I. das baumhoroskop I.2 der baum als überlebenshilfe

#1 von Weisser Schatten , 14.08.2008 22:39

der baum als überlebenshilfe, als überlebensmaterial

es ist unstrittig, dass die entwicklung der menschheit immer und unmittelbar im mehr oder weniger „guten“ einklang mit dem botanischen umfeld stattfand,
nicht nur, dass der ursprüngliche lebensraum wald ein nahrungsreservoir darstellte, so besaß er für die in ihm lebenden wesen generell auch eine schutzfunktion,
während die hecken und niedergehölze kriechtieren und dem niederwild unterschlupf gewährten, wurden die höheren baumarten vor allem als fruchtspender und als flucht- und schlafmöglichkeit von den sich entwickelnden hominiden genutzt,
über hundertausende von jahren wurde von diesen hominiden, da sich durch die benutzung der vorderen gliedmaßen deren taktilität und auch das gehirn vorrangig entwickeln konnte, stöcke und steine als grab- und stocherwerkzeug und auch als jagd- und verteidigungs-instrument verwendet, ohne diese weiter zu entwickeln,
im tier-mensch-übergangsfeld (ca. 60- bis 45 tausend jahre v.d.ztwd.) wurden diese instrumente verfeinert, das feuer zwingend in die nutzung genommen und vor allem das holz der bäume zu schutzbauten, staudämmen, waffen, vor allem aber als wärmequelle verbraucht,
in einer zeit der zahlenmäßig geringen populationen hominide/mensch machte dieser eingriff in die natur überhaupt kein problem aus,
in den späteren jahrtausenden, vor allem mit dem beginn der sesshaftigkeit von ständig zahlreicher und größer werdenden menschengruppen im übergangsfeld vom nomadentum hin zur ackerbauerkultur, wurde das holz nicht nur zu einem überlebens- sondern auch zu einem wirtschaftsfaktor,
kein haus, kein schutz, keine wärme ohne das holz!
holz, holz, holz, vor dem sesshaftwerden in großen waldgebieten kam das roden des geländes, dann das bauen der hütten und häuser aus holz, das feuer wurde eine stete notwendigkeit für die nahrungszubereitung – das heißt: das holz war und blieb und bleibt für jahrtausende ein überlebensmaterial, es bildete die grundlage für gesellschaftliches und privates leben überhaupt,
als die erzgewinnung und die erzverhüttung das schmieden von waffen und arbeitswerk-zeugen möglich machte, (man denke an die entwicklung des glasschmelzens und der glasherstellung im schwarzwald vor 400 jahren und im thüringer wald auch), vor allem aber der immer stärker werdende holzbedarf für den schiffbau in handels- und kriegsschiffen (spanische armada, schiffe der weltentdecker – columbus u.a.), also die holznutzung und die holz-vernutzung über die letzten 3 – 4 tausend jahre, haben zu einem fast unwiederbringlichen verlust an arten und beständen geführt,

es ist nicht so, dass die kelten, denen die bäume zwar verehrungswürdig oder gar „heilig“ waren, vor jedem holzeinschlag den segen der götter und die entschuldigung zum himmel schickten,
gerade aus der nachgewiesenen rasanten entwicklung des eisenschmiedens (frühe eisenzeit, ab 900 bis 650 v.d.ztwd.) durch die kelten in mitteleuropa resultiert damals schon ein raubbau an holz und die vernichtung von großen flächen wald,

viele wollen diese tatsache nicht wahrhaben, weil diese beschreibung ihre geliebte „keltomanie“ entmythologisiert,

dennoch: heute haben wir „wasser aus wand“, „strom aus wand“, „wärme aus wand“ und viele andere bequemlichkeiten, welche wir z.t. unbesehen und unkritisch gesamtgesellschaftlich nutzen, und wenn der strom ausfällt, dann wird gezetert,

wenn bei unseren keltischen vorfahren der „strom ausfiel“, dann wurde verfeuert, was nur an brennmaterial vorhanden war,

nehmen wir weiterhin zur kenntnis, dass jegliche technische, ökonomische und auch vor allem militärische entwicklung untrennbar mit dem verbauch von unmassen von holz verbunden war:
sei es bei der grubensicherung im salz- und erzbergbau, sei es beim backen des täglichen brotes, sei es bei der salzproduktion oder der metallverarbeitung, auch bei der schienen-verlegung jeglicher eisenbahnstrecken oder bei der nutzung als heizmaterial für die lokomotiven, für den hausbau ganzer dörfer, siedlungen, burgen und städte bis in die neuzeit,
holz, holz, holz, raubbau und vernichtung größter flächen zum leben und zum überleben der spezies mensch, das war unbewußt die folge menschlicher entwicklung,

