RE: Wie entstehen Götter?

#31 von Esme , 17.01.2011 20:02

...oder der Stein.

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RE: Wie entstehen Götter?

#32 von matodemi , 22.01.2011 10:56

Zitat von Sommerfalke

Zitat von matodemi
Ceridwen, dass sehe ich nicht so.
Nicht alles Erschaffene ist in meinen Augen auch gleich göttlich - wobei das sicher eine Definitionssache ist.
Aber dann wäre alles göttlich, und somit wäre göttlich nun wieder nichts besonderes mehr....



Das passt zu deiner christlichen Sichtweise, matomdemi, und das meine ich nicht abwertend.
Ich kann dir aber aus der Erfahrung eines Pantheisten sagen, dass die Tatsache, dass ich Alles als göttlich empfinde, das Göttliche für mich eher noch wunderbarer macht, und die Welt ebenso. Da wird nichts profanisiert, ganz im Gegenteil.
Ich find's aber gut, dass sich im OBOD so viele unterschiedliche Sichtweisen friedlich nebeneinander tummeln.





Genau hier hing ich in Gedanken fest, bevor ich deinen Beitrag gelesen habe Chris.

In allem Erschaffenen ist ja etwas vom Schaffenden (Anm. ich verzichte der Einfachheit halber auf alle weiteren Formen wie der weiblichen oder Plural) vorhanden. Etwas von seiner Energie, seines Wesens, ich nenne es auch "göttlicher Funke".
Unter diesem Aspekt ist alles auch göttlich. Aber (für mich) eben nicht mit Gott gleichzusetzen.
Wobei ich kein Problem damit habe, wenn andere dies anders sehen und z. B. die Natur mit einem Gott gleichsetzen.
Ich finde gerade die Vielfalt spannend, und stelle oft fest, dass die Unterschiede oft weniger groß sind, als sie scheinen, weil vieles eine Frage des Ausdrucks ist.

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RE: Wie entstehen Götter?

#33 von angelikaherchenbach , 22.01.2011 18:09

In allem Erschaffenen ist ja etwas vom Schaffenden (Anm. ich verzichte der Einfachheit halber auf alle weiteren Formen wie der weiblichen oder Plural) vorhanden. Etwas von seiner Energie, seines Wesens, ich nenne es auch "göttlicher Funke".
Unter diesem Aspekt ist alles auch göttlich. Aber (für mich) eben nicht mit Gott gleichzusetzen.
Wobei ich kein Problem damit habe, wenn andere dies anders sehen und z. B. die Natur mit einem Gott gleichsetzen.
Ich finde gerade die Vielfalt spannend, und stelle oft fest, dass die Unterschiede oft weniger groß sind, als sie scheinen, weil vieles eine Frage des Ausdrucks ist.[/quote]


Spannend!
Ja, Vieles ist eine Frage der Formulierung.
Aber EINE Formulierung von Dir, Matodemi, ist sehr klar und eindeutig: Der "Schaffende" - vs. Schöpfung.
Göttlich ist also der / die / das Schaffende, und im Geschaffenen liegt (nur) sein Funke.

Aber gibt bzw. gab es denn nicht auch Götter, die nichts "erschaffen" haben?
Nicht alle Götter sind Schöpfergötter.

Auch wenn ich selbst nicht an (personifizierte) Götter glaube, ist die Vorstellung eines Schöpfergottes (bzw. wie dieser entstanden ist mir nachvollziehbar, die anderen nicht.

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RE: Wie entstehen Götter?

#34 von Sinaris , 23.01.2011 15:29

Also sind die Götter, die nicht schaffen für Euch nicht Existent? Viele Märchen, Gedichte, Sagen und Geschichten erwähnen Taten von Göttern, ohne Ihren Schöpferischen Aspekt auch nur zu erwähnen.

Nebenher... ich kann auch Schaffen und Wandeln, bin ich dann auch ein Gott? Wenn das so wäre, wieviel Verantwortung ligt dann im "Gott" sein. Viele meiner Schöpfungen würdige ich nicht, der Budhismus lehrt mich sogar das geschaffene Vergehen zu lassen. Wie sollen wir dann von einem "Gott" betrachtung einfordern. Aber wir gehen sehr offTopic. Es ging um die Entstehung.

