RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#16 von inis , 23.08.2010 09:12

Zitat von liquiritia
das mit den Phasen habe ich bei meinen Kinder auch festgestellt. Es ist sehr interessant eure Ideen zu lesen.
Gemüse essen sie gerade nur passiert über Nudeln als Soße. Ich hab mal gelesen, dass Gemüse atraktiver sein soll, wenn man Figuren daraus aussticht. Hat da jemand Erfahrung mit?
Zwischendurch gibt´s Obst oder Knäckebrot (knuspern sie total gerne).


Hmm... insgesamt ist es bestimmt hilfreich, wenn das Essen irgendwie bunt, appetitlich, hübsch aussieht... aber sich extra hinstellen und noch was schnitzen aus den Möhren? ich weiß ja nicht...
Ich find, solange die Kinder genugVItamine zu sich nehmen, ist es doch okay - und wenn das halt vor allem über Obst oder Rohkost läuft, warum nicht?
Und ja, die verschiedenen Phasen... mal ist es wichtig, daß die einzelnen Bestandteile identifizierbar sind, mal geht das Ganze besser runter, wenn es alles durchgemixt ist (Eintopf, Auflauf). Aus demCurry von neulich hat Iuli erstmal alle einzelnen Zutaten rausgefischt und wollte genau wissen, was was ist! (daas? Blumenkohl. daas? Würstchen. daas? Linse. daas? Zwiebel. War dann auch alles lecker, auch zusammen, er wollte halt nur wissen, was da eigentlich drin ist... )
Mais geht übrigens bei uns immer, Zucchini schon von Anfang an irgendwie nicht. Versteh ich auch nicht, aber bitte Dafür ist der ehedem heißgeliebte "Bokkili" gerade schwer out, Linsen hingegen liebt er gerade in jeder Form. Salat findet er gut - wenn wir ihn essen. Mit ihm selbst haben die "B(l)ätter" irgendwie nix zutun...
Und Fleisch mag er ja sehr gern, in jeder Form - hat aber auch schon rausgefunden, daß viele Menschen (inkl. Papa und großer Schwester) keine Wurst und Fleisch mögen. Das findet er sehr spannend und fragt auch andere mal, z.B. unsereBürokraft: "Birte auch Wurst bäh?" Letztens hab ich dann angefangen,ihm die Hintergründe zu erklären: daß Fleisch und Wurst eben von Tieren kommt, z.B. vom Schwein oder Huhn, und die dafür tot gemacht werden (noch kleine schauspielerische Einlage dazu, wie die dann quietschen und röcheln und zappeln). Da hat er sehr nachdenklich geguckt... und dann mit Appetit sein Wurstbrot weiter verspeist.

Ich hab ihm auch gesagt, daß wir uns bei den Tieren bedanken können, daß wir sie essen "dürfen" - mein Mann lacht sich dann halbtot und findet das Ganze eher satirisch, aber was würdet ihr machen? Irgendwie würde ichdem Kind schon gern erklären, woher das FLeisch kommt und daß es eben nicht selbstverständlich ist... das "Danke"sagen ist natürlich schon etwas albern, und davon ist das Tier auch nicht freiwilliger gestorben, aber ... wann und wie habt ihr euren Kindern erklärt, auf welchem Baum die WUrst wächst?

 
inis
Besucher
Beiträge: 780
Registriert am: 17.01.2009


RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#17 von kerstin , 12.09.2010 09:39

Also, bei Wurst sind wir noch nicht angelangt,
aber wir haben im Frühjahr mal ein halbes Lamm in der Schäferei bestellt und abgeholt - verbunden mit einem Besuch bei den Schafen. Da hatten wir ein ganz ähnliches Gespräch. Auch Töchterlein war erst verwundert. Dann wollte sie das Schaf erst nicht essen. Ich dachte, das läge an dem Gespräch mit dem Töten. Bis sich herausgestellt hat, dass sie anstelle von "Schaf" gemeint hatte, das Essen ist scharf. Nachdem der Irrtum beseitigt war, hat sie mit großem Appetit gegessen.

Gruß
Kerstin

kerstin  
kerstin
Besucher
Beiträge: 288
Registriert am: 02.12.2009


RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#18 von Anna , 13.09.2010 11:16

Ich denke dass wir zu weit weg sind, von dem Vorgang, dass es den Kindern mit 2 schon bewußt ist, den Zusammenhang zwischen FLeisch udn Tier herzustellen. Einfach weil man TIere mit Mama im Kinderwagen anschauen geht, im Zoo oder am Ententeich oder Jugendfarm.

und es so keinerlei erkennbare Verbindung zu dem Essen aus dem Kühlregal hat.

Wenn man auf einem Bauernhof lebt , und noch selber schlachtet, dann ist das was anderes. Aber so das verstehen der Verknüpfung passiert erst zwischen 3 und 4, wenn man es "nur" erklärt bekommt. und dann ist es auch noch so, das der Prozeß zu weit entfernt ist. Also es gibt dann Kinder die sich mit 4 bewußt entscheiden Vegetarier zu werden, wegen den Tieren. Auch in Fleischessenden Familien, aber ich habe noch von keinem früher als 4 gehört.


