Positiv vs. Umfeld

#1 von Sinaris , 01.04.2011 00:14

Positives Denken.

Mir ist etwas aufgefallen, seit ich mich um eine postivere Wahrnehmung und Einstellung bemühe. Eigendlich ist ein psoitives Denken, mit meinem Wesen schier unmöglich. Um wirklich dahin zu kommen müsste ich einen Riesigen Aspekt meiner Welt viel entscheidender von mir Trennen. Weltschmerz war wohl der Begriff, den man dafür geformt hat.

Damit ich auch nur den Hauch einer Chance auf ein positiveres Lebensgefühl hätte müsste ich eine gewaltige Mauer aus "Not my business" (frei: nicht meine Baustelle) errichten. Ist das so? Die meisten Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre Bardenkurs schreien förmlich JA! Aber das ist für mich bislang unmöglich hinzubekommen. Wann muss ich eingreifen, wann kann ich eingrefen, wann ist es sinnlos und vor allem... wann wäre es sogar schädlich.

Vom Gefühl her muss ich den Welthunger, alle Kriege dieser Welt, Armut, Engstirnigkeit, mangelnde Bildung, seelische Kälte und viele weitere Dinge dieser Welt lösen, wärend ich von den gefühlten Fähigkeiten nichtmal die Mülltrennung in der eigenen WG auf Reihe bekomm. Ich weis und spüre auch, das mich der utopische Wille soweit lähmt, dass ich nichtmal mehr im kleinen effektiv bin. Das habe ich bereits verstanden. Aber kann ich vorgeführtes Elend einfach mit der kalten Hundeschnauze abstrafen, nur weil ich gerade keine Lösung parat habe? Denn wenn ich sowas an mich heran lasse, dann ist es im System. Ein weiterer Baustein, von "Hat doch eh keinen Sinn".

Jetzt, aus meiner Sicht mit Verspätung, spüre ich wie etliche schlafende Geister wach werden und Massen sich mobilisieren. Atomstrom mal als Beispiel. Und da soll ich gerade jetzt meinen Geist zum Selbstschutz mit einem "Ist nicht mein Problem" sedieren?

Eigendlich schulde ich jetzt die konkrete Philosophische Frage... aber ich lasse das mal als generelles Dilemma stehen. Mich interssiert dabei weniger, wie Ihr diese Thematik auf mich bezogen seht, als wie Ihr, wenn Ihr das Problem teilt / erkennt damit umgeht. Kein Rat... mehr Erfahrung.

Ehre und Stärke
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RE: Positiv vs. Umfeld

#2 von Maienfalke , 01.04.2011 07:53

Gleich vorweg: Ich hoffe, dass ich mit dem, was folgend geschrieben steht, nicht komplett am Thema vorbeiquassele....

Was mich angeht, bin ich ja der typische Optimist. Vom Wort her also der, der den Mist optimiert.^^ Vielleicht werd ich ja auch gerade deshalb Lehrer, um die Welt ein Stückchen zum "Guten" zu verändern? Was soll's, zurück zum Thema.

Es geht langsam ein Ruck durch die Köpfe dieser Welt, was mich sehr freut. Siehe dazu den entsprechendes Threat mit dem neuen Wind. Dennoch gibt es viele Nöte und Probleme, die gelöst werden wollen. Obwohl Geduld so überhaupt nicht meine Stärke ist, hab ich inzwischen erkannt, dass sowas nicht unbedingt von heute auf morgen im ganz großen Stil klappt.
Deshalb versuche ich zumindest in meinem Leben die Dinge soweit zu richten. Bleiben wir mal beim Beispiel Mülltrennung. Funktioniert ganz gut, sobald man den Drang unterdrückt, zu sagen "Ach scheiß drauf, ich hab jetzt keinen Bock durch den Regen und Matsch draußen zur Gelben Tonne zu latschen!"
Wenn man dann auch noch den Freundeskreis dazu bewegen kann, den Weg zur besagten Tonne auch im Regen und Matsch anzutreten, ist schon ganz viel gewonnen. Denn wer einmal festgestellt hat, dass es ein lustiges Gefühl ist, mit Schlappen und alten Plastikdingern durch Regen und Matsch zu latschen, der macht's öfter und erzählt's weiter!

