RE: Wann Beginnt leben

#31 von elHakim , 29.11.2011 20:36

Hello Greenman,
du hast natürlich recht. Jeder hat so seine Schwäche, und meine ist, dass der Mensch beginnt, wenn er mindestens 10 Jahre alt ist und denken kann
Scherz beiseite, aus genetischer Sicht muss man tatsächlich mit der ersten Zellteilung, wahrscheinlich schon mit der Fusion beginnen.

 
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RE: Wann Beginnt leben

#32 von Shadow , 29.11.2011 21:50

Hi!

Zitat von lilo1982
... extrem zu schlagen anfängt, wenn es abgetrieben wird. ...
Glaube schon daran, dass sich eine Seele den Körper aussucht, den Vater und Mama da gerade produziert haben. Sie bereitet sich darauf vor, und fließt während der Geburt ein.


Gut ausgedrückt, sehe ich sehr ähnlich. Nur vermute ich das Einfließen seeeehhr viel früher.

Zitat von lilo1982
So erkläre ich mir auch Todgeburten - es gab nie eine Seele die in diesen Körper einfließen wollte, und ein Körper braucht eine Seele zum leben, sonst hat er keinen Sinn zu existieren.


Ich persönlich sehe es eher so, dass die Seele, die diesen Fötus erwählte, die Erfahrung machen wollte Fötus zu sein, mehr nicht. Durch das Erreichen der Erfahrung ist die gestellte Aufgabe erledigt und die Seele geht wieder - was den Tod des Fötus zur Folge hat.

Zu simpel gedacht? Hmm - nein, ich glaube nicht.

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RE: Wann Beginnt leben

#33 von lilo1982 , 01.12.2011 08:31

Nein das sehe ich auch so! Entweder ist es eine Erfahrung, oder es hat sich keine Seele bereit erklärt.

Hab mich ewig damit auseinander gesetzt, denn ich wollte nieeeeeee Kinder - das war das Schlimmste für mich! Und ratet mal was passiert ist... Hab jetzt eine Tochter - aber ich staune immer noch jeden Tag über solch ein Leben, und trotzdem fällt es mir oft schwer damit umzugehen.
Habe Angst es so zu machen wie meine Eltern, und da gerät man sehr schnell rein

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RE: Wann Beginnt leben

#34 von voccio , 01.12.2011 09:52

Guten Tag


Die Kelten meinen:

"Der Tod ist die Mitte eines langen Lebens"


Mit Licht und Liebe
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RE: Wann Beginnt leben

#35 von elHakim , 18.12.2011 21:11

lilo1982,
Glückwunsch zur Tochter. Manchmal können einem Kinder auch glückliche Momente vermitteln, wenn sie z.B. später sagen 'sie hätten in ihrer Jugend nichts vermisst'. Das entschädigt für manchen Ärger zwischendurch.

 
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RE: Wann Beginnt leben

#36 von greenman , 18.12.2011 23:40

Zitat von elHakim
lilo1982,
Manchmal können einem Kinder auch glückliche Momente vermitteln, wenn sie z.B. später sagen 'sie hätten in ihrer Jugend nichts vermisst'. Das entschädigt für manchen Ärger zwischendurch.



Al Hakim,

Das klingt so, als ob sich die glücklichen Momente bei den Eltern erst nach Beendigung der Kindheit einstellen. Bei meinen beiden Kindern wechselten sich die ernsten und die heiteren Momente ab. In jeder Entwicklungsphase gab es neuen Ärger, aber auch neue Glücksmomente. Oft war ich stolz auf meine Kinder (und bin es noch), und manchmal - nur manchmal - zeigten sie mir, dass sie stolz auf mich waren.

Die Zeit zwischen Geburt und Volljährigkeit der Kinder habe ich nie als "Durststrecke" empfunden. Aber ich bin Realist und nehme das Leben, wie es kommt. Vielleicht sehen es Pessimisten anders.

Mein Tipp im Umgang mit eigenen Kindern: Denke daran, wie du in dem Alter warst! Erlebe ihre Kindliche Freude, ihre kindliche Angst, ihren kindlichen Kummer mit.
Ich glaube, die schlimmsten Kinderfeinde auf der Welt sind die, die vergessen haben, dass sie selber auch mal Kinder waren.

Blessings,
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RE: Wann Beginnt leben

#37 von Fingayin , 19.12.2011 00:10

@,greenman.
Das ist schon richtig.
Das tue ich auch nur kann man vorsorgen.
Denn schließlich muß der Nachwuchs nicht unbedingt die Fehler nachmachen die man selber "verbockt" hat.
Auf der anderen Seite sehe ich darin wichtige Lernaspekte die Kinder auch haben müßen um zu lernen...
Das ist garnicht so einfach.
Aber wichtig ist,meiner Meinung nach, das sie bestimmte Fehler machen müssen um zu lernen.
Wie es in 20 - 30 Jahren mal aussehen wird,wie sich bis dahin Maßstäbe verändert haben und wir einfach "überholt" sind,ist eine andere Sache.

