RE: Liste der Pflanzen, die wir kennen sollten

#16 von WaldSeele , 11.06.2012 19:58

ich würd auch dazu raten, Dich in Deiner unmittelbaren Umgebung offenen Auges umzusehen, also z.B. auch direkt vor Deiner Haustür oder auch im Balkonkasten.. .. klingt lustig, aber da tauchen manchmal "plötzlich" Pflanzen auf, die einem in der momentanen Situation helfen können.. oder Hinweise geben können..

besonders hilfreich isses meiner Erfahrung nach, jemanden mitzunehmen bzw. jemanden zu begleiten, der/die sich schon gut auskennt und etwas zu den einzelnen Pflanzen sagen kann.. noch toller ist, wenn der/diejenige sogar Geschichten dazu weiß, Dich evtl. auch einmal selbst probieren lässt.. denn die sinnliche Erfahrung und eine dazu gehörige Geschichte hilft dabei, sich die Pflanze besser merken zu können.. so geht's mir zumindest mit einigen..
..auch weiß derjenige ganz genau, von welchen Pflanzen man als Unwissender besser die Finger lässt !.. dieser Hin~Weis besonders wichtig bei Leuten, die noch völlig unerfahren und auch oftmals unbedacht..

wenn mensch noch völlig unerfahren, bietet sich natürlich ein Naturführer sehr an, ich würd aber dazu raten, eher ein dünneres Exemplar mit zu nehmen und die Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum auf sich wirken zu lassen.. von unbekannten Pfl. kann man ja Bilder von allen Seiten aufnehmen, um sie dann zuhause zu bestimmen mithilfe weiterer Bücher oder Online-Lexika.. wenn man die ganzen Bücher mitschleppt, dann macht es ja kaum noch Spaß, draußen unterwegs zu sein, meiner Erfahrung nach.. ich hab draußen gern möglichst wenig an Ballast dabei

ich begann vor VIELEN Jahren, mich mit Pflanzen zu beschäftigen.. meiner Erfahrung nach isses am wichtigsten, immer dran zu bleiben, Pflanzen zu benennen/zu erkennen, über Jahre hinweg.. auch beim Auftauchen in unterschiedlichen Lagen in der Natur.. durch achtsame Aufmerksamkeit kann man durch die Pflanzen ja auch ganz viel über die Beschaffenheit des Bodens/des Landes/der Gegend lernen.. mir fiel grad in diesem Frühjahr auf, dass ich nach dem langen Winter erstmal wieder in die Bestimmung reinkommen musste.. insgesamt fällt mir's aber leicht.. auch durch Photographieren kann man Pflanzen besser kennen lernen, wenn man sich tief auf sie einlässt..

mir macht es auch sehr viel Freude, mit einzelnen Pflanzen zu sitzen, zu meditieren, für sie zu singen, ihren Geschichten zu lauschen.. also der schamanischen Komponente Aufmerksamkeit zu schenken..

auf welche Art man sich mit den Pflanzen verbindet bzw. sie betr~achten möchte, kann wohl jede(r) nur für sich selbst heraus finden..

 
WaldSeele
Besucher
Beiträge: 555
Registriert am: 29.06.2010


RE: Liste der Pflanzen, die wir kennen sollten

#17 von radolf , 11.06.2012 22:20

Na das nenne ich anstoßen.
Toll, das ihr euch dazu äußert.
Mein Balkongarten platz bald aus allen Nähten, so habe ich nur die Möglichkeit neue Pflanzen in freier Natur zu bestimmen. Habe ich vor Jahren Johanniskraut gekauft und in den Garten gepflanzt. Die ersten Tage alles gut, danach kümmerte das Pflänzchen vor sich hin. So entnahm ich dem Boden die Pflanze (damals hatte ich noch einen großen Garten), ging mit der Pflanze in den Händen durch den Garten und befragte sie an welchen Platz sie gepflanzt werden wollte. Als der Standort mir vermittelt wurde, hatte das Johanniskraut mir viel Freude bereitet. Die innere Beziehung ist mir sehr wichtig, ein Narr wäre ich wenn ich alle Pflanzen bestimmen wollte. Es sind die Geschichten die sich um die Pflanze oder dem Baum bilden. Das sind die Bilder, die in Erinnerung bleiben. Ein Speißfass dient mir als Pflanzgefäß für meinen Wein (blaue Erdbeertraube) und damit er nicht so einsam ist habe ich Eisenkraut dazu gepflanzt. Nach dem Winter sah alles sehr tot aus und zwar für das Eisenkraut. So sprach ich zum Wein ob er daran Anteil hat an dem verkümmerten Eisenkraut. Keine Antwort, beim versuch die Frage freundlicher zu formulieren musste ich schon über mich selbst lachen. Keine Antwort. Aus der Staude kam nichts. Der Frühling zog ein und die Erde versuchte sich durch niedere Pflänzchen zu bedecken. Naja dachte ich wenigstens das UNkraut ist mir treu, ach was --- es war das Eisenkraut das sich vom letzten Jahr ausgesäht hatte und den ganzen Kübel eingenommen hat. Zum Glück reiß ich nicht an jedem Grün und warte erstmal ab was daraus wird.
Weiter so.

