RE: wie wird ich bestattet

#16 von Ceridwen , 30.12.2010 03:48

Vorgestern haben wir meinen Schwager beerdigt.
Er wollte nicht verbrannt werden Meine Schwägerin hatte ein sogenanntes Wahlgrab sich ausgesucht.Das ist etwas größer als normal, aber dort können noch zwei Urnen mit rein. Vorher kannte ich die Möglichkeit nicht. Das schöne am Wahlgrab ist, man kann sich aussuchen, wo es ungefähr liegen soll.mein Schwager liegt nun gegenüber seiner Mutter.

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#17 von Siebenstern , 30.12.2010 13:27

Für mich kommt nur eine Bestattung in einem Friedwald oder einem ähnlichen Ort in Frage.
Meine Mutter liegt z.B. auf einem Ruheberg, ist halt ein Wald auf einem Berg.

Die Friedwälder breiten sich immer mehr aus. Anfangs gab es hier in meiner Gegend keinen, jetzt gibt es ca. 30-50 km entfernt schon zwei.

Von daher glaube ich, dass du, , gute Aussichten hast deinen Wald in deiner Nähe irgendwann zu finden

Soweit ich weiß, wird in Friedwäldern etc. nur Urnenbestattung gemacht, also man muss sich schon vorher verbrennen lassen, sonst kommt man nicht unter seinen Liebglingsbaum.

Es gibt einzelne Bäume, die man wählen kann, oder Gemeinschaftsbäume, das ist u.a. auch eine Kostenfrage, denn umsonst ist ja noch nicht mal oder erstrecht nicht der Tod....

Man kann sich ja auch schon frühzeitig einen Baum aussuchen und sich dann mit dem Wald, der Gegend etc. bekannt machen, das finde ich eine wunderbare Idee und wäre für mich ein tröstender Gedanke z.b. wenn ich krank bin etc. und ich mich von daher mit meinem bevorstehenden Sterben schon beschäftigen muss.

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RE: wie wird ich bestattet

#18 von gaia , 31.12.2010 17:02

Hallo richie,

kannst du nicht davon ausgehen, dass deine Freunde auch deinen Glauben
oder Deine Art zu leben respektieren würden?
Ich finde dieses Thema sehr inspirierend für ernsthafte Gespräche.

Und mach dir nicht zuviele Sorgen.
Letzendlich treffen wir uns alle auf gleicher Ebene wieder.

Aber mich würde auch interessieren: was ist das für eine Ausbildung,
wie nennt sie sich und was fängst du damit an?

lg
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#19 von Ceridwen , 02.01.2011 18:13

Das mit dem Drüber Reden finde ich gut.
Das wird leider immer so bemüht übergangen.
Am 21. starb ein Schwager von mir.
Die jungen Arbeitskollegen meines Mannes schwiegen immer, wenn er in der Nähe war, sie wussten nicht damit umzugehen.meine Nichte ist 18, aber es war ihre erste bewusste Beerdigung und Konfrontation mit dem Tod.Seit dem kann sie nicht mehr richtig schlafen.

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#20 von Nachtfalke , 05.01.2011 09:56

Hm... im Bekanntenkreis starben zum Jahresnende doch auch recht viele Leute... schade eigentlich (ich kannte da niemanden persönlich, von dem her nimmt es mich nicht so stark mit).

Meine Beerdigung? Mein Grab?`Tjo...
Also was mit meinem Körper und den sterblichen Überresten passiert ist mir eigentlich wurscht... wenn ich tot bin, bin ichs. Da dürfen dann Organe entnommen werden, verbrannt, verbuddelt... gefressen... ist mir gleich
Meine magischen Sachen, da schauts schon wieder anders aus. Entweder bei mir mit-vergraben... oder verbrannt... und die Asche bei mir mitvergraben.
Zur Beerdigung selber... kein Plan. Ich bin kein Fan von Trauerfeiern und die trad. Beerdigungen mag ich eigentlich auch nicht. Ist so... traurig, depressiv. Also wenn dann hätte ich gern ne größere Feier für Familie und Freunde und allen Menschen denen ich was bedeutet habe mit Musik, Met, Tanz...
Zeremonie... etwas "Druidry"-mäßiges fände ich sehr schön... aber all das ist mir nicht so wichtig, wenn nicht sogar egal.

Viel wichtiger wäre es mir einen Art Gedenkstein zu haben... in einem Wald, nähe eines Wanderpfades. Muss nichtmal mein Körper drunterliegen (oder die Asche), nur ein Andenken.
Der soll dann ähnlich eines Grabsteins sein... vielleicht... natürlicher.
Aber es soll folgendes draufstehen:

Hier weilt jemand der das Leben liebt.
geboren (Datum) - gestorben (Datum)

Einfach so als Anregung und zum Nachdenken... diese Idee gefällt mir eigentlich recht gut. Familie, Freunde und Verwandte können das dann besuchen... finden vielleicht Frieden... und der ein oder andere Wanderer oder Wegeskundler ebenso. Und ich denke.... auf einem Privatgrund sollte das machbar sein

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#21 von richie oak tree , 20.01.2011 16:08

Danke für den tip den folge ich weiter, zu denn gadanken freunde sprechen zulassen die mein glauben respektieren. Ja die hab ich aber muss ich auch nicht bderen glauben respektieren, darf ich von die erwarten das sie gegen einen deren geböte handeln " du sollst nur ein gott Haben" , sorry das kann und möchte ich nicht von meinen christlichen freunde verlangen. Aber wie gesagt ich hab nicht vor früher zu sterben als in 30 jahren. bis dahin sieht der welt veleicht anders aus , unseren glauben kreis wird immer größer.

Gaia , ist kein ausbildung die ich mache sondern einen weiter bildung, für pflege oder sozial arbeiter, und geht um den betreung und begleitung von menschen mit unheilbaren erkrankungen mit schmerzen. dazu gehört das begleitung von sterbenden . darum ist es wichjtig für mich selber mein eigenen letzte gang zu wissen und was mich erwartet danach, nur wenn ich das selbst für mich verinnelicht habe , kann ich anderen helfen deren weg zu finden, den dies ist oft für die sterbenden das größte und letzt endlich schwerigsten stein auf den pfad. wo gehe ich hin ?

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#22 von Ceridwen , 21.01.2011 06:38

Am 21.12. strb plötzlich ein Schwager von mir.
mein patenkind, gerade 18 geworden, hakte sich bei der Beerdigung bei mir unter, sie war überfordert, das erste Mal, das sie ganz bewusst mit dem Tod sich auseinander setzten musste.
ich habe ihr dann von den anderen Übergang in unserem leben erzählt.Von der Geburt.Aus unserer Sicht ja nicht so schlimm, wir wissen ja was kommt, für die Kinder aber ein trauma.

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#23 von richie oak tree , 21.01.2011 15:18

Für junge erwachsenen ist so einen erlebnis mit sicherheit das schlimmste was die sich vorstellen können , die sind eigentlich mit liebe beschäftigt. Ich hab aber extra junge erwachsenen gesagt denn kinder sehen den sterben ganz anders, die haben nicht den vorstellung von den tod , die glauben das die jenige schläft, zu gegeben die wissen das der schlaf lang sein wird und das der verstorbene im himmel kommt. Aber die können nicht begreifen, ein nie wieder sehen, erst als jügendlichen verstehen sie den tod als endgültigen abschied.

Mein eigene tochter jetzt auch 18 , hat für 2 Jahren ihren besten freundin auch 18 unterstuzt, als ihren Vater an krebs starb. Die haben stunden lang geweint und nach antworten gesucht . Die haben sich aber den vorstellung das deren vater in himmel nach untern schaut und wird da sein wenn sie ihm braucht, mit diesen vorstellung kommen die mit zurecht, und das ist wichtig.

