richtig und notwendig.
Die jüngere Generarion kennt größtenteils leider nur noch diese verklärte Wahrnehmung. Etwas anderes ist ihnen leider nicht mehr vermittelt worden.

LG, der schwarze Wintertag.

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RE: Burn-out-Prevention

#4 von Fingayin , 01.07.2012 10:45

Jetzt wo Du es schreibst fällt es mir auch auf.
Auf den Baustellen mache wir auch jede Menge Faxen.
Und wie Du schon sagst,es entspannt wirklich etliche Situationen erheblich.
wir hatten letztes Wochenende den Abbau auf der "Achema" Messe in Frankfurt.
Ich war bei der Göttin glücklicher Weise nicht da,weil ich zum Seminar war.
Aber ich habe mit den Leuten vor Ort viel telefoniert.
Die Messe findet aller drei Jahre statt,und es war das absolute Chaos dort.
Nichts ging mehr.
Ich habe in all den Jahren noch nicht erlebt das ein Messegelände wegen "ÜBERFÜLLUNG" geschlossen wurde.
Das war dort so. Und wie mir die Jungs erzählten war ein unglaubliche Agressivität vor Ort,weil jeder arbeiten wollte und nicht konnte.
Alle Zu und Abfahrten dicht so wie sämtliche Straßen und Parkflächen innerhalb des Geländes.
Es muß absolut Chaotisch gewesen sein.
Das sind Situationen wo es für mich sehr schwer ist ruhig zu bleiben.

 
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RE: Burn-out-Prevention

#5 von Sinaris , 01.07.2012 15:41

Es ist so eine starke Belastung, das es droht Dein inneres zu verbrennen. Ich schätze Dich nicht für einen Menschen ein, der es erstrebsam findet, morgen mit leerem Blick seine Schicht abzureissen.

Warum machst Du Deinen Job?
Was gibt Dir Kraft IN Deinem Job?
In wie weit wächst Du aus dem, was Du tust?
Was wäre denn die nächste Stufe und wie schwer ist es, die zu erklimmen? Willst Du das überhaupt?
Gibt es was was Dich schon immer gelockt hat? Warum hast Du es noch nicht getan?
Was willst Du?

Auf das was ist:
Ist es Deine Zeit wert (Ja... sei böse... sag Dir ob es DIR das wert ist.).
Ausgleiche? Ja? Welche?
Weis man Dich zu schätzen? Bescheidenheit gibt Dir keine Kraft. Die dürfen auch mal erwähnen, was Dein Einsatz für sie bedeutet. Wissen die überhaupt, was sie an Dir haben? Oder haben wir hier schon die zeitgemässe Selbstverständlichkeit am laufen? OK... wenn ein Einsatz von Dir, sie das letzte Hemd kostet, dürfen die auch was erwarten... aber so schätze ich das mal nicht ein.

Scheinbar hilfst Du anderen Menschen... so lese ich das aus Deinem Post. Wundervoll und Ehrenwert aber nicht Dein Leben wert. Wenn es Dein Leben ist... hau rein and go on.

Disclaimer: Dieser Post kommt von einem Menschen, der selbst komplett neben seinem Leben steht und gerade nichts gebacken bekommt.

Aber ich glaube trotzdem, das diese Fragen für DICH wichtig sind. Ach ja... die Antwortern sollst Du nicht posten sondern DENKEN!

Ehre und Stärke
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RE: Burn-out-Prevention

#6 von Esme , 01.07.2012 19:20

es geht seeehr vielen so zur Zeit ihr Lieben und
Fingayin? dir habe ich es schon ein paar mal gepredigt, elHakim und Sinaris kommen jetzt dran:

Man muß auch NEIN sagen können, lerne ich auch gerade wieder, nachdem ich vor 5 Wochen einfach zusammen geklappt bin...
da helfen dann auch keine Verbindungen mit der Natur, Heilsteine, Räucherungen etc. mehr
in Stresssituationen albern werden kann man sich auch nicht immer erlauben, wenn man fachlich gut da stehen muß, repräsentieren...etc.

was gebe ich?
was bekomme ich?
will ich das?

eigentlich Fragen die irrelevant sind, wenn es an die Substanz geht, an die eigenen Grenzen, ist es meist zu spät, da können dann nur noch Fachkräfte helfen

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RE: Burn-out-Prevention

#7 von Nachtfalke , 02.07.2012 21:21

Prävention betreiben, dh immer wieder mal innehalten und sich die Frage stellen "Bin ich auf dem richtigen Weg? Will ich diesen Weg gehen? Ist es mir die Zeit/ Kraft wert? Ist es das, was ich WIRKLICH will? (oder dient es dem)"

Ich mach das je nach Bedarf und Möglichkeit im Grunde alle 4-8 Wochen mal. Dazu kommt dann eben auch die Konsequenz aus einem "nein" zu ziehen, dh ggf zurück zu schrauben, Job wechseln... usw.