Und ich habe jetzt beobachtet, dass es für meinen zweijährigen ein natürlicher Prozeß war, beim Schlachten zuzusehen, der fand es eher spannend. aber der 6 jährige hat Probleme damit. Ich nehme mal an, der eine ist noch mehr damit verbunden und stellt es noch nicht in Frage und für den anderen ist der Prozße auf einmal bewußt geworden. Also wenn ich jetzt Videos anschleppe von Tiertransporten und schlachthöfen, ist der schneller Vegetarier als ich gucken kann

Anna  
Anna
Besucher
Beiträge: 3.277
Registriert am: 09.01.2009


RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#19 von Nachtfalke , 13.09.2010 14:37

Der Geschmack ändert sich mit der Zeit. Ich kann da nur von der Beziehung zwischen meiner Mutter/ Großmutter (und allen anderen die als Kind/ Jugendlicher für mich gekocht haben) erzählen.

Meine Mutter ist seit ihrer Jugend (15 oder 16) Vegetarierin. Sie ist kein Fleisch und keinen Fisch, sehr wohl aber Käse und Eier. Tofu/ Soja und Pflanzen sowieso. Und sie nascht sehr gerne.
Sie hat uns nie gezwungen vegetarisch zu essen, sondern hat (vor allem früher) einfach nur die Belagen gegessen. Mit etwa 11 oder 12 bin ich dann neugierig geworden wie as veg. Essen wohl schmeckt und hab mir immer beides genommen (sie hat ja auch immer 2 Lasagnen - eine mit Fleisch und eine mit Gemüse - gemacht). Irgendwann bin ich dann davon abgekommen immer wieder Fleisch zu essen (also regelmäßig oder jeden Tag), weil ich gemerkt habe, dass ich es nicht brauche (solange genügend Käse vorhanden ist!). Ich hab auch recht früh den Zusammenhang Fleisch - Tiere erkannt, aber es hat mich als Kind nicht wirklich belastet. Irgendwann in der letzten Zeit hat es sich so ergeben, dass ich eher selten Fleisch esse (eigentlich nur wenn ich dazu eingeladen werde oder wenn mal Schinken/ Salami auf einer Pizza ist) und in unserem Kühlschrank öh... eigentlich glaub ich nur Leberwurst und ne Salami von meinem Freund ist (beides esse ich nicht unbedingt gerne).
Im Prinzip hatte ich immer die freie Wahl - und bin nachhaltig auf den Geschmack von Tofu und Soja gekommen.

Bei meiner Großmutter gabs meistens Süßes ^^ Oder eben das "typisch wienerische Essen". War immer sehr lecker und ich beschwere mich nach wie vor nicht. Tante und andere Verwandte haben ähnlich gekocht.

Wenn mein Vater gekocht hat, dann gabs meistens Gulasch oder dergleichen. Das war dann für mich in erster Linie "Erwachsenenessen". Klingt wahrscheinlich total abgefahren, aber besser kann ich es nicht beschreiben. Das war einfach das Essen, dass meistens er gegessen hat. Genauso verhält es sich mit bestimmten Suppen, Presswurst und bestimmte Salate, ... einfach Sachen die er gerne isst.

Spannend war das ganze Kochen für mich erst, als ich selber herumexperimentiert habe (und meine Mutter in den Wahnsinn getrieben habe - weil die Küche danach ausgesehen hat, als wäre eine Bombe eingeschlagen). Da konnte man selber plötzlich ganz schnell einfache und leckere Sachen machen
Und so richtig interessant ist es erst geworden, als ich mit meinem Freund zusammen gezogen bin - weil ich so gut wie nichts mitgebracht habe außer die üblichen Verdächtigen, weil er nicht kochen konnte und wir uns in der ersten Zeit mal nur von Fertigfutter ernährt haben (was mir inzwischen übrigens zum Hals heraushängt).
Jetzt beginne ich richtig auszutesten wie man was macht und wie man zu so und so einem Ergebnis kommt (wobei ich überhaupt nicht die Sachen meiner Mutter mache... eher konträre). Nur mein Freund meckert jetzt die ganze Zeit rum, ich koche "geschmacklos" oder "seltsam" (und er will das ich so wie seine Mutter koche, was ich irgendwie verweigere (zuviel Fleisch!)).

Ansonsten... bittere Sachen mochte ich früher gar nicht. Genausowenig irgendwas mit Blättern. Fisch habe ich bis zu meinem 6. Lebensjahr gegessen, auf einmal hat er mir nicht mehr geschmeckt und seitdem verweigere ich ihn (ich weiß nicht warum...).
Chinesisch und japanisch waren gewöhnungssache bei mir, genauso wie Indisch. Anfangs grauslich, später sehr lecker.

Hm... was ich bis heute nicht mag (was meine Mutter zu meinem Leidwesen aber in großen Mengen praktiziert) ist, wenn man für eine ganze Woche vorkocht und das dann im Kühlschrank stehen lässt. Das ist dann nicht mehr frisch. Das schmeckt mir einfach nicht (wahrscheinlich weil das Essen dort sehr viel an Energie verliert und ich eigentlich Energie aufnehmen will). Deswegen koche ich zumindest die Nudeln immer selber, wenn ich was mache.

