Kräuter, Garten und Freu(n)de

#1 von Saikka , 19.10.2010 09:37

Hallo Ihr Lieben,

ich hab seit dem letzten Jahr soviele Anregungen Tipps, Tricks und Dinge erfahren, dass in meinem kleinen Hinterhof und unserer Wohnung tatsächlich viele Kräuter Einzug gehalten haben, sich scheinbar auch sehr wohlfühlen und uns hier sehr bereichern. Ich muss euch einfach Mal
Danke , Danke , DAnke
dafür sagen!!!!!! (und wenn ich begnadeter in puncto Technik wäre, könnt ich auch mal ein Foto reinstellen )

Das musste ich einfach loswerden ...bevor ich wieder ein paar Fragen auf die Cyberreise schicke.

Ich hab im Moment eine "Kerbelphase". Kann mann denn Kerbel irgendwie anders vermehren, außer dass man immer neue Samen kauft und einrieseln lässt? Und ich hab auch mal gehört, dass man Kerbel im Herbst draußen aussäen kann, der keimt und wächst gut bei kälterem Klima, im Januar wäre dann Erntezeit. Auf der Samenpackung steht allerdings was anderes. Weiß jemand etwas darüber?

Eine andere Pflanze: meine Ringelblumenaussaat ist phantastisch angegangen in diesem Sommer, ein paar blühen immer noch. Doch was mache ich jetzt? Schneide ich die abgestorbenen Pflanzen ab und kann die Erde mit allen Wurzeln umgraben? Kommen die im nächsten Jahr wieder? Ich hab immer einige blühende Blumen stehen lassen, weil ich dachte, die säen sich vielleicht selber aus, der Rest liegt verbarbeitet im Curry oder in diversen Tees. Im nächsten Jahr sind dann mal versuche dran Cremes selber zu machen.

Ich hoffe und freu mich auf neue Kenntnisse und Anregungen.

LG Saikka

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RE: Kräuter, Garten und Freu(n)de

#2 von Ravenwings , 19.10.2010 10:55

Hallo Saika,

Kerbel is meines Wissens nach doch eine Pflanze, die ursprünglich aus den wärmeren gebieten kommt (SO-Asien). Zwar kanns sein, dass er sich im Laufe der Zeit an die Temperaturenlage hier gewöhnt hat. Allerdings kann ichs mir schwer vorstellen, dass sich ein einjähriges Kraut grade in der kältesten Jahreszeit in der Erntephase befinden soll. Probiers aus, würd ich sagen
Zu der Vermehrung: Kann man einjährige Pflanzen anders vermehren als durch Aussaat? Ich habs ehrlich gesagt noch nicht ausprobiert. Vielleicht klappts auch, wenn du einen jungen Stengel abschneidest und ihn ins Wasser stellst, bis er wurzeln schlägt

Ringelblumen sind ebenfalls einjährig. Ich reiße sie raus, und sähe sie im Frühjahr wieder neu aus. Sie wächst ja doch sehr schnell. Von daher gehe ich nicht davon aus, dass sie nachwächst.



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#3 von wolfmagnus , 19.10.2010 13:40

Hallo zusammen -

Kerbel ziehe ich gern als Zweijährigen - also spät gesät, deutlich nach Sommersonnenwende, - kommt er im Aussaatjahr nicht mehr zur Blüte und überwintert draußen mit grünem Blatt. Im Frühjahr, sobald das Wachstum beginnt, kann man dann schon wieder was ernten, solange, bis er blüht. Meist erfreue ich mich noch an der Blüte (so im Mai) und reiße ihn dann raus... Samen ansetzen lassen u ernten ist mir meistens zu aufwenig - ein Tütchen mit Saatgut kostet ja nur ein paar cent... - und er steht bei mir normalerweise im Gemüsegarten, in dem viel gerupft und gegraben wird, Selbsaussaat hat da eigentlich keine Chance.

Früh gesäter Kerbel blüht noch im selben Jahr und stirbt dann ab.