Deshalb bin ich überzeugt, dass wir einfach nur die Anstupser in die richtige Richtung erteilen brauchen. Daraus wird zum richtigen Zeitpunkt die Lawine! Funktioniert bei der Gelben Tonne, funktioniert bei Atomenergie und das funktioniert sicher auch in anderen Bereichen!
So gesehen ist's also schon "my buissness", meine Baustelle...

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RE: Positiv vs. Umfeld

#3 von Siebenstern , 01.04.2011 09:24

Lieber Sinaris,

meine Erfahrung als anerzogene Weltuntergangs-Retterin:

Hab von klein auf gedacht, ich bin Schuld an ALLEM, nicht nur an der Tortur, die meine Mutter miterlebte, an dem Holocaust, den ich gar nicht miterlebte,
aber stellvertretend für meine Eltern irgendwie lösen sollte, ich war als Jugendliche Schuld an der Umweltverschmutzung, Sauren Regen, Atomstrom und ich war auch
am Hunger der Dritte-Welt-Länder Schuld....Ich hab im Grunde nix wirklich tun können, ich war echt ein gebrochenes geknicktes Mädel, hatte dazu noch eigene traumatische Erlebenisse zu tragen...Ich war mir bis mein Sohn geboren wurde nie sicher, ob die Sonne am nächsten Morgen wieder aufgehen würde...

Lange Rede, trauriger endlossinniger Sinn...

Ich hab nie wirklich was ausrichten können mit meiner Art dagegen zu sein, oder irgendwie negativ zu sein, mir selber hat dies negativ sein auch unendlich geschadet.

Es ist zwar richtig gegen die richtigen Dinge zu sein und es ist auch richtig sich dafür einzusetzen, aber im Grunde musste ich erstmal lernen mich für mich einzusetzen, für mich selber leben zu wollen, mein kleines Leben in und außerhalb meines Körpers instand zusetzen, es wohnlich zu machen, es schön zu gestalten, Freude zu finden, Liebe zu finden, Schönes zu finden, dazu musste ich viele Jahre aussteigen aus dem Pool von Negativität und übertriebenem Pessimismus.

Es hat Zeiten gegeben, da hab ich mich der Alltagsrealtiät von Zeitung und TV einfach verweigert, hab keine Nachrichten etc. mehr hören oder lesen wollen. Ich bin eine ganze Weile ausgestiegen aus dieser Flut von negativen Informationen und hab mich um mich allein gekümmert.

Der Bardenkurs hat mir u.a. in den letzten Monaten da wirklich eine Art sehr wichtigen Schliff gegeben. Nach sehr langer und viel Therapie stand ich da und es war immer
noch nicht wirklich ein Leben zustande gekommen, dass ich so wollte. Mit dem Naturspirituellen Glauben fand bzw. finde ich zu einer positiven Handlungsmöglichkeit zurück. Ich mache mein Hain-Ritual und ich spüre Veränderung in mir, in meinem Zuhause, an meinem Partner, etc. Ich verändere mich und ich spüre auch Veränderung in der kleinen Welt, die mich umgibt und seitdem glaub ich wirklich, dass ich etwas verändern kann. Die negative Schiene hat mich in meinem Leben handlungsunfähig gemacht, die positive bzw. reale Schiene, denn ich versuche schon die Realität so zu sehen wie sie ist. Ich sehe das Schwierige, aber ich weigere mich es als übergewichtig zu sehen, ich will auch das Schöne sehen und wertschätzen. Und wenn ich schwere Phasen in meinem Leben habe, versuche ich sie als das zu sehen, was sie sind, Phasen, die auch wieder vorübergehen, denn es gibt auch viel SChönes und Positives in meiner Umgebung und Leben. Das ist nicht immer leicht, aber es hilft mir die schweren Zeiten irgendwie zu überstehen.

Aus dem Buddhismus hab ich den Unterschied von MItgefühl und Mitleid kennengelernt: Mitleid ist ein Gefühl, bei dem du selber wegfließt, dich nicht schützen kannst und somit auch den anderen nicht wirklich helfen kannst. Mitgefühl heißt, du nimmst das Leid des anderen wahr, weißt aber, es ist nicht dein Leid und kannst trotzdem mit ihm mitfühlen und musst dich nicht schützen davor, weil du dein Selbst in dir nicht verlierst. Hm, merke gerade, dass ich es nicht leider richtig ausdrücken kann.