die uns heute bekannte und auch notwendig gewordene forstwirtschaft mit ihren aufgaben der erhaltung und wiederaufforstung existiert erst seit ca 250 jahren, als die verwertung der wälder, aber auch die vernichtung großer waldflächen durch naturkatastrophen und auch schädlinge (der „nonnen-befall“ im böhmerwald 1874/78 raffte ca.65 % des waldes dahin),
ungeheure ausmaße angenommen hatte,

unsere heutige aufgabe als freunde und anhänger keltischer lebensweise muß es sein, nicht die entwicklung zu verteufeln – denn ohne diese historische entwicklung wäre die menschheit immer noch auf dem level des „tier-mensch-übergangsfeldes“ –

wir müssen aktiv bei allen sich bietenden gelegenheiten mitwirken: durch aufklärung, durch eigenes mitwirken bei erhaltung und wiederanpflanzung von baum und strauch, durch auch eigenes vorleben eines wirksamen miteinanders von mensch und umwelt, ohne dabei missionierend oder gar militant zu erscheinen,

und schon gar nicht sollten wir in eine mythologische verbrämung des lebens unserer altaltvorderen verfallen, denn deren leben war ein überlebensnotwendiges leben, mit allen tücken und härten der natur insgesamt,

daß dennoch der „baum – mein freund“ war und weiterhin sein kann, dieses werde ich im artikel I.3. in den nächsten tagen ins forum stellen

keltische grüße

ian-jonathan


ende des teiles 2

es kann und soll diskutiert werden!

 
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RE: I. das baumhoroskop I.2 der baum als überlebenshilfe

#2 von Oak King , 07.10.2008 00:43

Versuche gerade mit Deinen Ausfuehrungen aufzuholen, lieber Ian-Ionathan. Kann Dir nur beipflichten dass unsere Vorfahren, einschliesslich der keltischen Staemme, nicht auschliesslich Engel waren. Deren Leben waren unvergeichlich viel haerter als unseres und Ueberleben erforderte den Gebrauch natuerlicher Rohstoffe fast noch mehr als heute. Due Aufgabe die sich uns in der Gegenwart stellt ist meiner Meinung nach ein Gleichgewicht zu finden zwischen materiellen Notwendigkeiten und spirituellen Einsichten um zu einer Lebenswise zu finden die die Zukunft der natuerlichen Umwelt und das Leben unserer Nachkommem darin sichert. Es ist gar keine Frage dass wir alle Kompromisse machen muessen, dennoch bin ich ueberzeugt dass wir alle, einschliesslich meiner Wenigleit, Raum haben um unser persoenliches Leben ein Stueckchen naeher an dieses Gleigewicht zu bringen. Ohne mir/uns auf die Schulter klopfen zu wollen traue ich mir zu sagen dass unsere Spiritalitaet/Denkweise eine verdammt gute Grundlage ist um auf diesem Wege richtungsweisend zu sein. Obwohl ich ganz und gar nichts vom Missionieren halte finde ich das wir irgendwie ueber den Rahmen unserer eigenen Existenz hinaus schauen sollten um Veraenderungen im Umgang mit der Natur zu erwirken. Ein altes Quakersprichwort ist 'Let your life speak!' Lass dein Leben sprechen - das ist ein guter Startpunkt und dieser Tage habe ich ueberhaupt keine Bedenken mehr meine spirtuellen Ansichten und die darus resultierende Lebensweise zu allen zu erklaeren die mich danach befragen, selbst wenn ich dafuer als 'oddball' angesehen werde. Gluecklicherweise gibt es mehr und mehr von uns oddballs und das macht mich dann doch wieder optimistischer.
Euer oddball Oak King,
Holger

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RE: I. das baumhoroskop I.2 der baum als überlebenshilfe

#3 von Weisser Schatten , 07.10.2008 22:55

hi ihr,
genau darum ging es mir in meinen ausführungen!
nicht alles, was die keltomanie verklärt hat, ist auch so gewesen,
das heißt für uns heute: aus allem! aus den errungenschaften und auch aus den fehlern unserer altvorderen zu lernen, obwohl fehler sich meistens erst einmal als fortschritt, später als gleichschritt und viel viel später manchesmal als fordernder rückschritt sich erweisen,
jede zeit hat ihre und kann nur ihre mittel nutzen!
darum haben wir auch ein denken, und dieses sollte uns auf eine gehaltvolle, maßvolle erhaltung der umwelt und das tun für diese ausrichten
danke für die beginnende diskussion

euer
ian-jonathan

 
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