Ringelblumen sind immer einjährig und kommen eigentlich nie über den Winter, wenn ihr aber nicht so genau mit der Ernte und dem Ausputzen seit, säen sie sich selber aus und man verliert sie nie wieder. Habe vermutlich zum letzten Mal vor fünf oder sechs Jahren bewußt Ringelblumen gesät, seither bin ich nie ohne gewesen....

gärtnerische Grüße über den Zaun von

wolfmagnus

PS: Küchenkerbel ist wie oben dargestellt, ein oder zweijährig, man kann ihn immer nur durch neue Aussaat vermehren - Strecklinge oder so wird da nix... - ansonsten gibts noch den Wiesenkerbel, der eine echte Staude ist und jedes Jahr wiederkommt, aber nur wenig in der Küche verwendet wird.. Vielleich mal für nen Kräuterlikör... Die Engländer nennen ihn Queen Anne´s lace - Spitzen(häubchen) von Königin Anne - find ich ganz niedlich...

 
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#4 von Esme , 19.10.2010 19:23

Wie Wolfmagnus schon sagt und wir in einem anderen Thread erwähnten: Ringelblumen betreiben sehr gern Lautmalerei und sie gedeihen noch besser im nächsten Jahr wenn ihre Saat Frost abbekommt. Wenn es wirklich vorbei ist, reiße ich sie heraus, lockere die Erde nur, ich habe mein Stückchen Erde noch nie umgegraben, den Rest machen die dann schon, in Cooperation mit Mutter Natur. Achja, Ringelblumen sind auch die besten Bodenverbesserer, wenn der Boden zu schwer ist oder vergiftet, durch Rosen z. B., einfach 1-2 Jahre Ringelblumen wachsen lassen, die Erde wird gelockert und mit natürlichem Dünger versorgt, also wieder aufgebessert, Ringelblumen sind einfach Klasse, ich liiiiiiebe sie
Kerbel ist da feinfühliger, aber den Wiesenkerbel kann ich auch empfehlen, ist allerdings auch Geschmackssache.

Zaun habe ich keinen, grüße trotzdem mal gärtnerisch

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#5 von Gelöschtes Mitglied , 20.10.2010 05:57

Zitat von Esme
oder vergiftet, durch Rosen




Bitte erklär mal!


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#6 von Saikka , 20.10.2010 10:16

..danke euch erstmal. Mit dem Küchenkerbelpflänzchen hab ich mir das schon gedacht. Und Wildkerbel mag ich sogar sehr. Hab mal gehört, man soll ihn nicht wild sammeln, weil er leicht mit Schierling zu verwechseln ist. Hat mich leicht verunsichert, aber mal ehrlich, Schierling ist doch nicht so verbreitet wie Kerbel, der fast auf jeder Wiese gedeiht.
Bei den Ringelblumen bin ich mal gespannt. Aber hab ich dich richtig verstanden, liebe , du meinst, nach dem ersten jahr die Erde nur etwa auflockern und die Stengel stehen lassen. Dann kommen sie und erst nach dem zweiten Blühjahr rausreißen, öhh ,,,oder steh ich auf der Leitung? Also ich grab hier um, weil unsere Erde hier eher klobig und dick ist, keine echte Gartenerde, sondern so'n aufgeschüttetes Etwas. Ist es vielleicht sogar eine gute Idee, dort, wo jetzt die Ringelblumen sind, im nächsten Jahr die Kräuter hinzusetzen, wenn sie die Erde 'aufbessern'?

Vielen Dank für rat und Tipps

LG
Saikka

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#7 von wolfmagnus , 20.10.2010 13:38

Hallo Saikka,

selbstverständlich solltest Du n i e m a l s etwas sammeln, was Du nicht 100prozentig und eindeutig bestimmen kannst, leider gibt es da jedes Jahr immer wieder viel tragische Verwechslungsfälle, auch mit Todesfolge. Und eine statistische Wahrscheinlichkeit, daß der Schierling selten ist, sollte man zu seiner Sicherheit nicht annehmen...

Mir war diese Verwechslungsmöglichkeit ehrlichgesagt gar nicht so bewußt - also vielen Dank Dir für den Hinweis. Es handelt sich dabei sogar um zwei verschiedene Pflanzen, die beide
s e h r giftig sind. Den gefleckten Schierling, den man daran unterscheiden kann, daß er an der Stengelbasis purpur gefleckt ist und einen sehr unangenehmen Geruch hat (was natürlich relativ ist und von Mensch zu Mensch verschieden wahrgenommen u bewertet wird) und der Wasserschierling, der nur an sehr feuchten Standorten vorkommt und dessen Knollen gekammert sind.