 
radolf
Beiträge: 17
Registriert am: 31.05.2011


RE: Liste der Pflanzen, die wir kennen sollten

#18 von elHakim , 12.06.2012 23:30

Ich wünschte, ich hätte eine Liste.- Dann habe ich es wie Serpentia gehalten und spaziere nun mit einem Baumbestimmungsbuch durch die Landschaft. Das ist unheimlich lehrreich, und die Ergebnisse sind vermutlich meist falsch, aber lustig. Jetzt habe ich mir ein Zweitbuch zugelegt, über Heilkräuter.
Es ist erstaunlich, was man alles draußen entdecken kann, wenn man nur sein Bewusstsein aufsperrt. So entsteht für mich eine eigene Liste, nämlich solche Pflanzen, die ich a) wiedererkenne, b) deren Wert ich darüber hinaus weiß und c) die vielen Unbekannten.
Für druidische Zwecke scheint es mir notwendig, die Bäume der Umgebung zu kennen sowie etwas über die bekannten keltischen Heilkräuter zu wissen.
Al Hakim

 
elHakim
Beiträge: 647
Registriert am: 09.08.2010


RE: Liste der Pflanzen, die wir kennen sollten

#19 von Siat-Jahtneferet , 13.06.2012 12:35

Hallo zusammen ,
ich wollt mich heuer mal auf den Weg machen und mir ein Herbarium zusammen stellen aus den Kräutern, Bäumen, Sträuchern usw. die hier in meiner Umgebung wachsen.

Leider bin ich momentan einfach zu sehr eingespannt und hab kaum wirklich Zeit, dem nachzugehen. *seufz*

Siat-Jahtneferet  
Siat-Jahtneferet
Besucher
Beiträge: 78
Registriert am: 04.02.2012


RE: Liste der Pflanzen, die wir kennen sollten

#20 von Anna , 15.06.2012 19:43

Zitat von Siat-Jahtneferet
Hallo zusammen ,
ich wollt mich heuer mal auf den Weg machen und mir ein Herbarium zusammen stellen aus den Kräutern, Bäumen, Sträuchern usw. die hier in meiner Umgebung wachsen.



Oh cool, auch ne nette Idee. Ich hatte mal eins als Kind, aber keine Ahnung wo das geblieben ist...mittlerweile trockne ich die Pflanzen in meinen Büchern, vergesse sie, und freue mich dann ganz überrascht den Pflanzen zu begegnen, wenn ich in dem Buch was anderes suche

und ja, dass keine Zeit haben kenne ich auch...deswegen freue ich mich einfach bei einem Spaziergang die und die Pflanze "wiederzusehen" so ala "schön, dass du hier dieses Jahr auch wächst und wieder da bist." Und es ist schon eine Herausforderung auch alle beim Namen zu kennen...

Anna

Anna  
Anna
Besucher
Beiträge: 3.277
Registriert am: 09.01.2009


RE: Liste der Pflanzen, die wir kennen sollten

#21 von Jonathan , 04.10.2012 18:57

was Inge geschrieben hat ist wahr. Unser großer Chef weiß was wir brauchen.

Gruß Jonathan

Jonathan  
Jonathan
Beiträge: 100
Registriert am: 15.09.2012


RE: Liste der Pflanzen, die wir kennen sollten

#22 von Nemoryn , 01.04.2013 22:09

Ja, das ist aber nicht nur das, was vor meiner Haustüre wächst, sondern auch das, was mir immer wieder begegnet und was ich erst anpflanzen oder säen muss.
Ich wohne in einer sehr waldreichen Gegend, da muss man (mal abgesehen von Brennesseln und später im Jahr verschiedene Beeren) die Kräuter draußen mit der Lupe suchen.
Aber es gibt verschiedene (angepflanzte) Kräuter, die mir über die Jahre sympathisch waren und sind und die eine anhaltend positive Wirkung auf mich haben.
Das sind bei mir z.B. Melisse, Bohnenkraut, Thymian, Lavendel, Kamille, Ringelblume, Erbsen. Die wachsen hier nicht von selbst, die muss ich säen oder pflanzen. Auch wenn das unter den hiesigen klimatischen Bedingungen bedeutet, dass die Ringelblumen erst im November blühen.
Nicht zu vernachlässigen finde ich auch das Thema Symathie: Manche Pflanzen sind mir einfach nicht sympathisch, auch wenn sie bei mir gewachsen sind (das hatte ich z.B. bei Maggi-Kraut, Borretsch und Ysop) - für diese Versuche gab's dann keine Wiederholung.
Bei Bäumen ist das so ähnlich: Sie sind alle in ihrem Charakter unterschiedlich, aber sympathisch sind mir z.B. Eichen, Buchen, Linden, Haseln, Weiden. Aber die Kastanien in meiner Straße und ich haben zweieinhalb Jahre gebraucht, um uns aneinander zu gewöhnen.
Ich habe mir vor vielen Jahren selbst ein Kräuterbuch geschrieben, in dem ich für mich aus unterschiedlichen Büchern Wissen zusammengetragen habe.
Ich habe im letzten Sommer angefangen mehr von den Kräutern kennenzulernen, die draußen wachsen. Ich nehme mir dann von einer Wanderung ein, zwei Kräuter mit, die ich nicht kenne, und schaue diese zuhause in meinem Bestimmungsbuch (mit Fotos) nach - und wenn es nichts Giftiges ist, koche ich mir anschließend daraus einen Tee.

Nemoryn  
Nemoryn
Besucher
Beiträge: 14
Registriert am: 23.02.2013


   

Das "Unkraut" ehren
Tabak fermentieren

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de