RE: Kreis und Linie

#16 von teroon , 24.07.2011 17:39

Nur wenn die Kreise eine ausreichend große Masse haben
Auf der anderen Seite bei unendlich vielen Ringen hätte man zwangsläufig irgendwann die nötige Masse ...

teroon  
teroon
Besucher
Beiträge: 82
Registriert am: 29.04.2011


RE: Kreis und Linie

#17 von Esme , 24.07.2011 18:56

Zitat von teroon
Nur wenn die Kreise eine ausreichend große Masse haben
Auf der anderen Seite bei unendlich vielen Ringen hätte man zwangsläufig irgendwann die nötige Masse ...



...die hoffentlich nicht übergewichtig ist und somit in ein Loch fällt...wo vielleicht gar keines ist

Esme  
Esme
Besucher
Beiträge: 3.833
Registriert am: 07.09.2008


RE: Kreis und Linie

#18 von elHakim , 24.07.2011 20:38

So ein Schwarzes Loch muss interessant sein. Nicht nur, dass es unendlich viel Müll schlucken könnte, sondern - um beim Thema zu bleiben - ein gerader Lichtstrahl würde sich zum Kreis schließen müssen, da er wegen der Anziehungskraft das System nicht verlassen kann, aber Energie anderseits nicht verschwindet. Und ich bin schon froh, wenn ich ein Stück Draht umbiegen kann...
Al Hakim

 
elHakim
Beiträge: 647
Registriert am: 09.08.2010


RE: Kreis und Linie

#19 von Jannel , 25.07.2011 02:08

Ich durfte zum Physiksommer bei einer Ausarbeitung über schwarze Löcher mitarbeiten =)
Allerdings könnte es sich eher schwierig gestalten, ein schwarzes Loch aus den vielen Kreisen entstehen zu lassen, dafür müsste man ja erst die ganze Masse komprimieren^^
Aber um ebenfalls beim Thema zu bleiben, es soll ja schwarze Löcher geben, deren Singularität (der Punkt in dem sich die Masse konzentriert) man sich als Ring vorstellen kann.
Ich für meinen Teil glaube jedoch nicht, dass der Lichtstrahl sich zu einem Kreis schließen würde. Sobald er den Schwarzschildradius "überschritten" hat, müsste er in die Singularität "stürzen" und im Fall, wenn diese ein Kreis(ring) wäre, könnte er auf der "anderen Seite" wieder entkommen (vllt. als dunkle Energie... who knows^^) ist aber natürlich alles sehr spekulativ, da ja niemand weiß, was genau im Inneren eines schwarzen Lochs vorsich geht oder wie es dort aussieht.

Wenn ich schon einmal den Mut gefunden habe zu schreiben, dann will ich auch gleich noch über das Rad der Zeit schreiben. Es ist zwar schon länger her, seit ich mich das letzte Mal mit diesem Thema beschäftigt habe, aber da Linie und Kreis ja doch sehr eng mit der Zeit zusammenhängen, ist es naheliegend, die Gedanken dazu hier zu äußern. Ich persönlich habe nicht viel mit der Theorie vom Urknall und der darauffolgenden Evolution etc. am Hut. Dieses lineare Zeitdenken gibt für mich keine zufriedenstellende Antwort auf den Ursprung des Universums. Vielmehr fasziniert mich der Gedanke, dass alles kein wirkliches Ende und keinen Anfang hat, dass sich der Kreis irgendwann schließt. Dann stellt sich natürlich auch die Frage der Vorherbestimmtheit und des freien Willens, den es in einem geschlossenen System ja nicht zu geben scheint. Als ich das erste Mal von der Idee unendlich vieler Paralleluniversen gehört habe, wollte ich sie schon als verrückt abstempeln, aber bei genauerer Betrachtung habe ich festgestellt, dass sie für mich eine sehr gute Lösung für die Frage nach der Vorherbestimmtheit darstellt. Das Rad der Zeit besteht für mich nicht nur aus einem Strang, sondern vielmehr, wie die DNA, aus einer Art doppel oder dreifach Helix, die sich bei jeder Entscheidung aufteilt (und somit ein neues Universum entstehen lässt). Dabei entsteht zwar ein ziemliches Gewirr an Kreisen, aber die haben ja in den werweißwievielen Dimensionen des Raumes genügend Platz^^

Sicherlich ist die Spiralförmigkeit auch ein sehr interessanter Aspekt, aber allein betrachtet, hat sie ja auch Anfang und Ende. Ich für meinen Teil will nicht ausschließen, dass sie sich nicht auch im Rad der Zeit widerspiegelt, dann würde das alles nur noch viel komplexer aussehen und entzieht sich momentan noch meinem Vorstellungsvermögen

