Weihnachten und Alban Arthan

#1 von anitram , 25.11.2010 11:47

Hallo.

Wie feiert ihr mit euren Kindern die Wintersonnenwende? Feiert ihr auch Weihnachten?

Wir kommen an Weihnachten wohl nicht vorbei, da alle Großeltern (sehr!) katholisch sind. Wahrscheinlich werden wir sogar zum Gottesdienst gehen "dürfen", das ist nicht mein Problem.
Ich versuche dieses Jahr einen "Gegenpol" zur christlichen und materialistischen Feier zu setzen.

Zur Zeit beschäftige ich mich Mabon, und versuche meinen Kindern Mythen dazu näher zu bringen. Außerdem jage ich sie in die Natur. Am Sonntag sollen sie die Zutaten zum Adventsgesteck suchen, wenn wir schon nicht daran vorbei kommen.

Ich versuche es als Zeitangabe bis Alban Arthan zu sehen.

Für Tipps und Diskussionen dazu bin ich dankbar.

Martina

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RE: Weihnachten und Alban Arthan

#2 von inis , 29.11.2010 13:27

Hallo Martina,

ja, ein nicht so einfaches Thema...

Mein Mann und ich sind beide nicht christlich, er ist zudem mit einem dicken Weihnachts-Trauma gesegnet (lange Geschichte), sodaß wir das Ganze zuletzt schon lieber als "Julfest" tituliert haben... meine Verwandtschaft ist weit weg, unchristlich und/oder unter Funkstille, seine Mutter hat auch überhaupt nix für Feierlichkeiten übrig... es zwingt uns also keiner zu irgendwas!
Und unser "Großer" ist noch klein, gerade mal 2,5 Jahre, geht noch nicht in den Kindergarten...

...aber trotzdem liegt das Weihnachts-Thema irgendwie in der Luft. Der Kleine und ich gucken manchmal zusammen Fernsehen ("Menschen, Tiere und Doktoren" z.B. ), und in der Werbung wimmelt es natürlich von Weihnachten und Tannenbäumen und Weihnachtsmännern und feiernden Familien, Geschenken und dergleichen. Auch im Einkaufszentrum (wo man ja doch hin und wieder mal hinwill) kommt man an der Deko nicht vorbei.
Tja... wir haben noch überlegt, wegzufahren, das haben wir letztes Jahr auch schon gemacht, aber leider war der Urlaub damals ein ziemlicher Reinfall, und irgendwie auch sehr trostlos, nicht zuhause zu sein - so unbehaust halt!
Diesmal werden wir also über die Feiertage wohl zuhause sein und haben zumindest shconmal beschlossen, es uns wohlergehen zu lassen, mit gutem Essen und vielleicht auch Wellness-Anwendungen... ich persönlich liebe eigentlich auch den Anblick eines Tannenbaums im Wohnzimmer, muß ich gestehen (na gut, das ist auch ein ursprünglich naturreligiös-heidnischer Brauch).
Außerdem... vielleicht bin ich inzwischen auch zu empfänglich für die allgemeine Stimmung um mich herum, aber ich finde, man merkt den Unterschied zwischen "der Abend von Heiligabend, kurz vor Sonnenuntergang" und "ein beliebiger stiller Sonntag im Dezember, kurz vor Sonnenuntergang", selbst wenn man nur zuhause sitzt und in den Himmel rausguckt...

Langer Rede kurzer Sinn: wir suchen derzeit auch noch danach, wie wir unsere eigene Familientradition und Bräuche rund um dieses Fest gestalten wollen - einfach wegignorieren geht nicht, sogar nicht mit einem Kleinkind, wie wir festgestellt haben...

Vielleicht ist es am besten, man selbst fragt sich halt mal, was man persönlich eigentlich daran mag und gut findet: ich mag halt Tannenbäume bzw. Immergrün-Deko allgemein, Plätzchenbacken und gutes Essen... daß man also erstmal den Ballast der Erwartungen Anderer beiseite räumt und sich fragt, was ist für mich wichtig und liebgewonnen?

 
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RE: Weihnachten und Alban Arthan

#3 von anitram , 30.11.2010 16:46

Hilfe! Meine Mutter will den Kindern eine Kinderbibel schenken, damit sie gute Christen werden.

Das war es wohl mit meinen Planungen.
Na, ja! Ich werde es irgendwie schaffen ihnen meinen Glauben nahe zu bringen, ohne allzu sehr mit ihren Großeltern zu streiten, denn Streit passt nicht zu dieser Zeit. Außerdem geht es ihnen nicht so gut und ich will nicht Schuld an ihrem vorzeitigen Tod sein.

Martina

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RE: Weihnachten und Alban Arthan

#4 von inis , 30.11.2010 17:32

Zitat von anitram
Hilfe! Meine Mutter will den Kindern eine Kinderbibel schenken, damit sie gute Christen werden.


Uuuuuhhh... das ist ja beides irgendwie finster, sowohl das Geschenk, als auch erst recht die Absicht dahinter!
Vielleicht kannst du mit deinen Kindern (wie alt sind sie nochmal? hab ich leider vergessen ) das Ganze wie ein Märchenbuch angucken?
"Es war einmal ein Mann, der sehr weise und gütig war. Er lebte in einer Zeit, als es viele Kriege und Not unter den Menschen gab. Damit alle Menschen ihm zuhören konnten, um von seiner Weisheit zu lernen und seiner Güte getröstet wurden, zog er mit einigen Freunden durch die Lande..." "...ob dieser Mann wirklich gelebt hat, wissen wir nicht. Aber noch heute gibt es viele Menschen, die sich an den Lehren und der Güte dieses Mannes ein Vorbild nehmen und versuchen, ein gutes und gerechtes Leben zu führen."


...halt irgendwie sowas? Schon das Buch lesen und angucken, aber es eben eher als eine Beispielgeschichte behandeln, anstatt es als DIE WAHRHEIT hinzustellen?

Erst recht, wenn du auch andere Mythen und Märchen mit deinen Kindern lesen willst - mach sie auf die Parallelen aufmerksam zwischen dem Mabon und jenem anderen göttlichen Kind, die "zufällig" beide zur Wintersonnenwende geboren sind... deine Kinder werden sicherlich auch merken, daß es derzeit morgens spät hell und nachmittags schon früh wieder dunkel wird. Erklär ihnen, daß das den Leuten früher Angst gemacht hat, und sie sich deswegen gern schöne, freundliche Geschichten erzählt haben, wie genau in dieser dunkelsten Zeit des Jahres ein Kind geboren wird, das später allen Menschen helfen kann.

Und auch die Deko zu Weihnachten ist ja eigentlich wunderschön heidnisch - auch da kannst du mit deinen Kindern drüber sprechen, daß man sich mitten im Winter, wenn alle (Laub-)Bäume kahl sind und keine BLumen blühen, gern Zweige von immergrünen Büschen und Bäumen ins Haus holt: als Erinnerung daran, daß das Leben, die Sonne und die grünen Blätter im Frühjahr auch wiederkommen. Wenn du es über dich bringst, kannst du ihnen ja auch die christliche Deutung der Wiedergeburt dazu erzählen (die ja eigentlich auch strenggenommen zunächst eine heidnische war).

Ich denke, es gibt eben genug Parallelen und Überschneidungen zwischen den verschiedenen Brauchtumskulturen, sodaß es deinen Eltern nicht unbedingt negativ auffallen muß. Daß du bei einigen Themen halt nicht auch noch das Jesuskindlein ins Spiel bringst, naja, man muß die Kleinen ja auch nicht überfordern...
Will heißen: auch ohne direkte Auseinandersetzung mit den katholischen Großeltern kannst du ja "unbemerkt" heidnische Weihnachtsbräuche mit den Kindern pflegen. Servier es ihnen einfach erstmal als schöne Geschichten, die du vielleicht auch unkommentiert nebeneinander stellst ("was davon alles wahr ist, weiß man nicht so genau").

Alles Gute!

 
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RE: Weihnachten und Alban Arthan

#5 von Serpentia , 30.11.2010 17:35

*räusper* Ich habe meinen Kindern auch ne Kinderbibel geschenkt, die steht im Regal jetzt zwischen Koran, Talmud und diversen anderen religiösen Texten zu Druidentum, Zoroasten, Juden, Ba'hai...

Eine Bibel zu haben macht noch keinen Christen und auch wenn ich es aufdringlich finde - und mir denken kann, was deine Eltern dabei im Kopf haben - kannst du das auch einfach als interessantes Buch über einen anderen Glauben annehmen und auch so behandeln. Schließlich müssen wir uns mit dieser "Christlichen Leitkultur" ständig auseinandersetzen.

Im Umgang mit Großeltern rettet mich übrigens seit 21 Jahren das Motto der Madagaskar Pinguine.. immer schön lächeln und winken....

 
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RE: Weihnachten und Alban Arthan

#6 von WaldSeele , 01.12.2010 21:25

Zitat von inis
"Es war einmal ein Mann, der sehr weise und gütig war. Er lebte in einer Zeit, als es viele Kriege und Not unter den Menschen gab. Damit alle Menschen ihm zuhören konnten, um von seiner Weisheit zu lernen und seiner Güte getröstet wurden, zog er mit einigen Freunden durch die Lande..." "...ob dieser Mann wirklich gelebt hat, wissen wir nicht. Aber noch heute gibt es viele Menschen, die sich an den Lehren und der Güte dieses Mannes ein Vorbild nehmen und versuchen, ein gutes und gerechtes Leben zu führen."
[..]
mach sie auf die Parallelen aufmerksam zwischen dem Mabon und jenem anderen göttlichen Kind, die "zufällig" beide zur Wintersonnenwende geboren sind... [...]schon früh wieder dunkel wird. Erklär ihnen, daß das den Leuten früher Angst gemacht hat, und sie sich deswegen gern schöne, freundliche Geschichten erzählt haben, wie genau in dieser dunkelsten Zeit des Jahres ein Kind geboren wird, das später allen Menschen helfen kann.