Dazu noch: bei mir war es sehr wichtig, für mich selber Mitgefühl empfinden zu können und dann auch für andere und früher hatte ich grenzenloses Mitleid für mich und für andere und konnte damit aber nicht wirklich etwas verändern, erreichen, weil es mich wegspülte...
Wichtig waren bei mir auch: Eigene Grenzen wahrnehmen, aufbauen, verteidigen etc. Heute noch versuche ich mir Filter für die Sinne vorzustellen, wenn ich spüre, dass mich Reize aus der Außenwelt zu sehr belasten. Hm, schon was von Hochsenibilität gehört?????

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RE: Positiv vs. Umfeld

#4 von Nanny Ogg , 01.04.2011 10:11

Lieber Sinaris,

Optimistisch zu sein, oder Optimistisch zu leben heißt doch nicht mit Scheuklappen durch die Welt zu gehen, oder nichts an sich ran zu lassen!
Optimistisch heißt für mich, die Dinge zu betrachten, zu analysieren und das Beste daraus zu machen, sei es mit dem Müll oder meinem Leben
Optimistisch ist nach vorne zu blicken, die Vergangenheit auch als solche zu nehmen, sprich, sie ist vergangen, ich habe sie erlebt, aber lebe sie nicht mehr weiter.
Und jetzt geb ich Dir doch einen Rat
Mache eine Reise zu Dir selbst, finde den kleinen Sinaris in Dir und betrachte ihn. Laß ihn erzählen von seinem Leben, gehe mit ihm zu den Wendepunkten seines Lebens und betrachte sie Dir ganz objektiv.
Versuche nicht zu erklären warum und wieso das und das passiert ist, sondern schau Dir nur das Ergebnis an und sage Dir: ok, dumm gelaufen, aber wenn dies nicht passiert wäre, dann wäre ich nie zu dem nächsten Punkt gelangt!
Weißt Du was ich meine?
Possitives Denken heißt auch das Schlechte zu akzeptieren das mir im Leben wiederfahren ist, einen Haken dran zu machen, es in einer Schublade abzulegen und eine Lehre daraus zu ziehen

Ich lebe nach meinem Wahlspruch:
Lebe jeden Tag als wenns Dein letzter wäre!

 
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RE: Positiv vs. Umfeld

#5 von Serpentia , 01.04.2011 11:33

Ich tauge nicht wirklich zum Philosophieren, aber ich habe ein Bild immer vor Augen bei solchen Fragestellungen.. die Stewardess bei der Sicherheitserklärung vor dem Start. Viele von uns werden das kennen und wenn dann das Bild kommt mit den Sauerstoffmasken sagt sie, wer Kinder dabei hat, muß daran denken, daß er sich die Maske zuerst selbst aufsetzen muß, bevor er den Kindern helfen kann.

Das geht gegen jeden Instinkt als Mutter, aber ist sowas von richtig. Und die Message für mich ist einfach: wenn es mir nicht gut geht, kann ich keinem anderen helfen.

Das ist für mich auch die Essenz eines spirituellen Weges: ich gehe ihn erstmal für mich. Wenn ich dann an den Punkt komme, an dem es mir "gut geht" (diese Definition könnte bücher füllen..), dann kann ich auf andere zugehen und anpacken.

Und dann wird mir die Welt auch zeigen, was ich ganz persönlich tun kann. Wo ich etwas verändern kann (im Englischen mag ich den Spruch: where I can make a difference).

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RE: Positiv vs. Umfeld

#6 von geraldhu , 02.04.2011 03:55

Hi Sinaris,

Lieben was ist - auf das läuft es letzten Endes hinaus, wenn Du mich nach meiner Erfahrung fragst.

Irgendwann, vor knapp fünfundzwanzig Jahren, wagte ich in diesem Leben einen Schritt hin zu mehr Bewußtheit. Ich machte mich auf, um zu ergründen was die Welt in ihrem Innersten zusammen hält. Wohin mich das führte, und daß mich diese Suche schon seit den Tagen meiner Kindheit beschäftigte, wurde mir dann erst Jahre später mit Hilfe meines spirituellen Meisters klar.

