RE: Der Messias-Kult

#16 von Sinaris , 13.04.2010 14:53

Hmmm...

ich werde jetzt mal nicht das Lexikon bemühen, bevor ich hier schreibe... denn dann würde ich die Gedanken verlieren, die ich gerade habe.

Für mich ist vom reinen Begriff ein Messias kein Anführer im eigendlichen Sinne und ein Sklaventreiber schonmal garnicht. Geht es bei diesem Begriff nicht um einen "Befreier", einen Menschen der die endgültige Warheit in sich trägt? Einen Menschen, der uns so inspirieren kann, das wir mit seinen Gedanken alle Wiedrigkeiten unseres Lebens mit dem schlichten folgen aus dem Weg wischen?

Das wäre auch nicht meine Vision von einem Leben, was ich anstrebe aber dennoch würde ich niemal über jemanden Urteilen der es dem Fluss gleich tut und den Weg des geringsten Wiederstands wählt. Ein Messias Kult erwartet doch mehr als nur eine Anweisung. bei diesem Gedanken steht der gedanke von Befreiung und einer gesegneten Zukunft im Vordergrund. Nicht jeder Mensch ist ein geborener Freidenker. Einige von uns müssen ersteinmal begreifen wie das Leben hier funktioniert und ich bedaure diejenigen die Zuflucht suchen aber ich urteile nicht.

Das könnte ich auch garnicht. Ich kann froh sein, das die Zeugen Jehovas, Scientologen oder ähnliche "Wegbereiter" mich niemals in meinen schwächsten Stunden aufgesucht haben, in denen ich JEDEN Strohalm gegriffen hätte.

Viele glauben, das wir mit einer speziellen Aufgabe hier her gekommen sind... wer sagt, das es nicht auch das folgen sein kann. Die Druiden leiteten doch auch Ihren Stämme an (wenn auch nicht als einzige Instutition). Viele Menschen sind auch schlichtweg einsam und verlassen. Tief eingegraben in Depressionen und Sinnlosigkeit. Viele davon erscheinen geradezu wie Opferlämmer für falsche Propheten.

Vielleicht ist es ja auch eine unserer Aufgaben, den Willen sich selbst wieder zu lenken zu erwecken. Einige erkennen zu lassen wieviel Kraft, Anmut und Stärke in Ihren Herzen schläft. Diesen Seelen all das Licht zu zeigen was sie umgibt und erfüllt, damit sie das Leuchten anderer nichtmehr wie Motten in die Flammen schierer Bedeutungslosigkeit und Selbstaufgabe lockt.

Sie sollen lernen... ich würde Erfahren bevorzugen. Aber vielleicht ist es ja auch ein "Messias" der Ihnen erst einmal zeigt wieder klar zu sehen.

Ich hatte auch schon Momente, in denen ich fast ein "MACH DIE AUGEN AUF!!!" schreien wollte. Aber ich denke oftmals ist es zu leicht das alles nur als simple Schwäche abzunicken. Seinen wir doch mal ehrlich. Ich denke zumindest für die meisten aus Deutschland, haben auch eher ungewöhnliche Wege in diese Reihen geführt. Vielleicht hatten ja auch einige von uns kurzzeitig einen Messias... einen erleuchteten der den Weg gewiesen hat.

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RE: Der Messias-Kult

#17 von celdru , 13.04.2010 16:12

Sinaris

Schein und Sein sind bekanntlich zweierlei. Ich glaube meinte den Begriff Messias eher im Sinne von "Falsche Propheten", so habe ich es jedenfalls verstanden.
Wer vermag einen Messias in der heutigen Zeit als solchen zu erkennen? Will ein solcher überhaupt erkannt werden? Man sollte vielleicht auch Unterschiede zwischen einem "herabgestiegenen Meister" (der meinem Verständnis nach ein Messias wäre) und einem sehr weit fortgeschrittenen Lehrer machen.

Die druidische Anleitung innerhalb des Stammes, wie Du sie nennst, war allerdings immer im ganzheitlichen, vorausschauenden Sinne angelegt, weniger im Sinne einer Institution, wie es in Sekten der Fall ist. Da sehe ich nicht Ansatzweise Parallelen.

Seelenfängern und kriminellen Sekten die als solche auch gelistet sind, sollte so schnell & effektiv wie möglich das Handwerk gelegt werden! Die sind meiner Meinung nach wie die Pest die, wird sie nicht rechtzeitig eingedämmt, das gesamte System befällt! Man kann natürlich Niemanden vor sich selbst schützen und es führen gewiss "viele Wege in den Hain", doch Institutionen die gutgläubige, naive Menschen systematisch zerstören und in Abhängigkeit bringen gehören zerschlagen - meine Meinung.

Liebe Grüße,
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RE: Der Messias-Kult

#18 von Solitaire , 13.04.2010 18:28

Messias bedeutet schlicht und ergreifend nichts anderes als "der Gesalbte" und spätestens da kommt doch dann die Frage auf: wer oder was salbt ihn (ketzerische Frage: wäre auch eine "sie" als Messias möglich???? Laut der jüd. Auslegung wohl nicht), sprich "macht" ihn zum "Messias"????

Ein Messias setzt doch dann wieder eine Form des Monismus voraus, wo sich doch alles wieder mal nur um eine Person dreht und spätestens wenn nur eine Person "verehrt" wird, ist der Schritt zu Allmachtsphantasien und dem damit verbundenen Größenwahn nicht weit.

 
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RE: Der Messias-Kult

#19 von Sinaris , 13.04.2010 20:37

Unter dieser Sicht gebe ich Euch recht. Bei den vorhergegangenen Posts wurde aus meiner Sicht nur zu sehr auf folgende Seelen herabgesehen. Aber ansonsten sehe ich einer "gesalbten" bzw. verehrten Person noch kein Problem. Ich kann einen weisen Menschen verehren sprich Ehre entgegenbringen ohne das es in Hörigkeit übergeht.

Ich denke das vergangene Zeiten den Begriff des Messias schlichtweg in Verfehlung getränkt haben. Ich bin auch kein Fan von Personenkulten aber wenn Menschen führung brauchen, wünsche ich ihnen einen Messias, der diesem Wort gerecht wird. Für mich hat dieser "Titel" noch etwas gutes in sich und ich glaube / hoffe das der Schatten der auf das Wort gefallen ist, nur daran liegt, dass es bislang die falschen waren.

Tausende Menschen sind nicht stark genug für sich selbst und ich glaube es ist immernoch besser sie folgen jemandem als das sie in schwere Depressionen verfallen oder gar Ihrem Leben ein Ende setzen. Gerade in solch perspektivlosen selbsüchtigen Zeiten wie heute ist es doch nicht zu verdenken das jeder Hauch von hingabe und selbst geheuchelter Erkenntnis / Erleuchtung Resonanz erfährt.

Alle Werte sind inzwischen auf ein Minimum demontiert. Doch bevor die Massenerkenntnis folgt, der ja so viele entgegensehnen, wird ein grosser Teil von Menschen über die Klinge springen. Wenn man sich alleine die Suizidzahlen ansieht wird mir zumindest einfach nur schlecht. Wenn man dann die schwarzen Zahlen betrachtet dann würde ich mir einen "Messias" wünschen, der sich Ihrer "angenommen" hätte.

Selbst falsche Weisheiten und Propheten sind immernoch besser als diese Perspektivenlosigkeit. Wie viele Menschen sehnen sich wohl nach einem Messias, der Ihre Dämonen vertreibt und einer gefühlten Sinnlosigkeit Bestimmung einhaucht. Ich denke da bringt es garnichts nur diese selbst ernannten Propheten zu zerlegen, da...

...

narrrrrrk... zu persönlich... ich rede / denke mich nur in Rage... sorry... ich klinke mich aus...

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RE: Der Messias-Kult

#20 von Rainer , 13.04.2010 21:25

Hi Sinaris,

Zitat von Sinaris
Hmmm...

ich werde jetzt mal nicht das Lexikon bemühen, bevor ich hier schreibe... denn dann würde ich die Gedanken verlieren, die ich gerade habe.

Für mich ist vom reinen Begriff ein Messias kein Anführer im eigendlichen Sinne und ein Sklaventreiber schonmal garnicht. Geht es bei diesem Begriff nicht um einen "Befreier", einen Menschen der die endgültige Warheit in sich trägt? Einen Menschen, der uns so inspirieren kann, das wir mit seinen Gedanken alle Wiedrigkeiten unseres Lebens mit dem schlichten folgen aus dem Weg wischen?



"Messias" ist für mich in diesem Fall ein Synonym, Du kannst es gerne durch Führer, Leiter, Generaldirektor ersetzen.

Zitat von Sinaris
Das wäre auch nicht meine Vision von einem Leben, was ich anstrebe aber dennoch würde ich niemal über jemanden Urteilen der es dem Fluss gleich tut und den Weg des geringsten Wiederstands wählt. Ein Messias Kult erwartet doch mehr als nur eine Anweisung. bei diesem Gedanken steht der gedanke von Befreiung und einer gesegneten Zukunft im Vordergrund. Nicht jeder Mensch ist ein geborener Freidenker. Einige von uns müssen ersteinmal begreifen wie das Leben hier funktioniert und ich bedaure diejenigen die Zuflucht suchen aber ich urteile nicht.



Urteilen tue ich auch nicht, ich schreibe meine Meinung die ich mir durch mein Leben gebildet habe hie und da danieder.

Zitat von Sinaris
Das könnte ich auch garnicht. Ich kann froh sein, das die Zeugen Jehovas, Scientologen oder ähnliche "Wegbereiter" mich niemals in meinen schwächsten Stunden aufgesucht haben, in denen ich JEDEN Strohalm gegriffen hätte.

Viele glauben, das wir mit einer speziellen Aufgabe hier her gekommen sind... wer sagt, das es nicht auch das folgen sein kann. Die Druiden leiteten doch auch Ihren Stämme an (wenn auch nicht als einzige Instutition). Viele Menschen sind auch schlichtweg einsam und verlassen. Tief eingegraben in Depressionen und Sinnlosigkeit. Viele davon erscheinen geradezu wie Opferlämmer für falsche Propheten.



Druiden haben nicht irgendwelche Stämme angeleitet, sie waren meines Wissens in einer Art beratender Funktion


Zitat von Sinaris
Vielleicht ist es ja auch eine unserer Aufgaben, den Willen sich selbst wieder zu lenken zu erwecken. Einige erkennen zu lassen wieviel Kraft, Anmut und Stärke in Ihren Herzen schläft. Diesen Seelen all das Licht zu zeigen was sie umgibt und erfüllt, damit sie das Leuchten anderer nichtmehr wie Motten in die Flammen schierer Bedeutungslosigkeit und Selbstaufgabe lockt.

Sie sollen lernen... ich würde Erfahren bevorzugen. Aber vielleicht ist es ja auch ein "Messias" der Ihnen erst einmal zeigt wieder klar zu sehen.

Ich hatte auch schon Momente, in denen ich fast ein "MACH DIE AUGEN AUF!!!" schreien wollte. Aber ich denke oftmals ist es zu leicht das alles nur als simple Schwäche abzunicken.



Würdest Du einen Freund in eine Falle laufen lassen, wenn Du es siehst? Mann kann ja jetzt erwiedern, ja - wenn er draus lernt! Darauf könnt ich sagen, es gibt Fallen aus denen kommst Du nicht wieder heraus - oder nur unter großen Opfern....

Zitat von Sinaris
Seinen wir doch mal ehrlich. Ich denke zumindest für die meisten aus Deutschland, haben auch eher ungewöhnliche Wege in diese Reihen geführt. Vielleicht hatten ja auch einige von uns kurzzeitig einen Messias... einen erleuchteten der den Weg gewiesen hat.



Tja, die Geschichte ist voller Erleuchteter die den Menschen Wege gewiesen haben, die sie besser in sich selbst gesucht hätten. - Meine Meinung.


Liebe ist das Gesetz - Liebe unter Willen


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RE: Der Messias-Kult

#21 von Sinaris , 14.04.2010 00:32

Hmm...

Druiden haben die Stämme nur beraten? Also das habe ich aus den Texten die ich bislang lesen konnte anders herausgelesen. Allerdings bin ich ja auch noch nicht so tief in der Materie. Ich denke jedoch, das es über beraten hinaus ging.

Mein Post war desweiteren auf keine Person zugeschnitten. Was einen freund der sich Verderben stürzen will angeht, kann ich zumindest Sagen, dass ich von keinem Auftauchen eines neuen Propheten gehört habe. Darüber hinaus, sollte einer erscheinen müsste man doch erst einmal seine Lehren betrachten bevor ich beginne jemanden vor der vermendlichen Gefahr zu beschützen.

Wenn ich jeden Propheten / Messias anhänger befreien wollte, hätte ich da noch ein paar Millionen Seelen zu bekehren. Bislang kenne ich keine Wahrheit. Ich suche sie aber bislang hab ich noch keine "Beweise" gefunden und solange werde ich mich sehr bedeckt halten, bei anderen Menschen den Glauben in Frage zu stellen.

Auf jeden Fall hast Du Recht, dass es bestimmt das beste ist in sich selbst zu Wegen oder besser Erkenntnisse zu finden aber ich denke längst nicht alle Menschen haben dazu die Möglichkeit. Eigendlich sind wir doch fast alle in ein Umfeld geboren, dass unser Weltbild so nachhaltig prägt, das es schon sehr schwer ist überhaupt auf den Gedanken zu kommen, nach neuen Wegen zu suchen.

Viele sind doch so mit vermeindlichen Nichtigkeiten beschäftigt, dass Sie das besondere im Leben nichtmal bemerken würden, wenn es sie (entschuldigt den Ausdruck) in den Arsch tritt.

Aber so oder so haben wir warscheinlich schon grundverschiedene Vorstellungen über den Messias ansich. Ich bin davon ausgegangen, das hier ein Messias gemeint ist, der auch selbst an seine Sache glaubt. Einen Menschen, der aus seiner Überzeugung heraus wirklich andere "erretten" will. Der Ansatz mit der Falle lässt mich allerdings vermuten, dass Du einen Menschen meinst der aus purem Eigennutz handelt und mit dem Werkzeug Glaube versucht Macht auszuüben.

Keine Frage. Solche Leute müssen bekämpft werden aber das gilt dann nicht nur für einen falschen Messias... Das ist dann das selbe Übel wie die freien Wahlen in diktatorischen Ländern, korrupten Polizisten, Befreiungsarmeen die gegen die Zivilbevölkerung handeln und und und...

Dann diskutieren wir über eine Worthülse.

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RE: Der Messias-Kult

#22 von Rainer , 14.04.2010 12:06

Zitat
Ich bin davon ausgegangen, das hier ein Messias gemeint ist, der auch selbst an seine Sache glaubt.



Charles Manson hat auch an seine Sache geglaubt - war er deswegen gut? Oder aber die Sientology Leutchen, deren Sience Fiction schreibender "Plastik-Messias" schon das zeitliche gesegnet hat, oder die Moon´ies oder die Leute von Waco, oder die Leute vom Peoples-Temple die sich auf Geheiß ihres Messias´es umgebracht haben und wurden.....

Zitat
Viele sind doch so mit vermeindlichen Nichtigkeiten beschäftigt, dass Sie das besondere im Leben nichtmal bemerken würden, wenn es sie (entschuldigt den Ausdruck) in den Arsch tritt



manchmal hilft aber auch so ein kleiner Arschtritt oder ein Wink mit dem Zaunpfahl, oder das wedeln mit einer Kaktusblüte.

Zitat
Druiden haben die Stämme nur beraten? Also das habe ich aus den Texten die ich bislang lesen konnte anders herausgelesen. Allerdings bin ich ja auch noch nicht so tief in der Materie. Ich denke jedoch, das es über beraten hinaus ging.



Dann zeige mir mal historisch einwandfrei belegte Fakten. Ich laß mich gerne überzeugen.

Zitat
Aber so oder so haben wir warscheinlich schon grundverschiedene Vorstellungen über den Messias ansich.



Da hast Du absolut recht! Ich glaub an keinen und ich brauch keinen! Wenn ich jemanden helfen kann aus so einer "Sekte" auszusteigen dann tue ich das. Lichtbringergestalten werden in der Regel von den Menschen dazu gemacht. Und nicht jeder der sich so nennt und sich irgendein Mäntelchen überzieht ist auch einer. Wenn Du einen triffst, der über das Wasser wandeln kann, wäre es nett wenn Du mir das mitteilen würdest. Aber wie bei allem es gibt auch Ausnahmen.

Zitat
Der Ansatz mit der Falle lässt mich allerdings vermuten, dass Du einen Menschen meinst der aus purem Eigennutz handelt und mit dem Werkzeug Glaube versucht Macht auszuüben.



jepp, hier bei diesem Thread geht es mir um solche Leute, gleich welcher Colouer.

Schönheit und Freude!


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RE: Der Messias-Kult

#23 von Sinaris , 14.04.2010 12:43

Zitat von Rainer

Dann zeige mir mal historisch einwandfrei belegte Fakten. Ich laß mich gerne überzeugen.



Offtopic... aber sowas gibt es nicht. Es gibt keine zweifelsfreien Belege unserer Vergangenheit. Das liegt allein schon an den Motiven derer, die Niederschriften angefertigt haben und den Bemühungen derer die nach ihnen suchen.

Aber wenn mir das nächste mal was unterkommt, grab ich den Thread gerne wieder aus.

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RE: Der Messias-Kult

#24 von Belbara , 14.04.2010 16:57

Zitat von Rainer


Wieso brauchen Menschen einen "Messias" Führer, Anführer etc.?



IMHO Klassisches "Äpfel mit Birnen vergleichen". Keine Gruppe, die irgendwas (egal was) auf die Beine stellen oder lernen will, kommt ohne Führung aus, d. h. ohne zumindest temporär bestehende Zuständigkeit für die Leitung bestimmter Bereiche. In meinem Tanzverein gibt es viele Leute, die ebenso gut tanzen wie ich (und auch einige, die es besser können) - aber wenn alle gleichzeitig die Rolle des Erklärenden (und damit "Führenden") übernehmen wollen, läuft gar nichts, das haben Experimente in dieser Richtung bereits sehr nachhaltig deutlich gemacht. Das Problem ist auch gar nicht das Führen als solches, sondern solche Fragen wie:

- bezieht sich die Führung auf einen klar abgegrenzten Bereich?
- welchen Umfang hat sie?
- welche Möglichkeiten der Sanktionierung haben Führer und Geführte in der Beziehung, wenn es Unstimmigkeiten gibt? Gibt es hier Unterschiede ("Gefälle")?

Letzen Endes gilt das für alle "Führungssituationen", ganz besonders aber für den geistig-spirituellen Bereich, weil es da um sehr grundlegende Dinge in der Lebens-Führung geht. Idealerweise hat ein Mensch gelernt, sich selbst zu führen, weil seine Erzieher/innen ihm nach und nach mehr Spielraum gelassen haben. Störungen, die hier geschehen, können noch lange nachwirken - man hat dann unter Umständen notorische "Häuptlinge", die sich von nichts und niemand führen lassen mögen, erst recht nicht von ethischen Prinzipien, die werden dann Drogendealer oder Bankdirektor , oder notorische Indianer, die in extremis weder Entscheidungen treffen noch Meinungen haben oder gar äußern mögen.

Ich glaube, führen können und sich führen lassen können sind Fertigkeiten, die den ganzen (im besten Sinne "heilen") Menschen ausmachen - inklusive der Möglichkeit, sich je nach Situation frei für das eine oder andere entscheiden zu können.

Da fällt mir ein, vor kurzer Zeit habe ich mal gegenüber einer Person ein Zitat gebracht, unter deutlicher Angabe, von wem es stammte - weil mir ein Teil davon sinnvoll erschien. Die Person fand einen anderen Teil davon blöd/sinnlos und verlangte von mir, ich solle ihr bestätigen, daß dem so sei. Ich verwies noch einmal auf den Urheber und bekam daraufhin zu hören: "Ach ja, der Typ ist ja Dein Meister, und das kann ja auch gar nicht anders sein, weil Du ja zu seiner Gruppe gehörst!"

Erst mal habe ich mich geärgert, aber im Lichte dieser "Messias-Frage" ist das eigentlich sehr witzig, denn ich habe nun ja gerade nicht geantwortet, "XYZ hat's gesagt, deshalb ist es wahr", sondern im Gegenteil (!) betont, daß es nicht von mir ist und daß ich genau deshalb keine Verantwortung dafür übernehme. Merke: wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Gruß,
Belbara

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RE: Der Messias-Kult

#25 von Zardoz , 14.04.2010 18:40

Zitat von Belbara

Zitat von Rainer

Wieso brauchen Menschen einen "Messias" Führer, Anführer etc.?


... ganz besonders aber für den geistig-spirituellen Bereich, weil es da um sehr grundlegende Dinge in der Lebens-Führung geht. Idealerweise hat ein Mensch gelernt, sich selbst zu führen, weil seine Erzieher/innen ihm nach und nach mehr Spielraum gelassen haben... Ich glaube, führen können und sich führen lassen können sind Fertigkeiten, die den ganzen (im besten Sinne "heilen") Menschen ausmachen - inklusive der Möglichkeit, sich je nach Situation frei für das eine oder andere entscheiden zu können.



Guter Einwurf.

Ich denke auch, es kommt nicht darauf an, wen man als Lehrer/Führer auf dem Weg anerkennt, sondern wie frei man ist, sich auch anders zu entscheiden. Ein "guter" Lehrer gibt seinem Schüler immer die Möglichkeit sich zu verabschieden und weiterzugehen, wenn es an der Zeit ist.

Daher ist nichts gegen die Anerkenntnis eines Lehrers zu sagen, auch nicht gegen zeitweise Selbst-Aufgabe, man muss es nur wiederfinden, wenn es an der Zeit ist.

Ich sehe das ähnlcih wie beim Glauben an Götter: eine Zeit lang kann mir ein Modellpersönlichkeit - oder persönliche Gottheit - als Vorbild dienen. Aber irgendwann bemerke ich, sofern ich mich selbst entwickle, dass es kein Vorbild mehr ist, dass mein Weg woandershin zeigt. Dann muss ich das Bild -- den Gott, Messias, Guru -- aufgeben und weiterziehen.

Das ist ja gemeint mit dem Begriff "höheres Selbst" in vielen Lehren, dass es da ein Vorbild gibt, ein Idealbild, wo ich hinwill. Irgendwann in meiner Entwicklung erkenne ich vielleicht: kein Mensch, kein Vorbild, kein Ideal ist das: ich selbst bin schon das was ich sein soll. Dann brauche ich all das nciht mehr und bin Selbst-verwirklicht. Soweit die Theorie. Bis wir da sind, bnenutzen wir Lehrer, Seelen-Führer und imaginäre Vorbilder, um uns immer wieder auf den Weg zurück zu bringen.

