Schwarzer Wintertag

#1 von Schwarzer Wintertag , 30.05.2012 14:42

Schwarzer Wintertag

An einem schwarzen Wintertag erreichte ich den höchsten Zweig Yggdrasils und blickte hinab auf Midgard.
Ich sah Wanaheim und ganz fernab erblickte ich die Höfe der Schwarzalben.
Hel lud mich ein ihr zu folgen, doch mochte ich dem Kuß der Walküren nicht entfliehen.
Dimmu Borgir, dort mag ich meine dereinst Asche wissen.
Verbunden mit dem Reich der nordischen Mythologie.

--- Anno 2002 - Das Urheberrecht liegt bei mir selbst ---

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RE: Schwarzer Wintertag

#2 von Schwarzer Wintertag , 05.06.2012 23:13

Fimbulwinter

...
Lif träumte an jenem Tag bei den Klippen, welche Midgard vom wilden Meer trennten.
Verträumt lag er rücklings, die Seele baumeln lassend ganz nah an deren unschuldig scheinendem Abgrund. Er blickte hinaus. Gedankenverloren. Irgendetwas ließ ihn aufschrecken.
Das Gewölbe... der Himmel hatte sich in den wenigen Minuten des Tagtraumes verändert. Fröstelnd nahm Lif den Atem wahr. Kühl, feucht, lilagrau. Die See wurde rauher. Lautstark forderten die Wellen ihren Tribut.
Die Gedanken erstarrten. Etwas eigenartiges zeichnete sich ab.
Da war etwas. Etwas mächtiges.... nichts Gutes. Ein Gefühl. Eine Emotion, welche Lif nicht zuordnen konnte. Doch das Auge lügt nicht. Augen können verdammtnochmal nicht lügen.... was ist das dort hinten?
Im Takt jeder einzelnen Welle, Im Rythmus der Böen erschien etwas, was er bisher noch nie in seinem kurzen Leben erblickt hatte.
Auf den ersten Blick erschien das Schiff ganz normal... Es war breit, es war flach und lang.. Sein Segel war gerafft. Wie es bei einem solchem Getöse normal erschien.
Doch da waren 2 Dinge, welche sich gegenseitig widersprachen. Einfach nicht zur selben Zeit am selben Ort in einer Einheit vorhanden sein dürften.
Der wunderschön geschnitzte Drachenkopf am Bug faszinierte ihn. Jedoch hatte er aussergewöhnlich groß geratene Hörner. Nein, diese Hörner waren nicht das, was diese nunmehr sehr melancholische Melodie disharmonierten.
Die Flagge... ein langgestrecktes Dreieck, in dessen Mitte Hagal von seiner immensen Kraft sang.
jetzt... ja, immer wenn das Schiff in einem ganz bestimmten Winkel die Wellen umspielte... jetzt erkannte Lif, was nicht richtig war. Die Augen des Drachen. Sie waren ...
Nein... das konnte nicht sein. Er täuschte sich wohl. Aus diesem Gedanken, von den immer mächtiger werdenden Wellen hinausgeprügelt wurde ihm klar, das die Worte der Weisen seines Dorfes nicht so falsch sein konnten.
Das blutrotorange der Drachenaugen ließen das Schiff sehr dunkel erscheinen.
Die Alten... hatten die Alten am Ende gar Recht? Hatten jene, welche einst verlacht worden... die Welt verstanden?
Naglfar ?!?
...

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RE: Schwarzer Wintertag

#3 von Schwarzer Wintertag , 05.06.2012 23:22

Verbannte Drachen

Wir flogen einst gemeinsam über blühende Landschaften.
Wir atmeten sie ein, verbanden uns mit der Natur...
so weit entfernt vom verblendendem Licht eines wahnsinnigen Heilands.
Als dieser unsere Welt erreichte, brachen wir uns die Flügel...einer nach dem anderen... Sein Licht zu stark, wir erblindeten.
Nur noch wenige konnten erkennen, wohin wir gingen.
Diese wenigen führten uns in die Höhlen. Dorthin, wo wir sicher waren.
Unsere Seelen verhungerten... wir konnten nicht mehr fliegen...
In den von nun an wenigen Augenblicken, in welchen wir uns so frei und unbeschwert bewegen konnten, in diesen Momenten weinten wir vor Glück, das uns nicht auch noch unser Wesen genommen wurde.
Das wir verborgen weiterexistieren durften.
In der Stille unserer Höhlen.
Doch der Schmerz wurde unerträglich.
Wir konnten uns nicht frei entfalten.
Nicht mehr Eins sein, mit dem, was uns umgab.
Unsere Heimat wurde uns genommen, wir wurden verbannt.
Von einer Macht, die weitaus größer war, als die Unsre.
Im Grunde waren wir gestorben.
Nein...es war schlimmer als der Tod
Wir siechten voller Sehnsucht nach dem nächsten Flügelschlag vor uns dahin.
Doch wir konnten nicht mehr fliegen.
Wir berichteten unseren Kindern, wie es einst war und wer wir sind.
Doch auch sie konnten sich nicht erheben. So sehr sie sich anstrengten, so sehr wir auch uns bemühten.
Wir konnten es ihnen nicht zeigen. Unsere Flügel waren gebrochen.
Unsere Kinder, sie stießen nach und nach ihre Flügel ab.
Sie wußten damit nichts anzufangen, weil wir es ihnen nicht mehr zeigen konnten.
Unsere Kinder gingen fort. In das Licht. Unten am Boden war es nicht ganz so hell.
Sehr bald vergaßen sie uns.
Sie machten das beste aus ihrem Dasein. Wir dürfen es ihnen nicht übelnehmen.
Der eine oder andere von ihnen erinnerte sich noch schemenhaft. So entstanden Geschichten und Mythen. Aber niemand erinnert sich mehr daran, das wir die Eltern sind.
Ihre Eltern, verbannt vom Gleißendem Licht, welchem die Kinder sich hingaben.
Hingeben mußten,um überleben zu können...

09.04.2010 ---Das Urheberrecht liegt bei mir selbst---

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RE: Schwarzer Wintertag

#4 von Schwarzer Wintertag , 07.06.2012 11:00

Gezeiten

Ich bin nicht Schatten, noch bin ich Licht ;
Kälte bin ich nicht, noch Hitze Grundlos .
Nicht bin ich böse oder gut ;
Jedoch Gezeiten heftig in mir wandeln .
Wachen über´s Gleichgewicht ...

Das Urheberrecht liegt bei mir selbst. - 11.Juli 2010 - Schwarzer Wintertag

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RE: Schwarzer Wintertag

#5 von Schwarzer Wintertag , 07.06.2012 22:33

Ringelnatter

Die Natter glitt durchs hohe Gras;
Taubenetzt von tiefer Nacht.
Doch als der Sonne Kraft gewann,
die Natter auf dem Steine saß.

Sie schenkt ihr Leben, Wärme, Macht;
Die Sonne schenkt der Natter Kraft.

Sanft der Tau zu Morgennebel
sich verwandelt, steigt empor;
Wohl fühlt sich die Natter eben;
Nur Morgens traut sie sich hervor.

Scheu, die Schlange, sehr verletzlich
zierlich, schnell, der Halbmond nützlich

Ringelnatter nennt man sie
Nicht zu unrecht;
Achte sie.


--- 18.12.2010 - Das Urheberrecht liegt bei mir selbst. ---

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RE: Schwarzer Wintertag

#6 von Schwarzer Wintertag , 08.06.2012 22:38

Die Brennessel

Du möchtest Wahrheit, ich verbrenne Dich.
Und sie verwelkt auf Deinem Tisch.
Du mußt sie tragen, Tag für Tag;
Du mußt ertragen, das ich brennen mag.

Reinigend ich in Dich dringe;
auf das Du mit der Wahrheit ringest.
Nimm mich, hass mich, hab mich gerne;
Die Wahrheit wächst in naher Ferne.

Doch Du mußt wissen, sie tut weh;
Wenn Du mich nicht erträgst,
dann geh !

--- 20.06.2011 --- Das Urheberrecht liegt bei mir selbst ---

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RE: Schwarzer Wintertag

#7 von Fingayin , 09.06.2012 21:33

Die Brennessel

...bin dunkel grün...
Verbunden mit Mutter Erde.
Ich brenne,werfe Blasen...
Meschen mögen mich nicht gerne.
Doch wissende zupfen die Blätter von meinem Stamm.
Denn ich wirke im Tee...
Wissende, mögen es gern...

 
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RE: Schwarzer Wintertag

#8 von Schwarzer Wintertag , 13.06.2012 18:55

Da ich durch dieses Suchergebnis hierhergefunden habe, darf die Weide an diesem Ort natürlich nicht fehlen.

Die Weide

Wurzeln schlag ich; an allen Enden.
Bring mich in Berührung mit der Erd.
Wurzeln treib ich an allen Enden,
hab ich Wasser, das mich nährt.
Versüßen möcht ich sauren Boden;
Erd und Wasser ich verehr.
Steinchen wissen mich zu halten;
Lösen kannst mich nimmermehr.
Biegsam meine Äste sind;
streben munter in das Licht.
Eßbar bin ich; meine Rinde...
sie bringt Heilung ganz geschwind.
Meine Blätter kannst Du naschen;
Meine Zweige flechten gar.
Wird ein Korb draus, wirst es danken
Ich bin wirklich wunderbar.


--- 09.05.2011 - Das Urheberrecht liegt bei mir selbst. ---

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RE: Schwarzer Wintertag

#9 von Schwarzer Wintertag , 20.06.2012 22:37

Hier einmal ein paar ältere Zeilen von mir.

Traumwelten

Zartes Nass schwebt in der Luft. Die Blätter der Bäume saugen es gierig auf, um dann Tropfen für Tropfen freizugeben.
Ich erreiche eine Lichtung. Schwere Wolken ziehen langsam über die Wipfel.
Das Grün des Laubes veränderte sich in den letzten Monaten.
Auch das sonst weiche sattgrüne Waldgras ertrinkt unter meinen Füßen in den Tränen des Himmels.
Die Moose sind gealtert. Tristes feines Rauschen des Regens beherrscht nun den Raum als einziges Lied der Natur.
Der einst klare Quell dort drüben, er wird von Schlamm genährt. Es ist still geworden.
Es scheint, als wären das Leben weitergezogen. Keine Fährte, welche sich im durchtränkten Boden gehalten hat.
Wie lange ist es her? Wann habe ich das letzte mal ein Reh gesehen... oder auch nur einen Fuchs? Einen Vogel?
Vor Wochen schon verstummte das letzte Zwitschern. Gedankenversunken gehe ich weiter.
Wie die Tränen eines vergessenen Gottes rinnt der Regen über mein Gesicht. Ein Blitz scheint mein Hirn zu durchdringen.
Vergessener Gott? Nein, das kann nicht sein. Die Leute im Dorf unten erzählen sich ständig Geschichten.
Alte Überlieferungen unserer Ahnen. Nein vergessen haben wir die Götter nicht.
Haben wir verstanden, was sie uns sagen wollten? Wir hörten von ihren Taten, vernahmen ihre Worte.
Aber wir lebten weiter wie bisher.Gedankenlos. Wohl Stunden später fand ich mich an einem Teich wider.
Umrahmt von Weiden,welche ihre Arme bis tief hinab in das Wasser streckten. Es dämmerte bereits.
In den bizarr aufsteigenden Nebeln, erkannte ich Siluetten.
Sie erschienen stolz und dennoch besaßen sie einen Hauch von Melancholie.
Langsam, sehr langsam bewegten sie sich durch das Wasser. Ihre langen Hälse stolz empor,
den Kopf jedoch gesenkt tropfte unentwegt ein dünner Faden der Tränen von ihren dunklen Schnäbeln.
Sehr bald fraß sie das Grau auf. Nur kurze Zeit durfte ich die Hüter betrachten....

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RE: Schwarzer Wintertag

#10 von Schwarzer Wintertag , 26.06.2012 21:50

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