Ich für meinen Teil denke, ein Gott entsteht mit Krativitätformenden Geist, einem Willen zu schaffen und das geschaffene auch zu betrachten. Formen zu geben und der Welt Form zu geben. Egal ob durch Gedanke oder Handlung. Ich kann ein "Gott" sein aber deshalb bin ich längst nicht "heilig". Denn heilig ist nur allen devinen Regeln folgend und selbst ich lebe oft gegen meine moralischen Grundgedanken.

Gott ist für mich also jemand aus der Sicht des Erschaffenem gegenüber dem Erschaffendem. Aktuell also Gott = Schöpfer. De facto aus meiner Sicht... Schaffe und Du wirst "ein" Gott. Übernimm "absolute" Verantwortung für Deine Schöpfung und du wirst ein "heiliger" Gott.

Spontan entstanden... aber diese Betrachtung gefällt sowohl meinem spirituellem als auch meinem logischen Denken.

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RE: Wie entstehen Götter?

#35 von matodemi , 24.01.2011 15:36

- an die Götter die keine schöpfenden hab ich gar nicht gedacht (das liegt tatsächlich wohl daran, dass ich Christin bin, mir der Existenz anderer Götter zwar durchaus bewusst, aber nicht allzu wissend).

Sinaris - wenn ich Gott als den Schöpfer sehe, heißt das im Umkehrschluss nicht, dass ich all jene, die etwas schöpfen als Götter ansehe (entspricht in etwa dem: Alle Raben sind schwarz, aber nicht alles was schwarz ist, ist ein Rabe). Wie andere das sehen, weiß ich nicht, ich spreche hier nur für mich

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RE: Wie entstehen Götter?

#36 von Sinaris , 24.01.2011 21:14

Hmm... genau gesehen wandel ich ja meist nur. Erschaffen kann ich nicht wirklich.

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RE: Wie entstehen Götter?

#37 von Sommerfalke , 24.01.2011 22:02

Zitat von Sinaris

Nebenher... ich kann auch Schaffen und Wandeln, bin ich dann auch ein Gott?



Ja. Wenn auch ein pessimistischer.

Zitat von Sinaris

Wenn das so wäre, wieviel Verantwortung ligt dann im "Gott" sein.



Genauso viel wie im Menschsein.

Zitat von Sinaris

Viele meiner Schöpfungen würdige ich nicht, der Budhismus lehrt mich sogar das geschaffene Vergehen zu lassen.


Ich denke der Buddhismus lehrt das Nicht-Verhaftet-Sein. Das ist ein Unterschied.

Zitat von Sinaris

Wie sollen wir dann von einem "Gott" betrachtung einfordern. Aber wir gehen sehr offTopic. Es ging um die Entstehung.



Du forderst von Göttern Betrachtung ein? Was meinst du damit genau? Ist nicht rhetorisch gemeint, ich verstehe das wirklich nicht ganz.
Entschuldige, Sinaris, wenn ich dein Posting gerade auseinander nehme. Du hast nur so einige Punkte angerissen, die ich sehr interessant finde.
Zum Thema "Off-Topic": Ich finde man kann nicht über die Entstehung derr Götter diskutieren, und dabei die Diskussion um ihre Natur umgehen. Das hängt ja untrennbar zusammen.

Zitat von Sinaris

Ich kann ein "Gott" sein aber deshalb bin ich längst nicht "heilig". Denn heilig ist nur allen devinen Regeln folgend und selbst ich lebe oft gegen meine moralischen Grundgedanken.



Wir bekommen hier wirklich Definitionsprobleme. Heilig im ursprünglichen Sinne heißt "ganz", "heil" und hat mit Moral wenig zu tun. Gott und Götter sind für mich genau so wenig moralisch wie Naturgesetze.

Mir gefällt diese Diskussion immer besser...

