Die Illertkapelle in Lautenbach bei Loffenau

#1 von Lizandra , 12.07.2011 20:34

Diese wunderbare Madonnenkapelle habe ich auf einer Wanderung entdeckt.
Bei meinem letzten Besuch dort traf ich einen alten Mann, der die Madonna bemalt hatte (sie stand vorher in der Kirche im Ort) und ihren Rahmen selbst geschnitzt und mit Blattgold verarbeitet hatte.
Er erzählte mir folgende Geschichte über die Kapelle:

Die Kapelle ist eine sogenannte Gelübdekapelle.
Im Winter 1834 ging in Lautenbach eine misteriöse krankheit um, die vor allem junge Männer befiel und tötlich verlief. Es starben innerhalb kürzester Zeit 50 Menschen. Weder der Arzt noch der Apotheker wußten noch weiter. So wandte man sich an den Priester. Es wurde beschlossen jedes Jahr am 2.Juli (das ist Maria Heimsuchung, wie ich jetzt weiß) eine Prozession zu machen, bei der die Madonna von der Kirche aus auf den Hügel getragen wird, wo später dann die Kapelle erbaut wurde.
Im Januar 1835 gab es keine weiteren Krankheitsfälle mehr.
Die Prozession findet nach wie vor jedes Jahr statt und der 2. Juli ist in Lautenbach ein Feiertag. Früher musste man Strafe zahlen, wenn man an diesem Tag arbeitete.

Die Kapelle ist klein. Meistens stehen große Blumensträuße drinn und Kerzen und auch auf dem Vorplatz wächst ein kleines Blumenmeer.
Dieser Ort ist schon jetzt ein Ort der Einkehr, Ruhe, Besinnung und des Dankes für mich.
Die Madonna ist wunderschön.

Ich fand die Begegnung mit dem Madonnenmaler sehr schön! Ich spürte seine Freude jemanden zu treffen, die sich für diese Geschichte interessierte und ich spürte einmal wieder wie gut es mir gelingt Menschen zum Geschichten erzählen zu inspirieren.
Warum gerade dieser Platz für den Kapellenbau gewählt wurde, weiß ich nicht - aber man kann da schon vermuten, dass es schon immer ein besonders kraftvoller Platz war.

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