Poesie

#1 von Fingayin , 15.09.2011 22:05

Poesie und Spiritulität

Ich höre die Stimmen die fragen...
he,wo ist Deine Poesie,wo sitzt sie?
Hä?,Wo? Keine Ahnung,sagte ich.
Dann geh und suche sie,hörte ich die Stimmen sagen.
Geh in Deinen Hain und finde.
Unsicher ging ich los. Poesie,Poet. * hmpf *
Main Hain war schon ok,mit all den Göttern,Geistern und Devas die mir Kraft spenden wenn ich am Boden liege.
Ich freute mich wie immer wenn ich ankam,und fühlte die wahre offene Liebe die mir entgegen schlug.
Plötzlich wurde ich von den Füßen gerissen.
Die Welt um mich herum wurde immer größer,und voller angst sah ich nach unten.
Ein leichter stechender Schmerz durchfuhr meinen Rücken und ich viel rasend schnell Richtung Erde.
Verzweifelt ruderte ich mit den Armen und...irgend etwas bewegte sich auf meinem Rücken.
Ich hörte auf zu fallen und stand in der Luft.
Um mich herum ein Lachen und Kichern.
Ich sah auf und lauter Feen und Elfen tanzten lachend um mich herum.
Ihre Freude und Heiterkeit war ansteckend.
...Komm mit...hörte ich Sie.
Und winkend,lachend ging es in schnellen Flug durch Wälder,Täler und Auen.
Mit Absicht streiften wir die Äste und Blätter der Bäume,berührten die Gräser sanft im Vorbeiflug.
Und bei jeder Berührung hörte ich ein Wispern und Flüstern.
Ich blieb in der Luft stehen.
Alles sprach mit mir,und die Stimmen sagten das alles gut ist so lange wir auf sie aufpassen.
Und mir wurde bewußt wer ich war,und alle meine Brüder und Schwestern.
Wir waren die Wächter und Beschützer all der Pflanzen und Helfer des grünen Mannes,Gott alles pflanzlichen.
Diese Erkenntnis war so irre und berauschend,doch hatte sie auch einen bitteren Beigeschmack.
Viele von uns starben weil sie versuchten sterbenden und kranken Pflanzen zu helfen.
Mit einem mal stand ich wieder im Hain.
Verwirrt sah ich mich um. Die Flügel waren verschwunden.
Ein Schatten legte sich auf mich,der immer größer wurde.
Der Himmel verdunkelte sich und ich versank in einem Strudel und als ich die Augen öffnete und nach unten sah,blickte ich auf ein paar rießige schuppenbewehrte Klauen.
Die Welt war klein geworden.
Ich wollte die Arme ausbreiten,doch irgend wie geschah das nur in Zeitlupe..
Flieg endlich...dröhte eine Stimme in mir die aus dem Schoß unserer Mutter hätte sein können.
Und ich schlug kraftvoll mit meinen Schwingen und schoss gen Himmel.
Bäume bogen sich unter der Wucht,und die Luft rauschte in Wirbeln an mir vorüber.
Mein Begleiter,mein Freund und Weggefährte seit ewigen Zeiten..
König der Luftdrachen.
Majestätisch flogen wir immer höher bis an die Grenzen des möglichen.
Und dort schwebten wir an der Grenze zum Universum.
Die Sinne öffneten sich. Der Geist flog frei ohne halt und verband sich mit der allgegenwärtigen göttlichen Macht.
Wir waren eins mit dem Wissen,verbunden zu sein mit den Energien der Erde, und allem was existiert.
Langsam glitten wir zurück zur Erde,und landeten auf einem Bergplateau.
Ich legte den Kopf auf einen rießigen Stein und schloss glücklich die Augen.
Und da hörte ich es wieder. Ein leises Summen.
Der Uralte Stein sang. Er sang sein Lied von der Erde.
Und ich spürte den Herzschlag von unserer Mutter Erde.
Nach einer Weile schlugen unsere Herzen im Einklang.
Und ich war erfüllt mit Frieden und Liebe zu allem was ist, war und sein wird.
Ich öffnete die Augen. Und...saß in meinem Hain.
Was war denn hier nur los?
Was passiert hier?
Ich saß,ja,auf meinem Hintern und der fühlte sich irgend wie,hm, weich an...
Ein knurren lies mich aufblicken,und der Blick versank in den Augen eines Luchses.
MEINES Luchses...krass...
Ich stand auf ,und stand auf vier stämmigen Läufen und großen Tatzen.
Schnüffelnd kam er näher,und als er mich erkannte begrüßte er mich schnurrend und wir schmiegten uns aneinander.
Dann rannten wir los.
In vollem Lauf über die Lichtung in den dämmrigen Wald hinein.
Passten darauf auf nicht zu viele Geräusche zu machen,und schließlich schlichen wir lautlos durch das Unterholz.
Vor einer kleinen Mondbeschienenen Lichtung stoppten wir.
Die Ricke mit Ihrem Kitz bemerkte uns nicht.
Schlage und töte nur was Du wirklich brauchst,hörte ich meinen Begleiter sagen...
Lautlos wir wir gekommen waren,verschwanden wir wieder.
Wie Schatten streiften wir durch die Nacht.
Lauschten den Stimmen und Gesängen der Dunkelheit.
Dem plätschern und gurgeln des kleinen Flußes, und dem klatschen der Fische die nach Mücken sprangen.
Auf einer Anhöhe legten wir uns nebeneinander und sahen in das Mondlicht.
Sahen die Wolken im Licht der Mondgöttin vorbei ziehen.
Lauschten dem Flügelschlag der Eule,der so leise war das wir ihn kaum noch hörten.
Glücklich schnurrend,aneinandergeschmiegt schliefen wir ein.

