RE: Kirche vs. Naturreligion

#16 von Sommerfalke , 04.12.2010 17:33

Sehe ich auch so, matodemi.

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#17 von Belbara , 04.12.2010 18:06

Heiho,

also ich bin ja selten in der Kirche - an Weihnachten halt meiner Mutter zuliebe... ich stehe aus Respekt auf, wenn die Leute stehen, sitze auch ruhig da und höre gern zu - aber ich bete nicht ihre Gebete mit und singe nicht ihre Lieder mit. Denn mein Glaube hat ja eigene Gebete und Lieder, die mir inhaltlich etwas bedeuten und an denen mein Herz hängt. Sicher, das kann man auch anders sehen: Jesus als die zur Wintersonnenwende wiedergeborene Sonne... also, wer diese "Transferleistung" hinkriegt und damit keine Probleme hat, sollte es unter allem Umständen tun

Mir gelänge es halt nicht, mit voller Überzeugung zu diesem Gott zu beten, denn er ist ja, laut seinem Buch, ein Gott, der nur allein verehrt werden möchte, und das möchte ich dann wieder nicht.

Lieber Gruß,
Belbara

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RE: Kirche vs. Naturreligion

#18 von Nagaroon , 05.12.2010 21:17

Moin,

Zitat
Nun meine Frage. Ist es okay, wenn ich in einem Gotteshaus eine heidnische Göttin anbete?



Ich persönlich finde das nicht ok.
Eine christliche Kirche ist dem christlichen Gott geweiht und nur dieser sollte dort verehrt werden.
Für mich schwingt da eine Gefühl der unfairness mit.
Zum einen weil ich sage das ist nicht mein religiöser Weg also habe ich da auch nichts zu suchen zum anderen sollte der Platz denen vorbehalten bleiben denen dieser Weg wichtigt ist. Gerade an diesem hohen christlichem Feiertag.
Jeder sollte sich mal überlegen wie sich der christliche Besucher fühlt wenn da ein "Heide" seine Götter in seiner Kirche anbetet.
Mir persönlich wäre es bestimmt auch nicht recht wenn in einem meiner Rituale jemand christliche Elemet einbring - auch wenn er es heimlich und still tut.

Für mich gehört sich so was einfach nicht.

Auch ich wurde schon gebeten zu bestimmten Anlässen an christlichen Gottesdiensten teilzunehmen. Meistens lehne ich das aber ab.
Wenn es nicht geht (in diesem Fall eine Hochzeit und eine Beerdigung) bin ich nur als neutraler Beobachter dabei. Ich schau mir das ganze an nehme aber nicht aktiv darn teil - auch bethe ich auf christlichen Boden nicht zu meinen heidnischen Göttern. Eine Kirche ist für mich nun mal eine heilige Einrichtung einer anderen Religion und das akzepiere ich für mich. Es ist alleine den Anhängern der Christlichen Religion vorbehalten dort ihre Riten und Zeremonien in ihrem Sinne abzuhalten und nicht Anhängern anderer Religionen - egal welcher.

Das Argument das viele Kirchen sowie so auf heidnischen Stätten stehen kann ich so nicht gelten lassen. Sie sind nun mal hier und heute christlich geweiht und seit vielen Jahren (meisten schon viele Hundert) christlich genutzt.

Aber jeder muss selber damit klar kommen. Ich für meinen teil findes es unangemessen heidnische Gottheiten in einer christlichen Kirche zu verehen.

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#19 von Inge , 06.12.2010 12:53

Zitat von Nagaroon
... Ich persönlich finde das nicht ok.
Eine christliche Kirche ist dem christlichen Gott geweiht und nur dieser sollte dort verehrt werden.
Für mich schwingt da eine Gefühl der unfairness mit. ...



... hängt davon ab, WO diese Kirche steht. (Viele Kirchen stehen auf alten heidnischen heiligen Plätzen und dementsprechend sind dort- so denke ich - auch noch die "alten Kräfte" vorhanden. Kraftlinien etc. verschwinden nicht, nur weil nun eine "andere Gottheit" dort Einzug genommen hat ...)

Wenn ich mal in einer Kirche bin - und ich gehe gerne in Kirchen, schaue mir die Skulpturen und Gemälde an, versuche die Energien zu erspüren .... - dann bete ich dort weder zu dem christlichen noch zu einem anderen Gott. Wie eben schon erwähnt, schaue und erspüre ich mir dir Kirche. Auch zünde ich dort wenn möglich, eine Kerze an - sei es für Freunde, Familie, offene Herzen und Gedanken bei meinen /manchen Mitmenschen, für unsere UrAlte Mutter und deren Schutz... oder what ever.

Warum ist es unhöflich, wenn jemand in der Kirche zu einem anderen Gott betet, wenn dieses doch aus offenen und ehrlichen Herzen geschieht ? Mich stört es auch nicht, wenn ein christlicher Gottesdienst im Wald abgehalten wird ...

LG

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#20 von wolfmagnus , 06.12.2010 14:11

Zitat von Inge
Warum ist es unhöflich, wenn jemand in der Kirche zu einem anderen Gott betet, wenn dieses doch aus offenen und ehrlichen Herzen geschieht ? Mich stört es auch nicht, wenn ein christlicher Gottesdienst im Wald abgehalten wird ...



Sehr schönes Bild, ... ...bin ich ganz Deiner Meinung!

Außerdem müssen sich Gebete ja nicht zwangsweise an Gottheiten richten - einen Wunsch nach Frieden, Liebe, Schutz etx..kann man ja ohne weiteres auch hervorbringen, ohne ein bestimmtes Pantheon, eine Gottheit ode wasauchimmer im Kopf zu haben. Und natürlich kann ich meine Energien und Wünsche mit denen anderer verbinden, auch wenn sie theologisch eine andere Ansicht haben.

Natürlich muß die Motivation stimmen und jeder hat vermutlich eine ganz andere Herangehensweise, aber wenn man offen für andere Denkweisen u Energien ist, sollte es kein Problem sein, als Heide an einem christlichen Weihnachtsgottesdienst teil (!) zunehmen - um nochmal meine Meinung zur ursprünglichen Frage zu kommentieren...

Gute Zeit Euch allen!!!

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#21 von Mahashakti , 06.12.2010 20:43

Das Christentum lehrt - so wie viele andere Religionen auch - das es nur ein Göttliches gibt.
Wie kann es dann möglich sein einen anderen Gott zubeten, wo es doch nur den einen gibt?
Daraus ergibt sich für mich ganz logisch, das ich diesen einen Gott zwar vielleicht unter verschiedenen Namen anrufe, aber es ist immer der/die/dasselbe eine Göttliche.

Was spricht dagegen die göttliche Zwiesprache gemeinsam mit anderen Menschen durchzuführen? Nur das sie dafür vielleicht einen anderen Namen bevorzugen? Ich finde das gemeinsame Gebet ist was wunderschönes und es wirkt sehr verbindend, es stärkt die Gemeinschaft. Dabei gehe ich davon aus, das die Anrufung auf eine einfühlsame Art und Weise geschieht, die nicht zu Kollisionen führt, also zB das stille Gebet. Werden in der Kirche zB Gebete hörbar gesprochen, denen ich nicht folgen möchte, so kann ich im Stillen problemlos mein eigenes Gebet sprechen, da ich mich an dasselbe Göttliche wende (es gibt ja kein anderes).

Für speziellere und im Aussen sichtbare oder hörbare Riten, muss ich mich entweder anpassen oder still dabei bleiben. In der christlichen Kirche werden christliche Rituale vollzogen, an anderen Orten (meist) andere. Möchte ich zB eine Verehrung mittels eines Räucher- oder Feuerrituals durchführen, dann ist die Kirche dafür der falsche Ort - ausser ich wurde ausdrücklich dazu eingeladen, aber das dürfte eher die Ausnahme sein.


Liebe Grüsse,
Mahashakti

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#22 von Serpentia , 07.12.2010 16:06

Zitat
Das Christentum lehrt - so wie viele andere Religionen auch - das es nur ein Göttliches gibt.
Wie kann es dann möglich sein einen anderen Gott zubeten, wo es doch nur den einen gibt?
Daraus ergibt sich für mich ganz logisch, das ich diesen einen Gott zwar vielleicht unter verschiedenen Namen anrufe, aber es ist immer der/die/dasselbe eine Göttliche.



Wenn das für dich zutrifft, wird dir das hier sicher keiner absprechen. Als nicht Christ gilt das für mich z.B. nicht und ich verstehe meine Götter schon als deutlich anders als den christlichen. Deutlich. Anders.

Ich halte es daher auch mit und betrete jedes Gotteshaus einer anderen Religion als Gast, mit dem entsprechenden Respekt und so höflich, wie ich es umgekehrt auch erwarte.

Aber meine Götter treff ich lieber im Wald.


Der Thread driftet langsam wieder ab, fürchte ich. Vielleicht sollte ich ihn in den Club der Philosophen verschieben, wenn hier Bedarf ist sich über das "alle Götter sind ein Gott" Prinzip auszutauschen?

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#23 von Mahashakti , 08.12.2010 19:24

Liebe , liebe Ravenwings,

die Frage "Alle Götter sind ein Gott - oder nicht?" scheint der Kristallisationspunkt für die Antwort auf Ravenwings Ausgangsfrage zu sein. Je nachdem wie sie zu dieser Frage steht, fällt die Antwort auf ihre Ursprungsfrage so oder so aus. Der Thread zeigt, das es jeweils mehrere Befürworter für beide Positionen gibt.

So wie es oben bereits sehr treffend formuliert hat : "Wenn das für dich zutrifft ... gilt das für mich zB nicht ... "
ist diese Antwort sehr individuell zu betrachten. Das schönste am Leben ist immer noch seine Vielfalt.

Liebe Grüsse, Mahashakti

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#24 von Nivien , 08.12.2010 20:00

Ihr Lieben,

jetzt muss ich aber noch was dazu loswerden, auch wenns wieder leicht offtopic wird.

Ich finde, dass nicht unbedingt nur ausschlaggeben ist, was ich darüber denke, sondern was die anderen, in diesem Falle also die christlichen Gläubigen, für wahr halten. Und darauf respektvoll Rücksicht zu nehmen, finde ich wichtig.

Danke. Das wars schon.

B*B
Nivien.

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#25 von Mahashakti , 08.12.2010 23:13

Darüber kann man sich ja dann austauschen. Kommunikation ist oft sehr hilfreich.
Zumindest im Fall der stillen Andacht kann ich persönlich mir nicht vorstellen das es jemanden stört, wenn zwischen 100 Personen 5 Menschen sitzen, die ihrem Gott im Gebet einen anderen Namen geben oder die ein anderes Gebet im Geiste sprechen.

Wg. Natur und Kirche kam mir grad noch ein Gedanke - die Kirche hat viele Naturelemente in ihrem System:
- Die gotischen Kirchen sind von der Säulenform her Buchenwäldern nachempfunden.
- Es gibt zahlreiche Bäume: Tannenbaum, Maibaum, der Baum auf dem Dach beim Richtfest, ...
- ... und diverse Naturzutaten: Feldfrüchte beim Erntedank, Ostereier, den Kräuterbuschen (wird v.a. in Bayern gepflegt soweit ich weis)
- Sowie jede Menge eingemeindete heidnische Heilige ...
- und das schönste ist: der gute alte Nikolaus stammte aus einer Region der heutigen Türkei und damit aus einer Region die zumindest heutzutage muslimisch ist. Wie das damals war weis ich nicht, noch nicht ... muss ich mal rauskramen.
Jedenfalls: viel Gemisch zu allen Zeiten ... ...

Liebe Grüsse und Gute Nacht, Mahashakti

 
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RE: Kirche vs. Naturreligion

#26 von Serpentia , 09.12.2010 10:24

Danke Nivien, für diesen guten Einwurf, das ist richtig und das meinte ich auch mit "respektvoll". Also mich würde es stören, wenn jemand im einem heidnischen Ritual plötzlich den christlichen Gott anruft. Wenn er das still tut, ist die Frage eine andere.... *zwinker*.. aber das sagt mehr aus über ihn als über mich, sofern er denn erscheint.

Aber das ist jetzt echt . Ich glaube, Ravenwings hat ihre Antworten und kann sich jetzt entscheiden, wie sie es halten möchte.


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