In jenen Tagen setzte ich mich auch mit dem Konzept des positiven Denkens auseinander, bis ich es nach anfänglicher Begeisterung wieder fallen ließ, bzw. es für mich in zielorientiertes Denken umwandelte. Ich erkannte damals schon, daß wir in einer Welt leben, die gleichermaßen von Positiv und Negativ beherrscht wird. Jene zwei Kräfte, die sich ihrem Wesen nach als entgegengesetzte Pole offenbaren und in komplementärer Weise ergänzen. Sie begegnen uns auf vielfältige Weise, ob als Mann und Frau, Licht und Finsternis, Fülle und Leere, Reichtum und Armut, Geben und Nehmen, Sicherheit und Unsicherheit - um ein nur paar wenige ihrer vielen Erscheinungsformen zu nennen.

Wir leben folge dessen inmitten vielgestaltiger Spannungsfelder und sind somit gefordert, ob uns dies bewußt ist oder nicht, unser individuelles Gleichgewicht im Wechselspiel der uns umgebenden Kräfte zu finden. Dadurch ist es uns genau genommen erst möglich Erfahrung zu machen um schließlich den viel zitierten goldenen Mittelweg zu finden und zu beschreiten. Doch allzu oft unterliegen wir der Illusion, sofern wir dessen grundlegende Natur überhaupt erkennen, nur eine der beiden Seiten zu benötigen. Wir streben nach Sicherheit, Kontrolle, Reichtum und Macht, favorisieren das Eine und negieren das Andere als gäbe es es nicht, und wundern uns wenn wir mit diesem Tun unweigerlich aus der Balance geraten.

Religionen und Glaubenslehren machen diesbezüglich natürlich keine Ausnahme. Jene die nur einen der beiden Pole der Lebenskraft (Prana, Chi, Eck, Heiliger Geist oder wie immer Du sie nennen magst) - entweder das Positive oder das Negative - favorisieren und den anderen ablehnen oder gar bekämpfen konditionieren genau genommen nur das Denken ihrer Anhänger, und wenn jener Glaubensweg weit verbreitet ist das Denken der ganzen Gesellschaft. Insofern verwundert es nicht, wenn in einem ein Kampf tobt, auch wenn man so einem Glaubenspfad längst den Rücken gekehrt hat.

Die eben beschriebenen Erkenntnisse helfen mir Unterscheidungsvermögen an den Tag zu legen, statt etwas zu bewerten. Darüber hinaus erkannte ich, daß mein Umfeld, vereinfacht gesagt, der Spiegel meines Bewußtseins ist. Das heißt, das was mir begegnet und mich deshalb vielleicht abstoßt oder mich erfreut, dieses nur tut, weil es mit mir in Resonanz ist. Sehe ich in meinem Gegenüber diese oder jene Eigenschaft oder Fähigkeit, welche ich bewundere oder gerne hätte, wie beispielsweise Mut oder Geduld, dann nur, weil sie bereits in mir schlummert bzw. ich sie noch nicht voll und ganz zur Entfaltung gebracht habe. "Wär' nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt' es nie erblicken" um Goethe zu zitieren.

Solcherart Begegnungen fallen uns sicherlich leicht. Doch wie sieht es aus, wenn mein Partner oder Kollege ärgerlich ist, oder wenn ich Armut, Gier, Krieg, Umweltverschmutzung, etc. in der Welt erblicke? Bin ich dann auch ärgerlich oder trage ich Armut, Gier, Krieg und Umweltverschmutzung in mir? Nun, wenn mich das was ich da sehe beunruhigt, schmerzt und meine Gefühle in Wallung bringt, dann ja. Diese Sichtweise erscheint auf den ersten Blick vielleicht absurd, und wir können, wie bisher fortfahren um zu versuchen das in der Welt zu verhindern was uns irgendwie Stress verursacht. Oder wir gehen einen anderen Weg - wie Konfuzius vorschlägt: "Wenn Du einen Würdigen siehst, dann eifere ihm nach. Wenn Du einen Unwürdigen siehst, dann prüfe Dich in Deinem Innern!"