 
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RE: Wann Beginnt leben

#38 von elHakim , 11.01.2012 22:47

Hi Fingayin,

ich bin ja inzwischen Opa von Zwillingen. Da man in dieser Position keinen direkten Erziehungsauftrag mehr hat, ist der Umgang mit den Kindern und damit das Erziehungsziel viel unkomplizierter. Man darf sich erlauben, nicht jeden Mist rügen zu müssen und kann sich selber kindlich geben. Notwendige Einschränkungen akzeptiert das Kind oft eher als von den Eltern. Ich glaube, dass Großeltern ein wesentliches -und akzeptiertes - Beispiel für die Enkel geben können. Deswegen sind sie auch heutzutage noch kein Auslaufmodell.

 
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RE: Wann Beginnt leben

#39 von greenman , 18.01.2012 10:48

Al Hakim,
Ich bin auch in der glücklichen Lage, Opa zu sein. Es ist wohl wahr, dass der Erziehungsauftrag der Großerltern anders ist, als der der Eltern. Andererseits ist jeder Mensch anders, und ich als Opa kann die Kleine in anderer Art und Weise Vorbild und Mentor sein, als Mutter oder Oma. Schon weil ich ein Mann bin - ihr Vater ist gestorben, als sie 8 Monate alt war, und ich war mehr als ein Jahr lang ihr einziger männlicher naher Verwandter. Jetzt mit 3 Jahren hat sie einen sehr liebevollen Stiefvater bekommen - aber er ist wiederum ein anderer Mensch mit anderen Vorbildfunktionen, also bleibt mir doch noch Einiges zu tun!

Ich würde allerdings nicht sagen, dass Opa sein einfacher ist, als Vater sein. Weniger Arbeit, weniger Verantwortung, schon - aber da man nicht automatisch für alle Erziehungsaufgaben zuständig ist, muss man oft überlegen, in welchen Situationen man Verantwortung übernehmen und Arbeit investieren sollte oder muss.

@Fingayin: Mit "sich daran erinnern, wie es ist, ein Kind zu sein" meinte ich nicht, dass man mit dem Kind gedankenlos in dessen Freuden und Ängsten schwelgen sollte. Es beinhaltet, dass man noch weiß, aus welchen Fehlern man selber gelernt hat, und anstatt das Kind davor zu bewahren, zu schauen, dass es sie glimpflich durchsteht. Genauso kann man bewußt die Spiele, Ausflüge und Erlebnisse beim Kind fördern, die einem selbst in dem alter etwas Positives gebracht haben. Als Opa kann ich mir die Zeit nehmen, das Kind durch vielleicht etwas riskantere Aktivitäten zu begleiten, die die Mutter aus praktischen Gründen im Alltag schlicht verbieten müsste. Das erklärt das Phänomen, das meine Frau bei ihrer Grunschulklasse beobachtet: die meisten Kinder freuen sich riesig, wenn sie zu den Großeltern dürfen!
Und ich bin mir sicher, dass sich deren Großeltern genauso darüber freuen, wie ich, wenn ich meine Enkelin betreuen darf.

Blessings,
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RE: Wann Beginnt leben

#40 von Fingayin , 18.01.2012 21:48

Was ist denn mit Stiefeltern?
Welche Verantwortung haben diese?
Ich komme aus folgendem Grund darauf.
Vor einem reichlichen Jahr habe ich meine Freundin (Lebenspartnerin?) kennen gelernt.
Sie hat einen achtjährigen Sohn.
Beziehung davor dauerte 10 Jahre und in der Zeit habe ich Ihre Tochter mit groß"er"zogen.
Jetzt fängt der Spaß von vorne an.
Die selbe Schule,die selben Lehrer. Ist schon witzig.
Der Bursche mag mich.Das weiß ich.
Die Mutter deswegen manchmal nicht mehr...
Ich versuche den Balanceakt zwischen Vater und Freund.
Das ist wirklich nicht einfach.
Sohnemann betitelt mich oft als streng und auf der anderen Seite mache ich jede Menge "Unfug" mit.
Zumal ich mir die Frage stelle,in wie weit darf ich eingreifen.
Der Junge hat einen regelmäßigen Kontakt zu seinem leiblichen Vater und ich bin nicht erziehungsberechtigt.
Man muß erwähnen das die beiden seit einem Jahr bei mir leben.
Da sieht das auch schon wieder anders aus,als wenn man noch getrennte Haushalte hat.
Zur Zeit läuft in der Richtung alles prima und meine Frau ist auch sehr glücklich über diese Situation.
Aber ich glaube das es in dem Fall so ist,das der leibliche Vater den Opa ersetzt.
Aus dem Grund,da der Sohnemann ja gewissermaßen immer nur Stunden bei seinem Vater ( Opa ) ist.

