RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#16 von Inge , 28.07.2010 14:17

Ich denke auch, daß die Kraft in uns selber steckt, d.h. ich bin mir sicher, daß es so ist. Wir müssen nur an uns glauben...

Es hilft zwar, wenn andere einem Kraft und Energien schicken- ist spürbar. Doch wichtiger und kraftvoller sind Affirmationen. D.h. daß man sich z.B. jeden morgen wie ein Mantra bestimmte Dinge suggeriert. Z.B. "Ich habe die Kraft die ich für dieses und jenes brauche." "In mir brennt ein Licht, das dieses und jenes erhellt/bereinigt/stärkt." etc (possitives Denken, possitive Magie ...)

LG

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#17 von WaldSeele , 28.07.2010 14:54

Hallo , hallo @ alle
allem, was Ihr bisher hier geschrieben habt, schließe ich mich an.

Das Wort 'Enttäuschung' möchte ich gern näher beleuchten.. ich schreibe dieses seit einiger Zeit anders: Ent-Täuschung.. wenn ich es so betrachte, dann erkenne ich, dass es sich bei der allgemeinen Definition von 'Enttäuschung' um etwas Negatives handelt.. betrachte ich aber 'Ent-Täuschung' .. dann erkenne ich, dass es sich im Grunde ja um etwas Positives handelt, um ein Zurecht-Rücken, um ein Erkennen, dass ich zuvor einer Täuschung erlegen bin bzw. mich selbst getäuscht habe, getäuscht wurde.. die Ent-Täuschung ist somit gleich zu setzen mit dem 'unverbauten' Sehen, der klaren, unge-trüb-ten Sicht auf die Dinge, ein Zurecht-Rücken, ein Erkennen, dass meine Sicht auf die Dinge zuvor verstellt bzw. eingeschränkt war.. und ich jetzt, nach der (vermeintlich negativen) Ent-Täuschung, die Dinge klarer sehen kann, was ja m.E. positiv zu werten ist.

In diesem Sinne passt auch die schon genannte Ent-Wicklung dazu, denn wir betrachten ja Situationen, auch wenn sie oft gleich oder ähnlich erscheinen, nie aus dem selben Blickwinkel, da wir uns fortwährend verändern und mit dieser Veränderung ja auch andere Sicht-Weisen auf das Leben gewinnen. Dazu fällt mir der Satz ein: "man steigt nie zweimal in den gleichen Fluss" Denn der Fluss - "das Leben" - fließt weiter und wir verändern uns in ihm.

Dazu schrieb ich mal vor einiger Zeit:[/size]

Ent-Wicklung
der Weg, den ich nahm, um zu werden
WER ich heute bin…[…]
Wachsen am Wider-Stand
ent-wickeln
symbolisch betrachtet: aus-wickeln..
drehen, drehen…
dabei die alten Schleier
und be-hindernden Schichten
Ge-Schichten, Häute..
abwerfen, ab-streifen…
drehen in einer Spirale,
die sich nach oben hin öffnet..
zum Universum hin..
zu Wachstum und universeller Liebe… […]


hier im Gesamtzusammenhang

Wie schon an anderer Stelle genannt, find auch ich es wichtig, sich Ruhezeiten zu erlauben, "aus der Welt" in einen geeigneten Schutzraum zu treten / treten zu dürfen, dort zur Ruhe kommen zu dürfen und mit geeigneter Hilfe zur Selbsthilfe zu neuem Erleben und neuen Erkenntnissen zu finden. Mit dieser neuen Sicht-Weise auf die Welt und die vermeintlich gleichen, sich ständig wiederholenden Situationen kann es möglich werden, sich aus dieser abwärts bewegenden Spirale zu befreien. Dazu gehört vor allem, wie ian-jonathan schon schreibt, Mut.. und Kraft - das ist auch meine Erfahrung. Mensch sollte sich aber auch Zeit geben, so lange es nun eben dauert und sich nicht von den Zeitvorgaben irgendwelcher Institutionen einschränken lassen bzw. an den überhöhten Maßstäben Anderer am eigenen Rhythmus des Fortschreitens und Stillstehens hindern lassen. Dies ist in dieser Zeit des Leistungsdruckes und der ständigen Bewertung an m.E. überhöhten Maßstäben in dieser Gesellschaft natürlich besonders schwer.