Liebe Grüße
Chris

 
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RE: Wie entstehen Götter?

#38 von Sinaris , 25.01.2011 17:21

OK Sommerfalke... ich bemühe mich um meine Erläuterung...

Vorab... Pessimisten sind oftmals pessimistisch. Schon seit meiner Jugend war im Glas fast nix mehr drin und ausserdem wollte ich eh kein Wasser, sondern Cola.

Zum Thema...

Zitat von Sommerfalke
Wir bekommen hier wirklich Definitionsprobleme. Heilig im ursprünglichen Sinne heißt "ganz", "heil" und hat mit Moral wenig zu tun. Gott und Götter sind für mich genau so wenig moralisch wie Naturgesetze.



Entschuldige ich nehme bei Worten die mir bekannte Definition. Allerdings denke auch ich, das das definieren von worten wichtig ist... Verhindert Missverständnisse, Scheidungen und Kriege. Ganz = heilig...??? Nö. Heilig ist für mich verehrungsgebietend rein und vollkommen. Und Vollkommenheit ist für mich mehr als nur ganz. Ganz ist für mich auf die matrielle Ebene beschränkt. Vollkommen und Heilig ist für mich mit einem "Einklang" mit dem Sprirituellen verbunden. Aber ich erkläre gerne, das das hier ein Definitionsfehler von mir war.

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RE: Wie entstehen Götter?

#39 von Sinaris , 25.01.2011 17:25

Arrgh...

etliches an Text durch Dummheit verloren... Falsch mit Copy & Paste umgegangen... Hmmm bei meiner Generellstimmung schon ne ECHT harte nummer...

Computer + Fenster = false... NOCH!

Ich rekonstruiere den Text ein andermal... jetzt geh ich erstmal spazieren.

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RE: Wie entstehen Götter?

#40 von Sommerfalke , 27.01.2011 15:02

Zitat von Sinaris

Entschuldige ich nehme bei Worten die mir bekannte Definition. Allerdings denke auch ich, das das definieren von worten wichtig ist... Verhindert Missverständnisse, Scheidungen und Kriege. Ganz = heilig...??? Nö. Heilig ist für mich verehrungsgebietend rein und vollkommen. Und Vollkommenheit ist für mich mehr als nur ganz. Ganz ist für mich auf die matrielle Ebene beschränkt. Vollkommen und Heilig ist für mich mit einem "Einklang" mit dem Sprirituellen verbunden. Aber ich erkläre gerne, das das hier ein Definitionsfehler von mir war.



Nein, da habe ICH mich wohl falsch ausgedrückt. Ich will nicht die allgemeingültige Bedeutung des Wortes verleugnen, die du mit "verehrungsgebietend" schon gut triffst. Aber ich gehe manchmal gern zum Ursprung der Worte zurück. Besonders in diesem Fall, weil ALLE Worte, die mit Gott und Verehrung des Göttlichen zu tun haben, durch die Jahrhunderte eine sehr durch die Kirche geprägte Bedeutung angenommen haben. Gott, das Göttliche, wird dadurch irgendwie von der Welt weggerückt, und das finde ich schade und falsch.

Ich finde es übrigens irgendwie albern, dass wir ständig Formulierungen wie "für mich" oder "meiner Meinung nach" einbauen (ich tu's aber auch). Sollte doch eigentlich klar sein, dass jeder hier seine eigene Meinung vertritt, oder?

 
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RE: Wie entstehen Götter?

#41 von Anna , 05.03.2011 13:40

Nachdem ich gerade von einer Session mit Anoia komme...die letzte Schublade mit Kindersicherung wird einfach zu voll und da kann sich Anoia so richtig schön austoben

Wollte ich einfach mal fragen, wem es denn noch so geht, dass er am Anfang "aus Spaß" Anoia angerufen hat, und sich das aber auf einmal verselbstständigt?
(Anoia ist eine Göttin von der Scheibenwelt, also von Terry Pratchet und ist verantwortlich für klemmende Schubladen und verlegte Dinge im Haus)

Und kann man dann schon von einer neuen Göttin reden? Oder ist es einfach "nur" was als "Element" bezeichnet wird?

