wie soll/kann ich helfen?

#1 von anitram , 26.11.2010 11:19

Hallo,

ich habe in unserer Nachbarschaft eine - nicht sehr fähige Mutter, deren Tochter im Alter genau zwischen meinen Kindern liegt. Tut mir leid, wenn ich es so ausdrücke, aber meine Geduld ist ziemlich am Ende!

Die Mutter will ihren Kindern anscheinend kein Fahrrad kaufen, oder ähnliches. Jetzt will der Sohn (9) sich immer das Fahrrad meines Sohnes (5) ausborgen. Unterstütze ich damit den Unwillen der Mutter, wenn ich das zulasse. Einmal davon abgesehen, dass mein kleiner Sieger (Victor) sein Fahrrad nicht gerne hergibt, weshalb ich schon ziemlich oft nein sage.
Pro herborgen: Er hat keines, braucht aber eines.
Contra: der Leidensdruck des Jungen sinkt und damit der Druck auf die Mutter ihrem Sohn eines zu kaufen.

Außerdem stehen die beiden oft abends vor meiner Tür, und wollen rein. Wie bringe ich der Mutter bei, dass ihre Kinder ihre Verantwortung sind? Sie ist ja ach so benachteiligt! Ihre Kinder haben so viel weniger als meine!

Meine Priorität sind die Kinder und keine 1000€ Couch alle zwei Jahre!

So jetzt habe ich genug gejammert, aber die Kinder tun mir leid. Danke für eure Geduld.

Martina

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RE: wie soll/kann ich helfen?

#2 von Siebenstern , 26.11.2010 16:18

Das ist schwer .... wie kannst du helfen...

Ich hab in meinem Leben gelernt, Menschen, die andere ausnutzen aus dem Weg zu gehen und so ein bisschen erscheint es mir so eine Situation zu sein.
Die Frage ist, ob es dir und deinen Kindern viel nimmt, wenn ihr die Nachbarskinder an euren Leben bzw. an dem Rad deines Sohnes teilhaben lasst.
Denn: Die Eltern tragen die Verantwortung für ihre Kinder und leider sind heute häufig überfordert damit bzw. kümmern sich nur um sich anstatt um ihre Kinder...

Wie du schreibst, lieber Geld für die Kinder ausgeben als eine teure Couchgarnitur...so sollte es sein...ist es aber leider nicht immer...

Ich denke, du kannst nicht das ausgleichen, was die Eltern an Fürsorge vermissen lassen, und du solltest nur so weit gehen, wie es gut für dich und deine Familie ist.

Es ist nicht immer förderlich andere Menschen zu unterstützen, da kommt es erstmal auf deine Reserven und Möglichkeiten an und auch darauf, ob es vielleicht wirklich die Verantwortungslosigkeit der anderen nur noch verstärkt. Könnte sie nicht ein gebrauchtes Rad für ihren Sohn kaufen z.B.
Ich bin tatsächlich über die Jahre sozial ermüdet, auch durch meinen Beruf, wenn man viel mit Menschen arbeitet, die bedürftig sind, kann es halt zu einer Ermüdung in der Richtung führen... Da ist es wichtig eben die eigenen Grenzen kennen-und auch halten zu lernen, sonst geht man selber den Bach runter.

Herzliche Grüße
Siebenstern

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RE: wie soll/kann ich helfen?

#3 von Fingayin , 27.11.2010 00:04

Ähm...es ist das Fahrrad Deines Sohnes. Also brauchst Du Dir überhaupt kein Kopf machen.
Wenn Du es nicht möchtest, und Dein Sohn es auch nicht gern "verleiht" ist das Thema doch vom Tisch.
Und wenn es Für Euch ok ist das der kurze von "neben an " damit fährt, ist es auch in Ordnung.
Mach Dir keine Gedanken über die Denkweise der Mutter.
Wenn sie das nicht möchte wird Sie sich schon melden und Ihr könnt darüber reden.
Mach Dir keine Probleme und Gedanken wo es keine gibt.

 
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RE: wie soll/kann ich helfen?

#4 von Tree , 27.11.2010 08:49

Helfen ohne Aufforderung zur Hilfe...................das geht nicht.
(Vielleicht braucht die Frau keine Hilfe oder sie will keine. Daß sie Hilfe brauchen könnte ist alleine Deine Interpretation.)

Für Dich geht es darum Deinen Standpunkt klar zu machen.
Wenn Du nicht möchtest, daß das Nachbarskind mit dem Fahrrad Deines Sohnes fährt verbiete es.
Wenn es für Dich ok ist, dann laß das Kind fahren. Da gebe ich recht.
Was die Mutter darüber denkt? Das darf Dir ruhig egal sein, denn das ist nicht Dein Problem.

Wenn Du nicht möchtest, daß die Kinder abends ständig klingeln. Sag es ihnen und mach dann nicht mehr auf.

Du kannst nur für Dich und Deine Familie sprechen und Dich entsprechend abgrenzen.
Alles andere ist Sache der anderen Mutter. Unaufgefordert solltest Du da nicht aktiv werden. Das würde unweigerlich zu Streit und Spannung führen, weil es als Einmischung empfunden werden würde, was es ja letztendlich auch wäre.