"Denn das Leben schreitet nicht zurück, noch verweilt es beim Gestern."
(Khalil Gibran "der Prophet")

"Es ist was es ist sagt die Liebe"
[size=85](Erich Fried - siehe Beitrag von Ing e)

Liebe Grüße

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#18 von WaldSeele , 28.07.2010 15:03

Zitat von Inge
possitives Denken, possitive Magie ...


meiner Erfahrung nach muss mensch aber wirklich von diesen Dingen überzeugt sein..
"nur" positiv zu denken, dabei aber gleichzeitig vom Gegenteil überzeugt zu sein, im Negativen gebunden und verstrickt zu sein, und sich durch sogenanntes "positives Denken" selbst zu beschwindeln, zeigt meiner Erfahrung nach keinerlei Wirkung.

Wenn man aber wirklich davon überzeugt ist, sind diese Affirmationen sehr hilfreich. Am Besten so formulieren, als seien sie schon eingetreten.

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#19 von angelikaherchenbach , 28.07.2010 15:43

Ja, es gibt Menschen, die immer wieder auf die Füße fallen bzw. sich wieder aufrappeln.
Und es gibt solche, die früher oder später keine Kraft, keinen Willen mehr haben.

Es gibt Menschen, die bei der leichtesten Blässe um die Nase sofort von fürsorglichen Helferlein umringt sind und solche, denen immer wieder Schweres aufgebürdet wird und die allein damit fertig werden (müssen).

Es ist nicht nur das jeweilige Empfinden, sondern es ist wirklich unterschiedlich (und ungerecht!) verteilt.

Die Kraft, aus dem Tal wieder rauszukommen, trägt jede/r in sich.
Aber nicht jede/r hat die gleichen Möglichkeiten, diese Kraft zu mobilisieren.

Das hat nicht nur mit Willenskraft, Anstrengung oder Sich-Zusammenreißen zu tun, sondern da kommen soziale, genetische und meiner Meinung nach auch ganz viel karmische Geschichten mit rein.
Solche Geburtserfahrungen wie Siebenstern berichtet sind da oft sehr aufschlußreich, und es ist möglich und sinnvoll, unterstützend zu wirken durch innere und magische Arbeit.
Aber ich glaube nicht, dass es immer möglich ist, einen Ausgleich oder sowas wie Gerechtigkeit in einem Leben zu erreichen.

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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#20 von geraldhu , 28.07.2010 16:00

Hallo ,

Zitat von angelikaherchenbach
Es ist nicht nur das jeweilige Empfinden, sondern es ist wirklich unterschiedlich (und ungerecht!) verteilt.



wie kommst Du darauf, bzw. woraus schließt Du, daß da was ungerecht verteilt ist?

Zitat von angelikaherchenbach
... sondern da kommen soziale, genetische und meiner Meinung nach auch ganz viel karmische Geschichten mit rein.



Richtig - letzteres, was Du als karmische Geschichten bezeichnet hast, sind meinem Empfinden nach die, welche sich durch die zuvor genannten Umstände und Bedingungen offenbaren

Zitat von angelikaherchenbach
Aber ich glaube nicht, dass es immer möglich ist, einen Ausgleich oder sowas wie Gerechtigkeit in einem Leben zu erreichen.



Bekommen wir deshalb nicht mehrere Gelegenheiten (oder Leben wie Du sagtest)?
Gerald

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#21 von Esme , 28.07.2010 19:17

Irgendwie kann ich jedem hier zustimmen, Ian, Gerald, Siebenstern, , , Waldseele.
Die Geburtsphase ist sicher auch ausschlaggebend, eine bekannte Osteopatin macht gerade eine Schulung um Säuglinge und Kinder die ein Geburtstrauma erlitten haben zu heilen. Meine Lieblingsnichte, die mich erst vor einem Jahr fand, war selbst ein ungewolltes Kind, sie muß mit vielen Erbkrankheiten leben, aber sie ist auch ein Kämpfer und meistert ihr Leben.
Kinder der Liebe sind wir ja alle auf der Welt, irgendwie, manche entwickeln sich als Einzelkämpfer, andere gehen unter, manche werden gestärkt durch ihr soziales Umfeld, andere erniedrigt, also sind sie verloren, weil sie sich aufgeben, ihren Glauben an die Götter und die Welt verlieren, sie versinken in Drogen, Alkohol, Depressionen, ihnen kann meist nicht geholfen werden, weil sie sich nicht helfen lassen wollen. Ihnen fehlt einfach der Sinn des Lebens.

