Die erste Jagd

#1 von Sinaris , 25.01.2012 11:18

Die erste Jagd
Im Wald, tief im Geäst bewegst Du Dich Schritt um Schritt. Im Geist verdrossen über jeden Zweig der unter Deinen Füßen knackt. Der Atem ruhig sichtbar, den Pfeil auf der Sehne. Minute um Minute bis sich erste Stunden formen. Keine Spur… oder die Fähigkeit diese überhaupt zu lesen.
Ein Kopfschütteln ob des spielerischen Unsinns. Spüren war doch eigentlich alles. Einmal Jäger sein. Der Alte in Dir klopft sich vor Gelächter auf das Knie während das Kind den Laubhaufen wegtritt. Da hörst Du ein Röhren. Wie ein Blitz fährt Dein Blick zur Seite. Ein Zwölfgehörn in wahrer Pracht. Die perfekte Beute.
Du hebst den Bogen um zumindest anzulegen. Da springt der Hirsch davon. Selbst noch nicht wissend, was Du tust sprintest Du hinterher. Der Gedanke, dass dieses Tier viel schneller zu sein vermag verbrennt in Sekunden in einem neuen Fühlen.
Den Pfeil längs zum Bogen, versuchst Du durch das Unterholz zu kommen. Erstes Krachen wird leiser, als Du den Hirsch wieder zu erblicken vermagst. Stolz und Andacht wird zu Ziel. Da werden die Beine stark, der Körper flink und die Füße leicht. Kein Krachen, es ist ein Gleiten durch Sträucher und Laub. Du riechst Ihn, siehst seine Spuren im Laub. Das Lächeln wird wild weil das Denken fällt.
Was ist das? Deine spitzen Ohren spielen. Schritte wenige Armlängen neben Dir. Nur einen Herzschlag gönnst Du dem Fremden einen Blick ob der Beute. Ein Hund? Nein das war ein Wolf in weißem Pelz. Jetzt vernimmst Du weitere Schritte. Ein Rudel. Keine Furchst zu Leiden erfüllt Dein Herz, nur der Verlust der Beute. Deine Schritte werden schneller als Du das Hächeln an Deiner Seite spürst. Das prachtvolle Fell weht mit jedem Schritt. Der Inbegriff des Jägers blickt in Deine Augen als ein Gedanke Dich kurz trefft. Bin ich schnell gleich einem Wolf?
Der Zweifel schwindet in Worten die in Deinem Geist verhallen. Im Rudel, für diese Jagt. Aber ich fordere Dich. Meine Zähne werden Schneller Sein als Dein Wille. Dem Rudel genug, wirst Du nehmen was ich Dir lasse… oder…
Deine Augen werden Schmal und Deine Schritte weiter. Du wählst oder. Beide Seite an Seite gleitet Ihr durch Blätter, springt über Stümpfe und lasst stobendes Laub hinter Euch. Dein Herz schlägt in wildem Verlangen nach der Beute, als ein verächtlicher Blick Deinen Bogen trifft. Ein Schnaufen entfährt Dir als Du mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung den Bogen auf den Rücken fühst.
Die beiden Knochenmesser aus der Seite rotieren kurz in deinen Händen als Du ein kurzes Heulen neben Dir vernimmst, als der Wolf wie weißes Wasser um die Bäume rauscht, eine tosende todbringende Gischt die dem Hirsch gleich dem Flusslauf folgt. Kein Blatt biegt sich kein Laub wendet am Boden.
Eine Klinge zwischen den Zähnen beginnst auch Du das Steifen. Lernst des Weißpelz fließen. Da stobt der Hirsch in eine Lichtung. „Folge mir“, brennt es in Deinem Schädel. „Heilig und nicht Willkommen. Der Frieden darf nicht gestört werden. „ Du folgst des Weißpelz wildem Herzschlag. Dein Fühlen jauchzt ob Der Prüfung, dem Umweg. Die Blicke von Blütenfeen verurteilen jeden weiteren Deiner Schritte, während eine Dryade fast amüsiert mit Ihrem Blick folgt. Das spielen des Pans ruf einem Fels wird wilder als Du mit dem Rudel dem Schatten der Bäume folgst.
Zum ersten Mal berühren deine Hände den Boden, führen Deinen nächsten Schritt. Deine Schenkel spannen sich weit, dein Rücken streckt sich und aus Wasser wird Wind. Mit jeder Faser Deines Körpers erspürst Du Dein Ziel, hörst wie das Blut in seinen Adern rauscht.
Da wird es still. Du wirst Ihn schlagen. Nichts kann das noch abwenden. Den Weißpelz umrundend leitest Du das Rudel. Du fühlst jede Seele für die Du sorgen musst. Vor Dir das Ende für das Bestehen der Deinen.
In weitem Sprung finden beide Klingen Ihr Ziel und Deine Fänge fahren in den Nacken.. Kein Leid, nur überleben. Du spürst das Bersten zwischen Deinen Kiefern als Du Dich stürzend mit Deiner Beute überschlägst. Heftig atmend versuchst Du den Geschmack in Deinem Mund zu verstehen, während Du die Knochenklingen aus den Wunden ziehst.
Wieder spürst Du die Stimme als Du dich zu dem Rudel in Deinem Nacken wendest. Nimm was Du brauchst und lass den Rest meinem Rudel. Taumelnd erwachst Du mit der Frage was Du brauchen solltest oder warum… „oh verdammt schon kurz vor acht.“

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RE: Die erste Jagd

#2 von Fingayin , 25.01.2012 13:27

Klasse.
Danke.

 
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