 
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RE: wie soll/kann ich helfen?

#5 von Ceridwen , 27.11.2010 18:47

Auch wenn es weht tut, du bist nicht für alle Kinder verantwortlich.
Du musst ihnen das Fahrad nicht geben, besonders nicht gegen den Willen deines Sohnes,wenn das Fahrad wichtig für ihn ist.
Und du musst die Kinder auch nicht mehr Abends zu dir rein lassen.
Sei da konsequent.
Vielleicht sieht die Mutter es einfach nur anders als du,deshalb musst du das ja nicht trotzdem unterstützen.
Wir hatten bei uns in der Strasse das Problem, ob wie wegen 3 kleinen Kindern das Jugendamt einschalten oder nicht.
Eine Nachbarin war aber dagegen, sie hat in einem heim gearbeitet.
Wir haben gemeinsam ein wachsamens Auge auf die Kinder gerichtet und mitlerweile hat sich die Situation geändert.
Und manchmal kann man gar nichts machen.

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RE: wie soll/kann ich helfen?

#6 von anitram , 28.11.2010 14:08

Sie stehen vor meiner Tür und fragen mit herzzerreissendem Blick. Ich sage schon oft nein, aber sie kommen immer wieder.

Zitat des Jungen, wenn er abends vor der Tür steht:
"Wo soll ich hin? Meine Mutter ist nicht zuhause!"
oder ähnliches.

Wenn sie nicht immer kommen würden, wäre es für mich auch kein Problem, aber wir wohnen (leider) in einem Mehrparteienhaus.

Danke für eure Antworten

Martina

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RE: wie soll/kann ich helfen?

#7 von Nachtfalke , 28.11.2010 21:08

Hat er denn keinen Schlüssel?
Oder anders: ist es denn nicht Verletzung der Aufsichtspflicht, wenn niemand zuhause ist und das Kind nichtmal in die Wohnung kann?
Kann man da nicht ggf. was mit dem Jugendamt machen?

Oder wahlweise mit der Mutter reden, dass du nicht willst, dass ihre Kinder dauernd bei dir anläuten oder so..

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RE: wie soll/kann ich helfen?

#8 von sarima , 31.12.2011 14:57

Zitat von anitram
Sie stehen vor meiner Tür und fragen mit herzzerreissendem Blick. Ich sage schon oft nein, aber sie kommen immer wieder.

Zitat des Jungen, wenn er abends vor der Tür steht:
"Wo soll ich hin? Meine Mutter ist nicht zuhause!"
oder ähnliches.

Wenn sie nicht immer kommen würden, wäre es für mich auch kein Problem, aber wir wohnen (leider) in einem Mehrparteienhaus.

Danke für eure Antworten

Martina



Hallo Martina, ein schwieriges Thema, das ist mir klar. Nicht viele Leute achten auf ihre Mitmenschen so wie du und versuchen Lösungen zu finden!
Ich gehe mal davon aus das du dich mit der Mutter schon einmal unterhalten hast. Ich könnte es aber verstehen wenn nicht! Solche Gespräche sind sehr schwierig. Ich arbeite im therapeutischen Bereich mit Kindern und auch mit ihren Eltern. Manche, die zu uns kommen sind offen für Vorschläge, wie sie die Situation verändern können, probieren aus was für sie die richtige Lösung ist, andere leider nicht!

Entweder sie können aus irgendeinem Grund die Situation nicht "sehen" oder sie verstehen deine Sichtweise nicht weil ihr Leben ebend anders verläuft als deins/euers.

Eindeutig ist allerdings, dass die Kinder abends allein sind! Das kannst du sicher ansprechen. Vielleicht muß sie arbeiten und hat niemenden für die Kinder, du könntest ihr dann Hilfe anbieten, ihr z.B.sagen, wo sie Tagesmütter oder ähnliches finden kann. (Ich will dir hier keine 2. Familie aufbrummen, nicht falsch verstehen). Vielleicht hat sie einfach keine Ahnung. Sie weiß aber, das jemand auf die Lage aufmerksam geworden ist. Entweder sie geht drauf ein oder sie ist beleidigt oder lehnt anderweitig ab. Im 2. Fall kannst du leider nicht mehr tun als letztendlich das Jugendamt informieren, wobei... wenn nicht Leib und Leben auf dem Spiel steht....unsere Gesetze sind zu schwammig als das das Jugendamt hier schon einschreitet. Ich hoffe es gibt da andere Erfahrungen!

Was ich damit sagen will ist letztendlich: Mancher Menschen Leben läuft anders ab als das eigene, anders als man selbst es verstehen kann, das geht mir oft so und mir bleibt dann nichts weiter übrig als das zu akzeptieren und es so zu belassen wie es ist. (ist bei mir aber auch anders, die Leute gehen nach 45 min wieder)

Und spirituel gesehen denke ich, sie haben sich dieses Leben so ausgesucht, irgendetwas müssen sie scheinbar in diesem Leben be- oder abarbeiten. Ich bin mir nur nicht sicher ob dir das hilft, mir oft nicht!

Ich denke ein Gespräch ist wichtig, ruhig, sachlich, nachbarschaftlich, ohne Vorwürfe. Wenn das nicht geht: Klingel abschalten! Sorry,

LG
Katja

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