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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#22 von Inge , 28.07.2010 23:41

Das ist immer wieder eine spannende und interessante Frage: warum halten einige Menschen mehr aus, als andere ...? Ich habe auch schon oft die Erfahrung gemacht, daß Bekannte uns die Ohren volljammern und sich selbst bemitleiden (damit ist keiner von dem forum gemeint ) etc. Dazu hätten wir auch allen Grund, doch versuchen wir das beste aus unserer Situation zu machen ...

Hier spielen sicherlich, wie schon von euch gesagt, die Sozialisation, die Genetik .... eine große Rolle. Auch das Karma will ich hier nicht ausklammern. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß die großen Themen in diesem Leben (Probleme, Krankheiten ...) aus dem vorherigen Leben resultieren. Daß es unsere Aufgabe ist, sie im Hier und Jetzt zu lösen.

Und ich glaube schon daran, nein, ich bin mir sicher, daß Affirmationen auch dann nutzen, wenn wir erst einmal nicht daran glauben. Wenn wir sie uns trotzdem jeden Tag aufs Neue sagen, immer wieder und immer wieder, dann bin ich mir sicher, daß die Botschaft mit der Zeit ankommt und sich wie ein Samen festsetzt, keimt und Früchte trägt. Das ist die Macht der Gedanken ....

LG

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#23 von Rainer , 28.07.2010 23:54

Liebe ,

letztendlich schöpfst Du die Kraft aus Dir selber! Und Wege die Kraft in Dir (wieder) zu entdecken und wachzukitzeln gibt es einige, aber sie ist da - bei jedem. Wenn es Deine Freundin alleine nicht schafft, ist kompetente professionelle Hilfe angesagt.

In diesem Zusammenhang von Demut zu sprechen, wie einer meiner Vorredner anmerkte, finde ich falsch. Schuld, Sühne, Demut - sind Begriffe, genau wie Erbsünde oder so, die dazu angetan sind Menschen erst Recht in eine Psychose oder schlimmeres zu treiben.

Ich wünsche Deiner Freundin das sie den Weg zu ihrer persönlichen Kraft wieder findet und eine vollständige HeilWerdung.

Aus einem alten Achim Reichel Song:

"Boxer gehn oft in die Knie
blaue Augen zahlen drauf;
mancher Lorbeer
der ist schmutzig
aber Kutte steht wieder auf.
Boxer gehn oft in die Knie
blaue Augen zahlen drauf;
Meister komm'n und gehen
aber Kutte steht wieder auf"

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#24 von WaldSeele , 29.07.2010 00:05

Zitat von Esme

Was ist es, das manche Menschen immer wieder aufstehen läßt?


Dazu gibt es mittlerweile sogar einen eigenen Forschungszweig - Resilienzforschung genannt. Im Zusammenhang damit wird auch Empowerment genannt.

Zitat
Der Begriff „Resilienz“ hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Früher bezeichnete er nur eine spezielle Eigenschaft von Personen (besonders Kindern), die ihre psychische Gesundheit unter Bedingungen erhielten, unter denen die meisten Menschen zerbrochen wären. [...] Später wurde die Bedeutung ausgeweitet. Dies ist mit der Erkenntnis verbunden, dass psychische Widerstandsfähigkeit nicht nur in Extremsituationen, sondern immer von Vorteil ist.
Quelle: Wikipedia[/size]



Zitat
Mit Empowerment bezeichnet man Strategien und Maßnahmen, die geeignet sind, den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder Gemeinschaften zu erhöhen und die es ihnen ermöglichen, ihre Interessen (wieder) eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten und zu gestalten. Empowerment bezeichnet dabei sowohl den Prozess der Selbstbemächtigung als auch die professionelle Unterstützung der Menschen, ihre Gestaltungsspielräume und Ressourcen wahrzunehmen und zu nutzen. Wörtlich aus dem Englischen übersetzt bedeutet Empowerment „Ermächtigung“ oder Bevollmächtigung.
[size=85]Quelle: wiki



@ .. bei mir haben die Affirmationen nicht gewirkt, als ich nicht daran glaubte bzw. als ich nicht davon überzeugt war..
aber gut, dass Du da ganz andere Erfahrungen gemacht hast!

