Die eigene Natur

#1 von Sinaris , 20.05.2012 15:30

Salve Philosophen,

Ich weis ja nicht, wie es euch geht, aber bei mir läuft die eigene Natur, meine grundlegendsten Eigenschaften oft gegen die erwartungen der Gesellschaft. Das fängt mit Kleinigkeiten (Nachtigall, Spätaufsteher) an und endet in echten Reibungspunkten (Ich mache nicht den Patenonkel, weil ich da mehr drin sehe, als ich geben kann).

Unser Leben soll uns formen, Check. Wir sollen lernen, Check. Aber muss ich echt jeden meiner Wesenszüge in Frage stellen? Nein gut... in Frage stellen sollte man alles und jeden, OK. Aber muss ich mich unbedingt komplett gegen meine Natur stemmen? Warum ist ich möchte nicht... böser noch "Ich will verdammt noch eins, nicht", heutzutage kein gültiges Argument mehr?

Am spürbarsten finde ich das bei den einfachsten gesellschftlichen Verpflichtungen.

Hintergrund: Sinaris ist Gamer. Ich zocke für mein Leben gern. Ich grabe mich gerne durch Dungeons in Fantasygames. Rette Galaxien im SciFi. Am liebsten online mit anderen. Komisch, Du kannst den Hintergrund 1000 Mal erklären, die Absage eines abendlichen Treffens ist IMMER mit bösen Emotionssanktionen verbunden. Also ändern? Ab wann wird mein Wunsch weniger wichtig als das Sehnen eines anderen?

Die nächste Ebene, Verpflichtungen, die man selbst nie gewählt hat. Gerade in der Familie wird man ja gern mal zum Standartwerkzeug. Mal den 14er Schraubenschlüssel zu reichen ist ein Ding, aber das geht ja auch gleich mal auf ganze Sozialstukturen nieder. Klassisches Beispiel...: Mit der Tochter von den Meyers triffst Du Dich nicht mehr. Jetzt kommt der Moment der Warheit. Gegen die, die ich Liebe zu Feld für die, die ich mag?

- Wie beschützt Ihr EUCH.
- Wann wagt ihr es IHR zu sein?
- Wann knickt ihr ein?
- Sollen wir das überhaupt?

Gruss
Sinaris

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RE: Die eigene Natur

#2 von Dolben , 20.05.2012 20:15

Beschützen kann man sich indem man seinen Schutzengel etwas bittet. Jeder Mensch hat genau einen Schutzengel, der immer für einen da ist. Oder auch Erzengel Michael um Hilfe bitten. Das funktioniert sehr gut!

Sich selbst oder andere Menschen kann man mit einer Schutzkugel, einer imaginären Kugel aus 'Lichtenergie, schützen, indem man sie um sich (oder andere, oder Gegenstand wie abgestelltes Auto) durmmacht. Innen in der Kugel ist alles positiv, stellt man sich vor, und alles Negative kann nicht hereinkommen.

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RE: Die eigene Natur

#3 von Sinaris , 21.05.2012 00:05

OK, Danke Dolben,
aber das klingt für mich einfach fremd. Wieso sollte ein Wesen das in Natur und Ursprung mir vollkommen fremd ist auf eine einfache Anrufung (Abbitte) wirken? Ich glaube an keine Engel und Schutzgeister auf simples bitte, bitte. Ich denke das solche Geister nur eingen längst nicht allen folgen und helfen und das man freie Würde tragen muss um solche "Gnade" zu empfangen.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, muss ich Stützräder an meinem Fahrad haben?

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RE: Die eigene Natur

#4 von Nachtfalke , 21.05.2012 01:22

Hey hey,

ein mir damals sehr guter Freund, sagte einmal zu mir, ich solle meinem Herzen folgen (als ich etwa vor demselben Problem wie du gerade jetzt eben stand). Anfangs hab ich mir da wirklich schwer getan. Mit der Zeit hab ich aber bemerkt, dass ich mir viel leichter tu, mich selbst nicht verraten muss und mir selbst treu sein kann (muss).

Wie beschütze ich mich?
Ich glaube mein größter Schutz liegt darin, dass ich mir nicht mehr viel aus der Meinung der Gesellschaft mache. Ich bin wie ich bin. Ich will mich nicht aufgrund von äußeren Zwängen (grundlegend) ändern. Wenn ich eine Veränderung will, dann kommt die aus meinem Inneren, und dann stehe ich auch dazu. Das merkt mein Umfeld ja.
Natürlich muss ich mich manchmal "gesellschaftlichen Normen" anpassen, etwa wenn ich arbeite. Da muss ich gewisse Erwartungen erfüllen. Aber selbst da versuche ich möglichst authentisch zu bleiben, weil ich anders keine gute Arbeit leisten will. Manche Menschen kommen damit gut zurecht, andere nicht. Damit kann ich leben. Ich muss nicht von jedem gemocht werden. Es reicht mir, wenn ich akzeptiert/ respektiert werde und eine (geschäftliche) Zusammenarbeit möglich ist.