Daher denke ich, Vereinnahmung und Sektentum ist nicht (allein) die Schuld des jeweiligen 'Messias', sondern (auch) desjenigen, der sich an ihn klammert, der sich nicht weiter entwickelt, der denkt, jemand anders könnte stellvertretend für ihn erleuchtet werden.

Deshalb gefällt mir -auch für die Druiden- das folgende Bild: Der Schüler der seine Ausbildung beendet hatte, wurde erstmal 7 Tage und Nächte allein in eine Höhle geschickt, damit er seinen Weg findet, der ihn nun fort von seinem Lehrer führt... Ob das regelmäßig so war, wissen wir nicht. Aber ich finde, das wäre das richtige Verhältnis der oben beschriebenen Entwicklung zwischen (freiwilliger) Bindung und Freiheit des eigenen Wegs.

 
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RE: Der Messias-Kult

#26 von Rainer , 14.04.2010 20:00

24 Posts und 124 Klicks, da sieht man doch das das Thema nicht ganz uninteressant ist und es polarisiert! Gut! Ich erinnere noch mal an den Grund dieses Thread´s und zwar schälte sich das Sektenthema bei dem Likatier Thread heraus. Siehe hier: viewtopic.php?style=2&f=123&t=3076&start=0

Ob´s eine ist oder nicht, kann ich aus der "Ferne" nicht sagen, aber einiges deutet darauf hin. Aufgrund dessen hatte ich mich dazu entschlossen diesen Thread hier zu eröffnen. Diverse Sekten in der Vergangenheit und auch in der JetztZeit ziehen doch immer wieder Menschen in ihren Bann. Meistens noch nicht einmal Menschen mit einem niedrigen IQ. Das ist ein Fakt, woran liegt es?

Das was ich als "Messias" bezeichne setze ich in keiner Weise mit Lehrer gleich - denn hier würde ich wirklich "Äpfel mit Birnen" vergleichen.

Was macht also die Faszination eines Messias´es aus, warum fliegen denn die Menschen auf ihn/sie/es???

Neugierige Grüße


)O(

 
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RE: Der Messias-Kult

#27 von Weisser Schatten , 14.04.2010 20:58

lieben freundinnen und freunde,

ich will mich gar nicht mit einem langen text reinhängen,
ich verweise nur auf meinen beitrag (mein tread):
"ein ganz normaler vorgang..."
in dem ich das entstehen solcher strukturen hoffentlilch beispielhaft dargestellt habe,

ansonsten: ich brauche KEINEN messias, da ich für meine taten und meine daraus resxultierenden fehler und eventuell positiven wirkungen selber einstehen WILL!

ian-jonathan der weiße schatten

 
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RE: Der Messias-Kult

#28 von inis , 15.04.2010 21:51

Zitat von Rainer

Was macht also die Faszination eines Messias´es aus, warum fliegen denn die Menschen auf ihn/sie/es???


Ich denke, es ist eben das Heilsversprechen, das bei jedem "ordentlichen" Messias immer mitschwingt. Der Gesalbte, der Heilsbringer, erlöst eben die Normalsterblichen und Schwachen von ihren Leiden und Sünden, das ist ziemlich bequem (und mitunter auch bequem in Monatsraten zu bezahlen ).
Dazu kommt noch dieser Hauch von Schicksal: er ist's, der Verkündete, das ist schonmal sicher... ist doch besser, hinter dem wahren Messias hinterherzulaufen, als hinter einem falschen Propheten! [hier ist kein konkreter Bezug auf real existierende Religionen gemeint!] - in dem Wort "Messias" steckt eben auch die Assoziation "das Original".

 
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