Schöne Grüße

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#25 von WaldSeele , 29.07.2010 00:38

Zitat von Rainer

In diesem Zusammenhang von Demut zu sprechen, wie einer meiner Vorredner anmerkte, finde ich falsch. Schuld, Sühne, Demut - sind Begriffe, genau wie Erbsünde oder so, die dazu angetan sind Menschen erst Recht in eine Psychose oder schlimmeres zu treiben.


Das ist vermutlich eine Frage der Definition. Vll wurde der Begriff ja auch in einem anderen Kontext als dem von Dir verstandenen verwendet - aber das können nur Siebenstern, geraldhu und ian-jonathan erklären.

Ich selbst definiere "Demut" auf eine völlig andere Weise als Du,Rainer, nämlich als ein Da-Sein ohne zu be-urteilen, ohne zu be-werten. Ein liebe-volles Hinschauen und Annehmen dessen, was ist. Und damit einhergehend die Fähigkeit, sich selbst im Kontext der Dinge im eigenen Leben zu betrachten und zu reflektieren, was einem geschenkt ist im Gegensatz zu z.B. Menschen, die in Krieg und Gewalt leben oder auch im Hinblick auf die Kraft der Natur im Gegensatz zum Dasein der kleinen Menschlein. Für mich ist "Demut" die Fähigkeit, zu erkennen, was mir geschenkt ist, auch wenn ich vll manchmal im Leben den Eindruck habe, dass etwas nicht rund läuft und ich nicht wirklich zufrieden bin mit dem, was ich habe. "Demut" schenkt mir einen Blick auf die Welt, der frei ist von Selbstsüchtigkeit, frei von egoistischen Zügen, frei von Wert-Urteilen, einen liebe-vollen Blick. Dazu passt auch das Gedicht von Erich Fried, das oben schon genannt wurde: "es ist was es ist sagt die Liebe." Ich nehme an, wie die Dinge momentan sind. Manchmal hat es ja auch einen tieferen Sinn, der sich mir oft erst viel später erschließt.
Ein Beispiel: ich habe keinen Grund mich zu beschweren, da ich wirklich alles habe, (auch wenn ich manches in meinem Leben vermisse). Betrachte ich die Menschen, die im Krieg leben müssen, die auf der Flucht sind oder im Elend verhungern, erkenne ich demütig, was mir alles geschenkt ist (Wohnung, Heizung, fließend Wasser, sogar warmes, einen gut gefüllten Kühlschrank, Internetverbindung, Musik, Bücher).

Schöne Grüße

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#26 von Rainer , 29.07.2010 01:23

Hi Tanja,

ja, ich sehe es etwas anders - für mich sind die angeführten Worte negativ belegt und haben in einer freien, heidnischen Sichtweise nix verloren. Ein freier Heide begegnet seinen Göttern Aug in Aug und nicht auf Knien, in meinem Glauben gibt es keine dienende Haltung.

Auszug Wikipedia: [list=]Der Ausdruck Demut kommt aus dem althochdeutschen diomuoti („dienstwillig“, also eigentlich „Gesinnung eines Dienenden“)..........im christlichen Kontext bezeichnet es die Haltung des Geschöpfes zum Schöpfer analog des Verhältnisses von Knecht zum Herrn[/list]

LG


)O(

 
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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#27 von Siebenstern , 29.07.2010 12:33

@ und WaldSeele: Zum Thema Positives Denken/ Affirmationen: Ich weiß was du meinst , und ich find auch, das es eine gute Methode ist, wenn sie denn funktioniert. Bei mir funktioniert sie so in der Art leider auch nicht, vielleicht ähnlich wie bei WaldSeele. Also wer damit klar kommt, auf jeden Fall machen. Bei mir hat sich das aber nicht wirklich einführen lassen, denn ich hatte immer ein wenig den Eindruck, ich will mir selbst etwas Falsches einreden. Bis ich für mich das Realistische Denken entdeckt habe: D.h. bedeutet, es gibt beides im Leben, das Negative und das Positive und ich nehme das an, wenn ich z.B. in einer schwierigen Phase stecke, in der nichts wirklich weitergeht, dann versuche ich es erstmal hinzunehmen und sag mir, das geht irgendwann auch vorbei und bemühe mich zwar dann auch darum, mich dem Positiven durch Affirmationen etc. zu nähern, aber ich kann auch einen Moment das akzeptieren, was jetzt gerade ist, halt vielleicht mal wieder eine Durststrecke.
Ansonsten würde mein innerer Kritiker mir eh nicht glauben.

Und zum Thema Jammern: Ich glaube Jammern, Klagen in Maßen ist auch gesund, vielleicht bräuchten wir alle soetwas ähnliches wie eine eigene Klagemauer. Manchmal tut es mir gut auch zu bejammern und zu beklagen, was ich nicht hatte, oder was mir genommen wurde etc. Aber ich finde, anderen sollte man damit nur bedingt auf die Nerven gehen und es sollte auch danach erstmal wieder gut sein, und man/frau stellt sich wieder ihrem Leben.

@ : Was du beschreibst meine ich nicht mit Demut und ich kann verstehen, dass der Ausruck bei dir dann vielleicht für Unbehagen sorgt. Ich benutze das Wort anders, scheinbar aber falsch. Ich diene niemanden, keinem Gott, keiner Göttin, nicht der Natur und dem Universum, allerdings kann ich Menschen verstehen, die das gern so sehen und es tun wollen.

Ob ich mich auf gleicher Ebene mit meinen Göttern sehe, glaub ich auch nicht. Dafür ist der Begriff Gott für mich auch noch immer zu ungenau. Ich seh mich eher oft als kleiner Teil in einem Ganzem, im Universum, in der Natur, in einem Menschengeflecht, das tut mir gut. Aber nicht als Diener, sondern als ein vielleicht besonderes Sandkorn in der Wüste, das eine Aufgabe hat, von der ich aber nicht weiß, welche es genau ist. Wenn ich den Begriff Demut benutze, meine ich damit, dass ich das Gefühl habe, es gibt etwas da draußen, also außerhalb von mir, dass vielleicht mehr weiß, größer ist, das vielleicht auch weiß, warum ich diese Aufgabe, dieses Leben zu leben habe, warum ich nicht daneben trete, wenn andere es neben mir tun, warum ich doch immer noch Glück im Unglück habe. Warum ich mit meinem Leben schon so oft davon gekommen bin.... Das macht mich demütig und dankbar... Aber vielleicht muss ich auch ein anderes Wort finden....ich denk mal drüber nach.

und an alle nochmal: Ja, ich glaube, diese Kraft ist in mir, aber ja, ich glaube auch ganz allein würde ich sie nicht leben können und vielleicht gibt es Fäden, die ich weder in meinen Händen führe noch sie sehen kann. Das Leben ist ein großartiges spannendes und tiefgründiges Geheimnis. Und vielleicht ist das auch gut so und so soll es sein....

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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#28 von Inge , 29.07.2010 12:57

hmmm, ich weiß nicht, wie ihr bei der Affirmation die Worte wählt. Sicherlich ist sie kein AllHeilMittel und funktioniert auch nicht sofort. Wichtig ist die richtige Wortwahl, damit diese "die Kraft in uns" in Bewegung setzt.

Es nutzt dementsprechend nichts, wenn ich mir sage, "ich möchte/werde gesund und heil werden". Das ist zu ungenau, sagt nichts darüber aus, wann der Erwünschte Zustand eintreffen soll ... Ich muß mir sagen "ich bin heil und gesund"- auch wenn das für einen unglaubwürdig und merkwürdig klingt, wenn man sich doch krank und verloren fühlt. Doch im tiefsten Inneren ist dieser heile Zustand, bzw. der Knopf, um ihn in Gang zu setzen.