Wann wage ich es ICH zu sein?
Bei bestimmten, sehr wenigen und ausgesuchten Freunden. Und wenn ich alleine bin.
Ich meine, ich bin so auch ich. Aber bei den oben genannten Variationen bin ich dann "ungehemmter". Dazu gehört aber Vertrauen in diese Menschen (oder in den leeren Raum).

Wann knicke ich ein?
Arbeistechnisch am ehesten oder bei der Familie. Die konnte ich mir nicht aussuchen. Aber ich komme soweit es geht mit ihnen klar. Sie verstehen mein Wesen und meinen Weg nicht (vollständig). Aber das ist okay.

Sollen wir was überhaupt?
Einknicken? Ich denke schon. Jeder hat so seine Schwächen oder schwache Tage. Das ist okay.
So sein wie wir sind? Auf jeden Fall. Zumindest könnte ich andersrum niemanden mehr in die Augen schauen.

Ich hoffe deine Antworten haben mir ein wenig geholfen. Im Grunde kann ich dir nur den Rat geben, den ich auch einmal bekommen habe: hör auf dein Herz, es wird dir den richtigen Weg schon zeigen

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RE: Die eigene Natur

#5 von angelikaherchenbach , 22.05.2012 07:56

Nenn es anders:
Nenn es Stolz, nenn es Würde, nenn es Verantwortung, nenn es Erwachsensein...

Du darfst und kannst jederzeit Du selbst sein - aber Du mußt die Konsequenzen ertragen.
Egal wie diese aussehen.

"Einknicken" - ja, auch das kann "meine Natur" sein, wenn es die Vernunft oder die Liebe mir sagen.
Wenn es um die Kinder geht zum Beispiel. Oder um meine Existenz: Das Fressen kommt vor der Moral.

Wie auch immer Du Dich entscheidest, wie auch immer Du handelst:
Es geht darum, sich selbst auszuhalten, und nicht darauf zu hoffen, daß die anderen Dich aushalten.

Sei Dein eigener Maßstab.
Lege Deine Normen, Deine Werte als Maßstab an.
Und wenn Du Dich fügst, dann ist eben DAS Deine Natur.
Und wenn nicht, dann ist es u.U. die Einsamkeit.
Die ist der Preis.
Was ist Dir was wert?

Angelika

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RE: Die eigene Natur

#6 von Sinaris , 22.05.2012 08:15

Danke... Nachtfalke und Angelika. Manchmal hilft es zu sehen, das andere auch so denken wenn man droht im Rausch der Zeit Betriebsblind zu werden.

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RE: Die eigene Natur

#7 von Nachtfalke , 22.05.2012 10:36

Ich glaub es geht nicht nur uns so... sondern noch vielen anderen. Die Frage die ich mir stelle ist: muss ich von jedem gemocht/ geliebt werden? Definitiv nein! Es gibt ganze Menschengruppen mit denen will ich keinen Kontakt (mehr) haben, weil es ein falsches Spiel und anstrengend ist...

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RE: Die eigene Natur

#8 von Serpentia , 22.05.2012 10:59

Philosoph? Bin ich eher nicht. Aber auch ich stehe sehr oft in diesem Spannungsfeld zwischen meinen eigenen Überzeugungen und den Anforderungen von Familie, Gesellschaft, Beruf...

Meine Lösungen sind immer Einzelfälle. Einmal geh ich dem anderen mehr entgegen (klassisch: im Job), ein andermal verlange ich mehr Rücksicht (schwierig, aber wichtig: Familie). Auch mein Sohn Fenris hat solche Fälle schon erlebt und ich war stolz auf ihn, als er den Verlockungen der Konfirmationsgeschenke widerstand und meinte, seine Seele sei nicht zu verkaufen.

Ich finde es immer wichtig, den Leuten zu erklären, warum ich so handle. Und klar zu sagen, daß es rein persönlich ist - nicht im Sinne von gegen diese Person, sondern persönlich für mich.

Und ansonsten gehe ich auf Distanz zu Leuten, die das nicht verstehen. Es gibt ja auch andere.

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RE: Die eigene Natur

#9 von Solitaire , 23.05.2012 08:14

Mmn ist es wichtig, authentisch zu bleiben.

