I. das Baumhoroskop I.1. über die bäume - artikel

#1 von Weisser Schatten , 14.08.2008 22:37

über die bäume


aus der sicht der doch kurzlebigen menschlichen spezies verändern sich die wälder mit ihren langlebigen bäumen vergleichsweise langsam, deshalb sehen wir den wald meist als etwas statisches, unveränderliches an, dennoch wandeln sich alle wald-ökösysteme außer in ihrem eigenen natürlichen wandel auch durch die menschlichen eingriffe, ob positiver oder negativer art, eine ständige, von uns oft unbemerkt geschehene anpassung,
auch in unseren wäldern läßt sich diese wandlung zurückverfolgen,
eine besondere bedeutung für die waldentwicklung besaßen die eiszeiten,
sobald die klimatischen verhältnisse es nach dem rückzug der eismassen zuließen, „wanderten“ die baumartn südlich der alpen wieder nordwärts in die nun langsam wieder eisfrei werdenden gebiete zurück,
viele baumarten scheiterten dabei aber an der west-ost-barriere der alpen und starben in mitteleuropa sogar aus,
in nordamerika, wo die gebirgszüge in nord-süd-richtung verliefen, überlebten aus diesem grunde weitaus mehr arten den klimawechsel, dort sind die wälder von natur aus artenreicher als in unseren breiten,

nach der letzten vereisung (etwa vor 14.ooo jahren) kehrten mit unterschiedlicher geschwindigkeit zunächst birken, kiefern, weiden und pappeln mit ihren leicht vom wind zu weiterzutragenden samen, später dann schwersamige arten wie eiche und buche zurück, andere blieben ganz aus,
im wechselspiel von wandergeschwindigkeit und klimaveränderung entstanden so über jahrtausende hinweg verschiedene waldgesellschaften,


altsteinzeit: (14.ooo bis 8.4oo v.d.ztwd.)
kältesteppe mit tundraähnlichen verhältnissen - zwergbirken,strauchweiden, etwas kiefern

mittlere steinzeit: (8.4oo bis 6.8oo v.d.ztwd.)
leichte erwärmung verändert die kältesteppe zu einer art waldsteppe - viel kiefer und birke, größere anteile von aspen (zitterpappel)

„frühe wärmezeit“: (6.8oo bis 5.500 v.d.ztwd.)
allmähliches vordringen des eichenmischwaldes, ausbreitung der fichte im südosten, haselnuß

jungsteinzeit: (5.5oo bis 2.5oo v.d.ztwd.)
warmes, mäßiges feuchtes klima, beherrschend wird ein mischwald aus eiche, ulme und esche, die kiefer wird nach osten gedrängt, in den höheren mittelgebirgslagen breitet sich die fichte aus,

bronzezeit: (2.5oo bis 800 v.d.ztwd.)
zunehmend feuchteres aber noch recht warmes klima, in den ebenen dringt die buche unaufhaltsam vor, in den mittelgebirgen verdrängt sie zusammen mit der tanne den eichenmischwald,

um die zeitenwende: (800 v.d.ztwd. bis 800 n.d.ztwd.)
hier sinkt die temperatur deutlich, so daß die baumgrenze in den gebirgen um mehrere hundert meter sinkt, das kühlfeuchte klima begünstigt vor allem die buche, sie beherrscht den wald im westlichen mitteleuropa, die kiefer hat sich ganz nach osten zurückgezogen,
eiche, ulme und linde bestehen nur noch auf den trockenhängen, die fichte dringt weiter vor,
diese periode von 800 vor bis 800 nach der zeitenwende bezeichnen wir als „buchenwaldzeit“,
unter dieser betrachtung der veränderlichkeit des waldwuchses beginnt auch klar zu werden, warum die griechen und römer schreiben konnten, daß sich die keltischen druiden in den eichenwaldballungen aufhielten und auch dort ihre rituale abhielten – denn das vormals großflächig genutzte waldarreal des eichenwaldes hatte sich nach 800 v.d.ztwd. natürlicherweise und auch durch menschliche einflüsse noch dazu, so verkleinert, daß wirklich nur noch kleine ballungen dieser ehemals riesigen eichenwälder vorhanden waren,
es war also kein rückzug der keltischen wissenden in die eichenhaine, nein, es war die traditionelle nutzung der noch vorhandenen reste des eichenwaldes!


ende des punktes I.1 im seminar

euer ian-jonathan

teilweise zitiert nach: „ich, der wald, bin mehr als sie denken“ (holzabsatzfonds 2000)


es kann und soll diskutiert werden

 
Weisser Schatten
Besucher
Beiträge: 1.085
Registriert am: 11.07.2008


   

II. RUNEN in Holz; II.1. suchen un d finden "meines" baumes

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de