 
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RE: Wann Beginnt leben

#41 von greenman , 19.01.2012 13:51

Fingayin,

Dein Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass sich Wertesysteme an neue Begebenheiten anpassen lassen.

Vor 60, 70 Jahren war das Familienumfeld weitaus einfacher. Scheidung war etwas nur für Reiche - oft hatte die Frau keinen Beruf, und der Mann musste lebenslang Alimente zahlen. Gerade normalverdienenden Männern war es deshalb wirtschaftlich schwierig, eine Folgeehe einzugehen. Darum beschränkte sich die heute sogenannte "Patchwork-Familie" in der Regel auf Witwen und Witwern mit Kindern aus der ersten Ehe. Der leibliche Vater bzw. die leibliche Mutter der Kinder aus erster Ehe gab's nicht mehr, also konnte die Stiefmutter/der Stiefvater relativ unverkrampft an die vakante Stelle des ursprünglichen Elterrnteils treten.
Auf diesem Modell basieren weit gehend die tradierten Wertesysteme. Man denke an die Volksmärchen, die uns vieles z.B. über das Stiefmütter-Kind-Verhlatnis erzählen, aber nichts über dem Dreiecksverhältnis Kind-Stiefmutter-leibliche Mutter.

Heute ist alles anders. Die Scheidung ist erschwinglich und entstigmatisiert. (Ob das gut so ist, wäre eine themafüllende Diskussion Wert - aber es ist nun mal anders als früher!) Dazu kommt die Tatsache, dass Paare, die sich (oft zu Recht) als noch nicht bereit sehen, eine formale Bindung einzugehen, sei es als Hochzeit, als Handfasting oder "bloß" als Termin beim Standesamt, sich schon bereit finden, gemeinsam Kinder in die Welt zu setzen. Ohne eine ethische oder moralische Wertung abzugeben muss man erkennen, dass diese "Leichtigkeit des Seins" dazu führt, dass es mittlerweile sehr viele Kinder gibt, die von einem Stiefelternteil (bzw. neuem Partner der Mutter/des Vaters) miterzogen werden aber gerichtlich dazu gezwungen werden, Zeit bei dem entsprechenden leiblichen Elternteil zu verbringen. Dafür gibt es in unserer Gesellschaft keine tradierten Verhaltensmuster. Zunächst steht und fällt das Genze mit der individuellen Konstellation der beteiligten Persönlichkeiten: z.B. Kind, Mutter, Stiefvater, leiblicher Vater und evtl. dessen neue Partnerin/Ehefrau. Entsprechende Märchen, Mythen und Legenden gibt es nicht - die Schriftsteller sind herausgefordert, gangbare Szenarien zu entwickeln, die den Beteiligten auf die Sprünge helfen. Die Juristen bieten dabei keine Hilfe - sie lassen einfach alles zu und schauen nur, dass die Namensgebung und die Erbfolge geregelt werden.

@alle: Was sagt der Druide als solcher dazu?
Gibt es eine naturnahe spirituelle Grundlage für das Verhalten in einer Patchwork-Familie?
Würde sich ein Druide ohne Not überhaupt in eine solch komplexe Situation begeben?

Es würde mich sehr interessieren, zu lesen, was ihr dazu denkt!

Blessings,
Greenman

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RE: Wann Beginnt leben

#42 von elHakim , 24.01.2012 20:02

Hallo Greenman,

ich glaube nicht, dass eine Patchwork-Familie eine übergroße Komplexität darstellt. Komplexität wird gerne mit Schwierigkeiten gleichgesetzt. Wichtiger ist doch, dass sich heutzutage Partner leichter trennen und wieder neu finden können, ohne gesellschaftlich aussgegrenzt zu werden. Wie sich das auf die Kindsentwicklung auswirken wird, wird man in vielleicht dreißig Jahren wissen.
Im übrigen gab es so etwas Ähnliches schon im frühen Mittelalter, bevor die katholische Kirche moralisch zugeschlagen hatte. Ich glaube daher nicht, dass die alten Druiden damit irgendwelche Probleme gehabt hätten.
Meine Tochter lebt selber in solch einer Familie. Es ist doch schön zu sehen, dass "Patchwork" alle Beteiligten gllücklich macht, Kinder incl. Ich denke, das moderne Druidentum sollte solche Lebensformen unterstützen.

 
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