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#24 von angelikaherchenbach , 21.01.2011 20:05

Wichtiger Beitrag, Richie!
Meine Kinder haben als Jugendliche (ca. 15-19) innerhalb von 2 jahren 4 nahestehende Menschen verloren (Cousine, Vater, Tante, Freund).
Sowas prägt, weil es so gar nicht in diese Lebensphase passt, in der alles auf Leben und Zukunft ausgerichtet ist.
Aber es hat sie auch gestärkt und zu Persönlichenkeiten reifen lasen.

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#25 von Esme , 21.01.2011 20:15

Zitat von richie oak tree
Für junge erwachsenen ist so einen erlebnis mit sicherheit das schlimmste was die sich vorstellen können , die sind eigentlich mit liebe beschäftigt. Ich hab aber extra junge erwachsenen gesagt denn kinder sehen den sterben ganz anders, die haben nicht den vorstellung von den tod , die glauben das die jenige schläft, zu gegeben die wissen das der schlaf lang sein wird und das der verstorbene im himmel kommt. Aber die können nicht begreifen, ein nie wieder sehen, erst als jügendlichen verstehen sie den tod als endgültigen abschied.

Mein eigene tochter jetzt auch 18 , hat für 2 Jahren ihren besten freundin auch 18 unterstuzt, als ihren Vater an krebs starb. Die haben stunden lang geweint und nach antworten gesucht . Die haben sich aber den vorstellung das deren vater in himmel nach untern schaut und wird da sein wenn sie ihm braucht, mit diesen vorstellung kommen die mit zurecht, und das ist wichtig.



dem muß ich widersprechen richi,
mit 6 Jahren verlor ich meinen geliebten Großvater und wollte und konnte den Erwachsenen nicht glauben das er vom Himmel auf mich herunter schaut, ich hinterfragte und bekam keine Antwort, auch nicht von dem vermeintlichen lieben Gott

@Angelika
dem kann ich zustimmen, auch ich verlor innerhalb von 1 1/2 Jahren fünf Menschen die mir sehr nahe standen, wobei ich sie ja nicht wirklich verlor wie ich heute weiß, ja es hat mich geprägt und weiter gebracht, sonst wäre ich ja auch heute nicht hier oder dort und überhaupt...

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#26 von Inge , 21.01.2011 20:46

... das ist ein spannendes, interssantes und wichtiges Thema- wie Menschen mit dem Tod umgehen, seien es die kleinen Menschen (die Kinder) oder die Erwachsenen.

Zum einen ist das sicherlich eine sehr indiviuelle Geschichte- jeder Mensch geht damit anders um. Wobei interessant ist, ob nicht grundlegende Dinge bei jedem gleich und/oder ähnlich verlaufen. Damit meine ich den Weg des Trauerns, des Verstehens und den Tod annehmen könnens. Sind da nicht Kinder und Erwachsene zum Teil sehr ähnlich ? Wenn der Tod zu schmerzhaft ist und nicht akzeptiert werden kann, wird- so kann ich mir vorstellen- der Erwachsene mit dem gleichen Unverständnis reagieren, wie das Kind. Irrational und keiner Logik fähig. ...

Brauchen Menschen dann Bilder, an denen sie sich festhalten können, um zu verstehen , um sich wieder sicher fühlen zu können. (Anderes Thema: doch haben frühere Kulturen (z.B. unsere Vorfahren aber auch noch Kulturen in heutiger Zeit) sich ihre Götterwelt aufgebaut, um Naturphänomene, um das Leben BEGREIFEN zu können. Auch wir müssen von klein auf greifen, tasten um begreifen zu können ...) So sind Bilder von den lieben Verstorbenen die Himmel über uns wachen, für manche Erwachsene und Kinder bestimmt auch ein schönes Gefühl. Somit sind sie noch da, passen sogar auf uns auf, was auch Stärke und Sicherheit vermitteln kann. - Ist jetzt nicht mein Ding, aber es ist wichtig, dies für Menschen zu akzeptieren, die es brauchen. Andere sehen die Toten bildlich in den Bäumen, Blumen etc Was das gleiche Bewirkt, wie das Bild mit dem Himmel- mit dem Unterschied, daß das eher meiner Anschauung entspricht..