Natürlich fordert das Zusammenleben in einer Gesellschaft das Einhalten gewisser Spielregeln, Schopenhauer hatte dafür das schöne Bild von den frierenden Stachelschweinen u. das trifft es sehr gut.

Manchmal muss mensch eben Kompromisse eingehen, aber verbiegen werde ich mich um keinen Preis der Welt, zu meiner Überzeugung stehe ich, muss dann aber dafür auch die Konsequezen tragen. So habe ich mir z. B. eine Arbeit gesucht, die ich mit meiner Einstellung vereinbahren kann, muss zwar gewisse Rahmenspielregeln einhalten, habe aber innerhalb dieses Rahmens wieder genug Freiheiten, die Dinge so zu tun, wie es mir zusagt

Wenn jemand eben eine Nachteule ist, dann muss er sich eben einen Job suchen, der diesem entspricht, umgekehrt wird die Nachtigall als Nachtportier auf Dauer auch nicht glücklich werden.

 
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RE: Die eigene Natur

#10 von Fingayin , 23.05.2012 08:54

Wenn man darüber nachdenkt macht man,bis die Grenze erreicht ist,und kurz vor dem Zerbrechen ist,etliche Kopromisse um seinem Umfeld zu "gefallen"
In den letzten drei Jahren hat sich bei mir viel verändert.
Enge Bekannte und Freunde haben das mal vor jahren so beschrieben das ich unter dem klassischen Helfersyndrom leiden würde.
Immer für andere da sein ohne Rücksicht auf seine eigenen Wünsche.
Das Resultat davon sind zu guter letzt Unzufriedenheit und Unwohlsein im eigenen Leben.
Ich hab irgend wo einmal gelesen das unser Gehirn auf "ja" programiert ist.
Das beginnt schon in der Kindheit.
Weil "ja" sagen die Eltern,Lehrer,Erzieher befriedet und "nein" Konsequenzen hat.
Beschrieben wurde das daß Gehirn wie eine Straße funktioniert.
Je öfter das "ja" kommt wird aus der Straße eine Autobahn und wir tun uns schwer damit "nein" zu sagen weil wir es einfach nicht mehr können.
Wie hab ich mich erwischt wenn mich mal wieder jemand um etwas gebeten hat und ich dann in dem Mist stehe warum in aller Welt ich diesem Irrsinn zugestimmt habe...
Das "nein" kann aber wieder erlernt,und das Gehirn umprogramiert werden.
Es ist anstrengend und mühevoll und ich falle oft in dieses alte Verhaltensmuster zurück.
Aber...das nein,einmal ausgesprochen lässt mich oft grinsen und das zum Unverständnis der anderen.
Wieso machst Du das denn nicht...Du hast doch sonst immer....ja,hab ich und es ist genug....mach Deinen Mist selber!!!
Das tut richtig gut.
Trotz allem denke ich aber das man trotzdem Kompromisse machen muß wenn wir in der Gesellschaft mit Kontakten leben möchten.
Wie schon andere geschrieben haben.
Job,Familie. Da kann ich nicht meinen ganz persönlichen Streifen fahren.
Aber ich kann ich bleiben.
Das fängt schon da an das man gern auf der Arbeitsstelle gesehen wird. So ist es zumindest bei mir.
Dumme Sprüche,blöde Witze um angespannte,anstrengende Situationen aufzulockern...na Du alte Elfe,was hast Du gestern Abend noch gemacht?...naja,ich bin wieder mal nackend und singend um den Nußbaum getanzt....
Da liegt die Bande schon mal lachend am Boden...
Ja,ich spiele schon mal gern den Kaspar aber das wiederum hilft irgend wie allen.
Ich versuche mir schon irgend wie treu zu bleiben und das gelingt ganz gut.
Und wie Dolben geschrieben hat,es gibt auch spirituelle Helfer,egal wie jeder einzelne sie nennen mag.
Sinaris,ich war auch jahrelang powergamer und das wird auf Dauer sehr anstrengend.
Nach 12-14 Stunden Arbeit hab ich in allen Hotels der Welt den Rechner angeschmissen und mir die Nacht um die Ohren gehauen.
Und das über Jahre. Es war ne coole Zeit und ich möchte sie nicht missen,da dies doch auch ein Teil meiner Geschichte ist.
Sieh es doch mal so,es ist ein Teil von Dir und es macht Dich dementsprechend auch aus.
Also in dem Moment ist es wurscht was andere von Dir denken,weil die die Dich mögen,Dich so nehmen wie Du bist.
Auf den Rest kannst Du pfeifen,es sei denn das es Dein Chef ist,dann sind wir wieder beim Kompromiss und den Zähne in dem Fall zusammen beißen,und durch.

 
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RE: Die eigene Natur

#11 von greenman , 23.05.2012 11:08

Zitat von Sinaris
- Wie beschützt Ihr EUCH.
- Wann wagt ihr es IHR zu sein?
- Wann knickt ihr ein?
- Sollen wir das überhaupt?



Sinaris,
Beschützen müssen wir uns vor allem vor den Menschen in unserer Umgebung. Gegen Hitze, Kälte und Hunger auch, aber das sind eher praktische Dinge, die mit Kleidung, Nahrungsmittel und dem Bauwesen zu tun haben.

Ich meine, man beschützt sich am besten vor den anderen Menschen, indem man möglichst die Menschen um sich schart, die nicht versuchen, einen zu verbiegen. Und das tut man am besten, indem man sich selbst , also authentisch bleibt. Manche werden das authentische Ich schrecklich finden und mich meiden. Gut so! Sie werden wenigstens nicht versuchen, an meiner Persönlichkeit herumzudoktern.
Andere werden von meiner Art angezogen. Auch gut! Denn sie werden auch bei längerer Bekanntschaft nichts Anstößiges finden.

Triviales Gegenbeispiel: Ein eingefleischter Jeansträger zwängt sich in einen dunklen Anzug mit Krawatte anlässlich einer Hochzeit, einer Beerdigung o.ä. und trifft dort eine Frau, die auf elegante Männer steht. Sie unterhalten sich prima und vereinbaren ein Date. Sie erscheint in einem kleinen Schwarzen, er in ausgfranster Jeans und Teeshirt und mit 3-Tages-Bart. Was passiert? Entweder sie trennen sich nach dem Abend, wobei jeder enttäuscht ist, dass der andere nette Mensch so sehr an seine Einstellung zu Äußerlichkeiten hängt; oder sie versuchen es zusammen, und sie dauernd versucht, ihn wieder in einen Anzug zu bugsieren, wogegen er Widerstand leistet. Er glaubt, sie würde ihn bevormunden, "verbiegen" wollen; sie glaubt, er liebe sie nicht, weil er ihren doch so einfachen Wunsch nicht erfüllen will.

Wäre er doch bei der Veranstaltung authentisch geblieben wäre das alles nicht passiert. Er hätte beide vor einer Enttäuschung beschützt.

Klar, man kann nicht überall voll authentisch auftreten. Gesellschaftliche Normen veranlassen z.B. den Jeansträger ab und zu einen Anzug anzuziehen. Jeans auf einer Beerdigung schmeckt nach Provokation - aber vielleicht hätte er eine nette Frau getroffen, die auf provokante Männer steht - Bingo!

Die Arbeitsumgebung wird bei der Authentizität als problematisch angesehen. In meiner Erfahrung ist es jedoch möglich, den Kontakt zu Kollegen rein fachlich zu gestalten. Egal wie der Kollege tickt, Hauptsache er arbeitet gut mit.
Wirklich problematisch wird es, wenn der Kollege eine "sonderbare" Auffassung der Arbeit hat, die in seiner Natur begründet liegt. Wer bei einer Fleißarbeit unbedingt kreativ sein will, oder bei einer kreativen Arbeit unbedingt nach Lehrbuch vorgehen will, ist Sand im Getriebe.
Schützen kann man sich und andere davor, indem man seine Berufswahl "authentisch" überlegt. Sich nicht in einen Beruf zwängen lassen, die cool oder lukrativ oder zukunftssicher erscheint oder den Eltern gefällt, sondern einen Beruf suchen, der der eigenen natürlichen Denkweise entspricht. Jugendliche, die bisher wenig authentisch waren (oder sein durften) haben es hier schwer. In meiner Bekanntschaft gibt es solche; sie versuchen einen Job nach dem anderen, bis sie das passende finden - oder auch nicht.
Andere dagegen wissen schon spätesten beim Schulabschluss, was sie beruflich machen wollen. So einer war ich. Aber es stellte sich heraus, dass ich total falsch lag! Erst beim Nachfassen fand ich das Richtige. Meine beiden Kinder machten es besser: von der Schule in das jeweils geplante Studium und von dort in die entsprechenden Berufe, die sie leidenschaftlich ausüben.

Also sage ich:
- Wage immer, DU zu sein
- Wenn du grundsätzlich immer DU bist, kannst du jederzeit kurz "einknicken" um des lieben Friedens Willen, ohne dich nachhaltig zu verbiegen. (Wer jeden Tag vernünftig isst und sich bewegt, kann auch Sonntags ein großes Kuchenstück oder zwei vertilgen, ohne dick zu werden!)
- Ja, man sollte manchmal "einknicken" (siehe oben), aber nur aus wichtigem Anlass.