Gesetzt dem Fall, wie prüfe ich mich in meinem Inneren? Einfach durch das Überprüfen wie ich über etwas denke bzw. das Überprüfen meiner (unterschwelligen) Überzeugungen. Hilfreich dabei ist eine besondere Technik von Byron Katie - siehe:
http://www.amazon.de/gp/product/3442336503

Dies kann jeder für sich selber tun.
Liebe Grüße
Gerald

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RE: Positiv vs. Umfeld

#7 von Fingayin , 02.04.2011 22:42

Zitat von Serpentia


Das ist für mich auch die Essenz eines spirituellen Weges: ich gehe ihn erstmal für mich. Wenn ich dann an den Punkt komme, an dem es mir "gut geht" (diese Definition könnte bücher füllen..), dann kann ich auf andere zugehen und anpacken.

Und dann wird mir die Welt auch zeigen, was ich ganz persönlich tun kann. Wo ich etwas verändern kann (im Englischen mag ich den Spruch: where I can make a difference).

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RE: Positiv vs. Umfeld

#8 von Ceridwen , 03.04.2011 07:44

Für mich habe ich entschieden, das ich nicht alleine die Welt retten muss.
Für das wo oder was ich mich hingezogen fühle, ist meine Aufgabe, für alles andere sind wieder andere zuständig.
So ist an alles gedacht.
Als arbeitende dreifache Mutter habe ich lernen müssen, das, auch wenn es sich egoistisch anhört, nur wenn es mir gut geht, es auch meinen Kindern gut geht.

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RE: Positiv vs. Umfeld

#9 von Anna , 07.04.2011 10:19

Ich war immer sehr optimistisch, habe immer das positive an allem gesehen, und dann passierte eine Katastrophe, die mich ins Mark erschüttert hat. Und auf einmal merkte ich, dass ich immer davon ausging, dass das negative passieren würde.

Als Beispiel...mit dem Müll...früher dachte ich es macht Sinn und bringt uns weiter und wenn ich was tue ist das der berühmte stete Tropfen, der den Stein hölt. Seit meinem Tag x denke ich auf einmal: bringt doch eh nichts, keiner macht es wir versinken im Müll und die wenigen die es tun, sind blinde Idealisten.

Als ich das merkte war ich erstmal geschockt, das dieses Erlebnis so weitreichend war, denn meinen Opitmismus wollte ich mir nie nehmen lassen...Irgendwann kam der Galgenhumor und ich habe Hawkeye so gut verstanden und er hat mir echt geholfen in meinem Niemandsland wieder Mut zu fassen.

Und mittlerweile kommt bei mir das Vertrauen ins Leben zurück, und ich ab und an erwische ich mich bei einem positiven Gedanken, der ganz natürlich als Reaktion kommt.

Und dann merke ich, wie wichtig dieser Schritt zum Individuum war, der um die Französische Revolution entstanden ist. Ich verändere mich und damit verändere ich die Welt.

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RE: Positiv vs. Umfeld

#10 von kerstin , 07.04.2011 12:21

Zitat von Anna
Ich verändere mich und damit verändere ich die Welt.

Anna



Lieber Sinaris,
dass dieser Satz (Gandhi und Sokrates haben das übrigens ähnlich gesehen wie Anna) für uns auf den ersten Blick so unbedeutend, unbefriedigend erscheint liegt vielleicht an dem uns anerzogenem Weltbild. Wir glauben eben nur an Ursache und Wirkung, sofern wir das selbst direkt sehen, nachvollziehen können.

Das ganze erscheint dann in einem anderen Licht, wenn wir als Weltbild das "Netz" betrachten. Alles, materielles und spirituelles, Außen und Innen, Nah und Fern sind miteinander verbunden. Zieht man an einer Strippe, setzt das das ganze Netz in Bewegung, hinterläßt Spuren, Energien...auch wenn wir das nicht immer direkt nachverfolgen können. Vielleicht sind wir das zu ungeübt?
Übrigens gehen auch neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zum Teil in diese Richtung: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" gilt nicht nur in der Soziologie, und das Beispiel aus der Chaostheorie mit dem Schmetterlingsflügelschlag, der einen Orkan verursachen kann, kennen bestimmt auch viele.

Mir hat diese Vorstellung echt geholfen und immer wieder stoße ich auf "AHA"-Effekte.

Soweit mein "Wort zum Donnerstag"
kerstin, die Teilzeitphilosophin

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