Pelz und Leder...

#1 von Ravenwings , 13.08.2010 06:53

Ich überlege grade ob es nicht gegen das Druidentum und seine Liebe zur Natur und deren Geschöpfen spricht, tierische Materialien, wie Pelze, Leder, knochen, etc. zu verwenden/zu tragen.

Ich meine ganz klar ist ja, dass Tiere NIE nur wegen ihres Pelzes, leders, etc. getötet werden dürfen. Wenn es mehr oder weniger Abfallprodukte von der Fleischherstellung oder von der Jagd sind, ist es ja was anderes. Ich selber verwende auch einige tierische "Bastelmaterialien", wo ich aber drauf achte wo diese herkommen. Nun beschlich mich jedoch gestern dieser Zweifel, als ich neue Bilder zu meinem fertigen Druidenstab hochstellen wollte.

Also, wie ist eure Meinung? Ist es mit dem Druidentum vereinbar, tierische Materialien zu verwenden, sofern sie nur Abfallprodukte sind? Oder geht das gar nicht miteinander?

Ich danke für eure Meinungen.

Gruß

Raven

 
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RE: Pelz und Leder...

#2 von Serpentia , 13.08.2010 10:01

Für mich ist das eine Frage des Umgangs damit. Die bewusste Verwendung von tierischen Produkten oder das bewußte Essen von Fleisch sind Teil der natürlichen Nutzung und damit ethisch durchaus in Ordnung. Was nicht in Ordnung ist, ist Raubbau, gedankenlose Verwendung oder gar das Wegwerfen von "tierischem Müll", sozusagen - in jeder Form.

Diese bewusste Verwendung erstreckt sich idealerweise auch auf das Reich der Pflanzen und Menschen. Ich bedanke mich bei der Rauke und dem Klee, den ich für die Meerschweinchen pflücke. Ja, ich habe ihn dafür ausgesät, aber bedanken tu ich mich trotzdem. Und das mit allem, was wir essen, trinken oder verwenden - Dankbarkeit dafür, dass wir es nutzen können.


die Schlange mit dem Schaffell

 
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RE: Pelz und Leder...

#3 von Belbara , 13.08.2010 11:39

Hi,

das geht mir ähnlich wie , ich sehe es als einen Teil des natürlichen Kreislaufs an - und ich habe irgendwann angefangen, für mich eine Art "Tischgebet" (stumm, nur für mich) zu sprechen, in dem ich mich bei der Mutter des Lebens für die Nahrung bedanke - ganz besonders, wenn es Fleisch ist. Man kann sich ruhig daran erinnern, daß hier Leben geopfert wird, um (in diesem Fall mein) Leben zu erhalten. Sicher, Menschen "müssen" kein Fleisch essen, um am Leben zu bleiben; aber auch Pflanzen sind ja lebendig und lassen ihr Leben, um uns zu ernähren. Da Unterschiede zu machen hieße, eine Art "Rangordnung" zu schaffen: "Du läufst nicht 'rum und schaust mich an, deshalb geh' ich jetzt mal davon aus, daß Du nichts dagegen hast, wenn ich Dich esse..."

Viele heidnische Rituale wie das Opfern des Korngottes kommen ja gerade daher, daß man die Lebendigkeit auch des pflanzlichen Lebens ehrt und heiligt. Respekt macht den Unterschied...

Natürlich ist es wichtig, darauf zu achten, daß Tiere nicht zu Tode gequält werden, bloß damit wir Pelz, Leder und Fleisch haben. Also am Besten schauen, daß die Eier aus Freilandhaltung sind und die Tiere nicht unter elenden Bedingungen gehalten werden. Und vielleicht auch nicht so überviel davon essen - ein- oder zweimal die Woche reicht völlig und ist gesünder für uns und auch für die Umwelt.

Just my 2 Cents,
Belbara

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RE: Pelz und Leder...

#4 von Nachtschatten , 13.08.2010 13:39

Hallo Ravenwings,

ich kann mir gut vorstellen was in dir vorgeht. Ich selbst esse außer mal etwas Geflügel nur noch Fisch.
Als mein Mann neulich vom Angeln kam hatte ich so meine Probleme...da waren Gedanken wie...eben bist du noch munter umher geschwommen und nun liegst du hier in der Pfanne. Es geht sehr schnell, dass man sich da in etwas hieinsteigern kann.
Tierprodukte wie Leder, Fell, Knochen, Zähne und Federn waren und sind in vielen Kulturen "Utensilien der magischen Arbeit"- wichtig ist nur und da schließe ich mich gerne meinen "Vorschreiberinnen" an, die Achtung- Ehrung und der Dank.
Zähne - Knochen und Federn finde ich meist beim Durchstreifen der Wälder...sie sind dann einfach da.
Am Ende meines "Spazierganges" setzte ich mich an ein gemütliches Plätzchen im Wald, räucher ein wenig und danke für all die Gaben, die meinen Weg gekreuzt haben.

LG Nachtschatten

 
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RE: Pelz und Leder...

#5 von angelikaherchenbach , 13.08.2010 18:25

Ich finde, Belbara hat es sehr gut ausgedrückt.

Zu bedenken ist auch, dass unsere Altvorderen einen ganz anderen, selbstverständlicheren, natürlicheren (?) Umgang mit Leben und Tod hatten.
Es ist also letztlich eine Frage des Bewußtseins, und zwar egal in Bezug auf welche Lebensmittel und sonstige Dinge des täglichen Ge- und Verbrauchs:
Wie wird im Zusammenhang mit der Herstellung mit Leben umgegangen (z.B. auch dem der herstellenden Arbeiter!), was bedeutet es für mein Leben? ...

Die ausschließliche Diskussion des Themas im Sinne von Fleisch oder vegetarisch, Leer oder Kunststoff usw. greift mir dabei meistens zu kurz.
Das heißt nicht, dass ich selbst immer in allem konsequent bin / sein kann.

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