RE: Eine Frage der Sichtweise

#16 von Siebenstern , 30.10.2010 23:27

Vor gut 4 Monaten bin ich auf dieses Forum gestoßen, hab dann diesen Faden einen Monat später gestartet.
Ab August hab ich den Bardenkurs begonnen....

Heute nun sind wir unseren Weg durch den Wald wieder von der herkömmlichen Seite aus gestartet.
Wir wollen die unterschiedlichen Startpunkte aber weiterhin beibehalten, also immer mal wieder die Seite und Sichtweise wechseln. Es ist total bereichernd gewesen, diese letzten Monate in so vielfältiger Art und Weise.

So viel ist geschehen, ich hab mich auf ganz neue Art und Weise kennengelernt, die Natur, den Wald, die Welt, die Menschen...

Dies Jahr ist mein erstes Samhain, ich feiere es mit meiner Mutter, ich lade sie morgen zu einem mehrgängigen Essen ein, das hat mir eine Freundin geraten. Ich bin gespannt und freu mich drauf, sie bei mir willkommen zu heißen...





Am Eingang
ruft die Amsel
begleitet mich ein paar Schritte
mit ihrem Ruf

Ich gelange
Schritt für Schritt
tiefer
in die Welt der Stille
bis ich
Atemzug für Atemzug
angekommen bin
in der Anderen Welt

Schritt für Schritt
durch die kleine Fichtenwohlfühlzone
Ein letzter Ruf
der Krähe
Dann nur noch eintauchen...
Gleiten...Atmen....Wahrnehmen...

Bis zum See
in dessen Wasser
sich die Welt im Spiegel erkennt
das Blau des Himmels
die leuchtenden Buchen im Sonnenlicht
streift

Ich wandere
durchschreite die Welt
die Stille, die schwingende Luft...
Ich bin eingetaucht
und habe meinen Platz gefunden
im Kreise mit Baum, Sonne, Luft, Waldgeist, Drachen, Elfen und all den Spirits
Ich durchschreite
die Andere Welt in der Anderen Zeit

Der Rückweg
Am Ende
das Rufen des Eichelhähers
der mich verabschiedet und zurück geleitet
durch den Torweg in die diesseitige Welt...



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RE: Eine Frage der Sichtweise

#17 von petitsorciere , 31.10.2010 00:25

- danke fürs Teilen !

LG

Gabi

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#18 von Rainer , 31.10.2010 05:06

schöööön Siebenstern

LG


)O(

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#19 von wanderbenny , 31.10.2010 08:45

wundervoll... ich konnte eben richtig mitgehen!

LG Wanderbenny

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#20 von Nagaroon , 31.10.2010 10:44

Zitat von Siebenstern


Ich bzw. wir (mein Partner und ich) durchwandern z.B. unseren Wald häufig täglich, mal morgens, meist eher abends, also zu verschiedenen Tageszeiten, wir laufen, sitzen, lauschen, meditieren, reden, schweigen etc. Meist gehen wir die gleiche Runde mit wenigen Abweichungen.

Nun sind wir zur Zeit gezwungen ihn von einer ganz anderen Richtung aus zu bewandern, wegen Straßenarbeiten und keine Zufahrt zu unserem gewohnten Parkplatz. Jetzt durchwandern wir ihn gerade von hinten nach vorne also genau andersherum und es ist wie ein völlig neuer Wald und das macht mich platt, aber glücklich und ich finde es total genial, dass ein und derselbe Wald von einer anderen Richtung aus eine völlig neue Erfahrung ist.

Sollte man alles mal ab und an von einer ganz anderen Seite aus sehen, machen, hören etc.?

Herzliche Grüße
Siebenstern




Das kenne ich gut, wir sind vor gut 4 Monaten von NRW nach BaWü gezogen und haben begonnen auf unseren "Hunde geh Runden" die nähre Umgebung zu erkunden.
Nur wenige Meter aus der Siedlung heraus beginnen die Wiesen und Wälder des Naturparks Fränkisch-schwäbischer Wald ...
Allerdings haben wir auch festgestellt das es auf den gleichen Runden immer wieder neue Dinge zu entdecken sind die das ganze dann doch wieder interessant machen.
Z.B. eine afrikanische Rinderherde die auf einmal auf der Wiese steht, Pferde die wenn man kommt ein bestimmtes "neugieriges" Verhalten an den Tag legen, sind sie mal nicht auf der Weide ist man schon fast enttäuscht ... ) Bauarbeiten am Weg, ja sogar die Gestaltung eines Gartens an dem wir immer vorbei kommen verspricht fast täglich was neues.

Ich denke wenn man ständig demselben Muster folgt verfällt man schnell in eine Art Routine. Die ist es dass das ganz dann langweilig, trist und monoton macht bzw. erscheinen lässt.

Das trifft meiner Meinung nach auch auf Rituale zu lernt man die Texte z.B. Wort für Wort auswendig so habe ich für mich erkannt das ich da dann anfange sie nur noch so runter zu leiern, was sie dann kraft und einfalllos erscheinen lässt. Hier sind für mich dann z.B. kleine aber ständige Veränderungen wichtig.

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#21 von Esme , 31.10.2010 10:44

und ein wunderschönes Foto

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RE: Eine Frage der Sichtweise

#22 von Siebenstern , 01.11.2010 18:36

Dank euch für den

Zitat von Nagaroon
Ich denke wenn man ständig demselben Muster folgt verfällt man schnell in eine Art Routine. Die ist es dass das ganz dann langweilig, trist und monoton macht bzw. erscheinen lässt.