Langsam öffnete ich die Augen.
Und...saß auf meiner Coutsch.
Ich mußte mich erst einmal orientieren.
Auf meinem Schoß lag das Extra Gwersheft „Poesie und die spirituelle Suche „ und mit einem mal viel mir wieder alles ein und ich verstand das Praktikum.
Poesie...ja...
Poesie ist nicht nur das rezitieren von Gedichten und vortragen von Liedern. Nein.
Poesie steckt ganz tief in uns drin.
Ist so alt wie die Welt und vielleicht noch älter.
Poesie sind die Muster und Energien des Universums.
Poesie sind die Stimmen und Gesänge der Steine,der Mineralienwelt.
Poesie ist der Herzschlag unserer Mutter im Einklang mit allem.
Poesie sind die Stimmen der Elemente,das Toben der Winde,das prasseln des Regens,das Rauschen der Bäche und Flüsse und das knistern und lodern der Flammen des Feuers.
Poesie sind die Gesänge der Bäume und das Rascheln Ihrer Blätter im Wind.
Poesie ist das Mondlicht was durch die Baumkronen fällt.
Poesie sind die Tiere der Nacht die im Mondlicht Ihren Reigen tanzen.
Und ja,Poesie ist die Liebe.
Sie singt und schwingt in absolutem Frieden zu allem.
Eigentlich hätte ich diese Reise garnicht machen müssen.
Denn eigentlich wissen wir das,stimmts?

Euer Fingayin

Diese Geschichte ist © SK Fingayin

 
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RE: Poesie

#2 von Tatjana , 15.09.2011 22:19

Zitat von Fingayin
Eigentlich hätte ich diese Reise garnicht machen müssen.
Denn eigentlich wissen wir das,stimmts?



Ja natürlich, eigentlich wissen wir das. Aber tatsächlich vergessen wir es wohl immer wieder einmal in unserem Alltag... und gerade uns die Barden sein wollen, steht es gut an, sich immer wieder an dieses Wissen zu erinnern. Wirkliches Bardentum ist gelebte Poesie mit jedem Atemzug, oder nicht?

Du hast wunderschöne Worte dafür gefunden, danke für die Inspiration.

Tatjana

 
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RE: Poesie

#3 von Fingayin , 15.09.2011 22:32

Danke Dir.
Aber wie geschrieben...es ist nicht immer schön und gibt Rückschläge...keine rosarote Wolke.
Alles will erkannt und gefunden werden.
Und das zu erkennen und zu verstehen sind viele Schmerzen wert.

 
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RE: Poesie

#4 von Tríona Ní Erc , 16.09.2011 15:24

Meine Güte, dass passt sowas von gut zu meinem (bereits erwähnten ) Inspirationsflash der letzten Zeit. Ich hatte so tiefe Gespräche wie selten...über schönes, über schlimmes, über das Leben eben. Über die Quelle des Lebens, über die Energie, die alles verbindet.
Danke für einen weiteren Pflasterstein auf dem Weg...Weg wohin? Wer weiß, das wird uns schon zur rechten Zeit enthüllt werden.Danke

 
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RE: Poesie

#5 von momo , 16.09.2011 17:43

Bin baff und staune.....

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RE: Poesie

#6 von Inge , 16.09.2011 19:10

... ja, das ist Richtig. Wir müssen/sollten uns bekannte Dinge immer wieder mal bewußt machen. Diese uns vor Augen halten und mit all ihren innewohnenden Facetten betrachten ... Nichts sollte selbst_verständlich sein ...

Sehr hübsch und treffend beschrieben .....

LG Inge

 
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RE: Poesie

#7 von Moondog , 16.09.2011 23:25

@igel ...jep!

und ein tiefempfundenes DANKE

von Dagmar

 
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