Ok, genug philosophiert für heute Nacht^^
So far, die verrückt Physikerin

Jannel  
Jannel
Besucher
Beiträge: 8
Registriert am: 25.04.2011


RE: Kreis und Linie

#20 von kerstin , 25.07.2011 07:26

Witztig, bevor ich den PC hochgefahren habe, habe ich mir über die Endlichkeit des Spiralmodells Gedanken gemacht:

Das Modell als solches betrachtet ja zunächst einmal nur einen Ausschnitt einer Entwicklung. Zu "Ende" gedacht könnte sich die Spirale in einn Kreis ergeben - oder in eine neue "höherwertige" Spirale, und diese wiederum in eine höhere (ich denke da an die Bilder, die man aus der Chao-Theorie kennt und die holistische Weltsicht).

kerstin  
kerstin
Besucher
Beiträge: 288
Registriert am: 02.12.2009


RE: Kreis und Linie

#21 von Shelter , 25.07.2011 15:03

Ist die Spiralform nicht eine der natürlichsten vorkommenden Formen neben der Kugel?
Hatte nicht bereits Schauberger von der spiralentwicklung und der daraus resultierenden Levitation berichtet?

Wenn wir uns eine Spirale von der Seite anschauen mutet Sie wie eine gewundene gerade Linie an, welche einen Anfang hat und irgendwann ein Ende erwartet ( Ausdehnung?)
Schauen wir uns die Spirale von oben an, sieht sie aus wie ein Kreis der sich, in der Entwicklung, stets vergrössert.
Kennen wir diesen Kreis nicht der alles in sich beherbergt?
Könnte es sein, das alles gleichmässig wächst/sich entwickelt?

Könnten so die beide natürlichsten Formen (Kugel im Querschnitt als Kreis dargestellt) und die Spirale in einem Vereint welches das Duale prinzip vereint veranschaulicht?

Somit wäre doch "Alles ist Eins", oder?

Shelter  
Shelter
Besucher
Beiträge: 10
Registriert am: 24.07.2011


RE: Kreis und Linie

#22 von elHakim , 25.07.2011 20:34

Hallo Shelter,

du sagst, dass es eine Frage des Standpunktes sei, ob man eine Linie oder einen Kreis wahrnimmt (seitlich oder von oben). Ich denke, dass wir da einer Sinnestäusschung unterliegen, denn tatsächlich ist die Spirale in ihrer Natur eher unendlich und eben kein Kreis egal, wie ich sie wahrnehme.

Jannel,
ich fand die Ausführungen zum schwarzen Loch informativ. Ich könnte mir vorstellen, dass der gedachte Lichstrahl weder irgendwo austritt noch einen Kreis bildet, sondern zu einem einzigen Punkt komprimiert wird, aus dem irgendwann irgendwie alles Mögliche enstehen kann. Aber ich verstehe nichts von Astrophysik, um sachkundig mitreden zu können.

Vielleicht ist es ganz gut, dass wir die zwei Strukturen haben, die man zwar mit Gewalt und Kraft ineinander überführen kann, die sonst aber nicht viel gemein haben. Wie das männliche und weibliche Prinzip.

Al Hakim

 
elHakim
Beiträge: 647
Registriert am: 09.08.2010


RE: Kreis und Linie

#23 von Shelter , 26.07.2011 11:17

Zitat von elHakim
Hallo Shelter,

du sagst, dass es eine Frage des Standpunktes sei, ob man eine Linie oder einen Kreis wahrnimmt (seitlich oder von oben). Ich denke, dass wir da einer Sinnestäusschung unterliegen, denn tatsächlich ist die Spirale in ihrer Natur eher unendlich und eben kein Kreis egal, wie ich sie wahrnehme.
Al Hakim



Wenn Du dir die spirale als einen Energiewirbel oder einen Wasserwirbel vorstellst, in seinem Wachstum, und dann aus der "Oben drauf" Perspektive, dann siehst Du nicht eine Linie die sich aus der Mitte langsam nach aussen windet sondern einen sich ausbreitenden Kreis!
Somit wäre natürlich die Seitenansicht eher Pyramidenförmig, mit der spitze nach unten.
Die Natur des Körpers ist demnach ein Wirbel,linear eine Spirale^^

Verstehst Du was ich Dir zu sagen versuche?

Shelter  
Shelter
Besucher
Beiträge: 10
Registriert am: 24.07.2011


RE: Kreis und Linie

#24 von angelikaherchenbach , 26.07.2011 19:37

Vielleicht ist es ganz gut, dass wir die zwei Strukturen haben, die man zwar mit Gewalt und Kraft ineinander überführen kann, die sonst aber nicht viel gemein haben. Wie das männliche und weibliche Prinzip.

Al Hakim[/quote]


Aber da kommt noch ein drittes Element dazu, und zwar dann, wenn man die Spiral-Pyramide ins unendliche nach oben (oder unten, ist zunächst mal egal) zieht, nämlich:
Der Punkt,
in dem alles endet bzw. beginnt.

Nur ideell, klar, aber immerhin gedacht.
So, nun macht mal weiter!

Angelika

angelikaherchenbach  
angelikaherchenbach
Besucher
Beiträge: 3.560
Registriert am: 04.01.2009


RE: Kreis und Linie

#25 von Luvon , 26.07.2011 20:30

Um mal bei dem Punkt und der Spiral-Pyramide zu bleiben...

Ist denn eine Linie, und auch ein Kreis, nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Punkten

Sich dann auch noch jeden einzelnen Punkt als Spiral-Pyramide vorzustellen...

Versucht das mal zu malen...

Luvon  
Luvon
Besucher
Beiträge: 447
Registriert am: 15.11.2009


RE: Kreis und Linie

#26 von elHakim , 26.07.2011 21:19

Dürr* beschreibt in seinem Buch schön anschaulich, dass selbst Physiker von ihrer liebgewordenen getrennten Vorstellung von Wellen und Teilchen Abschied nehemn mussten, als sie die Photonen definierten. Dasselbe Prinzip gilt, wenn man die Linie und den Kreis aus Punkten zusammengesetzt sieht. Im Prinzip lässt sich aus einer Wolke von Punkten jede beliebige Figur formen. Leider geht dabei für mich jede Dynamik flöten. Insofern war das Bild vom Strudel belebend. Egal, ob es eine Linie oder einen Kreiss bildet.

Al Hakim

*Dürr, Hans-Peter: Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen, 7.Aufl., Freiburg: Herder, 2010

 
elHakim
Beiträge: 647
Registriert am: 09.08.2010


RE: Kreis und Linie

#27 von geraldhu , 27.07.2011 00:00

Hallo,

lese an diesem Thread schon eine Weile mit und finde nun Zeit mich ein wenig daran zu beteiligen.

Beide - Kreis und Linie sind Erscheinungen unterschiedlicher Natur. Dennoch haben sie eine ganz besondere Beziehung zueinander, gleichsam den zwei Polen eines Stabmagneten, in deren Spannungsfeld unter anderem die Spirale zum Vorschein kommt.

Kreis und Linie haben ohne Frage unterschiedliche Qualitäten, wobei meines Erachtens das Eine nicht mehr wiegt bzw. Wert ist wie das Andere. Beide sind auch Sinnbilder, welche der Mensch zur Gestaltung seiner Welt seit undenklichen Zeiten verwendet hat - vielleicht um sich selbst darin wieder zu finden.

Zitat von Shelter
Somit wäre natürlich die Seitenansicht eher Pyramidenförmig, mit der spitze nach unten.


Du meinst wohl einen Hyperbolischen Kegel, der am Kopf steht, und in den Wirbeltrichter des Wasserwirbels - Räumlich gesehen - hinein passt ...

Zitat von elHakim
Vielleicht ist es ganz gut, dass wir die zwei Strukturen haben, die man zwar mit Gewalt und Kraft ineinander überführen kann, die sonst aber nicht viel gemein haben. Wie das männliche und weibliche Prinzip.


Ja es ist in der Tat gut, daß wir die zwei Strukturen haben. Ansonsten wären wir wohl verloren. Wir könnten uns nicht orientieren und somit in unserem Universum nicht überleben. Auch gäbe es keine Bewegung und keine Entwicklung.

Links - rechts, oben - unten, verborgen - offenbar, Sicherheit - Unsicherheit, Frau - Mann, Leere - Fülle. Diese Reihe ließe sich schier endlos fortsetzen, zählt doch Polarität in seinen unendlichen Spielarten zu den grundlegenden Erscheinungen dieser Welt. Jede für sich ein Spannungsfeld, das wie bei Potentialdifferenzen üblich nach Ausgleich verlangt, nach einer relativen Harmonisierung. Insofern sind wir, ob uns dies bewußt oder nicht, stetig von neuem gefordert Gleichgewicht und Balance zu finden, um schließlich den vielzitierten goldenen Mittelweg zu gehen. Doch allzu oft unterliegen wir der Illusion nur einen der beiden Pole zu benötigen. Wir streben nach Sicherheit, Kontrolle, Reichtum und Macht, favorisieren das Eine und negieren das Andere als gäbe es das nicht, und wundern uns, wenn wir mit diesem Tun unweigerlich aus der Balance geraten ...

Liebe Grüße
Gerald

 
geraldhu
Besucher
Beiträge: 1.241
Registriert am: 08.09.2009


RE: Kreis und Linie

#28 von Shelter , 27.07.2011 13:51

Zitat von geraldhu

Zitat von Shelter
Somit wäre natürlich die Seitenansicht eher Pyramidenförmig, mit der spitze nach unten.


Du meinst wohl einen Hyperbolischen Kegel, der am Kopf steht, und in den Wirbeltrichter des Wasserwirbels - Räumlich gesehen - hinein passt ...




Jupp, Sorry, genau das war natürlich von mir gemeint

Zitat von geraldhu

Zitat von elHakim
Vielleicht ist es ganz gut, dass wir die zwei Strukturen haben, die man zwar mit Gewalt und Kraft ineinander überführen kann, die sonst aber nicht viel gemein haben. Wie das männliche und weibliche Prinzip.


Ja es ist in der Tat gut, daß wir die zwei Strukturen haben. Ansonsten wären wir wohl verloren. Wir könnten uns nicht orientieren und somit in unserem Universum nicht überleben. Auch gäbe es keine Bewegung und keine Entwicklung.

Links - rechts, oben - unten, verborgen - offenbar, Sicherheit - Unsicherheit, Frau - Mann, Leere - Fülle. Diese Reihe ließe sich schier endlos fortsetzen, zählt doch Polarität in seinen unendlichen Spielarten zu den grundlegenden Erscheinungen dieser Welt. Jede für sich ein Spannungsfeld, das wie bei Potentialdifferenzen üblich nach Ausgleich verlangt, nach einer relativen Harmonisierung. Insofern sind wir, ob uns dies bewußt oder nicht, stetig von neuem gefordert Gleichgewicht und Balance zu finden, um schließlich den vielzitierten goldenen Mittelweg zu gehen. Doch allzu oft unterliegen wir der Illusion nur einen der beiden Pole zu benötigen. Wir streben nach Sicherheit, Kontrolle, Reichtum und Macht, favorisieren das Eine und negieren das Andere als gäbe es das nicht, und wundern uns, wenn wir mit diesem Tun unweigerlich aus der Balance geraten ...

Liebe Grüße
Gerald




Ja, sehe ich genauso.

Shelter  
Shelter
Besucher
Beiträge: 10
Registriert am: 24.07.2011


RE: Kreis und Linie

#29 von elHakim , 27.07.2011 21:41

Zitat von geraldhu
... Andere als gäbe es das nicht, und wundern uns, wenn wir mit diesem Tun unweigerlich aus der Balance geraten ...



Du hast da einen wichtigen Aspekt angesprochen. Dualismus ist ein Grundprinzip, aber die jeweiligen Pole müssen ausbalanciert sein. Leider ist es nie so einfach, die jeweiligen Pole zu erkennen.
Al Hakim

 
elHakim
Beiträge: 647
Registriert am: 09.08.2010


RE: Kreis und Linie

#30 von geraldhu , 29.07.2011 01:11

Zitat von elHakim
Dualismus ist ein Grundprinzip, aber die jeweiligen Pole müssen ausbalanciert sein. Leider ist es nie so einfach, die jeweiligen Pole zu erkennen.
Al Hakim


Das was Du über das Ausbalanciert sein gesagt hast, halte ich im Grunde für eine Illusion - wenn Du so willst für einen statischen Zustand, in dem Entwicklung kaum möglich ist. Diese gelingt erst wieder, wenn wir besagtes Gleichgewicht stören. Am Besten wird das offensichtlich beim Vorgang des Gehens. Durch das Heben eines Fußes verlieren wir die momentane, relative Balance und fangen uns mit dem darauf folgenden Schritt wieder auf, um so gleichsam wieder von neuem Balance zu finden ...

... das mit dem Erkennen ist auch so eine Sache - aber vielleicht sind wir gerade deshalb in diesem Universum gelandet, auf diesem Planeten und in unserem momentanen Umfeld, um uns darin zu erproben und Erfahrung zu machen.

Liebe Grüße
Gerald

 
geraldhu
Besucher
Beiträge: 1.241
Registriert am: 08.09.2009


   


Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de