RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#16 von angelikaherchenbach , 27.04.2012 09:50

Zitat von Anna
J

Aber da kommen wir in die Felder...was ist Heilung...wer darf heilen...und wie gestalten wir dies gesellschaftlich?

Anna



M.E. kommen wir vor allem auch in die Frage: Was ist "heil", was ist gesund - und was ist krank? Und wer definiert das?

Sinaris hat das ja schon sehr ausführlich dargestellt. Aber nicht nur Staaten und gesellschaftliche Gruppierungen splitten sich auseinander, sondern auch Familien, Schulklassen, Arbeitsteams, Dörfer...

Die Vereinzelung ist aus meiner Sicht nicht nur ein Problem und eine Folge unserer Zeit, sondern umgekehrt tatsächlich ein gewolltes Phänomen, ein gewünschter Wert geworden.
"Individuelle Förderung" heißt das in meinem beruflichen Kontext - Verwertbarkeit für "die" Gesellschaft aus einer anderen Sichtweise heraus.
Wer da nicht mithalten kann oder will, der gilt bestenfalls als anachronistischer Spinner, wird "depressiv", kriegt einen "Burnout" - und damit wieder genau den Stempel, daß es sein individuelles Problem darstellt, das es individuell zu "heilen" gilt.

Es gibt (systemisch arbeitende) Gegenansätze auch und gerade in der Psychotherapie, aber die kann mensch, v.a. wenn sie qualifiziert sein sollen, (noch) suchen gehen.

Ich sehe da durchaus einen zukunftsträchtigen Ansatz für druidisch-ovatisches Heilen.
Vielleicht steht ja mal wieder ein langer Marsch durch die Institutionen bevor...

Angelika

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#17 von Karmindra , 27.04.2012 14:07

Mich erinnert das ein wenig an diesen Post-Avatar Hype nachdem der Film groß in den Kinos lief. Da war plötzlich von einer Post-Pandora-Depression die Rede denen viele Menschen zum Opfer fielen nachdem sie den Film gesehen hatten. Sie sehnten sich plötzlich nach Pandora, nach solch einem Planeten, einer solchen Welt und in dieser zu leben. Dabei zeigt uns dieser Film nur auf was es auf unserer Erde gab und was wir heute nichtmehr praktizieren. Eine intakte Gesellschaft/Dorf ein inkater Stamm in der jeder seinen Platz und seine Aufgabe hat. Ein sinnerfülltes Dasein in Verbundenheit mit unserer Umgebung, unseren Mitmenschen, mit der Natur.

Ich arbeite selbst im psychiatrischen Bereich und habe Kontakt mit vielen Erkrankungen im psychiatrischen sowie im psychosomatischen Bereich zu tun. Es fällt schon auf wie viele Menschen zunehmend erkranken. Ich kann von Glück sagen das ich in einer sehr engagiert Klinik arbeite in denen die Betroffenen sehr gut betreut werden und viele Hilfsmittel an die Hand bekommen. Bei uns geht es eben nicht um "mit Medikamenten zudröhnen".

Ich denke der Mensch verträgt einfach nur ein gewisses Maß an Entfremdung von seiner natürlichen Lebensform. Wir haben uns mittlerweile durch unser Leben, unsere Häuser, unseren Rhytmus, unsere Nahrung, unsere Gewohnheiten usw. so weit von dieser entfernt, dass es kein Wunder ist das immer mehr psychische Erkrankungen auftreten!

LG
Karmi

 
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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#18 von Solitaire , 27.04.2012 14:25

Gut geschrieben , Karmi, sehe ich auch so! In unseren Industriegesellschaften muss ein tiefgreifender Wandel stattfinden u. zwar ein Wandel zum Besseren!!

 
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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#19 von Esme , 27.04.2012 19:23

Zitat von Solitaire
Gut geschrieben , Karmi, sehe ich auch so! In unseren Industriegesellschaften muss ein tiefgreifender Wandel stattfinden u. zwar ein Wandel zum Besseren!!



der sich nur vollziehen kann wenn sich die Menschen wandeln, die, die die an den Fäden ziehen...

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#20 von Dolben , 28.04.2012 18:35

Zitat
der sich nur vollziehen kann wenn sich die Menschen wandeln, die, die die an den Fäden ziehen...



wandeln sich schon viele einzelne Menschen ein wenig, ist das schon ein großer Gewinn!

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#21 von Esme , 28.04.2012 19:30

Zitat von dolben

Zitat
der sich nur vollziehen kann wenn sich die Menschen wandeln, die, die die an den Fäden ziehen...



wandeln sich schon viele einzelne Menschen ein wenig, ist das schon ein großer Gewinn!




tja, Theorie und Praxis
in diesem Fall ziehen die Industriellen die Fäden, das sind nun mal die Bonzen, kaum eine Chance gegen die...