Sicherlich ist es hiflreich, wenn man Wildkräuter sammeln möchte, dies von erfahrenen anderen Menschen zu lernen und sich nicht nur und ausschließlich auf schriftliche Wissensvermittlung zu stützen...

herzliche Grüße über die Gartenhecke...

von wolfmagnus

 
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#8 von Esme , 20.10.2010 15:48

@Saikka
Den gefleckten Schierling erkennt man auch leicht an seinem Geruch, er riecht penetrant nach Katzenpipi...
nochmal zu den Ringelblumen: wenn sie verblüht sind reiße ich alles heraus, Restsamen verteilen sich dann noch, dann lockere ich den Erdboden mit einer kleinen dreizackigen Grabegabel, meist geht auch noch Samen im November auf, die Pflänzchen lasse ich dann stehen, wenn sie erfrieren werden sie im Frühjahr wieder untergearbeitet oder abgesammelt, je nach Menge und wenn nichts verfault ist, die neue Saat kommt dann von ganz allein. Ringel-und Sonnenblumen sind sehr bekannt als Bodenverbesserer, schön anzusehen und auch noch zu nutzen.

@Branos
du mußt mich nicht gleich anschreien.

Eine hochwissentschaftliche Erklärung kann ich dir nicht geben, ich habe vor zig Jahren irgendwo mal gelesen das es so ist , das ist hängengeblieben und das praktiziere ich so seit 11 Jahren, nachdem mir auf einem Platz, wo vorher eine Rose stand, drei Jahre nichts wachsen wollte, weder robuste Sträucher noch Stockrosen, Indianernessel und anderes. Grünabfall der Rosen soll man auch nicht auf den Kompost geben, da auch so der Kompost vergiftet wird.

Falls es mir noch einfällt wo ich das gelesen habe, kann sogar Gärtner Pötschke gewesen sei, melde ich mich nochmal dazu.

Esme  
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#9 von Rhiannon13 , 20.10.2010 15:57

Wie spannend!

Ich habe letzte Woche einen Brief von meiner Mutter gekriegt und sie hat gefragt ob sie mir Ringelblumensamen schicken soll
Ich hoffe die wachsen in Blumenkästen genau so gut wie sonst wo..

Da fällt mir noch ein, was ich fragen wollte.
Meine Küchenkräuter die ich draussen hab, werde ich auch draussen lassen, mal sehn was über den Winter kommt, oder besser gesagt, was nächstes Jahr wieder kommt.
Nun meine Frage: Die "alten" Pflanzen über der Erde abschneiden oder einfach stehen lassen?
Ich habe vor, die Kisten unter das Dach zu stellen und mit Vlies zu decken..

Rhiannon

 
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#10 von Gelöschtes Mitglied , 20.10.2010 16:38

Zitat von Esme

@Branos
du mußt mich nicht gleich anschreien.


Was willst Du mir hiermit mitteilen?


Zitat von Esme

Eine hochwissentschaftliche Erklärung kann ich dir nicht geben, ich habe vor zig Jahren irgendwo mal gelesen das es so ist , das ist hängengeblieben und das praktiziere ich so seit 11 Jahren, nachdem mir auf einem Platz, wo vorher eine Rose stand, drei Jahre nichts wachsen wollte, weder robuste Sträucher noch Stockrosen, Indianernessel und anderes. Grünabfall der Rosen soll man auch nicht auf den Kompost geben, da auch so der Kompost vergiftet wird.

Falls es mir noch einfällt wo ich das gelesen habe, kann sogar Gärtner Pötschke gewesen sei, melde ich mich nochmal dazu.


Magst Du keine Rosen?

Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, wie sollen denn Rosen den Boden vergiften?


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#11 von wolfmagnus , 20.10.2010 18:53

@Rhiannon 13

...alles krautige kannst Du abschneiden, das erfriert sowieso - also Schnittlauch, Petersilie, etc
Alles, was verholzt ist (Salbei, Rosmarin, Thymian etc..), lasse ich über den Winter stehen, vielleicht treibt es im Frühjahr ja wieder und wenn nicht, kann ich es dann immer noch abschneiden...

eiliger Gruß..