Naja und dann sinds noch kleine Sachen. Ich lass mich nicht mehr stressen. Ich schlafe meine 7-9h/ Nacht, weil ich sie für mich einfach brauche. Das nehm ich mir heraus. Ich male Mandala aus und höre Musik. Ich nehme mir die Zeit, mal ein WE zu "verschwenden", nur damit ich nur in der Natur sein kann und draußen schlafen kann. Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche - und wenn das momentan (oder wie grad eben akut) sehr viel ist, dann ist das eben so. Psychische "Krankheiten" wie Burn-out, Depressionen usw. kommen nicht von heut auf morgen. Sie entstehen durch (di-)Stress und werden sicherlich nicht durch solchen geheilt. Sie sind auch nicht mit einem Fingerschnippen da, sondern schleichen sich an. Und sie gehen auch nicht mit einem Fingerschnippen wieder weg. Es braucht einfach Zeit, und das ist auch ganz ok so.

Ich hab für mich ein paar präventive Sachen gefunden:
- regelmäßig in die Natur gehen, wandern, klettern, bergsteigen, einfach damit ich mich auspowern kann (schüttet massenhaft Serotonin aus)
- Musik hören (schüttet auch Serotonin aus)
- Freunde treffen, mir Zeit für sie nehmen, ein Bier trinken gehen und quatschen
- mit meinen Katzen kuscheln, die Zeit mit ihnen genießen
- mich auf Gebieten fortbilden, die mich interessieren (Bücher lesen, Filme schauen...); es geht darum neue Eindrücke zu bekommen um vom Alltagstrott loszukommen
- mediteren oder mir Zeit für mich nehmen und einfach mal nur auf die Couch legen und bewusst nichts tun, dösen
- Rituale machen, beten, Spiritualität leben
- immer wieder die oben genannten Fragen durchgehen und ehrlich beantworten
- und ja, auch wenns in unserer Gesellschaft oft ein Tabuthema ist: ein erfüllendes Sexualleben ist glaube ich sehr wichtig
- gesunde Ernährung; auf den Körper achten
- sich selbst spüren ist echt wichtig... fühle ich meinen Körper? wie nehme ich ihn wahr?
- Ordnung halten oder schaffen; mal die Wohnung aufräumen und alten Kram aussortieren, den man nicht mehr braucht
- Vertrauen entwickeln - auch wenns nicht immer leicht fällt ("alles kommt so wie es kommen soll")

Ich beschäftige mich derweil aus persönlichen Gründen heraus damit und das sind so die Sachen die mir richtig gut tun und die mir helfen, stabil zu werden/ bleiben. Eine bewusste Auszeit sozusagen. Ich hoffe, es kann dem einen oder anderen von euch helfen

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RE: Burn-out-Prevention

#8 von angelikaherchenbach , 02.07.2012 23:10

Ich glaube, eine wirkliche Prävention gibt es nicht.
Die Arbeitswelt ist so hart geworden, dass sie uns alle krank macht - ein Rückfall in frühkapitalistischte Verhältnisse.
Und Faktum ist, dass es die Leute in den sog. Helferberufen am härtesten trifft, weil neben der körperlichen und geistigen Energie auch die psychische gefordert und überfordert wird.

Sinaris hat Recht, wenn er die Frage stellt, was es uns wert ist.
Und ein Ausweg ist umso schwerer zu erreichen, je mehr mensch außer der Verantwortung für das eigene (Über)leben auch noch Familie hat.

Welchen Weg man da raus wählt, was einen wieder aufbaut, ist sicherlich für Jede/n unterschiedlich.
Aber wo bleibt der kollektive Aufschrei, wo bleibt das gemeinsame NEIN und STOPP?
Warum sucht Jede/r für sich seine kleinen Fluchten und macht sich noch unbeliebt, wenn die Verweigerung über das Rumalbern am Arbeitsplatz hinausgeht?

Das ist in meinen Augen das Härteste: die soziale Isolation.
Wer hat noch die Power, abends sich neben der Familie auch noch um Freunde, Gleichgesinnte, gemeinsame Unternehmungen zu kümmern?
Und greifen wir uns doch auch ruhig mal an die eigene Nase:
Wo bleibt unser Verständnis und unsere Akzeptanz oder sogar unsere Solidarität, wenn jemand zu einem Treffen, zum Camp, zu einem Seminar nicht kommen kann/will, weil es zu teuer ist, weil er seine Arbeitszeit reduziert hat?

Meine Flucht (ab nächste Woche!!!):
Urlaub! 2 Wochen Irland, mutterseelen alleine; 2 Wochen mit niemandem reden, mich um niemanden kümmern, nichts müssen außer da sein, bei mir sein.
Schön, dass ich es mir leisten kann.

Angelika

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RE: Burn-out-Prevention

#9 von Nachtfalke , 03.07.2012 08:52

Zitat von angelikaherchenbach
Das ist in meinen Augen das Härteste: die soziale Isolation.


Die soziale Isolation ist auch da, wenn man keinen Job hat. Zudem man dann noch als Schmarotzer und ich weiß nicht was alles gesehen wird, weil man von Arbeitslosengeld etc lebt. Manchmal gehts eben nicht mehr und das sehen viel zu wenig Menschen. Klar, wenn man Glück hat, dann kann man seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse sehr stark herunterschrauben und braucht wirklich nur wenig Geld. Ohne Familie, allein lebend oder ggf mit Partner ist das sicherlich machbar.

Und dann fängt eben die Spirale an: man zieht sich zurück, trifft keine Freunde mehr, weil man ja nach außen hin ein Bild erhalten muss, aber kein Geld hat um z.B. essen oder ins Kino zu gehen.

Von den Leuten bei den Ämtern wird man fertig gemacht und richtig gemobbt, man darf sich anhören was man nicht für ein Versager ist usw. Naja und von der "Gesellschaft" auch. Das fördert den Heilungsprozess nicht wirklich. Dabei ist das einzige was man wirklich bräuchte Zeit und Verständnis. Und dieses ist in dieser kranken Gesellschaft nicht vorgesehen. Einfach nur pervers...

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RE: Burn-out-Prevention

#10 von Fingayin , 03.07.2012 09:54

Zitat von Nachtfalke

Von den Leuten bei den Ämtern wird man fertig gemacht und richtig gemobbt, man darf sich anhören was man nicht für ein Versager ist usw. Naja und von der "Gesellschaft" auch.


Das sehe ich nicht mehr ganz so.
Was ich so mitbekommen habe ist,das die Beschäftigten zwar noch knurrig sind aber sie schon sehen das es sehr schwer geworden ist.
So wie Angelika geschrieben hat.
Wir sind wieder im tiefen Kapitalismus angekommen.
Und so wie einer meiner Freunde sagt...die Schraube des Kapitalismus von höher,schneller,weiter ist am Ende,und es kann so nicht weiter gehen.
Aber wie schweifen ab.
Ich versuche mein "Helfersyndrom" zu reduzieren.
Aber nicht aus dem Grund das ich nicht mehr helfen möchte,sondern weil ich es psychisch nicht mehr kann!
@Angelika,ich beneide Dich.aber auf freundschafliche Art.
Urlaub...mit erschrecken muß ich beim Lesen feststellen das ich 1997 das letzte mal,mal abgesehen von verlängerten Wochenenden im Urlaub war.
Momentan fällt es mir sehr schwer mich in die Mitte zu bringen.
Ich bin völlig rastlos,stricke das Haus um weil ich mich so darin nicht mehr wohl fühle,grabe in der Erde und versuche mich an den kleinen Dingen zu erfreuen.
Trotz der vielen Ideen um "runterzukommen" ist es nicht einfach das im Alltag umzusetzten.

 
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RE: Burn-out-Prevention

#11 von angelikaherchenbach , 03.07.2012 10:28

Danke, Fingayin!

Aber genau da liegt doch der Hund begraben:
Ein gesellschaftlicher Misstand wird zum individuellen Problem stilisiert.

Du schaffst es nicht mehr, du willst es nicht mehr? Versager! Hast wohl keine adäquaten Stresspräventionsmassnahmen entwickelt, nicht genug Jogging, kein Yoga, kein Zumba... ; hast nicht genug deines sauer verdienten Geldes in entsprechende Seminare investiert (die Veranstalter wollen ja schließlich auch leben!), kein Wellness-Wochenende in einem angesagten Spa gebucht...

Burn out? OK: Das erklären wir kurzerhand zu einer Krankheit, dann gibts eine kleine Auszeit, eine nette Kur (in einem der angesagten Spas am besten...), und dann gehts wieder. Mußt aber auch mitwirken: Stressreduktionsseminare, Joggen, Yoga, Zumba...!

Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass das Phänomen "Mobbing" aus der selben Quelle gespeist wird:
Stressreduktion, indem man sich noch schwächere Opfer sucht und beim kollegialen Rumalbern halt ein wenig über das Ziel hinauszielt. Da empfiehlt sich doch ein nettes kleines Rhetorik-Seminar und die Einführung eines Betriebs-Mediatoren...