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#22 von Karmindra , 29.04.2012 06:21

Zitat von Esme

Zitat von dolben

Zitat
der sich nur vollziehen kann wenn sich die Menschen wandeln, die, die die an den Fäden ziehen...



wandeln sich schon viele einzelne Menschen ein wenig, ist das schon ein großer Gewinn!




tja, Theorie und Praxis
in diesem Fall ziehen die Industriellen die Fäden, das sind nun mal die Bonzen, kaum eine Chance gegen die...




Du hast zwar Recht das im Endeffekt nicht der "kleine einzelne Mensch" die Fäden zieht. Aber trotzdem gilt dochwie bei allem im Leben: "Jeder möchte die Welt verändern und könnte es auch, wenn er bei sich selbst anfangen würde."

Was bringt es uns über die negativen Zustände in der Welt zu weinen, meckern oder zu bittern? Bringt uns das auch nur einen winzigen Stück in eine andere Richtung? Wir können keinen Menschen in Machtposition antippen und sagen "hey, mach das gefälligst mal anders ab Morgen" und so geschieht es dann... Wir können nur für uns selbst Schlüsse ziehen und unser eigenes Leben gestalten, anderen vorleben wie es auch sein könnte. Vielleicht inspirieren wir Menschen durch unser Verhalten, regen andere zu Änderungen an. Natürlich kennen wir auf die Strasse ziehen für unsere Ansichten, Petitionen erschaffen und unterschreiben usw. Man muss nicht passiv bleiben. Abereines hilft uns ganz sicher nicht: Uns die ganze Zeit darüber ärgern wie schlecht die Welt ist.


LG

 
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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#23 von Sinaris , 29.04.2012 12:59

Ich gebe Dir recht Karmindra...

eigendlich bringt es nichts, im Gegenteil wenn das Feuer weg ist merkt man, dass schon wieder etwas mitverbrannt ist aber nicht jeder hat die Kraft die es braucht, abgleiten zu lassen. Ein bis zwei mal im Monat bricht klein Sinaris gerne mal vulkanartig aus. Dann öffnen sich die Tore meines persönlichen Hades, wüten und toben und dann komm ich wieder ne Weile klar. Nicht gut aber manche Irre wie ich, ticken nunmal so.

Manchmal bin ich dann auch schon so clever, an solchen Abenden den Netzstecker zu ziehen.

Was das Waldorf-Vorleben-Modell angeht, liegen wir halt in Konkurrenz zu einem riesigen Medien- und Lobbieapperat, der gerade Milliarden darin verbrennt, die falsche Lebensweise als die geilste Party- und Lifestylesule für uns kleine Schweinchen darzustellen. Mit soviel Schlamm im Gesicht fällt's schwer das gute Kama der Karmindra zu spüren und in sich aufzunehmen, damit es im Herzen wirken kann.

Aber so oder so. Ich gebe Dir Recht und verneige mich.

Gruss
Sinaris

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#24 von Dolben , 29.04.2012 18:38

wunderbar ausgedrückt Karmindra!

Aber Petitionen nützen meiner Meinung garnichts.
Sie nützen nach außen hin etwas, sie erzeugen den Anschein, daß etwas getan wird. Und der brave Bürger glaubt es und handelt selbst nicht mehr, denn "es wird ja schon etwas getan (glaubt er)"

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#25 von Sinaris , 29.04.2012 20:19

Naja Dolben,

in manchen Fällen sind Petitionen die Voraussetzung weitere Demokratische Mittel einsetzen zu können. Wiedersprüche erwirken zu können oder Gesetze zu kippen.

Sinaris

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#26 von Solitaire , 30.04.2012 08:01

Es gibt ein schönes afrikanisches Sprichwort: "Viele kleine Menschen in vielen kleinen Dörfern, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Erde verändern."

Nur rumhängen und Jammern um des Jammerns willen bringt gar nichts.

Wenn jede/r anfängt, darüber nachzudenken, was er / sie für die Verbesserung seiner/ihrer Lebensumwelt tun kann und dies dann auch umsetzt, sind wir auf dem richtigen Wege in eine sich zum Positiven ändernden Gesellschaft. Den Spruch "ich als einzelner kann ja eh nix tun" lasse ich nicht gelten, da jede/r etwas tun kann. Petitionen sind z. B. eine Möglichkeit dazu, sein eigenes Konsumverhalten überdenken und entsprechend handeln eine weitere, sich über seine Lebensgewohnheiten Gedanken machen und ändern, etc.

 
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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#27 von Ceridwen , 01.05.2012 07:11

Es gibt Ansätze
Die Zeitschrift Oya zum Beispiel berichtet über so was.Anders mit Geld umgehen, wohnen usw

http://www.oya-online.de/home/index.html

Hier ein beispiel, wie in Berlin versucht wird, den Stromkonzern die Stirn zu bieten

http://www.oya-online.de/blog/111-_Im_Al...ieber/view.html

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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#28 von Solitaire , 02.05.2012 14:00

Super, Ceridwen, vielen Dank für die Linktipps

 
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RE: psychosziale Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklung

#29 von Karmindra , 03.05.2012 17:39

Auch gut in dem Zusammenhang finde ich die Seite http://www.karmakonsum.de/

LG
Karmi

 
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