RE: Weht ein neuer Wind?

#76 von Shadow , 25.08.2011 22:14

Hi!

Ich sehe es ganz ähnlich wie Fingayin, was die Seele angeht.
Sie versucht zu lernen und inkarniert deshalb an den Orten, an denen sie vermutet das zu erleben was sie sucht.
Der von ihr beseelte Körper ist weitestgehend durch sein Ego, sein Selbst, sein Ich, ... bestimmt. Gelegentlich lässt die Seele aber jemand in zuvor von ihr gehabte Inkarnationen blicken, möglicherweise um die Person in eine Bestimmte Richtung zu dirigieren oder nicht gehabte Erfahrungen doch noch zu machen.

Dass wir selbst, unser Ego, ... wieder inkarniert glaube ich nicht. Für mich endet dieses mit dem Tod des Körpers. Die Seele nimmt die Erinnerungen dieses Lebens mit und erwählt sich eine neue Existenz, beseelt einen neuen Körper, beginnt das Spiel mit einer neuen Figur von vorne ...

Ob dieser oder Fingayins Denkansatz dem Druidischen entsprechen?
Mag sein oder auch nicht.
Ist DAS Druidische nicht mehr als alles Andere dem vorankommen verpflichtet?
Ändert nicht jede neue Erkenntnis das Verständnis des Druiden von der Welt?
Öffnet nicht jede neue Erkenntnis neue Wege die beschritten werden sollen?

Shadow

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#77 von Fingayin , 25.08.2011 22:59

Zitat von Shadow

Der von ihr beseelte Körper ist weitestgehend durch sein Ego, sein Selbst, sein Ich, ... bestimmt. Gelegentlich lässt die Seele aber jemand in zuvor von ihr gehabte Inkarnationen blicken, möglicherweise um die Person in eine Bestimmte Richtung zu dirigieren oder nicht gehabte Erfahrungen doch noch zu machen.

Dass wir selbst, unser Ego, ... wieder inkarniert glaube ich nicht. Für mich endet dieses mit dem Tod des Körpers. Die Seele nimmt die Erinnerungen dieses Lebens mit und erwählt sich eine neue Existenz, beseelt einen neuen Körper, beginnt das Spiel mit einer neuen Figur von vorne ...


Da bin ich mir nicht so sicher....

Ob dieser oder Fingayins Denkansatz dem Druidischen entsprechen?
Mag sein oder auch nicht.

Zitat von Shadow
Ist DAS Druidische nicht mehr als alles Andere dem vorankommen verpflichtet?



Und hier sage ich uneingeschränkt,ja...

Ändert nicht jede neue Erkenntnis das Verständnis des Druiden von der Welt?
Öffnet nicht jede neue Erkenntnis neue Wege die beschritten werden sollen?

Shadow[/quote]

@Shadow,schön geschrieben.

@Branos, ich weiß nicht ob es in den Gwersu vorkommt da ich in der Mitte des Barden bin.
Bis jetzt nicht.
Aber das ist das was ich von anderen gelernt und für mich als akzeptabel und stimmig sehe.
Wiederum läuchtet mir Shadows Erklärung ein und auch das kann ich nachvollziehen.
Also..."meine" Wahrheit hab ich auch noch nicht gefunden.

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#78 von Shadow , 26.08.2011 18:54

Hi!

Zitat von Fingayin
Da bin ich mir nicht so sicher....


Ach, weißt Du, SICHER bin ich mir dabei auch nicht, aber nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand ist es für mich das Wahrscheinlichste.

Shadow

P.S.: Danke für die Blumen.

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#79 von greenman , 02.09.2011 15:36

Zitat von Shadow
Es gäbe natürlich noch eine andere Alternative:
Infiziert einer immer zwei weitere, dann erreicht man einen Kaskadeneffekt. Würde es jeder schaffen in einer Woche nur 2 Personen "in den Wind zu drehen", die zwei wieder in einer Woche je 2, u.s.w., dann wäre in einem halben Jahr die gesammte Menschheit von diesem neuen Wind erfasst.



wozu esme bemerkte:

Zitat von esme
Also Dominoeffekt.