Ja, das ist wahr. Bei mir hat sich da in den letzten Wochen nochmal folgendes herauskristallisiert.
Es gibt Wege, die sind mir bekannt, und trotzdem sind sie ja häufig auch wieder veränderlich, gerade im Wald, in der Natur, schon allein wegen der Jahres-und Tageszeiten.

Ich hab so gewisse Wege recht gern, wenn sie vertraut sind, dann gleite ich sozusagen durch meinen Wald. Fühle mich geborgen, beruhigt und entspannt.
Dann gibt es Wege, die ich noch gar nicht kenne, die sind dann das Abenteuer für mich, Neues entdecken, vielleicht auch den Weg noch erst erkunden müssen etc. Das ist dann eben aufregend, hab ich hin und wieder recht gern, aber dann auch wieder zum Entspannen danach den vertrauten Pfad

Wenn ich mal mein Leben so überblicke, hatte ich meist zu viel negative Aufregung und hab erst in den späteren Jahren so etwas wie Ruhe und Entspannung kennengelernt. Vom Adrenalinjunkie (unfreiwillig) zur entspannten Yogarette

Ich denke beide Wegarten sind gut und wichtig, allerdings den Weg wirklich mal rückwärts zu laufen ist schon wieder irgendwie genial einfach und doch sehr wirkungsvoll. Auch ganz kleine Nuancen können das Leben ver-rücken.

Von Ritualtexten auswenig können bin ich immer noch ziemlich weit entfernt , aber ich versteh was du meinst. Und ich denke auch, es ist gut sich ab und an aus der Alltagshaut mal zu befreien, Abwandlungen schaffen,wenn möglich.

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RE: Eine Frage der Sichtweise

#23 von wanderbenny , 01.11.2010 19:34

Zitat von Nagaroon

Das trifft meiner Meinung nach auch auf Rituale zu lernt man die Texte z.B. Wort für Wort auswendig so habe ich für mich erkannt das ich da dann anfange sie nur noch so runter zu leiern, was sie dann kraft und einfalllos erscheinen lässt. Hier sind für mich dann z.B. kleine aber ständige Veränderungen wichtig.



Ich glaube, dass man, wenn man mit dem dabei ist, auswendig Gelerntes nicht runterleiert. Gerade bei Ritualen ist es ja wichtig, dass man die Worte überzeugend rüberbringt. (wen auch immer man anrufen, danken, ehren oder sonst was will)
Da kann man schonmal andere Wörter für den selben Sinn benutzen, Hauptsache es kommt von !

LG Wanderbenny

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#24 von mhinas , 01.11.2010 19:43

Wichtig beim Gebet (und als solches fasse ich das Rezitieren auf) ist, dass es von Herzen und aus der Beziehung heraus kommt. Wenn der Dialog da ist, sind Worte nebensächlich. Vielleicht kennt ihr das, dass man sich auch ohne Worte versteht?

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#25 von Esme , 01.11.2010 20:22

ja, Mhinas, kenne ich, man kann stundenlang nebeneinander sitzen und immerzu von etwas Neuem schweigen, ähnlich halte ich es auch mit Ritualen, Anrufungen, Gebeten, Wünschen, wie auch immer man das nennen will, nicht nur viele Köche, auch viele Worte verderben manchmal den Brei.

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RE: Eine Frage der Sichtweise

#26 von richie oak tree , 02.11.2010 23:30

Warum haben wir gewohnheiten und ritualen ? meistens weilo wir erfahren haben das wenn wir so handeln, lauft es am besten oder es kann meistens nichts zu gefährliches passieren. wir schutzen uns selbst.
Natürlich stimmt das nicht immer zu , aber wir sind oft blind zu anderen möglichkeiten geworden, und können kein anderen ablauf vorstellen, hier hilft meistens hilfe von aussen jemand wer sagt probier so, oder meister zufall.

Aber einen andere sichtweise ist bestimmt sehr spannend, veleicht versuch ich doch beim nächsten spaziegang in Holland durch das sumpf gebiet zu laufen,kann schlimmstenfall als moorleiche enden, also bis in 300 jahre veleicht

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RE: Eine Frage der Sichtweise

#27 von Rainer , 03.11.2010 04:11

@ richie viel-leich-t mach keinen Unsinn immer schön auf festem Boden bleiben!

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#28 von richie oak tree , 03.11.2010 07:50

Bleib ich auch, bin ein Gewohnheitstier.

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RE: Eine Frage der Sichtweise

#29 von Rainer , 03.11.2010 11:54

 
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RE: Eine Frage der Sichtweise

#30 von Esme , 03.11.2010 19:55

Zitat von richie oak tree
Bleib ich auch, bin ein Gewohnheitstier.



Moorleichen können wir hier keine gebrauchen

Gewohnheitstier bin ich auch, ich denke das Gewohnheiten oder Rituale uns eine gewisse Sicherheit geben um mit dem Leben überhaupt klar zu kommen, zu einem "Ritual" gehört auch, das ich jeden Abend mindestens eine Kerze anzünde, egal wie der Tag war, egal ob ich im Moor versunken oder auf dem Regenbogen gewandelt bin...

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