Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#1 von Sinaris , 24.03.2012 05:00

Grüsse,

Gerade rotiert ja der Gaia-Gedanke und dem gegenüber sehen und spüren wir den Raubbau.

Aber wie sollten wir denn mit unserer Mutter-Erde umgehen? Die technischen Mittel scheinen ja vorhanden zu sein und einige Konzepte zu den Themen Energie und Versorgung gibt es ja auch schon. Sicher ist einiges erstmal Hirngespinst aber ich fände es spannend mal zu versuchen, einige Aspekte des Forums evtl. so zu verknüpfen, das man darüber spricht, wie denn eine verantwortungsvolle Kultivierung aussehen könnte. 82 Milliarden Menschen allein in Deutschland ein Leben zu ermöglichen klingt nach einer krassen Aufgabe.

Selbstversorgungshäuser, Ökologische Hofstrukturen, Dörfer, Stadte, Küstenlinien, Flüsse... einfach mal Eure Gedanken dazu...

Lassen wir mal die wirtschaftliche Note erstmal weg. Nix von Geld und Co...

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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#2 von teroon , 24.03.2012 15:56

In dem Fall müssen wir die Diskussion aber über Deutschland hinaus ausweiten, denn in Deutschland ist es einfach nicht möglich die vorhandenen Menschen mit ausreichend Nahrungsmitteln zu versorgen, zumindest nicht auf ökologische Weise (also keine Massentierhaltung, etc.). Dafür fehlt uns einfach die nötige Grundfläche.
Auch aufgrund der Diskussion vor dem Hintergrund des Gaia-Gedankens, sollten wir nicht vergessen, dass wir eben in einer globalen Umwelt leben und es sich nicht vermeiden lässt, in alle Überlegungen zu diesem Theme auch die globale Situation einfließen zu lassen. Das darf natürlich nicht heißen, dass wir uns bequem zurück lehnen, weil die anderen eben auch nichts in dieser Richtung gehen. Vielmehr wäre interessant, wie wir unser Potential in jeder Hinsicht dafür nutzen können auch auf globaler Ebene eine Veränderung zu ermöglichen.

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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#3 von Anna , 26.03.2012 21:10

Zitat von teroon
In dem Fall müssen wir die Diskussion aber über Deutschland hinaus ausweiten, denn in Deutschland ist es einfach nicht möglich die vorhandenen Menschen mit ausreichend Nahrungsmitteln zu versorgen, zumindest nicht auf ökologische Weise (also keine Massentierhaltung, etc.). Dafür fehlt uns einfach die nötige Grundfläche.


Verstehe ich dich da richtig, dass diese Masse an Menschen nur durch Ausbeutung an anderen zu ernähren ist?

Oder geht es über die Welt verteilt schon?
Denn den bei mir daraus resultierenden Gedankengang, dass wenn niemand (kein Lebewesen, Mutter Erde eingeschlossen) ausgebeutet gehört, dann wäre die Menschenzahl zu hoch und ... ja also diesen Gedankengang finde ich schon heftig. Oder geht es einfach nur nicht mit dieser in den industriestaaten verbreiteten Lebenseinstellung nicht, (also mehr mehr mehr) reicht dann 5x die Woche Getreidepamps und am Wochenende Grillmenü mit Salaten und Feinkostrestaurant oder muss es 7x die Woche was besonderes zum essen sein?


Mein Traum von einer besseren Welt, ohne Ausbeutung sieht immer so aus, das ich denke, die Grundversorgung an Essen sollte in der Gemeinde selbst hergestellt werden. Was natürlich Hochhäuser problematisch macht, denn da gitb es Hochhäuser, da wohnen soviele Menschen drin, wie in einem Dorf, und wo sollen die sich selbstbewirtschaften ?
Aber so Träume sind ja erstmal nur Ideale, und Fehler im System kann man immer noch suchen...
act locally think globally ist glaube ich ein guter Spruch für so gut wie alles. Er ist gut dehnbar. Also dass alles relevante, wie nahrung, Job etc. lokal sein sollte, aber man das große ganze genießen kann. sich mit der Welt austauschen, sie verbinden.

Das wäre so meine persönliche Ideallösung.


darf ja auch ruhig was von wahr werden
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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#4 von teroon , 28.03.2012 21:16

Zitat
Verstehe ich dich da richtig, dass diese Masse an Menschen nur durch Ausbeutung an anderen zu ernähren ist?


Nein, da hast du mich völlig falsch verstanden.
Mir geht es vor allem darum, dass die Welt schon so stark vernetzt ist, dass Insellösungen nicht mehr möglich und sinnvoll sind.
Dazu kommmt, dass die Voraussetzungen z.B. für Selbstversorgung oder Stromherstellung mittels Solar-, Wind- und Wasserenergie von Region zu Region sehr unterschiedlich sind. Somit bietet ein globaler Ansatz viel mehr Möglichkeiten als ein rein regionaler.
Ein weiterer Aspekt ist, dass wir eben auch unter dem schädlichen Verhalten der Menschen in anderen Ländern leiden und somit nur ein globaler Ansatz auf lange Sicht helfen kann und das auch in Hinblick auf die Fairness eines solchen Ansatzes.
Natürlich beginnt ein solche Ansatz auch immer auf der lokalen Ebene, nur sind Insellösungen meiner Meinung nach nicht dazu geeignet Veränderungen herbei zu führen, dafür muss man attraktive Lösungen anbieten und ab und an auch mal Kompromisse eingehen.