"Dominoeffekt" ist ein schönes Metafer, aber man muss es sich genau ansehen! Wenn ein Dominostein umfällt, heißt das noch lange nicht, das alle Dominosteine umfallen.
Der Dominoeffekt tritt nur dann ein, wenn alle Steine richtig vorbereitet wurden - das heißt aufgerichtet in einer Reihe, nicht zu weit auseinander und so ausgerichtet, dass jeder Stein beim Fallen seinen Nachbarstein mitreißt.

Auf uns Menschen übertragen heißt das, dass sich nicht jede gute Idee auf viele Menschen überträgt. Die Kettenreaktion ergibt sich nur, wenn genug Menschen passend ausgerichtet sind.

Wir richten die Dominosteine richtig aus - aber wer richtet uns aus?
Meines Erachtens macht das der Zeitgeist.

Wir alle spüren die Unzulänglichkeiten unserer Zeit, aber wir sehen auch gewisse Besserungsmöglichkeiten. Bloß können die meisten von uns das Problem und die Losung nicht zusammenbringen. Wenn dies aber einem doch gelingt, erkennen wir, das er Recht hat, und schließen uns ihm an. Wir sind eben durch unsere Umgebung ähnlich ausgerichtet wie der, der die Idee hatte, und wir "fallen reihenweise um" (soll nicht negativ klingen).

In jeder Epoche der Geschichte gab es neue Probleme, für die man noch keine Lösung hatte, und einen, der das erdachte, was alle suchten. Im Mittelalter war das Problem der Absolutismus - die Reformation mit seiner Ausrichtung des Menschen auf Gott statt auf einen Staatsoberhaupt leuchtete ein und machte demokratische Strukturen möglich. Später war es der Sozialismus, der in den Ländern, die die Reformation und die Demokratie nicht erlebt hatten den Menschen gleich dem Herrscher setzten. Auch hier erkannte fast jeder, dass die Idee (für die damalige Situation!) richtig war. Ebenso mitte des 20. Jahrhunderts mit dem Faschismus, der sich in einigen Ländern ausbreitete. (In manchen Ländern - z.B. die UK - gab es zwar Faschisten, aber sie blieben metaforisch gesprochen einzelne umgefallenen Dominosteine, weil die Mehrheit eben nicht so ausgerichtet war, da die Bedingungen anders waren, als z.B. in Italien oder Spanien.)

Heute sieht (fast) jeder die Probleme, die wir uns mit unserem Umgang mit der Umwelt eingehandelt haben - und siehe da, die Grünen Parteien - vor etwa 30 Jahren undenkbar - tragen hier und da sogar Regierungsverantwortung.

Ich glaube deshalb, dass man als Einzelner kaum "neue Winde" generieren kann. Diese wehen in Richtung Zeitgeist, der sich widerum an die Wirklichkeit ausrichtet. Aber versuchen kann man es - vielleicht denkst du im Sinne des Zeitgeistes, vielleicht ist deine Idee genau das, was die Menschheit erwartet!

Blessings,
Greenman

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RE: Weht ein neuer Wind?

#80 von Shadow , 03.09.2011 01:26

Hi!

Zitat von greenman
"Dominoeffekt" ist ein schönes Metafer, aber man muss es sich genau ansehen!


Stimmt, es wäre eher ein Kaskadeneffekt, der exponentiell verlaufen muss.
Aber streiten wir doch nicht um dieses Wort.

Zitat von greenman
Ich glaube deshalb, dass man als Einzelner kaum "neue Winde" generieren kann.