das hast Du total schöööön beschrieben, @ , vielen Dank dafür! ich hab zwar selbst keine Kinder, bin aber Tante und Großtante und ich find es total klasse, wie man diese Themen miteinander verweben kann. Wenn man genau hinschaut und aufgeschlossen bzw. nicht engstirnig ist, erkennt man wirklich diverse Parallelen zwischen diversen Weltreligionen und dem Heidentum bzw. dem Druidentum. Das eine schließt das Andere mMn. nicht aus, wenn wir uns von verschiedenen Ansätzen kreativ befruchten lassen und wie wir wissen, baut ja alles - sowie das anstehende Fest mit all seiner Deko sowieso - auf der Naturreligion auf
In diesem Sinne..

 
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RE: Weihnachten und Alban Arthan

#7 von Anna , 27.12.2010 09:15

In meiner Übergangszeit ( ) als ich meinen Glauben neu definierthabe, da ich meiner Mutter immer zwei Kinder in die Krippe gelegt...Jesus Zwillingsschwester und Jesus....so hatte ich die Brigid mit dabei und wir konnten so gut miteinander feiern.

Wieso sollen wir uns die Tricks mit denen die LEute ihren Glauben ins Christentum nicht zunütze machen und sie auch noch heute benutzen, damit wir gut miteinander auskommen können?


Und Bibel finde ich auch nicht so schlimm...meiner hat auch eine. es gehört zu unserer Kultur - und ich denke, es ist wichtig sich mit der Gesellschaft auseinanderzusezten...

Was habe ich mal gelesen? auch atheistische Eltern sollten so tolerant sein und ihren Kindern die Kommunion ermöglichen wenn die Kinder das wollen...von daher sollten heidnische Eltern das auch können...

Und der Fundamentalismus entsteht aus anderen Problemen...wenn man die auffängt hat man mehr gewonnen, als die Kinder dem rechten Glauben zuzuführen (ich habe das mal mit Absicht so ausgedrückt )

Aber ja hört sich alles in der Theorie einfacher an als in der Praxis...

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RE: Weihnachten und Alban Arthan

#8 von Vanatrix , 27.12.2010 11:43

Hallo Anitram,

Zitat von anitram

Wie feiert ihr mit euren Kindern die Wintersonnenwende? Feiert ihr auch Weihnachten?


Ich habe zwar keine Kinder, aber eine Familie, und da die einen starken christlichen Hintergrund hat, feiern wir bei uns beide Feste in einem sinnvollen Zusammenhang. Wintersonnenwende feiere ich meistens abseits von der Familie mit anderen Leuten, die mir wichtig sind und damit beginnt bei uns die Zeit der Zwölften als Familienfürsorge. Die Weihnachtsfeiertage sind dabei besonders für die entfernteren Verwandten reserviert, die wir da gewöhnlich besuchen kommen.

Zitat
Wir kommen an Weihnachten wohl nicht vorbei, da alle Großeltern (sehr!) katholisch sind. Wahrscheinlich werden wir sogar zum Gottesdienst gehen "dürfen", das ist nicht mein Problem.
Ich versuche dieses Jahr einen "Gegenpol" zur christlichen und materialistischen Feier zu setzen.


Christliche Gottesdienste meide ich aus verschiedenen Gründen zur Weihnachtszeit für gewöhnlich, das sage ich auch ganz deutlich meiner Verwandtschaft - sonst aber gerne. Wie genau verstehst du denn diesen "Gegenpol"? Vor allem, was möchtest du damit bezwecken?

Zitat

Zur Zeit beschäftige ich mich Mabon, und versuche meinen Kindern Mythen dazu näher zu bringen. Außerdem jage ich sie in die Natur. Am Sonntag sollen sie die Zutaten zum Adventsgesteck suchen, wenn wir schon nicht daran vorbei kommen.


Wichtig ist hier auf jeden Fall der Baldr-Mythos, weil der ja auch einen direkten Bezug zur Sonnenwende hat. Ich hab irgendwo einen Text, der die ursprünglichen Hintergründe von Frau Holle, Nikolaus und dem Christkind in Legendenform erzählt, wenn ich ihn finde, schicke ich ihn dir mal (oder ich stelle ihn hier ins Forum...)

Es gibt da auch ein schönes Buch vom Arun-Verlag namens "die geweihten Nächte" wo die naturspirituelle Komponente von Weihnachten beschrieben wird. Das Buch hat in der aktuellen Auflage allerdings noch einige Schwächen, du kannst ja im Herbst nochmal danach Ausschau halten...

In dem Sinne wünsche ich dir noch eine frohe Julzeit.

 
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