 
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#12 von Esme , 20.10.2010 19:40

@Rhiannon
ganz wichtig ist es auch hin und wieder zu gießen, wenn die Luft mehrere Tage trocken/kalt-eisig ist, die Pflanzen vertrocknen sonst oder erfrieren auch in den Wurzeln, denn in Gefäßen ist es nicht so tiefgründig wie auf einem Stück Land.

@Branos
du kennst wohl den guten Ton im inet nicht? Ausrufungszeichen bedeuten anschreien und: du hast das Zauberwort vergessen.


Natürlich mag ich Rosen, sie sind ja auch nur umgezogen, sehr alte sogar, aber sie haben wieder Fuß gefaßt und nochmal: die Erklärung steht in irgendeinem Buch das sich noch in einer Kiste befindet, also muß die wissentschaftliche Erklärung warten, außer jemand hat Zeit zu googlen und noch was: es heißt ja auch: Lavendel und Rosen gehören zusammen, wegen der Läuse und so, totaler Quatsch, von der Sonne mal abgesehen, haben beide ganz unterschiedliche Ansprüche

und rate mal was bei Rosen am besten die Läuse abhält

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#13 von Saikka , 21.10.2010 11:50

Zitat von Esme

und rate mal was bei Rosen am besten die Läuse abhält



...verrätst du uns Gartennewbies die Auflösung Ich weiß es wirklich nicht. Hab aber Rosen und verarbeite die Blätter.

Und noch eine Frage: Mein Gartenkräuter (Rosmarin, Thymian, Orgeano ...) sind allesamt von irgendwas, wahrscheinlich von Läusen befallen, sie kleben so. Ich nehm sie aber trotzdem. Was macht man denn gegen diese ungebetenen Gäste. Und ist das ungesund, die Kräuter trotzdem zu verarbeiten? ich leg sie vorher immer in eine Schale mit Zitronenwasser.

Habt an dieser Stelle aber auch ganz lieben Dank für die Fülle an Ratschlägen. Ich wüsste sonst wirklich nicht, wie soll ichs richtig machen. Aber die Ringelblumen und Sonnenblumen kommen erstmal raus und schaun wa ma', was im nächsten Jahr passiert.

Auf meinem Balkon ist jetzt auch noch ein kleinerWintergarten enstanden, mit Immortelle, Myrrthe, Rosmarin und Salbei. außerdem hab ich auch noch einen Kasten mit Moosbeeren, bringt richtig Farbe in die Landschaft. Der Herbst hat was in diesem Jahr ...und alles wird gut.

Viele Grüße von der, die nicht mal ein Gartenzaun hat
Saikka

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RE: Kräuter, Garten und Freu(n)de

#14 von Ravenwings , 21.10.2010 14:30

ich sprüh meine Kräuter immer ab mit stinknormalem Wasser und tu etwas Kaffeesatz auf die Erde. Ne Jauche aus Brennnesseln soll auch helfen, stinkt allerdings

Wenn du die Kräuter verwendest solltest du auf jedenfall darauf achten, dass du die ungebetenen Gäste komplett abwäscht.
Ich vermeide von solchen Viechern befallene Pflanzen allerdings komplett für die Verarbeitung.

Raven

 
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RE: Kräuter, Garten und Freu(n)de

#15 von wolfmagnus , 21.10.2010 19:08

...hmmmm - an den Kräutern, die Du genannt hast, kenne ich gar keine Schädlinge bei mir. Wobei ich sie nicht im Topf, sondern im Freiland ziehe. Klebrig ist meist die Ausscheidung von Läusen - heißt auch Honigtau...

Meistens werden geschwächte Pflanzen befallen - könnte es sein, daß sie vielleicht zu naß und zu schattig stehen? Die von Dir genannten Pflanzen möchten eigentlich nie im Wasser stehen und möglichst den ganzen Tag in der Sonne braten....

Nur so als Idee - vielleicht liegts ja auch an was ganz anderem, ist auf die Entfernung vielleicht schwer zu diagnostizieren...

Gruß

wolfmagnus

 
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