Es sind nicht die Bequemen, Faulen, Dickfelligen, die Opfer von Stress, Burnout und Mobbing werden, sondern die Engagierten, die Sensiblen, die mit Ansprüchen an sich selbst; es sind diejenigen, die spüren, dass energetisch was quer läuft und die Diskrepanz zwischen dem inneren und äußeren Erleben nicht lösen können.

Es sind wir.

Wo ist unsere Antwort auf das Problem?

Angelika

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RE: Burn-out-Prevention

#12 von Esme , 03.07.2012 18:57

Du sagst es Fingayin, es ist nicht einfach herunter zu kommen und ich beneide Angelika auch
aber gönne es ihr von en

die meisten, die dieses Burn Out trifft, ist nun mal das arbeitende Volk, irgendwie eine Unterschicht, die funktionieren sollte, aber es nicht immer tut, dann wird aussortiert...

ES SIND WIR! wie Angelika sagt

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RE: Burn-out-Prevention

#13 von Fingayin , 04.07.2012 00:32

Ja, Scheiße Mädels...
Danke für Euer...
Und was machen wir jetzt ?
Schön das wir alle wissen wo es klemmt,aber wirklich ändern können wir nichts...
Oder doch?
In dem wir uns besinnen und an uns glauben...ja danke Esme..."NEIN" sagen lernen und "UNSER" Leben leben.
Wirkliche Freunde ausgenommen.
Ich komme gerade von einer Drachenmeditation zurück, und genau das ist mir gesagt worden...
Die Blumen sind für die lieben,nicht für die bösen...

 
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RE: Burn-out-Prevention

#14 von richie oak tree , 04.07.2012 04:10

Fingayin altes haus wenn du so weiter macht´´s wirst du nicht 46 jahre alt, ich bin palli pflege und einen großen teil unseren ausbildung ist stressmanagement gewesen.
Burnout ist einen englishen begriff , aber kein erkrankung ,du findest es auch nicht bei der WHO , sondern beruflichen oder privaten depressionen, oder fatigue. aber das ist nur einen wort gebung, du kannst deinen motor genauso wie einen auto nicht vom 200 im funften gang auf 50 im zweiten gang, du machst das auto kaputt und so wird es bei dir auch passieren , langsam dran gehen , und manchmal nein sagen und dann immer öfters.

bei mir ist es genau so jeder will was von mir ich bin inofiziell stellvertretendenwohnbereichsleitung , aber gleich seitig mit fast 50 der älteste imhaus, die anderen sind anfang bis mitte 20, ich sag immer öfters jetzt denk dran ich hab Rucken; Bein ;Fuß ; und Bauch , ich kann nicht mehr so schnell laufen ohne nach luft zu schappen, nimmt rucksicht auf den alte mann. mitteleweile ist es angekommen und die lassen mich öfters sitzen und schreiben.

Aber der verantwortung als der älteste ist enorm , es wird erwartet das mann alwissend ist, und denn ruhe pol , nur immer den ruhepol zu sein geht nicht , auch ich brauch mein urlaub und langsam meine RENTE.

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RE: Burn-out-Prevention

#15 von Ceridwen , 04.07.2012 07:12

Eigentlich versuche ich Stress zu vermeiden.IM MOment geht das leider nicht.Die Tochter einer Cousine ist das dritte Mal mit Blindarmverdacht ins Krankenhaus gekommen, diesmal sogar mit BLaulicht, weil die Rettungsassistenten Angst hatte, sie schaffen es nicht zu KLinik und behandelt wurde sie in der kibnderklinik auf Magen /Darm. Obwohl es ihr immer schlechter ging, sie wegdämmerte und hohes Fieber und Schmerzen hatte, meinte noch ein Arzt, er wolle ihr die Schmerzmittel mal wegnehmen, weil er den Verdacht hatte, sie stellt sich nur an. Natürlich ist der Blindarm durchgebrochen , meine Cousine hat lange nach einem Arzt gesucht, der bereit war sich das Mädchen anzusehen, sie hatte schon eitrigen Ausfluss. Nun ist sie von Intensiv runter, gestern habe ich erst mal die Pfleger so lange genervt, bis sie endlich ein passendes Bett bekam, sie lag abder HÜfter schräg, weil das Bett zu klein war. Gestern hat sie wieder angefangen zu brechen und blutigen Ausfluss.Meine Cousine hat noch mehr KInder, auch einen Kleineren, so das ich sie entlasten kann. Das geht nicht spurlos an einem vorbei. So das die Mutter und ich uns immer eine gemeinsame Auszeit von mindestesn einer halben Stunde nehmen, mehr geht im Mom nicht, da unser Vertrauen in die Ärzte nicht wirklich hoch ist Aber wir wissen ja, das es wieder andere Zeiten geben wird. Es ist etwas anderes wenn eine Lage aussichtslos erscheint.

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