Blessings,
Greenman

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RE: Die eigene Natur

#12 von Schwarzer Wintertag , 31.05.2012 02:01

Zitat von Sinaris
Salve Philosophen,
...
...

- Wie beschützt Ihr EUCH.
- Wann wagt ihr es IHR zu sein?
- Wann knickt ihr ein?
- Sollen wir das überhaupt?

Gruss
Sinaris



Einen angenehmen Morgen wünsch ich Euch

- Nun, wie beschütze ich mich?
Ehrlich gesagt, weis ich es nicht.
Wenn man den mehr oder minder konsequenten sozialen Bruch mit der Gesellschaft damit meinen kann... ja, dann ist das ist für mich ein möglicher Schutz.
Ich persönlich integriere mich nur insoweit in die Strukturen der Gesellschaft, wie es für mich notwendig ist, damit ich mich selbst verwirklichen kann.
Ich meide vieles.
Ich meide jedoch nicht aus Zwang, sondern aus einem tiefen Bedürfnis heraus.

Jetzt kommt ein großes ABER:
Ich schaue mir weiterhin alles passiv von "aussen" an, da ich den Glauben an eine Weiterentwicklung meines Umfeldes nicht verloren habe.
Das bedeutet nicht, das ich mein Umfeld für Minderbemittelt halte. Es ist eben nur anders als ich. Bzw --> Ich bin anders als mein Umfeld.
Fragen stehe ich immer offen gegenüber.
Wer Hilfe braucht, bekommt sie immer -jedoch nur auf meine Weise-. Wer wirklich Hilfe sucht, läßt sich auch vom Hilfeschenkendem führen.
Wer meine Art und Weise der Hilfe ablehnt --> braucht die Hilfe, wie ich sie zu geben in der Lage bin, nicht wirklich.

UPS, ich schweife ab. ^^
Weiter im Text:

- Wann wage ich es >ICHICH´s< und arbeite an mir selbst.
Auf diese Weise ziehe ich mich selbst wieder hoch.

- Soll ich das überhaupt?
Ich schaue für mich gesehn in mein Inneres und reflektiere.
Ich frage mich: was habe ich im Leben -für mich selbst und auch für andere- bis jetzt erreicht?
Wo stehe ich jetzt?
Wem konnte ich helfen?
Wem habe ich durch mein Wesen (wirklich) geschadet?
Was erfüllt mich wirklich?
Was will ich eigentlich?
Worin bestehen meine eigenen Werte?
usw.
Die Antwort : JA, denn es ist ein überaus wichtiger Teil meines Wesens, welchen ich nicht leugnen darf... welchen ich nicht leugnen will.

LG, der schwarze Wintertag.

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RE: Die eigene Natur

#13 von elHakim , 31.05.2012 21:52

Zitat von Sinaris
Salve Philosophen,

Ich weis ja nicht, wie es euch geht, aber bei mir läuft die eigene Natur, meine grundlegendsten Eigenschaften oft gegen die erwartungen der Gesellschaft.



Salve O Sinare,

etwaige Erwartungen der Gesellschaft sind wankelmütig. Ich würde sie daher vernachlässigen. Du klingst so, als ob du noch immer auf die Anerkennung durch die Gesellschaft wartest, wer oder was auch immer die Gesellschaft sein mag.

Wir kommen allerdings nicht daran vorbei, nicht nur Individuum, sondern durch unser Dasein zugleich auch Teil dieser Gesellschaft zu sein. Das erlaubt mir, den Teil der Gesellschaft, mit dem ich in Kontakt komme, so zurechtzubiegen, wie ich es will. Ich mache einfach bestimmte Dinge in meiner Art, und früher oder später akzeptiert es der Rest, weil er glaubt, es nicht ändern zu können und selber auch keinen Ärger deswegen anzetteln will. Da nichts ohne Schattenseiten ist: Der Preis für die Akzeptanz ist mitunter ein Einlenken meinerseits. Solange man nicht auf einer einsamen Insel wohnt, wird keine Seite an Kompromissen vorbeikommen. Das kann durchaus positiv sein, denn oft ermöglicht erst der friedliche Kompromiss weitere Einsichten.
Manchmal hilft schon das Verändern der Wahrnehmung, wie die Sache mit dem halb vollen oder halb leeren Glas. Vielleicht ist die "Gesellschaft" nicht ablehnend und nervig, sondern unwissend oder unreif. Die letzten beiden Wahrnehmungen brächten den Vorteil, dass sie nach Veränderungen und Anregungen schreien

 
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