Auch finde ich es schwierig zu sagen, dass wir jetzt die Anzahl der Menschen reduzieren müssen, die in bestimmten Regionen wohnt, damit das mit der Selbstversorgung klappt. Dann kommen wir recht schnell in Richtung der 1-Kind-Politik in China.

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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#5 von Sinaris , 30.03.2012 11:49

Hochhäuser sind nicht unbedingt ein Problem. Es gibt bereits Lösungen die auf engstem Raum Autage Versorgungen ermöglichen und das für eine Masse von Menschen. Jacque Fresco hat sich ja zum Beispiel in seinem Future by Design Projekt mit sowas beschäftigt. In Japan gabs ja auch mal ein Projekt mit authagen, gläsernen Pyramiden, die auf 1000 qm, für eine Million Menschen angeblich Platz und Versorgung gewährleisten würden. Ich dachte halt hier hätte sich evtl. auch schon jemand mit dem Thema beschäftigt.

In wie Weit diese Konzepte allerdings das Wohl der Tier- und Pflanzenwelt im Auge haben kann ich leider nicht sagen.

Gruss
Sinaris

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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#6 von Moondog , 31.03.2012 17:10

Hm... von den autarken Hochhäusern und einem Projekt in Japan für eine „Unterwasser-Siedlung“ hab ich schon vor ein paar Jahren gelesen... und fand die Idee gar nicht so schlecht. Das liest sich eigentlich Alles schon einigermaßen „durchdacht“ und man fragt sich warum nicht längst mit den Bauarbeiten begonnen worden ist. Ich ahne was Investoren, Erfinder und Konstrukteure von der Umsetzung abhält...
Bei Wikipedia kann man zur reinen „Lebensmittelproduktion“ auch noch unter „vertikal farming“ (auf deutsch) nachlesen...

Ehrlicherweise war ich zunächst sogar begeistert. Allerdings unter der Voraussetzung, dass
diese Ideen nicht als Alibi hergenommen werden um weiter ungebremst zu wachsen und uns zu vermehren ...
Der Bibelspruch „wachset und mehret euch und macht euch die Erde untertan“ ist hoffentlich nicht nur meiner Meinung nach längst über-erfüllt.

Heisst: ich wäre ein Befürworter einer weltweiten 1-Kind-Politik (zumindest mal für 1-2 Generationen)... durchaus informiert über die grausamen „Nebenwirkungen“ die es in China hat und sicherlich auch noch in anderen Kulturkreisen hätte (das wäre vielleicht ein Extra-Diskussionsthema)... weil unsere wahl- und willenlose Vermehrung bei weitem katastrophalere Auswirkungen hat, und wir unseren Kindern jetzt schon ein absolut unzumutbares "Erbe" hinterlassen. Leid war, ist und wird sein... und ist (leider) wohl eine der effektivsten Antriebsfedern in unserem menschlichen Dasein...

Wenn dann die Technik so ausgereift ist, das es machbar erscheint: lasst uns diese autarken "Mega-Menschen-Käfige" bauen... mit integrierten Produktionsstätten für Alles was man zum Leben braucht, inklusive Erholungs- und Garten-Etagen. Erstens haben wir dann was zu tun... und Zweitens hat Mutter Natur dann wieder mehr Platz sich auszubreiten.

Wichtig wäre das von Anfang an genug menschliche Arbeit beim späteren „Betrieb“ dieser Wolkenkratzer oder Unterwasser-Welten eingeplant wird... bloß nicht Alles „vollautomatisieren“! Schließlich brauchen diese, dann bestens untergebrachten, Menschenmengen nicht bloß Unterkunft und Essen sondern auch Aufgaben!

Ich bin schon jetzt ein ziemlicher Globalisierungsgegner... aber dann wären diese ewig langen Transportwege (Kartoffeln aus Ägypten, Äpfel aus Chile, T-Shirts aus China und Steinkohle aus den USA!!!) wirklich überflüssig und wir würden jede Menge Sprit, Straßen und Transportfahrzeuge jedweder Art einsparen... Kommunikation läuft jetzt schon zuverlässig übers Netz und ein Großteil unseres Globus könnte zum Naturschutzgebiet erklärt werden ... mit dementsprechenden Aufsichtsinstanzen, Bio- und Ökologen, Forstleuten, und wer da sonst noch fachlich geeignet ist... denn ich befürchte, dass wir schon so schlimm „drin rumgepfuscht“ haben, dass die „Renaturierung“ nicht gerade unproblematisch verlaufen würde... (noch ein Diskussionsthema!?)