Wenn wir davon ausgehen, wie einfach man sich suggerieren kann, wie krank man ist, wie schlecht es einem geht etc. und dies dann auch eintritt, dann sollten wir auch davon ausgehen, daß wir "uns gesund reden" können ... Wir sollten unsere inneren Kräfte und Möglichkeiten nicht unterschätzen. Ich weiß, daß hört sich einfacher an, als es ist. Wenn einem alles egal ist und man ganz tief unten ist, dann hat man sicherlich auch keine Lust sich solche Affirmationen vorzusagen oder diese von einem Zettel abzulesen. Ich bin mir aber sicher, daß es hilft

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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#29 von Esme , 29.07.2010 13:13

Das Wörtchen Demut sehe ich auch ein bißchen anders; ich kann demutsvoll durch die Natur streifen oder demutsvoll an einem stillen See sitzen und der Ruhe lauschen, d. h. aber nicht das ich demütig bin, also unterwürfig.
(Warum ist die deutsche Sprache so schwer, es gibt immer soviel Erklärungen für ein Wort )

Klagemauer braucht wohl jeder Mensch mal, man kann nicht immer alles für sich behalten, auch das ist auf die Dauer ungesund. Da können auch Freunde helfen, mit denen man zusammen schweigt oder die einen in den H... treten, je nach Fall.

Affirmationen machen schon einen Sinn, wenn man dazu stehen kann. Vor einiger Zeit deckte ich eine keltische Weisheitskarte für mich auf, immer dieselbe in mehreren Wochen, der Text ist zu meinem Leitspruch geworden.

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RE: Täuschungen-Enttäuschungen

#30 von Siebenstern , 29.07.2010 14:19

Zitat von Inge
Wenn wir davon ausgehen, wie einfach man sich suggerieren kann, wie krank man ist, wie schlecht es einem geht etc. und dies dann auch eintritt, dann sollten wir auch davon ausgehen, daß wir "uns gesund reden" können ... Wir sollten unsere inneren Kräfte und Möglichkeiten nicht unterschätzen. Ich weiß, daß hört sich einfacher an, als es ist. Wenn einem alles egal ist und man ganz tief unten ist, dann hat man sicherlich auch keine Lust sich solche Affirmationen vorzusagen oder diese von einem Zettel abzulesen. Ich bin mir aber sicher, daß es hilft



Da geb ich dir völlig recht Und es stimmt, wenn ich langsam den Kopf wieder aus dem Loch stecke, dann gehts auch mit den Positiven Denken, Affirmationen. Bei mir halt nur etwas zeitverstetzt.

Zitat von Esme
Das Wörtchen Demut sehe ich auch ein bißchen anders; ich kann demutsvoll durch die Natur streifen oder demutsvoll an einem stillen See sitzen und der Ruhe lauschen, d. h. aber nicht das ich demütig bin, also unterwürfig.
(Warum ist die deutsche Sprache so schwer, es gibt immer soviel Erklärungen für ein Wort )



Hab gerade nochmal nach einem anderen Wort gesucht für meine Demut. Hab Ehrfurcht gefunden, aber ist auch nur teils zu gebrauchen, ist zu viel Furcht und anderes Unheilvolles drinne

Wikipedia Ehrfurcht:
Ehrfurcht ist ein hochsprachliches Wort für eine mit Verehrung einhergehende Furcht. Sie bezieht sich immer auf einen übermächtigen (erhabenen) Adressaten, ob real oder fiktiv. Sie kann individuell oder allgemein üblich sein. Sie empfinden zu können, wird zumeist als Tugend angesehen. „Ehrfurcht“ ist stärker als „Scheu“ oder „Achtung“, schwächer als „Unterwerfung“ oder „Anbetung“. Im Brockhaus von 1896 wird die Ehrfurcht als „der höchste Grad der Ehrerbietung, das Gefühl der Hingabe an dasjenige, was man höher schätzt als sich selbst, sei es eine Person oder eine geistige Macht, wie Vaterland, Wissenschaft, Kirche, Staat, Menschheit, Gottheit“ beschrieben.[1]

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