Und wenn sich so was verselbstständigt, war dann einfach die Zeit reif für so eine Göttin? Oder entstand sie schon mit den Schubladen?


A nna, die mal die Küchenschublade aufräumen geht...

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RE: Wie entstehen Götter?

#42 von Esme , 05.03.2011 19:08

Liebe An na,
die Götter die ich rief, ich werd sie nicht mehr los...

ich bin mir sicher das T.P. sehr viel in seine Bücher hinein gelegt hat, vieles aus Erfahrung...vielleicht ist eine alte Göttin zu neuem Leben erwacht, wer kennt sie schon alle...daher immer schön vorsichtig mit anrufen, denn genau in dem Moment in dem man die verklemmte Schublade aufreißen will, kommt sie einem entgegen! und schon kann Mensch endlich aufräumen und findet Dinge die er eigentlich nicht gesucht hat, zur Zeit jedenfalls
Verlegtes suche ich auch gerade mal wieder, ich geh dann mal was anderes suchen...

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RE: Wie entstehen Götter?

#43 von mhinas , 01.05.2011 23:38

Hm, ich bin in dieser Hinsicht nicht ganz "orthodox" und Stimme weitgehend mit Baruch Spinoza und dem Neoplatonismus überein. Gott ist für mich eine körperlose, alles durchdringende, aber über das Diesseits hinausgehende Identität. Ein Individuum, das vor allem war und aus dem Alles geworden ist. Gott ist eine Neutrale Monade - er geht über das physische wie das psychische hinaus. Da ich glaube, dass sich Gott Lebewesen von der Seele her wesensebenbildlich erschaffen hat, ist auch die Seele von einer dritten Art, die Diesseitige und Jenseitige Welt durchdringt. Darum hat ein Lebewesen sein Dasein "hüben wie drüben" und kann da wie dort interagieren.

Lebendiges Sein ist da meines erachtens ein Stichwort. Inwieweit unbelebtes Sein darin eingebunden ist - ich hab mir noch keine Gedanken gemacht...

 
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RE: Wie entstehen Götter?

#44 von Tatjana , 03.05.2011 19:34

Hmm... es ist schon lange Jahre her, seit ich mich mit Spinoza beschäftigt habe. Sein ganzheitliches Weltbild hat mich damals ziemlich beeindruckt und mir aus heutiger Sicht die Brücke gebaut von meiner ursprünglich monotheistischen evangelischen Sozialisierung zu meiner heutigen pantheistischen Naturspiritualität. Ich versuche also mal mitzureden...

Zitat
Lebendiges Sein ist da meines erachtens ein Stichwort. Inwieweit unbelebtes Sein darin eingebunden ist - ich hab mir noch keine Gedanken gemacht...



Wenn Gott in allem Sein, allem "Seienden" vorhanden ist und er zugleich die Ursache dafür ist... kann es denn dann überhaupt unbelebtes Sein geben? Mit den Erfahrungen, die ich in Rückführungen und schamanischen Ritualen machen durfte, würde ich sagen nein... das Göttliche zeigt sich aus meiner Sicht auch im scheinbar Unbelebten, es ist nur eine Frage der Wahrnehmung sowie manchmal der Kommunikation.

viele Grüße aus Worpswede,
Tatjana

 
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RE: Wie entstehen Götter?

#45 von mhinas , 03.05.2011 19:57

Ja, wenn man von einem Pantheistischen Weltbild ausgeht ist das natürlich richtig. Ich bin dahingehend allerdings panentheistisch geprägt - die Gottheit durchdringd, transcendiert alles Sein, ist aber a) personal/individuell, b) über das Diesseitige hinausgehend und c) nicht mit ihm wesensgleich, sondern wesensähnlich. So kommt es m.E. dass eben Lebewesen, aber auch Unbelebtes auf das Göttliche bezogen sind, allerdings in unterschiedlichen Stufen von Beseeltheit.

 
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