Wenn wir das dann geschafft hätten, müssten wir "nur noch" regelmäßig mal mit dem Hubschrauber oder Amphibienfahrzeug drüberfliegen und beobachten was „SIE“ so macht.

...und könnten uns ein paar „Reservate“ für den Urlaub unter freiem Himmel erhalten. Ich weis schon: Da müssen auch noch ein paar andere Dinge wie Rohstoffgewinnung etc. eingeplant werden. Wirklich Alles zum Leben notwendige wird man nicht allein durch kluges Recycling gewinnen können...

Frage: wer würde Schlussendlich gern in so einem Mega-Klotz leben? ...selbst mit allen Annehmlichkeiten?

Ich weis das mir der freie Himmel über mir fehlen würde …!

Liebe Grüsse von Dagmar

 
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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#7 von Anna , 31.03.2012 19:53

Bei dem Szenario Moondog, das du beschreibst, fällt mir ein Thema ein, dass mir momentan ab und an begegnet...was ist die Aufgabe des Menschen auf der Erde? Wenn wir das Szenario gestalten, sind wir die Hüter der Erde...aber auch auf eine schräge art und weise...

vielleicht ist das auch ein Ansatz, warum ist die Menschheit hier und wie kann sie das gestalten...so a la Korne der Schöpfung Modell und den momentanen Umgang mit der Erde, ist ein wenig überholt...wie wir uns ja einig sind...aber ich denke der Umgang resultiert aus dieser Selbstverständlichkeit der Sichtweise.



Anna

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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#8 von Moondog , 02.04.2012 13:01

Hi Anna ...
ob wir die "Krone der Schöpfung" sind ??? Darüber hab ich mir lange keine Gedanken mehr gemacht, weshalb es mit der Antwort so lange gedauert hat *sorry*.

Nö, ich hab da keine "selbstverständliche Sichtweise"... über 70% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt... also wäre die Wahrscheinlichkeit, dass sich die wirkliche "Schöpfungskrone" eher dort befindet logisch. Vielleicht sind es die Wale!? ...oder etwas das wir noch nicht mal gefunden haben? Das Meer ist verflixt tief!

Vielleicht "denken" auch die Ameisen in ihren für uns relativ begrenzten Bauten sie seien die "Krone der Schöpfung"... und sind es ja auch auf ihre weise.

Ich denke nur wenn wir schon so etwas wie "Verstand" entwickelt haben, haben wir auch Verantwortung insoweit, dass wir nicht unseren eigenen Lebensraum zerstören sollten...
Ameisen tun so etwas nicht... Wale meines Wissens auch nicht.

Schwammspinner z. Bsp. oder besser noch: Heuschrecken tun so etwas, indem sie alle paar Jahre in solchen Massen auftreten, das sie den Wald, oder die Landschaft in dem/der sie sich entwickeln kahl fressen und damit selber die Lebensgrundlage für die nachwachsende Generation zerstören... womit sich die "Plagen" von selber erledigen, auch wenn wir Menschen da nicht eingreifen würden!

Mir fällt dazu Der ein:

... treffen sich zwei Planeten im Weltall.
fragt der Eine: "...und wie?"
stöhnt der Andere: "Ich hab Mensch!"
antwortet der Eine: "Mach Dir nix draus, das geht vorbei!"
(...ich weis der hat nen "Bart" *lach*)

Liebe Grüsse von Dagmar

 
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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#9 von Luna-4 , 02.04.2012 19:17

Für mich ist das wichtigste erstmal von der Ideologie des immer mehr wegzukommen. Ewiges wachstum gibt es nicht. Es geht darum ausreichend zu produzieren, und keine Überschüsse, die anschließend im Abfall landen. Ich glaube auch wenn die Versorgung eher Lokal gestaltet wird finden wir vielleicht wieder eher kontakt zu dem was wir verzehren (obwohl, will ich wirklich das Schwein kennen das ich esse, womöglich mit Namen?? )
In Europa ist der Trend der Bevölkerung ja rückläufig und das ist gut so.

 
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RE: Wie sollten wir denn Mutter Erde gestalten?

#10 von elHakim , 02.04.2012 23:19

Ich glaube tatsächlich an einen gesunden Ausgleich - und darwinistischen Wettbewerb. Gibt es eines Tages mehr Menschen auf dem Planeten als Nahrung, werden so viele davon sterben, bis sich ein Gleichgewicht einstellt. Nahrungsverteilung kann man nicht mehr als regionales Problem betrachten; es muss global geregelt werden.
Und ökologisch! Es muss mehr Mitmenschen bewusst werden, dass man Euros nicht verdauen kann, sondern selbst im 21. Jh. immer noch Wasser und Getreide zum Überleben als Mensch benötigt. Wir müssen daher diese Ressourcen erhalten und ggf. ausbauen. Das ist die spezifisch menschliche Komponente, nämlich darüber nachdenken zu können, wie das bewerkstelligt werden kann.

 
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