Wenn es um die Sterbebegleitung geht, finde ich es daher wichtig, sich mit den verschiedenen Religionen bzw. deren Verständnis um Tod/Wiedergeburt beschäftigen. Somit kann man besser auf die indivuellen Gefühle, Ängste etc des betroffenen Menschen eingehen, der im sterben liegt ...

Das Thema interessiert mich schon lange und wenn ich meinen Kopf frei und mehr Zeit habe, werde ich mich auch näher damit beschäftigen.

LG

 
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RE: wie wird ich bestattet

#27 von gaia , 28.01.2011 18:38

Seit etwa 8 Jahren arbeite ich in der Hospizbewegung aktiv mit, heißt, ich begleite Menschen und deren Angehörige auf ihrem letzten Weg.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen:

Kinder verstehen sehr wohl, wenn jemand stirbt, sie erfahren es nur anders als wir Erwachsenen. Wir wissen unser ganzes Leben, dass dieses mit dem Tod endet und verdrängen diese Tatsache.

So ist es auch bei jedem Menschen anders, wie er stirbt. Jeder Tod ist anders und jeder ist für den betreffenden Menschen so richtig wie er geschieht. Das Sterben ist ein Weg der Seele, natürlich müssen Schmerzen und äußere Unzulänglichkeiten aus geschaltet werden.
In der Sterbephase vollendet sich eine Reifephase, die der Mensch noch durchmachen muss und es liegt ganz bei ihm, wie er diese gestalten möchte.

Man hüte sich davor, jemanden durch Ratschläge oder Informationen die der Betreffende nicht wissen will, zu verunsichern. Wissen wir es denn besser?
Wichtig ist, da zu sein, bei Wunsch zu unterstützen, zu fördern und vor allem das Leben des Augenblicks und das kleine Glück zu fördern und zu sehen.

Sterbebegleitung ist nur gut, wenn sie den Sterbenden und seine wirklichen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.
Und das erfordert viel Einfühlungsvermögen, Wissen um die Vorgänge und die Bereitschaft, das eigene Ego diesen Anforderungen unter zu ordnen.

lg
gaiaS

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#28 von Siebenstern , 28.01.2011 19:48

Zitat von gaia
In der Sterbephase vollendet sich eine Reifephase, die der Mensch noch durchmachen muss und es liegt ganz bei ihm, wie er diese gestalten möchte.



So hab ich das bisher auch beim Tod meiner Mutter erlebt...es kam mir so vor als wenn es noch eine wichtige Ent-wicklung gab, die sie vollbringen musste.
Hat mich sehr berührt und ich bin nach wie vor dankbar für diese Zeit an ihrem Sterbebett.

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#29 von Ceridwen , 29.01.2011 10:39

Als die Toten noch zu Hause aufgebart wurden, war es normaler jemanden sterben zu sehen oder zu wissen, wie es jemanden geht.
Heute wird das alles aus dem Haus und der Gemeinschaft nach weit weg verlagert.
Es ist nicht mehr normal zu sterben.

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#30 von richie oak tree , 02.02.2011 00:11

Ja ein sehr interesanten thema, mit viele verschiedenen antworten , und individuellen erfahrungen. Aber so ist das sterben etwas personlich und individuell, nicht nur für den sterbenden sondern auch für die angehörigen und freunde.

leider ist das sterben zuhause selten geworden, da wo die jenige jahre lang gelebt hat wo er sich geborgen fühlt. aber viele angehörigen können und wollen nicht akzeptieren was momentmal passiert.

viele hab ich personlich erfahren wenn angehorigen zuhause sterben , benötigen profesionelle hilfe denn die haben angst selber um das danach

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