Warum nicht?
Ich erinnere in solch einem Fall immer gerne an die Chaostheorie:
"Der Flügelschlag eines Schmetterlings am Amazonas kann der Auslöser
für einen Wirbelsturm auf der anderen Seite der Welt sein."



Shadow

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#81 von elHakim , 03.09.2011 21:25

Wir sind ja nicht die ersten, die über den Sinn des Daseins philosophieren. Insofern kann manchmal ein Blick in die Geschichte hilfreich sein:
Bereits ein gewisser Pythagoras schrieb nicht nur über geometrische Probleme, sondern definierte auch die Philosophie als das Streben nach Weisheit. Ein Mönch, Hugo von St. Victor, präzisierte im Hochmittelalter in seinem Didascalicon, dass es besser hieße "Liebhaber der Weisheit" als "Weiser", da die Weisheit ja im Verborgenen bliebe.

Was will ich damit sagen? Für das Lösen manches spirituellen Problems kann ein Rückgriff auf alte Lehren hilfreich sein. Inzwischen habe ich begriffen, dass dieses eine Kernaussage von Druidry ist. Nicht alles, was unsere Vorväter erdachten, ist "bullshit", sondern man muss nur die antiken Aussagen ihres zeitlichen, vergänglichen Fleisches entkleiden und stößt auf die zeitübergreifende Wahrheit.

Insofern kann ein "neuer Wind" mitunter ein "uralter Sturm" sein.
Al Hakim

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#82 von voccio , 03.09.2011 22:22

Gruß mit Euch

Mit gefällt ein Lied eines österreichischen Liedermachers:

Draußt war´s kalt,
und drin war´s kalt,
vom Norden her
a scharfer Wind.

Weitergeh´n, jetzt muaß i weitergeh´n,
in die Sonn´ hinein, möcht´ i fall´n.
Sie sag´n: Weitergeh´n, mir werden scho´ weiterseh´n,
mit so leere Sprüch´ g´winnst kana Wahl´n.

Und es waht wieder der Südwind,
höchste zeit, mir war scho kalt,

Weitergeh´n, jetzt muaß i weitergeh´n,
in die SOnn´ hinein, möcht i fliag´n.
Weiterdreh´n, sie muaß sich weiterdreh´n,
wenn sich die Scheißwelt net draht, dann werd´ ma´s ziagn.

Und es waht wieder der Südwind,
höchste zeit, mir war scho kalt,
und es waht wieder der Südwind,
jetzt kriag i endlich, was i immer scho wollt.


Mit Licht und Liebe
Voccio

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RE: Weht ein neuer Wind?

#83 von elHakim , 03.09.2011 22:40

H Voccio,

ich finde die Begriffe Nord- und Südwind zu missdeutig. Das könnteauch simpel politisch gemeint sein. Und die letzte Strophe sagt, dass er s bekommt. Fragen wir uns lieber, was denn? Wogegen sosll man seine Stimme erhheben?
Al Hakim

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#84 von voccio , 03.09.2011 22:52

Gruß Dir El Hakim

Dake für die Denkanregung. Ich verstehe das Lied nur spirituell.

"In die Sonn hinein" - dem Licht engegen

"wenn sich die Welt nicht dreht, werden wir sie ziehen" - finde ich eine opitimistische Einstellung

"jetzt krieg ich was ich wollte" - sollte individuell sein.

Andere Menschen - andere Denkweisen

Mit Licht und Liebe
Voccio

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RE: Weht ein neuer Wind?

#85 von momo , 04.09.2011 14:04

Hallo AlHAKIM
was suchst denn DU?
gruss momo

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RE: Weht ein neuer Wind?

#86 von elHakim , 04.09.2011 20:42

Hi Momo,

Eine berechtigte Frage, was sucht wer. Ich bin auf der Suche nach einer Philosophie, die ein gescheiter Mensch heutzutage noch akzeptieren kann. Das bedeutet zugleich eine gewissse Unzufriedenheit mit den gegenwärtigen Zuständen. Andererseits entsteht Fortschritt nur bei Unzufriedenheit. Also besteht noch Hoffnung.
Al Hakim

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#87 von Maienfalke , 14.09.2011 22:40

Versteh ich nicht ganz... Warum muss es gleich Unzufriedenheit sein? Fortschritt entsteht meiner Ansicht nach nur durch positive innere Unruhe, die sich ihren Weg sucht. Unzufriedenheit führt sicherlich zu Veränderungen, ob die aber tatsächlich Fortschritte sind oder bringen, bleibt abzuwarten.

Abgesehn davon frag ich mich, was es für ein stressiges Leben sein muss, wenn man unzufrieden mit den Zuständen ist und nicht auch im alten neuen Wind einfach Hoffnung aus Freude und nicht Hoffnung dank Unzufriedenheit schöpft? Erzähl doch mal!

Schön, aber zu sehen, dass wir uns alle einig sind, dass Winde wehen, die Veränderungen mit sich führen. Let's rock!

Maienfalke  
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RE: Weht ein neuer Wind?

#88 von elHakim , 17.09.2011 22:14

Hoffnung aus Freude ist prima, bewirkt aber keinen Fortschritt. Ich freue mich am Erreichte und sonne mich im Erfolg. Habe ich aber ein Problem, das mich stört, will ich es irgendwie beiseite schaffen. Insofern ist die Unzufriedenheit nicht als Charakterzustand zu verstehen, sondern als Motiv zur Veränderung.
Al Hakim

 
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RE: Weht ein neuer Wind?

#89 von Gobaith , 18.09.2011 06:32

Ich bin auch üerzeugt davon das ein "neuer Wind" weht.

Durch die Häufung von Katastrophen (Fukushima), Unruhen (Nordafrika) und nicht zuletzt, zumindest in Europa, die drohende Zahlungsunfähigkeit einiger Staaten hat die Leute zum Nachdenken angeregt.
Nachdenken über die Umwelt, Nachdenken über die Politik im Allgemeinen und Nachdenken über die eigene Zukunft.
Leider braucht die Masse der halbtoten Fische (die mit dem Strom schwimmen) solch trastische Ereignisse um aus der Lethargie und der Denkfaulheit gerissen zu werden.
Ich sehe in dieser, aktuellen Situation eine Art Saatkorn des Umdenkens, des "neuen Windes" denn jeder Gedanke, den sich ein Mensch macht bleibt irgendwo im Unterbewußtsein haften und sollte in einem Gespräch das Thema, bzw. auch nur ein Aspekt des Gedanken auftauchen erhält das Saatkorn weitere Energie zu wachsen.
Die meisten Menschen, gerade in Ballungsräumen, unterhalten sich doch nur dann, wenn sie Wünsche, Sorgen oder Probleme haben. So ist die Unterhaltung an sich schon ein "neuer Wind".
Was "wir" tun können? Ich für mich bleibe wie ich bin, ich lebe mit meinem Optimismus und meiner stark positiven Aura und erreiche dadurch die Menschen, die mich ansprechen wie ich denn in dieser Zeit (Situation) immer noch so gelassen und heiter sein kann. Das zieht sich bei mir durch alle Bereiche (Privat, öffentlich, beruflich).
Wenn man den Menschen dann erklärt das es einem einfach nur gut geht ist das Saatkorn schon kurz davor ein zartes Pflänzchen zu werden.
Also "neuer Wind" ja, aber lasst den Wind sachte wehen, damit er die zarten Pflänzchen nicht umhaut.

Gruß

Gobaith

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RE: Weht ein neuer Wind?

#90 von elHakim , 20.09.2011 23:18

Hallo Gobaith,
ein neues Nnachdenken führt nicht sofort zum neuen Umdenken. Inzwischen frage ich mich, ob das Umdenken wirklich Sinn macht. Wollen wir denn das Neue wirklich??
Al Hakim

 
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