Soviel zu mir... und ach ja, eins stimmt: wenn man an die 20 ist, werden Mutter, Großmütter und alle weiblichen Verwandte und Bekannte nach den "alltäglichen" Rezepten durchlöchert xD mach ich genauso

Nachtfalke  
Nachtfalke
Besucher
Beiträge: 340
Registriert am: 08.09.2010


RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#20 von Ceridwen , 15.10.2010 11:31

Bei meinen habe ich es so gehalten, das sie probieren sollen, aber nicht essen müssen wenn etwas nicht schmeckt.
Meistens haben sie monatelang ein Lieblingsessen gehabt, um genau dann, wenn wir unsere Vorräte danach gerichtet haben, ihren Geschmack zu ändern.
ich habe sie immer so viel , aber auch so wenig essen lassen wie sie wollten und nach Möglichkeit auf Fertigprodukte verzichte

Ok, jetzt kommt eine gemeine Geschichte.

Vor kurzem musste ich eine Woche lang die Kinder meiner Cousine hüten.
Der Kleine, da5 Jahre alt, verweigert alles was grün ist.
ich hatte aber Hunger auf Spinat.
,
meine cousine meinte, ich soll ihm das schmackhaft machen , ihn darauf Hinweisen wie srakt er davon wird.
ich habe es anders gemacht.
ASuf meinem Teller Kamen Kartoffeln, Ei und Spinat
Auf seinem Ei und Kartoffeln.
Er hat große Augen gemacht und wollte auch Grünes haben.
ich habe ihn gefragt, ob seine Mutter ihm wirklich Spinat gibt, so gut wäre das doch nicht für Kinder.
Er hat 2 Portionen gegessen.

Ceridwen  
Ceridwen
Besucher
Beiträge: 195
Registriert am: 08.10.2010


RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#21 von angelikaherchenbach , 15.10.2010 20:32

GENIAL!
Das nenne ich Pädagogik!


LG

angelikaherchenbach  
angelikaherchenbach
Besucher
Beiträge: 3.560
Registriert am: 04.01.2009


RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#22 von Saikka , 19.10.2010 09:10

Ich muss auch noch zwei Beispiele zum besten geben: ich habe einen Neffen, der mittlerweile 16 Jahre ist. Seine Mutter hat ihn nie gewzungen irgendetwas zu essen, was er nicht mag. Aber das Ergebnis ist, dass er tatsächlich nur Tortellini, pommes und Toastbrot isst. Er ist auch fast Vegetarier, nimmt nur manchmal eine Frikadelle zu sich, aber sonst verweigert er wirklich alles. Sie haben sich allesamt mit ihrem "Pflegefall" angefreundet, er selber mit sich auch. Aber neulich waren sie auf Klassenfahrt in London bei eienr Gastfamile, da ernährt er sich eine Woche pomnes frites...Hm... ich weiß nicht, ob man ihn besser mal dazu angehalten hätte, was zu essen, was er nicht mag.

Ein anders Beispiel und ein anderer Neffe (6Jahre) von mir gehört auch zu der Spezies, die ihre Vitamnine selber produzieren, sprich alles was grün oder frisch ist, ist bähh. Fleisch ist dagegen alles, Schokolade kann ruhig öfter die Hauptmahlzeit sein und Thunfischsahnesoße zu Nudeln das ulitmative Gericht. I
Ich war mal dabei, als sein Vater ihn tatsächlich gewzungen hat, Gemüsereis zu essen, so richtig mit Löffel selber in die Hand nehmen, Mund auf, Löffel rein, runterschlucken, basta! - ich saß so ein bißchen verstört daneben, aber es hat geklappt, es hat ihm sogar geschmeckt. Deswegen fürchte ich, ist ein "Erziehungsratgeber" echt schwer zuer stellen, dafür sind die Kinder zu unterschiedlich. Aber was ich so erlebe, wenn Kinder alles verweigern, dann sollte man das Essensangebot in der Not mit Nachdruck erweitern, nicht alles, nicht unbedingt immer, aber eben manchmal.
Ich wünsch Euch allen gute und reichlich viele Nerven dabei

LG
Saikka

Saikka  
Saikka
Besucher
Beiträge: 230
Registriert am: 07.09.2009


RE: mag ich nicht, ess ich nicht!

#23 von anitram , 21.11.2010 18:20

Zum Glück hatte ich das Problem bisher nur manchmal bei Schokolade (ehrlich!), und da ist es mir herzlich egal.
Ich zwinge meine Kinder daher auch nicht dazu etwas zu essen, aber manchmal ist ein gesunder Druck auch nicht schlecht, so wie bei meinem Neffen, der bestochen werden muss, um Salat zu essen.
Meine Devise lautet: "Iss einen Bissen und dann hast du Ruhe!"

Martina

anitram  
anitram
Besucher
Beiträge: 10
Registriert am: 31.08.2010


   

Kind bleibt Kind
wunderschönes Gedicht...

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz