Druidischer Weihnachtsbaum?

#1 von Nivien , 08.12.2010 08:41

Ihr Lieben,

angeregt durch eine Diskussion in einem anderen Forum möchte ich Euch fragen, ob ihr in Eurer guten Stube (oder auch im Garten) einen geschmückten Baum haben werdet, und wenn ja, wie dieser ausschaut.

Ich weiß, daß es immer wieder die Frage ist, ob es sinnvoll ist, dass man Bäume schlägt, um sie sich ins Zimmer zu stellen.

Was mich angeht, ich wollte zur Zeit nicht "ohne" und freue mich jedes Mal wie ein Kind, wenn es ans Schmücklen geht. Farblich ist es bei uns in rot und gold gehalten.

Was haltet ihr von dem Weihnachtsbaum als Weltenbaum? Und wie könnte da der Baumschmuck aussehen?

liebe Grüße
Nivien.

 
Nivien
Besucher
Beiträge: 441
Registriert am: 08.04.2008


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#2 von inis , 08.12.2010 08:56

Hallo Nivien,

ja, eine spannende Frage!

Mein Mann hat eine ziemliche Weihnachts-Phobie (und würde auch lieber die Bäume an ihrem Platz lassen) - mein Söhnchen allerdings mit seinen 2,5 Jahren zeigt uns überall die Deko-Weihnachtsbäume und hat schon mehrfach geäußert, daß wir sowas auch haben sollen. Da ich selbst auch Weihnachtsbäume (bzw. den einen im Wohnzimmer) liebe, bin ich darüber gar nicht so unglücklich... vor zwei Jahren hatten wir mal einen (kleinen, so einen Meter) im Topf, der also noch weiterleben durfte.

Gestern haben wir jedenfalls beschlossen, daß wir an den Tannenbaum z.B. keine Engel hängen werden, und mein Mann, der alte Anarchist, wünschte sich rote Sterne dran. Das muß doch zu kriegen sein?
Dann kann man natürlich auch schönen Schmuck aus Stroh und Holz dran hängen (auch selbstgebastelt - mir schwebt was vor aus Zweigen mit Rinde dran), und zum Glitzern würde ich noch nach schönem Glasschmuck Ausschau halten - denn irgendwie sollte der Weihnachtsbaum auch den Glanz und das Glitzern des Schnees wiederspiegeln, finde ich...

 
inis
Besucher
Beiträge: 780
Registriert am: 17.01.2009


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#3 von Belbara , 08.12.2010 12:26

Heiho,

das Aufstellen eines grünen "Lebensbaums" in der Wohnung war der Kirche schon immer ein Dorn im Auge und oft als "heidnisch" verschrieen - ich erinnere mich, sogar irgendwo mal im Netz eine Schrift der Zeugen Jehovas gelesen zu haben, die "24 Gründe gegen Weihnachten" hieß, die ausnahmslos darauf hinausliefen, daß der Baum in der Stube eben nichts Christliches ist und nichts mit der Geburt Jesu zu tun hat. Von daher habe ich da keine Probleme

Ich sehe darin auch eher den Baum des wiederkehrenden Lebens und schmücke ihn daher gern bevorzugt mit eßbaren Dingen. Äpfel sind heutzutage meistens zu groß und zu schwer dafür (vielleicht kamen deshalb die hohlen, leichten Christbaumkugeln in Mode?), aber vergoldete Nüsse und Süßigkeiten passen meist gut dran, und auch gegen Kerzen und Sterne gibt es ja nichts einzuwenden, oder?

Liebe Grüße,
Belbara

Belbara  
Belbara
Besucher
Beiträge: 705
Registriert am: 07.12.2009


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#4 von Rhiannon13 , 08.12.2010 20:55

Zitat von Belbara
Heiho,

das Aufstellen eines grünen "Lebensbaums" in der Wohnung war der Kirche schon immer ein Dorn im Auge und oft als "heidnisch" verschrieen - ich erinnere mich, sogar irgendwo mal im Netz eine Schrift der Zeugen Jehovas gelesen zu haben, die "24 Gründe gegen Weihnachten" hieß, die ausnahmslos darauf hinausliefen, daß der Baum in der Stube eben nichts Christliches ist und nichts mit der Geburt Jesu zu tun hat. Von daher habe ich da keine Probleme



Muahaha wie witzig, dass wusste ich gar nicht!
Wir werden keinen Baum haben, da wir nicht wirklich Weihnacht feiern. Mein Freund und ich wohnen in Berlin unserer Familien in der Schweiz. Wir werden aber am 24. mit lieben Freunden zusammen lecker essen und dann möchte ich gerne das "Licht-Ritual" machen. Alle Lichter aus, vielleicht ne Geschichte und dann ein Licht wieder entzünden um die Wiederkehr oder Wiedergeburt des Lichtes zu feiern.

Der geschmückte Weihnachtsbaum hat mir auch immer sehr gut gefallen. Zuhause hatten wir über Jahre einen Topf-Weihnachtsbaum, der im Sommer aufm Balkon stand und zu Weihnachten haben wir ihn rein geholt.
Geschmückt war er mit Kerzen, ein paar wenigen Christbaumkugeln und Strohsternen..

 
Rhiannon13
Besucher
Beiträge: 409
Registriert am: 03.05.2010


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#5 von wanderbenny , 09.12.2010 09:08

Da er ja auch "Lebensbaum" genannt wird, finde ich, dass er auch leben sollte. Also würde ich auf alle Fälle einen Weihnachtsbaum mit Wurzelballen im Topf verwenden. (Hab in meiner kleinen Wohnung leider keinen Platz dafür)

Andererseits, was das "Extra Schlagen" eines Weihnachtsbaumes angeht, überlegt mal, wie viele Leute sich Schnittblumen in die Wohnung stellen oder Blumensträuße verschenken und sämtliche Nahrungspflanzen werden ja auch von uns "getötet". Und all die anderen Bäume, die wegen einer wirtschaftlichen Nutzung gefällt werden?
Zumindest sollte man, wenn man die Möglichkeit hat, den Baum auch selbst aussuchen und abschlagen, den man bei sich zu Hause aufstellen möchte.

Das muß wohl jeder für sich selbst entscheiden, ob überhaupt und wenn ja, welchen Baum er verwendet.

Zitat von Rhiannon13
Wir werden aber am 24. mit lieben Freunden zusammen lecker essen und dann möchte ich gerne das "Licht-Ritual" machen. Alle Lichter aus, vielleicht ne Geschichte und dann ein Licht wieder entzünden um die Wiederkehr oder Wiedergeburt des Lichtes zu feiern.



Das Lichtritual finde ich auch Klasse! Wir wollen es auch zu unserem Mittwinterfest durchführen.

LG Wanderbenny

 
wanderbenny
Beiträge: 601
Registriert am: 19.10.2010


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#6 von Belbara , 09.12.2010 12:38

[quote="wanderbenny"
Das Lichtritual finde ich auch Klasse! Wir wollen es auch zu unserem Mittwinterfest durchführen.

LG Wanderbenny[/quote]

Hei,

die Wicca, mit denen ich damals zu tun hatte, haben das Lichtritual mit dem Löschen aller Feuer auch gemacht, allerdings noch mit einem kleinen "Twist" drin: das Wiederanzünden des Feuers geschah mit Feuerstahl und Zunder (was gar nicht so einfach ist) - und es ist schon ein ganz spezielles Gefühl, so völlig im Dunkeln zu sitzen und sich zu fragen, ob das Licht wohl wirklich wiederkehren wird...

Ich konnte gut nachfühlen, wie sich unsere Vorfahren in der entsprechenden Lage gefühlt haben müssen - Licht (und Feuer) sind existentiell. Wir ehren mit diesem Ritual die Grundlagen unseres Lebens.

Liebe Grüße,
Belbara

Belbara  
Belbara
Besucher
Beiträge: 705
Registriert am: 07.12.2009


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#7 von Al-vom-Isental , 14.12.2010 11:53

Ich hab da mit dem Baum kein schlechtes Gewissen. Erstens ist der extra für diesen Zweck gepflanzt worden. Dann wird er stellvertretend für die anderen Bäume im Wald über die Feiertage verehrt.
Anschließend kommt er zu den Kaninchen, die sich freuen was zum knabbern zu bekommen.
Und schlußendlich, wenn das Holz schön trocken ist, verbreitet es wohlige Wärme im Kaminofen.

Er wurde also nicht umsonst gefällt.

 
Al-vom-Isental
Besucher
Beiträge: 41
Registriert am: 13.10.2010


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#8 von anitram , 14.12.2010 19:29

Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen, wegen dem Baum machen.

Jetzt haben wir Bäume, die dafür extra gepflanzt wurden.
Früher bekamen wir einen von meinem Onkel, der um diese Jahreszeit seinen Wald ausgedünnt hat. Die Bäume waren schön und wären sowieso gefällt worden.

Die Bäume bringen Natur in unsere Wohnzimmer, und so können wir den Baum so stellvertretend für das Leben und die Natur ehren. Außerdem ein Weihnachten ohne Baum? Meine Kinder wären sehr enttäuscht.

anitram  
anitram
Besucher
Beiträge: 10
Registriert am: 31.08.2010


RE: Druidischer Weihnachtsbaum?

#9 von Inge , 15.12.2010 14:10

... mir gefällt die "alte" Sitte, den Advendskranz in anderer Reihenfolge anzuzünden - die KERZEN , nicht den Kranz
d.h. am ersten Advend werden alle Kerzen angezündet, am zweiten Advend drei Kerzen, am dritten Advent nur noch zwei Kerzen, dann folgt die letzte Kerze und die Dunkelheit. Daraufhin folgt das erzünden des neuen Lichtes- die Wiederkehr/die Wiedergeburt des Lichtes ...

Der Kranz ist der ewige Kreislauf des Lebens, das Leben und die Fruchtbarkeit. Unsere Vorfahren haben Baum, Kranz oder Zweige gerne mit Symbolen der Fruchtbarkeit geschmückt (Apfel, Nuß, Tannenzapfen)- das erinnert an das Versprechen der Wiedergeburt, gibt Hoffnung und Freude auf das Wiederkehrende Licht/Leben/Fruchtbarkeit der Erde ...

Auch wollten die Menschen durch das Hereinbringen des grünene Zweiges (Kranzes, Baums), den Naturgeistern einen warmen Platz während der kalten Jahreszeit geben. Im Gegenzug genossen sie Schutz und Segen der Naturgeister. Die Bäume/die Zweige ... stammten nicht nur von Fichte oder Tanne. Alle immergrüne Bäume waren hier willkommen, da sie das Gleiche versinnbildlichten.

Habt ihr vielleicht selbst schon alles gewußt. Aber ich finde dieses Brauchtum spannend - woher es kommt, was es bedeutet ...

Ach ja. Früher wurde der Baum gerne mit einem achtstrahligem Stern geschmückt. Ihr ahnt und wißt es sicherlich- jeppp, wegen dem achtspeichen Jahresrad ... Schöööön.

LG

 
Inge
Besucher
Beiträge: 5.127
Registriert am: 28.09.2008


   

Alban Arthan - Wintersonnwende
alban arthan 2010 und das Himmelschauspiel

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz